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"Gegen Windmühlen kämpfen": Ursprung und Bedeutung

Gegen Windmühlen kämpfen: Windanlagen-Park
© TebNad / Shutterstock
Wer gegen Windmühlen kämpfen will, der mag wohl keine Holländer? Was wirklich hinter der Redewendung steckt und woher sie kommt, erfährst du hier.

"Gegen Windmühlen kämpfen": Beispiele

  • Marie weist ihren Sohn fast täglich darauf hin, doch mal wieder sein Zimmer aufzuräumen, wo sich schon die Spielsachen kreuz und quer im Raum auftürmen. Es gibt nicht mal mehr genug Platz, um am Schreibtisch den Hausaufgaben nachzugehen. Die Mutter wird immer energischer in ihren Ankündigungen, doch letztendlich führt sie einen Kampf gegen Windmühlen.
  • Lisa spielt leidenschaftlich für ihr Volleyballteam. Das Team ist auch relativ erfolgreich, doch eine Mannschaft schnappt ihnen immer den ersten Platz knapp weg. Obwohl sich das Team auch dieses Jahr wieder den Sieg in der Meisterschaft vorgenommen hat, werden sie wieder "nur“ Zweiter. Die Schlacht um Platz 1 scheint ein Kampf gegen Windmühlen für das Team.

"Gegen Windmühlen kämpfen": Bedeutung

Die Redewendung "Gegen Windmühlen kämpfen“ lässt sich mit folgenden Assoziationen beschreiben:

  • Ein hoffnungsloses Unterfangen
  • Illusorisch
  • Es kommt nichts dabei heraus
  • Keine Chance haben
  • Sich vergeblich bemühen
  • Auf verlorenem Posten stehen
  • Man braucht es gar nicht erst versuchen
  • Aussichtslos
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"Gegen Windmühlen kämpfen": Herkunft

"An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will, lebte vor nicht langer Zeit ein Edelmann, einer von jenen, die einen Speer im Lanzengestell, ein altes Schild, einen hageren Gaul und einen Windhund zum Jagen haben.“

So startet Miguel De Cervantes den Roman "Don Quijote de la Mancha“. Die Geschichte dieses Klassikers der Literatur dreht sich um die Frage, was Wirklichkeit und was Traum ist in unserer Welt. Dabei kommt es auch zu einem Kampf des Helden gegen Windmühlen, die er für gefährliche Riesen hält.

Der Roman stellt die Zeitlosigkeit des Themas mit der Redewendung "Kampf gegen Windmühlen“ dar. Diesen Kampf führen heutzutage die Naturschützer auch gegen die Windkraftanlagen oder etwa die Hochspannungsleitungen in Wäldern.

Gerade in Deutschland gibt es noch eine historisch geprägte konservative Haltung mit Blick auf die Umwelt. Eine zu starke Orientierung hin zur einer Nutzung und Kommerzialisierung freier Fläche wird folglich von vielen Menschen kritisch gesehen.

Ähnliche oder verwandte Redewendungen:

  • Gegen Windmühlenflügel kämpfen
  • Mit Windmühlenflügeln kämpfen
  • Mit dem Kopf gegen die Wand rennen – einen aussichtslosen Kampf führen/sich um jeden Preis durchsetzen wollen
  • Sich mit Händen und Füßen gegen jemanden oder etwas wehren – sich mit allen Mitteln die man hat gegen etwas wehren
  • Mit etwas gegen oder an die Wand fahren – total erfolglos sein
  • Gegen jemanden losziehen – gehässig über jemanden reden
  • David gegen Goliath – ein Kleiner/Schwacher gegen einen übermächtigen Gegner

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