Dortmund-Tatort: Ein bisschen weniger Privates, bitte!

Im Dortmund-Tatort wurde wieder allerhand Privates verhandelt. Wo sind die Tatorte mit den spannenden Fällen geblieben, in denen wir uns nicht auch noch mit den Privatproblemen der Ermittler herumschlagen müssen?

Ich liebe das Ruhrgebiet. Ich finde, Jörg Hartmann ist ein großartiger Schauspieler. Und ich bin der festen Überzeugung, dass Dortmund einen Tatort verdient hat. Eigentlich gute Gründe, den Dortmund-Tatort zu lieben. Aber bei der vierten Folge mit dem Titel "Auf ewig Dein" ist mir nun deutlich aufgefallen, was mich stört: Es wird zu viel Privates verhandelt - und nur zwischendurch ermittelt. Natürlich gehört dieses horizontale Erzählen, also die Weiterentwicklung der Geschichten um die Ermittler neben dem aktuellen Fall, zum Konzept. Aber auch ARD-Tatort-Koordinator Gebhard Henke ist sich nicht ganz sicher, ob dieses Serienkonzept aufgeht wie gewünscht, weil "der Abstand zwischen den einzelnen Folgen zu groß ist und der Zuschauer den Faden verlieren könnte".

Hat trotz privater Sorgen ihren Ermittlerinstinkt nicht verloren: Martina Bönisch (Anna Schudt).

Nachdem wir in den ersten drei Folgen die Ermittler mal langsamer, mal schneller kennengelernt haben, geht es dieses Mal sorgenvoll für alle vier Kommissare weiter. Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske) haben seit Sekunde 1 (wir erinnern uns an die Bettszene zu Anfang der ersten Episode) ein Techtelmechtel, das inzwischen nicht mehr so zwanglos wie eine lockere Affäre ist und in der aktuellen Folge schließlich an einem Scheideweg steht. Ihre Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) hat derweil auch ihr Sorgenpäckchen zu tragen: Hatte sie sich beim letzten Mal von ihrem Callboy "getrennt", holt sie nun dieses amouröse Abenteuer ein - und zwar ganz unvermittelt an einem Ort, der ihr so gar nicht passt.

Zentral ist dieses Mal die Geschichte um den Chefermittler der Gruppe: Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) bekommt in Person des Tatverdächtigen Besuch aus seiner Vergangenheit. Am Ende der letzten Folge deutete alles darauf hin, dass seine Frau und Tochter nicht bei einem Autounfall gestorben sind, sondern ermordet wurden. Hat der alte Bekannte etwas mit dem Mord an seiner Familie zu tun? Und welche Rolle spielt er in dem aktuellen Mordfall, in dem sich das Team auf die Suche nach einem Serienmörder macht, nachdem im Wald eine Mädchenleiche gefunden wurde und weitere Mädchen verschwunden sind?

Zwischen dem spannenden Fall um den Serienmörder und der Suche nach den verschwundenen Mädchen dreht sich das private Karussell der Ermittler. Bei vier Kommissaren kommt da so einiges zusammen. Und zwischendurch bekommt dann Faber auch noch seine berüchtigten Aggressionsanfälle.

Redakteurin Insa Winter mag den Tatort aus Kiel am liebsten. Borowski hält sich mit Privatem weitesgehend zurück und ermittelt einfach.

Mein Fazit zum Dortmund-Tatort nach Folge vier: Natürlich ist es gut und wichtig, auch die private Seite der Kommissare kennenzulernen. Das macht die Charaktere erst richtig rund. Aber wenn das Privatleben immer wieder das Handlungsruder übernimmt und allzu sehr von den Fällen ablenkt, die eine Folge problemlos tragen könnten, muss man dranbleiben - und dranbleiben wollen. Ansonsten verliert man den Anschluss an die Handlung, die sich in ein paar Monaten weiterspinnen wird. Der Dortmund-Tatort ist also vor allem etwas für Wiederholungstäter.

"Tatort: Auf ewig Dein", Sonntag, 2. Februar 2014, 20.15 Uhr, ARD

Am besten gefällt unseren Leserinnen und Lesern übrigens der Tatort aus Münster. Auf Platz 2 und 3 landen mit Abstand die Kollegen aus Berlin und Kiel. Wer ist liebster Tatort-Kommissar? Stimmen Sie ab!

Text: Insa Winter

Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen, Welt!

Wir servieren euch täglich Trends, Top-Stories und kuriose Netzfundstücke zum Frühstück!

Brigitte-Newsletter

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!