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Schema F: Ursprung und Bedeutung

Schema F: Wecker und Tagesroutinen
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Wer immer nach Schema F arbeitet, der hat nicht gerade viel Abwechslung. Was die Redewendung Schema F bedeutet, erfährst du hier.

Schema F: Beispiele

  • Es gibt Arbeitsabläufe, da kann man einfach stupide nach Schema F arbeiten. Viele Arbeiter lesen dabei sogar eine Zeitung oder ein Buch. Doch wenn sie erstmal zu sehr nach Schema F gearbeitet haben, fällt ihnen die Umstellung auf kreative Prozesse sehr schwer.
  • Heutzutage gibt es in jedem Lebensbereich viele Trends. Man schafft es kaum, diese alle wahrzunehmen, geschweige denn sie auszuprobieren. Viele haben deshalb ein schlechtes Gewissen, wenn sie immer nur nach Schema F verfahren. Sei es in der Ernährung, dem Liebesleben oder auf der Arbeit.
  • In der Schule lernt Leon am liebsten für Physik und Mathe. Obwohl die Fächer sehr unterschiedlich sind, gibt es doch eine Gemeinsamkeit: Sie haben eine klare Struktur und wenn man diese verstanden hat, dann kann man sie fast schon nach Schema F meistern.

Schema F: Bedeutung

Etwas nach Schema F zu machen bedeutet, ein mechanisches, stupides Verfahren anzuwenden, das kein großes Nachdenken erfordert. Es gibt ein vorgefertigtes Muster, welches schablonenhaft angewandt wird.

Im Sprachgebrauch gibt es die typischen Wortkombinationen "nach Schema F vorgehen“ oder "nach Schema F ablaufen“. Folgende Begriffe stehen als Synonyme für das Schema F:

  • Mechanisch
  • Routinemäßig
  • Schematisch
  • Schablonenhaft
  • Stereotyp
  • Übliche Vorgehensweise
  • Bürokratische Vorgehensweise
  • Undifferenzierte Vorgehensweise
  • Gewohnheitsmäßig
  • Nach der gleichen Formel
  • Nach dem gleichen Muster
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Schema F: Herkunft

Bereits 1855 gab es in der preußischen Armee eine klare Gebrauchsanweisung für viele Gewehre. Diese wurde "Instruktion über das Scheibenschießen der mit Zündnadel-Gewehren bewaffneten Infanterie-Bataillone" genannt. In dieser Anleitung befindet sich auch das als Schema F bezeichnete Berichtsformular, in dem man genau festhielt, welche und wie viel Munition beim Üben mit den Gewehren verwendet wurde.

Es handelt sich allerdings um eine sehr spezifische Anleitung, die man nicht einfach ohne zu überlegen verwendete. Daher ist folgende Herkunftsgeschichte der Redewendung deutlich wahrscheinlicher:

Schema war im preußischen Militär auch ein Ausdruck für ein Formular. Das "F“ dagegen stand für den sogenannten Frontalrapport. Dieses Schema F wurde 1861 von der preußischen Armee erschaffen, um zu erfassen, wie eine Truppeneinheit mit Soldaten und Waffen ausgestattet sein musste.

Ähnliche oder verwandte Redewendungen:

  • Der tägliche Trott (Die Gewohnheit, der langweilige Alltag)
  • Ausgefahrene Gleise (Routine, Gewohnheit)
  • Etwas hat sich eingebürgert (Etwas ist zur Gewohnheit geworden)
  • Jemandem ins Blut übergehen (Zur Gewohnheit werden)
  • Die Katze lässt das Mausen nicht (Jemand kann nicht von einer schlechten Angewohnheit lassen)

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