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Minimalismus Tipps Wie geht nachhaltiger Minimalismus im Alltag?

Minimalismus Tipps: Eine minimalistische Küche
© SeventyFour / Shutterstock
Minimalismus ist mehr als nur ein Trend: Besonders in den letzten Jahren hat der Lebensstil immer mehr Anhänger:innen gefunden. Wir haben die besten Minimalismus Tipps für Einsteiger:innen und Fortgeschrittene.

Minimalismus: Durch bewusstes Beschränken auf das, was wir im Leben wirklich brauchen, verspricht dieser Lebensstil mehr Klarheit und weniger Ballast. Aber wo anfangen? Und: Wie weitermachen, wenn die ersten Schritte bereits getan sind? Hier findest du die besten Minimalismus Tipps für Einsteiger:innen und Fortgeschrittene. Denn egal, ob du alten Kleidungsstücken ein neues Leben schenkst oder dich von eingeschlafenen Bekanntschaften trennst: Durch bewusstes Überdenken deines Alltags schaffst du dir mehr Freiräume.

Minimalismus Tipps für Einsteiger:innen

Minimalismus bezieht sich nicht nur auf einen Bereich unseres Lebens, sondern kann nahezu überall helfen, unnötigen Ballast loszuwerden. Für den Anfang kannst du dir einen Bereich deines Lebens aussuchen, in den du mehr Ordnung bringen möchtest. Das kann der Kleiderschrank, die Abstellkammer oder das E-Mail-Postfach sein.

Mehr Minimalismus im Alltag

Damit wir uns auf die wichtigen Dinge im Leben fokussieren können, brauchen wir Ordnung und Luft: In der Küche, im Badezimmer-Schrank – aber auch im Kopf. Hier sind unsere Minimalismus Tipps für den Alltag: 

  • Handy ausmisten: Welche Apps benutzt du eigentlich täglich – und welche hast du in den letzten Wochen und Monaten gar nicht mehr gebraucht? Ordnung ins Handy zu bringen bedeutet auch: Mehr Speicherplatz, ein schnelleres Gerät und weniger unwichtige Push-Mitteilungen, die du sowieso direkt löschst.
  • Abos abbestellen: An Newslettern, Werbe-Katalogen und Supermarkt-Prospekten kommen wir nicht vorbei – oder? Doch, und zwar ganz einfach: E-Mails lassen sich oft mit einem Klick abbestellen und ein "Bitte keine Werbung“-Aufkleber am Briefkasten kann wahre Wunder wirken. 
  • To-do-Listen: Oft wissen wir gar nicht, wo uns der Kopf steht. Alles scheint über uns einzubrechen und wir wissen nicht, wo wir eigentlich anfangen sollen, Ordnung ins Chaos zu bringen. Eine klassische To-do-Liste hilft, sich einen Überblick zu verschaffen, den Tag zu planen und Dinge zu priorisieren – und das schafft Klarheit im Kopf.
  • Morgenroutine: Wenn du deinen Tag mit der immer gleichen Struktur beginnst, geht nichts mehr drunter und drüber. Mit einer minimalistischen Routine kannst du mehr Zeit gewinnen und dich auf wichtige Dinge konzentrieren.
  • Sharing is caring: Egal, ob du übrig gebliebenes Essen mit den Nachbar:innen teilst, Carsharing nutzt, um auf ein eigenes Auto zu verzichten, oder deine Bücher aus der Stadtbibliothek ausleihst: Wo Dinge geteilt werden, wird Besitz minimiert und Verantwortung für Sachen reduziert.
  • Impulskäufe vermeiden: Wenn im nächsten Onlineshopping-Wahn wieder ein Impulskauf droht, kannst du dich fragen, ob du das dritte Paar Boots oder dieses Küchengadget auch wirklich brauchst. Damit fokussierst du dich für einen kleinen Moment auf das, was wirklich nötig ist – und was vielleicht nur in diesem Moment den Anschein erweckt, unersetzlich für dein Leben zu sein. Kleiner Spoiler: Ist es meistens nicht.
  • Dinge reparieren: Minimalismus bedeutet nicht nur, seinen Besitz zu beschränken, sondern auch, Kaputtes nicht direkt zu entsorgen, sondern zu reparieren. Das musst du nicht einmal selbst machen: Oft gibt es "Repair Cafés“ oder handwerklich geschickte Nachbar:innen oder Freund:innen, die gut nähen können. 
  • Ausmisten: Entrümpeln kann der erste Schritt zum Minimalismus sein – aber nicht zwangsläufig auch der einfachste. Im Schlafzimmer, in der Küche und im Bad stehen Schränke voller Kleidung, Gewürzen, angebrochenen Mehltüten, Duftpröbchen und, und, und … Einige Minimalist:innen schwören auf die "20-20-Regel“: Alles, was du im Alltag nicht benötigst und in 20 Minuten für 20 Euro wiederbeschaffen könntest, darfst du ruhigen Gewissens ausmisten.
  • Besser kaufen: Es ist eine alte Leier, aber wahr – wer billig kauft, kauft (meistens) doppelt. Ein hochwertiges Topf-Set beispielsweise hat zwar seinen Preis, wird dich aber bestimmt über viele Jahre hinweg begleiten.
  • Aufbewahrung: Im Flur, in der Kramschublade oder unter Bett fliegen oft viele kleine Dinge herum, die keinen richtigen Platz haben. Für solchen Ecken eignen sich Schachteln oder hübsche Körbe zur Aufbewahrung. Minimalismus muss nicht immer bedeuten, sich von Dingen zu trennen: Oft geht es darum, Ordnung zu schaffen und dafür zu sorgen, dass alles seinen festen Platz hat.
  • Deko-Objekte: Oft bilden wir uns ein, dass wir diese drei Teelichthalter unbedingt brauchen. Testweise kannst du von einer Fläche, zum Beispiel einer Kommode oder einem Fensterbrett, Deko wegräumen und für vier Wochen im Keller zwischenlagern. Was machen diese freien Flächen mit dir? Und: Vermisst du etwas von dem, das du weggeräumt hast?

Minimalismus im Job

Wo das Privatleben aufhört, beginnt der Beruf. Und auch dort zahlt sich ein freier Kopf in Stresssituationen einmal mehr aus. Deswegen gibt es hier Tipps für mehr Minimalismus im Job:

  • Papierkram minimieren: Nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit muss nicht jedes Dokument zwingend ausgedruckt werden. Papier nimmt viel physischen Platz ein, was wiederum psychisch belastend sein kann. Dein Laptop wächst hingegen nicht, wenn du mehr Dokumente auf ihm speicherst. Und wenn du dir Sorgen machst, dass bei einem Absturz Unterlagen verloren gehen könnten – denk an die Cloud, auf der du ohnehin alles abspeichern solltest.
  • E-Mail-Postfach aufräumen: Auch in unserem beruflichen Postfach sammeln sich ungewollte Newsletter und Infos aus Verteilern, die wir schon längst nicht mehr brauchen – und verstopfen so die Übersicht über wirklich wichtige Nachrichten. Auch hier reichen oft wenige Klicks aus, um die Mail-Flut abzustellen.
  • Überstunden reduzieren: Wir haben es nicht immer in der Hand und oft fällt es schwer, Aufgaben auf den nächsten Tag zu verschieben. Aber: Wo es nicht unbedingt nötig ist, kannst du auf Überstunden verzichten. Und räumst so deinen Alltag frei für mehr Zeit mit der Familie oder Freund:innen.
  • Terminflut eindämmen: Bist du auch von morgens bis abends in Meetings, Stand-ups und Konferenzen? Auch wenn es schwerfällt und du nicht auf jeden Termin Einfluss hast: Durchforste deinen Kalender, überdenke bewusst jedes Meeting – und du wirst merken, dass es den fünften Stand-up diese Woche vielleicht gar nicht unbedingt braucht. Dafür schaufelst du dir Zeit frei. Und hast mehr Freiräume, um konzentrierter zu arbeiten.

Den Kopf aufräumen

Minimalismus hört nicht bei deinem physischen Besitzt auf: Auch unsere Gedanken können ab und zu etwas Ordnung und Freiraum vertragen.

  • Negative Gedanken vorbeiziehen lassen: Sätze wie “Hätte ich doch mal“, “Typisch ich“ oder “War ja wieder klar“ tun weder dir, noch deinem Selbstbewusstsein gut. Sich Stück für Stück von negativen Gedanken zu lösen, erfordert Mut und Geduld. Aber auch hier gilt: Minimalismus hilft uns dabei, alles Überflüssige und Unangenehme abzulegen – und uns auf die schönen Dinge im Leben zu fokussieren.
  • Gelassener werden: Niemand ist das perfekte Elternteil, Freund:in oder Mitarbeiter:in. Aber du kannst dein Bestes geben, ohne zu viel gleichzeitig sein zu wollen.
  • (Dankbarkeits-) Tagebuch schreiben: Wenn dir zu viele Gedanken wirr im Kopf herumfliegen, hilft es oft, sie aufzuschreiben. Das kann einmal täglich sein, jeden Sonntag – oder eben immer dann, wenn du es brauchst. Minimalismus kann auch in deinen Gedanken stattfinden und dir helfen, klarer zu werden.
  • Meditieren: Durch einen achtsamen Lebensstil und regelmäßiges Meditieren kannst du zu dir selbst finden und lernen, gelassener auf äußere Reize zu reagieren. Außerdem konzentrieren wir uns beim Meditieren auf uns, unsere Atmung und Gedanken – also auf das, was wirklich wichtig ist, ähnlich wie beim Minimalismus selbst.

Welche Minimalismus Tipps gibt es für Fortgeschrittene?

Auch, wenn aller Anfang schwer ist: Oft braucht es besonders zum Durchhalten noch mehr Geduld, Zeit und bessere Ideen. Hier findest du unsere Minimalismus Tipps für Fortgeschrittene: 

  • Kontaktliste ausmisten: Sammeln sich in deinem Handy auch die Nummern von ehemaligen Mitschüler:innen aus der Parallelklasse, dem Hausmeister der letzten Wohnung oder von entfernten Bekannten? Menschen können nicht so einfach aus unserem Leben aussortiert werden. Aber: Minimalismus kann auch bedeuten, sich von Kontakten, die du nur noch aus Gewohnheit mit dir herumschleppt, zu verabschieden. So bleibt mehr Zeit für diejenigen, mit denen du dich gern öfter treffen würdest.
  • Minimalistisch kochen: Minimalismus in der Küche bedeutet nicht, dass du dich auf eine bestimmte Menge an Zutaten beschränken musst. Vielmehr kannst du öfter auf frische Zutaten zurückgreifen und Fertiggerichte im Supermarkt lassen. So kaufst du auch nur das, was du auf kurze Sicht verbrauchen kannst – und nicht mehr zu viel. Und wer noch mehr will, kann Kräuter oder sogar eigenes Obst und Gemüse auf dem Balkon anbauen. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch nachhaltig, denn: Alles, was du selbst zu Hause anbauen kannst, muss nicht mehr von großen Herstellern produziert werden.
  • Energie sparen: Muss der Trockner laufen, wenn ich die Kleidung auch einfach aufhängen kann? Braucht mein Handy schon wieder Strom oder kann es auch einfach ausbleiben? Geräte nicht zu benutzen kann dir zeigen, was du wirklich brauchst – und worauf du in Zukunft sogar verzichten könntest.

Mit Minimalismus Tipps mehr Ordnung in den Alltag bringen

Mit unseren Minimalismus Tipps kannst du dich ausprobieren, Methoden verbessern oder mehr Ordnung in dein Leben bringen. Denn Minimalismus bedeutet nicht, seinen Konsum und Besitz durch den größtmöglichen Verzicht einzuschränken – sondern vielmehr, unnötigen Ballast abzuwerfen und so das Sinnvolle im Leben zu maximieren. Das Ziel muss nicht sein, möglichst reduziert zu wohnen und leben, sondern sich nur noch mit Menschen und Dingen zu umgeben, die dich glücklich machen. Und wie viele das sind, entscheidest nur du selbst! 

Du willst noch mehr wissen? Bei uns verrät eine Expertin, warum eine minimalistische Küche glücklich machen kann. Und hier findest du die besten Minimalismus Tipps für's Kinderzimmer.

Brigitte

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