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"Hals- und Beinbruch": Ursprung und Bedeutung

Hals- und Beinbruch: Mann mit Halskrause und Gips am Bein
© Elnur / Shutterstock
Wer jemandem Hals- und Beinbruch wünscht, der ist kein schlechter Mensch. Was hinter der Redewendung steckt und woher sie stammt, erfährst du hier.

"Hals- und Beinbruch": Beispiele

  • Maike lernt schon seit Wochen für ihre entscheidende Abschlussprüfung im Medizinstudium. Ein Leben außerhalb der Bibliothek kennt sie schon gar nicht mehr. Ihre Freunde lassen sie bewusst in Ruhe, damit sie nach der Prüfung umso ausgelassener feiern können. Am Tag der Prüfung schreibt ihr eine gute Freundin: "Denk dran, du bist perfekt vorbereitet und wirst mit Leichtigkeit bestehen. Hals- und Beinbruch!"
  • Florian ist passionierter Segler und nimmt auch an Wettkämpfen teil. Gerade bereitet er sich auf eine Regatta am nächsten Wochenende vor. Beim Training spricht er mit einem erfahreneren Segler, der ihm ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg gibt und ihm Hals- und Beinbruch für den Wettkampf wünscht.

"Hals- und Beinbruch": Bedeutung

Die Redewendung "Hals- und Beinbruch“ ist in Deutschland sehr populär und weit verbreitet. Doch wofür steht sie eigentlich?

Es handelt sich um einen Ausdruck, mit dem man einer anderen Person viel Glück beziehungsweise gutes Gelingen für eine anstehende Prüfung oder eine herausfordernde Aufgabe wünscht.

"Hals- und Beinbruch": Herkunft

Die Redewendung Hals- und Beinbruch stammt ursprünglich aus einer jüdischen Tradition. Juden wünschen sich schon seit langer Zeit bei diversen Anlässen "hazlacha we beracha“, was übersetzt so viel wie "Erfolg und Segen“ bedeutet.

Da die Deutschen mit der Redewendung aufgrund der Sprachbarriere nichts anfangen konnten, übersetzten sie den Spruch mit "Hals- und Beinbruch“.

Dazu muss man wissen, dass es laut Aberglauben üblich war, Wünsche ins Gegenteil umzuwandeln, vor allem wenn man sie offen ausspricht. Um kein Unheil heraufzubeschwören, wünscht man einer Person folglich lieber "Hals- und Beinbruch“ statt "Alles Gute“.

Die Redewendung stammt übrigens wirklich aus dem Deutschen und gibt es in der Form nicht in anderen Ländern. Die englische Redewendung "break a leg“ könnte jedoch eine Anlehnung an "Hals- und Beinbruch“ sein.

Ähnliche oder verwandte Redewendungen:

  • Das ist doch kein Beinbruch (Das ist doch nicht so schlimm)
  • Jemanden Kopf und Kragen kosten (jemandem großen Schaden zufügen, jemandem den Job kosten)
  • Hals über Kopf (überstürzt, ohne vorher nachzudenken)
  • Aus vollem Hals (sehr laut)
  • Einen langen Hals machen (neugierig etwas sehen wollen)
  • Mit gewaschenem Hals dastehen (sich vergeblich auf etwas vorbereitet haben)
  • Den Hals voll haben (sehr wütend und verärgert sein)

Du interessierst dich für Redewendungen und Sprüche? Warum Toi Toi Toi ein aufmunternder Spruch ist und wer sein blaues Wunder erleben kann, erfährst du hier. Außerdem erklären wir dir die Milchmädchenrechnung und Murphys Gesetz. Bei uns findest du die Bedeutung und Herkunft vieler gängiger Redewendungen.

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