"Sterben für Anfänger"

Mit einem falschen Leichnam im Sarg fängt alles an. Dabei wollen die Angehörigen des verstorbenen Familienpatriarchen diesen Tag doch in Würde begehen. Als dann aber noch der Schwiegersohn im Drogenrausch die Stimme des Toten vernimmt und ein Unbekannter auftaucht, um Schweigegeld zu erpressen, ist Daniel mit den Nerven am Ende. Die Beerdigung seines Vaters hat er sich irgendwie anders vorgestellt...

Im Landhaus seiner Eltern hat Daniel (Matthew Macfadyen) alles vorbereitet, um seinem verstorbenen Vater die letzte Ehre zu erweisen. Doch es soll anders kommen: Zuerst bringt das Beerdigungsinstitut den falschen Toten. Als der Schock verdaut und die richtige Leiche angekommen ist, setzt sich das Chaos fort. Denn die trauernde Gesellschaft besteht scheinbar aus einer Horde Irrer.

Da wäre zum einen Simon (Alan Tudyk), der Verlobte von Daniels Cousine Martha (Daisy Donovan) - er hat versehentlich Drogen genommen. Nun glaubt er, aus dem Sarg deutlich Stimmen zu hören - und das alles nur, weil Marthas Bruder Troy (Kris Marshall) in seiner Freizeit nichts besseres zu tun hat, als sich sein Chemiestudium mit dem Zusammenmixen berauschender Substanzen zu verdienen. Dann ist da noch Daniels Bruder Robert (Rupert Graves), ein großkotziger Bestseller-Autor aus New York, der ihm am Tag der Trauerfeier eröffnet, entgegen aller Vereinbarungen doch nicht die Hälfte der Beerdigungskosten zu übernehmen. So muss Daniel an die eigenen Ersparnisse ran, die eigentlich für das gemeinsame Haus mit Frau Jane (Keeley Hawes) gedacht waren.

Schließlich taucht auch noch ein mysteriöser Gast (Peter Dinklage) auf, der sich als heimlicher Geliebter des Familienoberhauptes entpuppt und nun Schweigegeld fordert.

Keine leichte Aufgabe, unter diesen Umständen die Ehre des toten Vaters zu retten - doch Daniel würde dafür über Leichen gehen...

Da hört der Spaß auf

Eine Beerdigungskomödie, kann das funktionieren? Begräbnisse eignen sich nicht gerade zum Lachen, und Tabubrüche und Geschmacklosigkeiten lassen sich in diesem Zusammenhang kaum vermeiden - oder?

Regisseur Frank Oz ("In&Out", "Bowfinger") zeigt mit "Sterben für Anfänger": doch, Beerdigungskomödien können sehr unterhaltsam sein. Wenn man genug rabenschwarzen Humor unterbringt und mit einer erstklassigen britischen Besetzung arbeitet. Zum Unterhaltungswert tragen nicht nur die persönlichen Probleme der einzelnen Trauergäste bei, sondern auch die Tatsache, dass jeder Lösungsansatz zu neuem Unglück führt. Es ist köstlich, die Figuren dabei zu beobachten, wie sie immer wieder versuchen, den nötigen Ernst für die Situation zu bewahren. Trotz des relativ simplen Plots und der wenig bekannten Schauspieler zünden die Gags.

Achtung, am Tag nach dem Kinobesuch Muskelkatergefahr in der Bauchgegend!

Bilder Concorde Filmverleih
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