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"Stille Wasser sind tief": Ursprung und Bedeutung

Stille Wasser sind tief: Blaues Meer
© sondem / Shutterstock
Stille Wasser sind tief? Wer denkt sich denn so eine Redewendung aus? Wir verraten dir, was damit gemeint ist und wo der Spruch herkommt.

"Stille Wasser sind tief": Beispiele

  • Nachdem sich Markus in der Klasse immer sehr unauffällig und unscheinbar präsentierte, waren seine Mitschüler doch sehr verwundert, als er auf der Jahrgangsparty ein richtiges Feierbiest war und bis zum Ende durchtanzte. Stille Wasser sind eben tief.
  • Obwohl sich der Kunde im Friseursalon nicht mit der Frisöse unterhalten wollte während des Haarschnitts, so wurde er gegen Ende des Termins doch deutlich lockerer und machte sogar Witze. Die Frisöse dachte sich: Stille Wasser sind tief, es ist doch immer wieder überraschend.

"Stille Wasser sind tief": Bedeutung

Die Redewendung "Stille Wasser sind tief" bezieht sich auf stille bzw. introvertierte Menschen. Sie verhalten sich in der Regel ruhig und lassen gerne anderen Menschen das Rampenlicht. Manchmal werden sie daher als arrogant oder hochnäsig wahrgenommen, was jedoch meistens gar nicht stimmt.

Die Redewendung beschreibt nun, dass auch diese stillen Wasser (die stillen Menschen) sehr tiefgehende Persönlichkeiten darstellen, die man jedoch erst kennenlernt und erblickt, wenn man sich näher mit ihnen beschäftigt. Denn nach einiger Zeit tauen auch stille Menschen auf und öffnen sich mehr für ihr Gegenüber. So kommen oft Dinge ans Tageslicht, die andere aufgrund des ersten Eindrucks so gar nicht erwartet hätten.

"Stille Wasser sind tief": Herkunft

Der Ursprung der Redewendung "Stille Wasser sind tief“ stammt fast schon logischerweise aus der Natur. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob die Redewendung aus der gleichnamigen Komödie von Friedrich Ludwig Schröder (1744-1816) hergeleitet wurde oder von einer anderen Quelle kam.

Die Redewendung bezieht sich auf jeden Fall auf ein Wasser bzw. einen See, von dem man auf den ersten Blick nicht meint, er könnte tief sein. Vielleicht weil er so unscheinbar und klein ist. Doch trotz der ruhigen Oberfläche können tiefe Gewässer auch starke Strömungen und Turbulenzen auslösen.

Ähnliche oder verwandte Redewendungen:

  • Stille Wasser gründen tief
  • In aller Stille (unbemerkt)
  • Auf die stille Tour (unauffällig)
  • Den Sprung ins kalte Wasser wagen (eine neue Herausforderung annehmen)

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