Unsere Teenie-Idole: Stark, süß, sexy

Heute schwärmen die Teenies für Zac Efron und Robert Pattinson. In unseren Zimmern hingen früher Poster von Pierre Brice, Tom Cruise, Leonardo DiCaprio - und Pernell Roberts, der in "Bonanza" die Rolle des Adam Cartwright spielte. Er starb jetzt im Alter von 81 Jahren. Erinnern Sie sich mit uns an ihn und andere Teenie-Idole er 60er, 70er, 80er und 90er!

Für den hübschen Little Joe schwärmten die kleinen Mädchen, aber Adam Cartwright, das war eine andere Liga. Er trug immer schwarz, er war immer cool, dabei ein bisschen schüchtern, aber er hatte defintiv den Überblick auf der Ponderosa-Ranch. Pernell Roberts war der coole Checker, er hielt die Herde zusammen. Als ältester Cartwright-Sohn spielte er den einzigen echten Kerl im Männer-Club Bonanza. Und cool wie er war, stieg er auch nach sechs Jahren aus der 1959 gestarteten Serie aus, kein Blick zurück und keine Gastrolle, obwohl die Serie dann noch acht Jahre lief. Später hatte er ein Comeback als "Trapper John, M.D.", eine redliche Rolle, aber weiterleben wird Powell, der jetzt mit 81 Jahren starb, als Cowboy mit weißem Pferd.

Er hatte gerade einmal zwei große Filmrollen - und doch war Patrick Swayze ein Star, ein Sexsymbol. Auch, wenn sich der ausgebildete Balletttänzer nie als solches sah: "Gutaussehende Menschen sind mir ein Gräuel, dabei schließe ich mich selbst sein", sagte Swayze einst. Mit "Dirty Dancing" und "Ghost - Nachricht von Sam" hat Patrick Swayze in zwei Filmklassikern mitgespielt, die ihn unsterblich machten. Sowohl seine Rolle als Johnny, dem Tanzlehrer, als auch seine Darstellung des ermordeten Investmentbankers Sam sind weltbekannt und viel zitiert. Mit 57 erlag Swayze seinem Krebsleiden - Johnny, der Tanzlehrer, und Sam werden weiterleben.

Das Hemd bis zur muskulösen Brust aufgeknöpft, Schlafzimmerblick und lässiges Auftreten - als "Mann für gewisse Stunden" begründete Richard Gere Anfang der 80er Jahre sein Image als Womanizer. 1983 hatte die Damenwelt allen Grund neidisch auf Valérie Kaprisky zu sein: Sie durfte in "Atemlos" mit dem späteren "sexiest Man alive" im Pool plantschen. In den 90er Jahren war Richard Gere in Filmen wie "International Affairs", "Pretty Woman", "Sommersby" und "Primal Fear" zu sehen. Heute lebt der Ex-Mann von Cindy Crawford mit seiner Familie in New York, ist überzeugter Buddhist und zählt den Dalai Lama zu seinen besten Freunden. Im Herbst läuft sein neuer Film "Hachiko" in den Kinos an. Darin erobert er das Herz eines Hundes - na dann, Happy Birthday, Richard!

Schon klar: Pierre Brice konnte als Winnetou prima reiten, schießen und bei Bedarf sogar von Felsen springen. Doch seien wir ehrlich: Zum dreifachen Bravo-Starschnitt verhalfen dem Franzosen weder Mut noch Muskeln, sondern - das niedliche Grübchen am Kinn! Überhaupt: Wer sich damals wie er traute, öffentlich von Einsamkeit ("Ich steh' allein", 1965), Bruderliebe ("Winnetou, du warst mein Freund", 1971) und Männerträumen zu singen ("Wenn Männer träumen", 1971, zusammen mit Heino!), muss schon weit vor allen Genderwissenschaftlern erkannt haben: Das Lebensmodell "Macho" ist reif für die ewigen Jagdgründe...

Ein Mann, ein Cowboyhut und - ach! - Augen, so azurblau wie der Himmel über Italien, wo die Filme, in denen Terence Hill spielte, denn auch meist gedreht wurden. Auch dieser Mann, Italowestern-Held der 1970er und siebenfacher "Bravo"-Otto-Gewinner, war nur oberflächlich betrachtet ein harter Knochen. Vom stets staubigen Gesicht und den obligatorischen Prügelchoreografien mit Filmpartner Bud Spencer mal abgesehen: Terence Hill (bürgerlicher Name: Mario Girotti) glänzte in den meisten seiner Filme mit so herzzerreißend idiotischer Gutmütigkeit, dass er bei seinen weiblichen Fans eher mütterliche als erotische Gefühle auslöste: Kann dem armen Jungen nicht endlich mal jemand den Dreck von der Hose klopfen?

Nein, nein, das ist nicht Zac Efron mit Perücke, sondern: David Cassidy, Herzensbrecher der 70er und singender Serienstar aus "Die Partridge Familie" (ab 1972 in der ARD). Wer Cassidys Biografie studiert, kann aber die nächsten Stationen in Efrons Karriere möglicherweise bereits vorausahnen: Cassidy versuchte als Erwachsener nach Kräften, sein Softie-Image zu loszuwerden: Rockermähne, Nacktfoto auf dem Rolling Stones Cover, Prahlereien über Drogen- und Sexorgien, reale Alkoholexzesse... Allein: Wer sich heute noch an ihn erinnert, tut das nicht wegen zertrampelter E-Gitarren, sondern wegen Schmachtfetzen wie "I Am A Clown". Und natürlich: Wegen dieses entzückenden schiefen Zahns vorne rechts.

Bei Pierre Cosso, hier mit Pickel-, pardon: Nasenpflaster, in "La Boum II", schieden sich die Geister: Die einen fanden den dunkelhaarigen Franzosen rattenscharf, die anderen super-schmierig. Einigen wir uns im milden Rückblick: Auch er gehörte eher zur Beau- denn zur Ballerfraktion.

Ganz im Gegensatz zu den folgenden Herren - den seltenen Ausnahmen der Softie-Regel (interessanterweise alle angesiedelt in den friedensbewegten 80er Jahren): Manchmal durften die Herzensbrecher unter den Teenie-Schwärmen nämlich auch auf den Putz hauen! Matt Dillon etwa, der sein unpraktisches Netzhemd aus dem Teenie-Streifen "Kleine Biester" (siehe Bild) recht schnell an den Nagel hängte, um sich als jugendlicher Rebell in "Die Outsider" (1983) zu kloppen...

...Michael J. Fox, der als unerschrockener Zeitreisender in der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie nicht nur durch seine überdimensionalen Turnschuhe beeindruckte...

... Tom "Stauffenberg" Cruise als Kampfjetpilot in "Top Gun" (1983), schon damals mit einem Hang zur schnittigen Uniform...

Erst in den 90ern kamen die sanften Sensibelchen zurück: Johnny Depp betörte als "Edward mit den Scherenhänden" (1991) mit Melancholie statt mit Muskeln...

Leonardo DiCaprio mimte in "Titanic" den klassischen Frauenversteher mit Skizzenblock und Helfersyndrom...

...während Jason Priestley und Luke Perry als Brandon und Dylan in der Serie "Beverly Hills 90210" perfekt die gesamte Bandbreite weiblicher Sehnsüchte bedienten: Wer's solide mochte, stand auf den verständigen Brandon. Wer Abenteuer suchte, träumte vom kapriziösen Dylan. Beiden gemeinsam: die nie schwächelnde Haartolle, die in ihrer Standfestigkeit durchaus an heutige Heldenfrisuren erinnert. Übrigens nicht die einzige Parallele...

Heute teilen sich der 21-jährige Zac Efron, derzeit in der Familienkomödie "17 again" zu bewundern, und ...

... Robert Pattinson (der Vampir Edward aus "Twilight") ihre Jagdgründe nämlich auf ähnliche Weise untereinander auf: Efron bedient die Fans frisch geduschter Bodenständigkeit, Pattinson geistert durch Träume von Mädchen mit Hang zum geheimnisumwitterten Außenseiter. Wer von den beiden möglicherweise doch die eine oder andere Mutti vom Kinohocker reißt, lässt sich demnächst im Direktvergleich testen: In "Ohio", einem Film über die Morde an Anti-Vietnamkrieg-Protestlern in den 70ern, werden - Hollywood-Gerüchten zufolge - beide Jungs zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Justin Timberlake ist übrigens auch mit von der Partie. Die weiblichen Counterparts stehen dagegen noch nicht fest. Doch, hej, wer will das schon wissen...?

Text: Kristina Maroldt Fotos: Cinetext

Wer hier schreibt:

Kristina Maroldt
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

Melde dich jetzt kostenlos an!