Trends 2010: Was kommt?

Mode, Beauty, Lifestyle: Welche Trends kommen, welche bleiben und welche müssen gehen im Jahr 2010? Wir haben für Sie eine Übersicht zusammengestellt, damit Sie auf keinen Fall den Anschluss verpassen.

Trend: Public Flenning

Das Prinzip ist simpel, der Effekt sensationell: Man tue sich mit ein paar Freundinnen zusammen, stelle ausreichend Getränke, Schokolade, Chips und Nüsschen bereit - um dann kollektiv in großen Gefühlen zu schwelgen und Taschentücher vollzuflennen. Macht in der Meute ja auch viel mehr Spaß. Anlässe gibt’s 2010 genug: etwa die Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria mit Daniel Westling (böse Zungen nennen ihn immer noch "den Fitnesstrainer") am 19. Juni. Ein Märchen - eins vom Aschenputtlerich. Und wir sind am Bildschirm mit dabei. 2010 besteht außerdem die reelle Chance, dass Prinz William seiner Kate ("Waity Katie") endlich den Verlobungsring an den Finger steckt, der dann in ca. fünf Millionen Kameras aus aller Welt gehalten wird. Ist aber nur so eine Vermutung. Im Gegensatz zum Filmstart von "Sex and the City 2" – der ist für Mai vorgesehen. In den USA. Lang kann es dann aber nicht mehr dauern, bis wir dran sind. Zwar müssen wir Freundinnen, Schokolade, Nüsschen und Taschentücher mit ins Kino schleppen, doch dafür gibt’s ein Wiedersehen mit Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha – und Stoff zum gemeinsamen Schluchzen (Carrie und Big sollen richtig Stress bekommen, genau wie Charlotte und der kahle Harry). Auch die Fußball-WM (11. Juni bis 11. Juli) wollen wir nicht unerwähnt lassen. Schwitzende, gut gebaute Kerle im Siegestaumel bzw. sich vor Gram auf dem Grün windend: Das lässt auch uns nicht kalt. Und zu diesem Ereignis dürfen dann sogar Männer mit aufs Sofa (auf Marktplätze etc.) – public flenning for everybody, sozusagen. Schön wird’s!

Trend: Afrika

Apropos WM - das Fußball-Großereignis wäre ja allein schon Grund genug, mal aufmerksamer als bisher nach Afrika zu schauen. Aber es gibt noch viel mehr Gründe, warum uns der Kontinent im kommenden Jahr garantiert noch öfter in den Nachrichten begegnen wird. Wer bis zum WM-Finale noch nicht verstanden hat, dass eine Vuvuzela keine von Gzrimek übersehene Nashornart ist, sondern die Fußballtröte der dortigen Fans, den verdonnern wir hiermit schon mal dazu, die Haupstädte jener 17 afrikanischen Staaten auswendig zu lernen, die in diesem Jahr den 50. Tag ihrer Unabhängigkeit feiern – das ist nämlich das zweite afrikanische Großereignis des neuen Jahres. Schließlich gibt es auch ein paar kulturelle Bonbons: Im Februar läuft "Unbezwungen" an, ein auch von den Afrikanern für gut befundener Hollywood-Film über das Leben des ersten schwarzen südafrikanischen Präsidenten Neslon Mandela, mit Morgan Freeman in der Hauptrolle. Und in Burkina Faso baut der Regisseur Christoph Schlingensief ab sofort sein "Operndorf", das erste Festspielhaus Afrikas. Darauf sollten wir anstoßen – am besten mit "Amarula", jenem sahnig-süßen Lieblingslikör südafrikanischer Damenkränzchen, das - garantiert! - zum Kultgetränk des Sommers wird.

Trend: Lange Haare

Wallende Mähnen gehören zum Look 2010. Wichtig: Gesund müssen die Haare aussehen, Fisselmähnen à la Guildo Horn sind nicht angesagt. Wer von Pixie auf Rapunzel umsteigen will, braucht allerdings Geduld. Der berühmte Zentimeter im Monat lässt sich nicht bestechen. Wichtig: Nicht in Zuchtwahn verfallen, sondern zwischendurch immer wieder Spitzen schneiden lassen!

Trend: Die Rückkehr der Thermoskanne

Vorbei die Zeiten, in denen Thermoskannen den Bauarbeitern vorbehalten waren und Butterbrotdosen zwar in jeden Schultornister gehörten, aber in Büros eher selten gesichtet wurden. Um uns bewusster zu ernähren, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen verzichten wir auf Kaffee und Snacks "to go" - und bringen Mahlzeiten und Getränke lieber von zuhause mit. Schon 2009 meldeten Hersteller und Einzelhändler erhebliche Umsatzsteigerungen mit Brotdosen und Henkelmännern. Statt schlichter Stullen kommen bei uns in der Mittagspause jetzt allerdings hochwertige, sorgfältig zubereitete Mahlzeiten auf den Schreibtisch, gern mit Bio-Zutaten und regionalen Produkten - und viel individueller und verträglicher als jedes Kantinenessen. Falls Sie sich inspirieren lassen möchten: Hier gibt es Rezepte für gesunde Snacks zum Mitnehmen!

Trend: Intimbehaarung

Wie viele Trends kommt auch dieser aus den USA. Die Intimbehaarung darf wieder sprießen. Wir sprechen hier nicht von Urwaldbüschen, sondern von einer gepflegten Baumschule. Unter den Armen muss allerdings weiterhin rasiert werden!

Trend: Zu Hause im Internet

Leute, holt die Fußmatten mit "Welcome home" und die gehäkelten Klopapierüberstülper raus! Im Internet wird's dieses Jahr gemütlich. Bei Bfriends angemeldet, bei Facebook registriert, bei Twitter verfolgt? Das haben die meisten 2009 erledigt. Sicher werden die sozialen Netzwerke weiter wachsen, aber nicht mehr so schnell. Jetzt ist endlich mal Zeit für Steffi, Daniel und Angelika auf der Freundesliste. Denn die Technik kann uns gar nix mehr. Eh klar, mit welchem Button sich die Fotos vom letzten Irlandurlaub mit allen teilen lassen, die einem wichtig sind. Der Stau auf dem Weg zur Arbeit twittert sich quasi von selbst. Allmählich werden wir vergessen, dass das Internet ein Ort im Nirgendwo mit extrem hässlichen http://-Adressen ist. Es wohnt sowieso überall: Mit dem entsprechenden Handy - iPhone und Kollegen finden 2010 sicher noch viel mehr Käufer - ist unser Netz sogar am Frühstückstisch oder auf der Zugfahrt nach Düsseldorf mit dabei. Schluss mit dem Einrichten. Wir leben schon. Online.

Trend: Ohne Models

Die erste "Ohne Models"-BRIGITTE ist draußen! Seit Januar 2010 verzichten wir auf Models und zeigen in unseren Mode- und Beautystrecken nur noch ganz normale Frauen. Dass wir inzwischen weit über 10.000 "Ohne Models"-Zuschriften erhalten haben, zeigt, dass unsere Initiative den richtigen Nerv getroffen hat. Hier finden Sie alle Informationen im Überblick!

Trend: Die kleinen Dinge des Lebens

Mann, bist Du aber groß! Das Glück liegt sprichwörtlich in den kleinen Dingen des Lebens. Richtig in Szene gesetzt werden diese mit kleinen Modellfiguren. Ein Spiel mit Dimensionen und Albernheit beginnt, so urkomisch, dass man gar nicht mehr aufhören möchte. Da schreibt die Politesse der Bananenschale einen Strafzettel, der Abschleppwagen wartet auch schon. Neben einer zerbrochenen Weihnachtskugel verhaften zwei Zollbeamte vermummte Gangster und die Bordsteinkante wird schnell zur Leinwand für kleine Graffitikünstler. Mit den kleinen Figuren können Sie inszenieren, agieren und nachahmen. Also, legen Sie los und versuchen Sie es selbst. Meine Kolleginnen richten schon ganze Schaukästen mit den kleinen Püppchen ein, fotografieren oder verschenken sie. Vodoo natürlich ausgeschlossen. Anschauen geht hier, bestellen unter www.modulor.de

Trend: Keine Saison ohne Jeans

Der blaue Stoff, aus dem unsere Träume sind: Verwaschene Boyfriend-Jeans (immer noch schwer angesagt!), Rüschenröcke, Marlene- und Latzhosen –Besonders hübsch finden wir den neuen Westernlook-Denim – Jeanskleider und Shorts in Kombination mit Cowboystiefeln oder Mokassins (wie bei D&G), Jeanshemden im Used-Look und mit Nieten besetzte Taschen.

Trend: Kochen mit Wein

Karamellisiert. Geschäumt. Reduziert. – Wer mindestens eines dieser Partizipien zum Kochprinzip erhoben hatte, war vorn. Die neue Küche begreift sich nicht mehr als Einführung in die Laborchemie, sondern als solides Handwerk. Dessen herausragende Vertreter es mit einfachen (!) Mitteln zur Vollendung bringen. Sie heißen zum Beispiel Vincent Klink, Otto Koch, Alfons Schuhbeck und Lea Linster. Bei ihnen sehen wir, wie man mit charaktervollen Gemüsen, klassischen Gewürzen und Kräutern richtig gut kocht. Legen Sie die Reagenzgläser weg, gehen Sie in den Garten! Wo Sie sich, in Meditation über dem Kräuterbeet, ein Glas Wein genehmigen dürfen. Am besten von jungen deutschen Winzern wie Caroline Diel (Nahe), Daniel Wagner (Rheinhessen) oder Markus Klumpp (Baden). Denn die machen jetzt ebenfalls vor, wie man mit Mut zum "Weniger ist Mehr" Weltklasse-Weine schafft, auch Weltklasse-Rotweine! Wer es nicht glaubt, besuche eine Blindverkostung. Großer Spaß, zu sehen, wie fundamentalistische Burgunder-Fans sich irren können...

Trend: Seglerschuhe

Von wegen spießig: Wasserfeste Bootsschuhe werden diesen Sommer citytauglich und in den buntesten Farben spazieren getragen. Ob aus softem Veloursleder, in Sorbetfarben oder als Multicolour - die neuen Segelschuhe erinnern nur noch schwach an den Funktionsschuh mit der rutschfesten Gummisohle. Besonders gelungen wirkt der Schuh in Kombination mit Shorts oder sommerlichen Kleidern.

Trend: Filme mit einer neuen Dimension

2010 trägt man Brille. Und zwar im Kino - die 3D-Brille. Selbst die Obamas ließen sich, ganz vorn dabei, schon letztes Jahr mit dem hippen Accessoire auf der Nase im Privatkino des Weißen Hauses fotografieren. Wer das lustige Spielzeug bei uns bisher getestet hat, hat mit großer Sicherheit James Camerons Technik-Spektakel "Avatar" gesehen, das Ende letzten Jahres die 3D-Technik auch beim weniger effektversessenen Publikum bekannt gemacht hat. Und so geht's: 3D-fähiges Kino aufsuchen, Brille auf die Nase, 3D-Film schauen. Und alles ist – nun ja, dreidimensional eben. Funktioniert wirklich! Und sieht so spektakulär aus, dass man nicht glauben mag, dass das 3D-Kino schon in den 50ern einen ersten Boom erlebte – um das Publikum weg zu locken von den immer beliebter werdenden Fernsehern zuhause. Die Technik hat sich seitdem ein ganzes Stückchen weiterentwickelt, die Beweggründe sind aber dieselben geblieben: Wieder sollen die Zuschauer ihr Geld hübsch in die Lichtspielhäuser tragen, statt im zweidimensionalen Heimkino zu versacken. Anreize gibt's dieses Jahr in großer Zahl, von Tim Burtons "Alice im Wunderland" über den neuen "Shrek" bis hin zu "Toy Story 3". Und nach dem Filmgenuss kann man sich die Druckstellen von der Plastikbrille ja dezent wegpudern.

Trendfarbe: Greige

Die Melange zwischen Grau und Beige wirkt edel. Wem Beige zu fad und Grau zu duster wirkt, der greift zum neuen Zwischenspiel. Im Herbst sah die Fashionwelt auf den Schauen nur noch greige, ab 2010 weist jede Make-up-Palette die Luxusfarbe auf. Mindestens die Fingernägel müssen beim Farbtrend mitziehen. (Zum Beispiel "Particulière N°505" aus der Frühjahrskollektion 2010 "Les Impressions de Chanel")

Trend: Urlaubsplanung 2010 - Wir bleiben uns treu

Wir Deutsche galten ja noch nie als sonderlich spontan. Selbst bei der Urlaubsplanung setzen wir auf Verlässlichkeit und Kontinuität. "Auch 2010 werden die Deutschen ihren Klassikern treu bleiben", prognostiziert Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV): "Deutschland wird wieder beliebtestes Reiseziel werden, Spanien bleibt auf Platz 2, Italien auf Platz 3." Lediglich bei den innerdeutschen Zielen zeichnet sich ein Wechsel ab. Bayern war jahrzehntelang das Topziel in Deutschland. Doch seit der Wiedervereinigung holt Mecklenburg-Vorpommern auf, lockt mit Küsten und Seenplatten, historischen Hansestädten, Rügen und Usedom. "Möglicherweise wird Mecklenburg-Vorpommern Bayern als beliebtestes Bundesland erstmals überholen", sagt Torsten Schäfer. Wir fiebern mit den Mecklenburgern mit - wenn sich sonst schon so wenig bewegt im Land. Denn die Urlaubstrends des vergangenen Jahres - All-Inclusive-Urlaub, Städtereisen, Wellness und Kreuzfahrten – werden uns auch 2010 erhalten bleiben. Nur das ist neu: Die Deutschen buchen wieder mehr Fernreisen, zum Beispiel in die USA. Weil der Dollarkurs gerade so günstig ist, meint Schäfer. Ach ja, sparsam waren wir ja auch schon immer.

Trend: Nude-Look

Bei Gianfranco Ferré, Fendi, Alberta Ferretti und Chloé werden im kommenden Sommer sanfte Töne angeschlagen: Je wärmer die Temperaturen, desto luftiger die Kleidchen. Ein Hauch von Nichts – dezente Pudertöne, federleichte Chiffonstoffe und zarte Pastellfarben sorgen für ultimative Leichtigkeit!

Fotos: iStockphoto.com, Fotolia.com, Getty Images, 20th Century Fox
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