"Asche auf mein Haupt": Ursprung und Bedeutung

"Asche auf mein Haupt" ist eine auch im Alltag weit verbreitete Redewendung. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wir verraten es dir.

"Asche auf mein Haupt": Beispiel

Die Eheleute Julia und Markus sind heute beide beruflich bis spät abends eingespannt. Daher rufen sie bereits am Nachmittag ihren 14-jährigen Sohn Leon an und bitten ihn, heute noch kurz beim Supermarkt vorbeizuschauen. Schließlich wollen sie morgen früh zusammen frühstücken und benötigen noch etwas Aufstrich.

Als Julia und Markus gegen halb 11 zu Hause ankommen, läuft ihnen Leon schon entgegen: "Ich habe überhaupt nicht mehr daran gedacht einzukaufen, da ich den ganzen Tag mit dem neuen Computerspiel beschäftigt war. Asche auf mein Haupt.“

"Asche auf mein Haupt": Bedeutung

Wer die Redewendung "Asche auf mein Haupt“ verwendet, der hat zwar etwas angestellt, räumt jedoch durch die Aussage auch seinen Fehler bzw. seine Reue ein. Man könnte die Aussage somit auch übersetzen mit: "Es tut mir leid, es war meine Schuld“.

Die Tradition, sich für eigenes Fehlversagen Asche auf das Haupt zu streuen, gibt es übrigens noch heute am Aschermittwoch. Jeder Christ bekommt ein Kreuz aus geweihter Asche auf die Stirn gemalt. Die Asche gilt als Zeichen der Buße und soll einen Neuanfang und eine Reinigung symbolisieren.

Zudem war es zumindest früher so üblich, dass Menschen, die sich einer Sünde schuldig machten, von Aschermittwoch bis Ostern (Gründonnerstag) in Bußkleidern herumliefen, um für ihre Taten gerade zu stehen.

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"Asche auf mein Haupt": Herkunft

Bereits im Altertum gab es die Tradition, sich zu traurigen Anlässen Asche auf Kopf oder Gewand zu streuen. Dadurch sollte der eigenen Trauer Ausdruck verliehen werden. Manchmal wird die Redewendung jedoch auch ironisch verwendet.

"Asche auf mein Haupt“ gehört zu den biblischen Sprüchen. Die Kinder des König David, Amnon und seine Schwester Tamar, geben der Redewendung in einer sehr scheußlichen Situation Ausdruck.

Als Amnon nämlich seine eigene Schwester vergewaltigte, warf Tamar Asche auf ihr eigenes Haupt und zerriss ihr Kleid. Zudem legte sie ihre Hand auf das Haupt und ging laut schreiend davon (aus 2. Samuel 13, 19).

Dieses Beispiel zeigt das aus heutiger Sicht unvorstellbare und grausame Frauenbild, dass zur damaligen Zeit akzeptiert war. Eine Vergewaltigung innerhalb der Familie wurde als Bagatelle heruntergespielt und letztlich gab sich die Schwester selber die Schuld.

Einer der späteren Propheten, Daniel, verbreitete zudem einen ähnlichen Brauch: "Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche.“ (Daniel 9, 3) Dieser Brauch hat sich jedoch nicht weit verbreitet und ist heute nahezu unbekannt.

Synonyme für diese Redewendung:

  • Sich Erbsen in die Schuhe tun
  • In Sack und Asche gehen

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