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"Aus dem Stegreif": Ursprung und Bedeutung

Aus dem Stegreif: Reiter auf Pferd
© Lukas Gojda / Shutterstock
Wenn jemand etwas "aus dem Stegreif“ erledigt, dann wird er oft dafür bewundert. Was hinter der Redewendung steckt, erfährst du hier.

"Aus dem Stegreif": Beispiele

  • Jasmin gilt in der Schule als absoluter Mathe-Experte. Wenn ihre Mitschüler mal mit einer Rechenaufgabe nicht weiterkommen, dann fragen sie einfach Jasmin nach der passenden Formel plus Lösungsweg. Denn Jasmin weiß in Mathe alles aus dem Stehgreif.
  • Der Politiker war sich zunächst nicht sicher, ob er auf der Pressekonferenz die unpopulären Beschlüsse unverblümt verkünden sollte und dann als vermeintlicher Buhmann des Volkes dasteht. Doch bevor er seine Rede beginnt, treten schon seine Parteikollegen vor die Presse und berichten von allen geplanten Reformen aus dem Stegreif.
  • Jörg hat seit einigen Monaten private Probleme, da seine Frau sich von ihm scheiden lassen möchte. Mit seinem besten Freund Martin spricht er oft über seine Ängste und fragt diesen auch nach Rat. Doch aus dem Stegreif hat Martin meist keine plausiblen Lösungsansätze parat, schließlich ist er selbst unverheiratet und Single.

"Aus dem Stegreif": Bedeutung

Die Redewendung "Aus dem Stegreif“ bedeutet, dass jemand etwas ohne Vorbereitung umsetzt bzw. vorträgt. Gerade bei Vorträgen oder Antworten spricht man von "Aus dem Stehgreif“, wenn die Person ohne zu überlegen sofort den richtigen Ton trifft.

"Aus dem Stegreif": Herkunft

Die Redewendung "Aus dem Stegreif“ stammt noch aus einer Zeit, als die Menschen sich mit Pferden fortbewegten. Der sogenannte Stegreif ist eine alte Bezeichnung für den Steigbügel bzw. die Seilschlaufen. Diese dienten den Reitern damals als Steigbügel. Wenn also jemand etwas aus dem Stegreif vollbrachte, bedeutet es, dass er dafür nicht mal vom Pferd absteigen musste.

Die Redensart bezieht sich daher auf einen eiligen Reiter, der noch schnell etwas erledigen muss, ohne sich die Zeit zum Absteigen zu nehmen. Die Verwendung als Redewendung ist seit dem 17. Jahrhundert belegt. Doch Goethe neigte noch dazu, sie in Form eines Vergleichs (gleichsam wie im Stegreif) zu verwenden.

Ähnliche oder verwandte Redewendungen:

  • Aus einer Sache oder jemandem das Letzte herausholen (alle Kräfte mobilisieren)
  • Jemanden nicht aus den Augen lassen (jemanden permanent beobachten, im Blick haben)
  • Wie die Pilze aus dem Boden schießen (sich rasch vermehren, schnell ausbreiten)

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