Trinkgeld: Wie viel muss ich wirklich zahlen?

Für guten Service zahlen wir gern ein Trinkgeld. Aber wie viel ist angemessen? Was bekommen Friseure, Kofferträger, Heizungsmonteure? Und was machen wir, wenn wir nicht zufrieden waren? Eine Orientierungshilfe.

Wie viel Trinkgeld gibt man?

Machen:
Mit etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrags liegen ihr in Europa selten falsch. Gepäckträger bekommen etwa einen Euro pro Koffer, Zimmermädchen ein bis zwei Euro pro Übernachtung.

Lassen:
Wenn Sie von 19,90 Euro auf 20 Euro aufrunden, fasst der Kellner das wahrscheinlich nicht als Großzügigkeit, sondern als Beleidigung auf. Seid ihr mit dem Service nicht zufrieden, gebt lieber gar kein Trinkgeld als zu wenig und sprecht an, was stört.

Wie gibt man das Trinkgeld?

Machen:
Das Trinkgeld ist eine Anerkennung für freundlichen Service – ideal ist es also, wenn ihr es der Person, die euch bedient hat, persönlich gebt und euch dabei bedankt. In manchen Ländern, zum Beispiel in Italien und Frankreich, lassen Cafégäste auch einfach Münzen auf dem Tisch liegen. Wenn ihr unsicher seid, schaut euch sich um, was die Einheimischen tun.

Lassen:
Jemandem wortlos ein paar Münzen in die Hand zu stecken wirkt schnell überheblich.

Wem gibt man Trinkgeld?

Machen:
Über Trinkgeld freut sich, wer dem Kunden einen ganz persönlichen Dienst erweist. Das sind vor allem Mitarbeiter in Hotels und Restaurants, Friseure, Taxifahrer, Mitarbeiter von Bringdiensten etc. Die meisten Berufe, in denen Trinkgeld üblich ist, haben gemeinsam, dass sie relativ gering bezahlt werden und gute Mitarbeiter fast nur über das Trinkgeld die Chance haben, das Gehalt aufzubessern. Handwerker wie Klempner und Heizungsmonteure erwarten kein Trinkgeld, freuen sich aber, wenn ihr ihnen während der Arbeit Kaffee oder Getränke (bitte kein Bier!) anbietet.

Lassen:
Auch wenn der Polizist noch so nett und hilfsbereit ist - einem Beamten ein Trinkgeld anzubieten ist keine gute Idee, denn schon geringe Geldbeträge erregen den Verdacht der Bestechung. Stewardessen im Flugzeug nehmen in der Regel ebenfalls kein Trinkgeld an – sie sehen sich eher als Gastgeber denn als Gastronomen.

Was muss ich auf Reisen beachten?

Machen:
Trinkgeld gehört in den meisten Ländern zum guten Ton. In den USA wird großzügig Trinkgeld gegeben – 15 bis 20 Prozent sind üblich und werden vom Servicepersonal auch erwartet. Selbst in Asien, wo früher Trinkgeld verpönt war, sind Mitarbeiter in Hotels und Restaurants in touristischen Gegenden heute eher verärgert, wenn der Gast ihnen nichts gibt.

Lassen:
Auch wenn ihr in einem ärmeren Land unterwegs seid, solltet ihr nicht geizen. 5 Euro Trinkgeld für den Kellner, der umgerechnet nur 100 Euro im Monat verdient? Das scheint manchen Reisenden unverhältnismäßig. Dabei zahlen viele Wirte deshalb wenig Gehalt, weil sie das Trinkgeld ausländischer Touristen schon mit einkalkulieren. Haltt euch also am besten auch dort an die Faustformel 15 bis 20 Prozent.

Urlaubs-Trinkgeld: Kleingeld auf Untertasse im Cafe


Text: Swantje Wallbraun

Wer hier schreibt:

Swantje Wallbraun
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