Marley & Ich

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Und wenn der Begleiter 14 Jahre lang treu an deiner Seite getrottet ist und dann an Alterschwäche stirbt, ist das sehr traurig. Ja. Aber über diesen Thema einen ganzen Film drehen? Muss nicht sein!

Oh je. Jenny (Jennifer Aniston) und John (Owen Wilson) haben wirklich Pech. Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag schneit es. Ganz schön verrückt. Ob das wohl ein schlechtes Vorzeichen auf die Ehe ist? Oder bringt dieses wunderliche Wetter im Frühjahr etwa Glück? Verliebt blicken sich die beiden in die Augen, während ihre Füße zum Auftauen in der Badewanne baumeln und vor dem Fenster der Schneesturm tobt. Dabei beschließen die Grogans, das kalte Michigan zu verlassen und im sonnigen Florida ihr neues Leben zu beginnen.

Erster Ärger im Sonnenscheinland

Jenny, anerkannte Reporterin, hat einen guten Job, während John, ebenfalls Journalist, sich mit einem unerquicklichen Job bei einem kleinen Blatt begnügen muss. Der stolze Ehemann blickt neidisch auf den Erfolg seiner Frau – der erste Ärger im Sonnenscheinland ist vorprogrammiert. Und dann beginnt auch noch die biologische Uhr von Jenny zu ticken. Um diese anzuhalten, befolgt John den Rat seines Kollegen Sebastian (Eric Dane) und kauft erstmal ein süßes Hündchen, um Zeit zu schinden.

Hund statt Kind

Also schleppt John seine Ehefrau zu einem Labrador-Züchter und die Wahl fällt ausgerechnet auf das Sonderangebot der Hundezüchterin. Also zählt der zugegeben sehr niedliche Marley (benannt nach Bob Marley, weil der Song gerade im Autoradio lief, als John den Hund abholt) von nun an zur kleinen Familie und mischt diese ganz schön auf.

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John wird Kolumnist

In Johns Berufsleben geht es durch einen ausgefallen Kollegen bergauf. Plötzlich wird er zum Kolumnisten. Doch worüber soll er bloß schreiben? Ah ja. Da turnt doch so ein kleines Hundbaby zu Hause rum. Perfekt. Schließlich macht Marley während seines Heranwachsens viel Unfug. Und je älter er wird, desto mehr Schaden richtet Marley an. Das macht aber nichts. Die nächste Kolumne ist gesichert. Einige Kolumnen später folgt dann das erste Baby, das zweite, das dritte. Zwischendurch ein Nervenzusammenbruch von Jenny, Midlifecrises bei Owen. Frustration. Geheule. Oh je! Ob der Schnee am Hochzeitstag doch ein schlechtes Vorzeichen war? Nein. Die Grogans rappeln sich auf, schwören sich ewige Liebe und ziehen erneut um. Hund, Haus, Kinder, Garten - alles Paletti im Familien-Wunderland.

Seicht plätschernd

Die Verfilmung des Bestsellers "Marley & Me" von Autor John Grogan ist eine zu gewollte Story mit seicht dahin plätschernder Geschichte über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zwar sind die Geschichten von Marley teilweise komisch und auch rührselig, aber das John ständig zu seinem Hund "Du bist wirklich der frechste Hund der Welt" sagt, geht auf die Nerven. Denn dass der Hund frech ist, deutet einfach auf die Inkompetenz und das erzieherische Versagen des jungen Ehepaares hin. Er darf im Bett schlafen, die Möbel anknabbern und pinkelt auch gerne mal ans Tischbein. Völlig unausgelastet, da er nie ohne Leine laufen darf, weil er nicht erzogen ist. Dass der Hund dann frech ist - verständlich.

Letztendlich kann jeder der mal ein geliebtes Haustier verloren hat, die Geschichte nachvollziehen. Zum Glück für den Film, ansonsten bleibt einem nur ein müdes Stirnrunzeln.

Text Laura Behncke
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