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Musik-Tipps Mai


Im Mai schwimmt Bym.de neben dem Mainstream und fischt für euch vorwiegend unbekanntere Schätze aus dem Musikstrom. Mit dabei: Death Cab For Cutie, The Feeling und Kenna

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The Feeling"Join With Us"

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Den Titel des zweiten Albums von The Feeling nehmen wir einfach mal beim Wort und lassen uns voll und ganz auf die Briten ein, die eine Bilderbuchkarriere hingelegt haben und nun offensichtlich daran anknüpfen. Als Teenager zusammengefunden und als Coverband aufgetreten, schafften sie mit ihrem Debüt "Twelve Stops And Home" gleich den Durchbruch, verkauften über eine Million Alben und brachen einen Rekord: Mit insgesamt 97.436 Einsätzen waren sie 2006 die meistgespielte Band im britischen Radio (was 267 Plays pro Tag entspricht). Doch The Feeling ist auf dem Boden geblieben und hat mit "Join With Us" ein weiteres bodenständiges Gitarren-Pop-Album geschaffen, das ab sofort überall im Handel zu erstehen ist.

>> Album-Player <<
>> Video zu "Join With Us" <<
Musik-Tipps Mai
© Universal Music

Kenna"Make Sure They See My Face"

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Keine leichte Kost, die uns Kenna hier serviert. Verstörende Beats und Elektrosounds vermischt mit Kennas eigensinnigem Gesang machen "Make Sure They See My Face" zunächst zu etwas, an das man sich gewöhnen muss. Der Synth-Hop-Sound ist so energiegeladen, dass Herzschrittmacher-Patienten vor dieser Platte gewarnt werden müssen, auch wenn es neben den futuristischen Sounds Songs zum Durchatmen gibt. Zum Ende des Albums verschwindet Kenna sogar nahezu in der IndieRockPop Ecke. Am seinem Genie ist nicht zu zweifeln. Seine Freunde und Verehrer heißen Pharell Williams und Chad Hugo von den Neptunes. Justin Timberlake und Nelly Furtado finden ebenfalls nur Worte der Bewunderung. Und wir? Wir sind unschlüssig und hören gleich noch einmal rein:

http://www.kennakenna.com
>> Kenna auf Myspace <<

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Death Cab For Cutie"Narrow Stairs"

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Guter alter und ernstzunehmender Indierock aus Seattle. Beruhigend zu wissen, dass es so etwas noch gibt - und zwar nicht nur unter der Ladentheke. Auch der sonst so vom Mainstream überrollte Markt lobt die vier Jungs aus Amerika und ihren bodenständigen und bezaubernden Sound, so dass sogar für das letzte Album "Plans" eine Grammy-Nominierung drin war. "Narrow Stairs" wird ihn dieses Jahr vielleicht bekommen. Zu wünschen wäre es der Band um Gitarrist Chris Walla. Auch wenn das aktuelle Album rauer klingt als sein Vorgänger und auf den ersten Hinhörer weniger eingängig. Vielleicht führt es Indie-Newcomer tiefer in das Genre. DCFC-Fans der ersten Stunde werden auf jeden Fall Freude an den zu ihren Wurzeln zurückgekehrten Sounds haben.

>> Prelistening "Narrow Stairs" <<

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The Alpine"There's Only So Much You Can Do"

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"Das Ziel war ein schmutziges, zeitloses Popalbum mit dem Herz am rechten Fleck. Wir wollten zeigen, dass Popmusik eingängig sein kann ohne dabei kitschig zu wirken. Während den Aufnahmen hatten wir teilweise Krisen und Zweifel - aber, wie man es bei uns sagt: "There's only so much you can do"", ließen die fünf Dänen zu ihrem aktuellen Album verlauten. Und sie haben mit "There's Only So Much You Can Do" offensichtlich ihr Ziel erreicht. 14 starke (zum Teil Synthie-)Popsongs, die nicht nach Tiefe und Sinnerfüllung schreien, sondern einfach nur schön sind und Spaß machen, ohne aus der Konserve zu klingen. Das perfekte Pop-Album für den aufkeimenden Sommer.

>> Video "Youniverse" <<
>> The Alpine bei Myspace <<

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Snow Patrol"Final Straw"

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Hallohallo gute Indie-Platte! Schön, dass du zu uns gefunden hast. Immerhin hast du vier Jahre gebraucht, bist du wirklich angekommen bist. Du hast zwar emotional recht schweres Gepäck dabei, aber dafür können wir uns beim Hören der 12 Tracks ganz deiner und unserer Melancholie hingeben. Verantwortlich für dieses runde und melodische Album ist die aus Glasgow und Belfast stammende Formation "Snow Patrol", die mit "Final Straw" regelrechte Hymnen des IndiePopRock geschaffen hat und sogar langsam die Airplay-Charts hochklettert. Bereits vor vier Jahren ist "Final Straw" erschienen, wird jetzt aber noch einmal veröffentlicht, um den verdienten Erfolg doch noch einzuheimsen. Richtig so!

>> Video über "Final Straw" <<
>> Deutsche Website <<

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My Baby Wants To Eat Your Pussy"Ignorance & Vision"

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Ein bisschen wahnsinnig, ein bisschen laut, ein bisschen kratzig, ein bisschen unbeschreiblich sind "My Baby Wants To Eat Your Pussy". Trotzdem sind sie alles andere als ein bisschen. Mit Ignorance & Vision haben sie ein musikalisches Gesamtkunstwerk auf den Markt geschmissen, das extrem facettenreich ist und dabei unglaublich Spaß macht. Pop und (Glam)Rock stehen im Vordergrund, dienen aber nur als Transportmittel für das Unbeschreibliche: Eine Musik und Perfomance irgendwo zwischen David Bowie, Queen und Supertramp oder System Of A Down und die Red Hot Chili Peppers. Überzeugt euch selbst von den grotesk individuellen "MBWTEYP"-Figuren und ihrer Musik:

>> Video zu "Biology Is A Fairytale"<<
>> pussymediaworld.com <<
>> www.mybabywantstoeatyourpussy.com <<

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Keyshia Cole"Just Like You"

Musik-Tipps Mai
© (C) 2007 Jonathan Mannion

Warum muss frau nackt auf dem eigenen Cover posieren und mit gepushten Brüsten vor fetten Autos in High Heels und Leder cool herumstehen? Oder sich in seiner eigenen Reality-Show dabei filmen lassen, wie man nach Jahren des Kontaktabbruchs seine inhaftierte Mutter zum ersten Mal in die Arme schließt? Gerade wenn man mit Größen wie Missy Elliot, Lil'Kim, Diddy und Sean Paul zusammenarbeitet, glaubt der gemeine Musikliebhaber doch, dass eine Keyshia Cole das gar nicht nötig hat. Schließlich hat sie eine wirklich unglaubliche Stimme und so viele potentielle R'n'B-Hits auf ihrem Album vereint, dass ihr der absolute Erfolg sowieso gewiss ist. Vielleicht müssen wir die Antworten auf diese Fragen auch gar nicht wissen, sondern einfach nur den 16 Tracks auf "Just Like You" aufmerksam lauschen.

>> Album-Player <<

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Langhorne Slim"Langhorne Slim"

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La-la-la-la-leicht kommt Langhorne Slim mit seiner Gitarre daher und erfrischt mit seinem rhythmisch-zügigen Folksounds in klassischer Singer-Songwriter-Manier. Musikalisch sind seine Stücke, die sich auch immer wieder in die Indierock-Ecke verirren, sehr breit gefächert, aber nicht überladen. Die vielen Instrumente, unter anderem Kontrabass, Tuba, Trompete und Geige, stehen nicht im Vordergrund, sondern machen Langhornes Sound dicht und sehr melodisch und harmonieren mit seiner leichten Reibeisenstimme. Mal schauen, ob Langhorne Slim mit seinem gleichnamigen Album hier der Durchbruch gelingt. In London und New York hat er bereits eine große Fangemeinde um sich versammelt. Wir drücken die Daumen.

>> Langhorne Slim bei Myspace <<

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Sergio Mendes"Encanto"

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Altmeister Sergio Mendes ist zurück und hat seine größten Hits mit im Gepäck - komplett neu arrangiert und aufgerollt, fast bis zur Unendlichkeit modernisiert und mit einem Cocktailschirmchen versehen. 14 Tracks haben es auf "Encanto" geschafft. Klassiker wie "Waters Of March", "Agua De Beber" und "The Look Of Love" von Burt Bacharach kommen nun noch rhythmischer daher und werden von Künstlern wie u.a. Jovanotti, Natalie Cole, Till Brönner, Fergie und will.i.am gefeatured. Letzter hat für Encanto mit Sergio Mendes wieder eng zusammengearbeitet und ist seinem Idol nach Brasilien gefolgt, um die Atmosphäre dort einzuatmen. Der perfekte Soundtrack für einen warmen Sommerabend mit den Füßen im Sand, und einem Caipirinha in der Hand.

>> Sergio Mendes bei Myspace <<

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Denis Fischer"Devil In Disguise"

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Dieses Album von Sänger, Entertainer und Bühnenschauspieler Denis Fischer muss einfach besprochen werden. Aus verschiedenen Gründen: Weil seine Coverversionen bekannter Stücke wie Molokos "Time Is Now", Iggy Pops "Lust For Life" oder Depece Modes "Enjoy The Silence" einen umhauen, auch die eigenen Stücke nicht zu verachten sind, seine Stimme wirklich Gänsehautpotenzial besitzt und der gebürtige Delmenhorster einfach unglaublich sympathisch ist. Im folgenden Track by Track Video erzählt er über sein Pop-Chanson-Album "Devil In Disguise":

>> Track by Track <<

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Melody Gardot"Worrisome Heart"

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Sehr leise und sehr sanfte Töne schlägt die erst 22-jährige Melody Gardot auf ihrem aktuellen Album "Worrisome Heart" an. Ihre selbstgeschriebenen Stücke klingen wie die alter Klassiker des Jazz und Blues und vor allem so, als ob sie Musik schon mit der Muttermilch aufgesogen hat. Dabei beschäftigt sie sich erst seit drei Jahren intensiv mit dem Musikmachen, trat zuvor nur an Wochenenden ohne weitere Ambitionen auf. Als eine Art Therapie für die Folgen eines schlimmen Verkehrsunfalls, ermutigte sie ihr Arzt, sich wieder mit Musik auseinanderzusetzen. Und das tat Melody. Ihre Stimme verursacht Gänsehaut und ihre Lieder gehen ins Herz. Wer Norah Jones, Diana Krall oder Madeleine Peyroux mag, wird an Melody Gardot dieses Jahr sicherlich nicht vorbeikommen.

>> www.melodygardot.de <<
Text Alice Paul

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