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"Hinz und Kunz": Ursprung und Bedeutung

Hinz und Kunz: Mann mit ablehnender Handgeste
© Andrey_Popov / Shutterstock
Wenn Hinz und Kunz zu Besuch kommen, dann hält sich die Vorfreude in Grenzen. Was hinter der Redewendung steckt, erfährst du hier.

"Hinz und Kunz": Beispiele

  • Monika feiert ihren Geburtstag und hat dazu viele Gäste eingeladen. Ihr Freund Mark kann mit vielen ihrer Freunde jedoch nicht sonderlich viel anfangen und freut sich immer, wenn die Gäste wieder gehen. Als die letzten Vorbereitungen für die Feier laufen und Monikas hohe Ansprüche in Stress ausarten, entgegnet Mark: "Immer muss alles perfekt sein, wenn Hinz und Kunz kommen. Warum müssen wir uns für die Gäste so ins Zeug legen? Sonst legen wir doch auch nicht so viel Wert auf so viel Tamtam.“
  • Bei der Tafel für Obdachlose herrscht immer ein großer Andrang zur Mittagszeit. Schließlich bekommt jeder Obdachlose eine warme Mahlzeit und ein Getränk ausgefertigt. Als Leon, der zu den Gutverdienern zählt, an der Tafel vorbeiläuft und die Schlange sieht, ist er etwas ungehalten: "Da stellt sich jeder Hinz und Kunz an und versucht etwas abzustauben. Viele von denen könnten ohne Probleme arbeiten gehen, statt zu schnorren.“ Doch so kalt wie er klingt ist Leon gar nicht. Denn als ihn ein sehr mitgenommener Obdachloser um eine finanzielle Unterstützung bittet, gibt er diesem ohne zu Zögern einen Euro.

"Hinz und Kunz": Bedeutung

Bei dem Ausspruch "Hinz und Kunz“ handelt es sich um eine Redensart, mit der etwas abfällig über "alle möglichen Leute“ beziehungsweise "jedermann“ gesprochen wird. Während 0815 eher für gewöhnliche Dinge verwendet wird, bezieht sich Hinz und Kunz auf beliebige, austauschbare Personen. 

"Hinz und Kunz": Herkunft

Die Redewendung "Hinz und Kunz“ stammt aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Damals waren die Namen Heinrich (Kurzform Hinz) und Konrad (Kurzform Kunz) oft vorkommende Namen zahlreicher deutscher Herrscher.

In der Folge kamen die Namen auch immer öfter in der Bevölkerung vor, die ihre Kinder nach den Herrschern benannte. Da die Namen aufgrund dieser regelrecht inflationären Verwendung jedoch alles andere als etwas Besonderes darstellten, bildete sich die noch bis heute gebrauchte Redewendung von "Hinz und Kunz“.

Seit dem 13. Jahrhundert ist die Redewendung belegt und ab dem 15. Jahrhundert als spöttische, abwertende Bezeichnung im Gebrauch. So findet sie sich unter anderem im Märchen "Rumpelstilzchen" sowie in der Novelle "Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist.

Auch in anderen Ländern existieren ähnliche Formen dieser Redewendung:

  • Englisch: Tom, Dick and Harry
  • Französisch: Pierre, Paul ou Jacques
  • Italienisch: Tizio, Caio e Sempronio
  • Russisch: Ivanov, Petrov, Sidorov

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