"Wolf im Schafspelz": Ursprung und Bedeutung

Du fragst dich: Wer ist dieser oft zitierte "Wolf im Schafspelz“? Wir verraten, woher die Redewendung stammt und was sie bedeutet.

"Wolf im Schafspelz": Beispiel

Linda trifft sich mit ihrer Freundin Jana bei ihr zu Hause. Dabei begegnen sie in der Küche Max, dem jüngeren Bruder von Linda. Dieser stellt sich ganz freundlich bei Jana vor und gibt ihr die Hand.

Jana ist ganz angetan vom Charme des Bruders: "Linda, du sprichst doch immer davon, dass dein Bruder so ein frecher Bengel wäre. Ich finde ihn ganz nett." Linda entgegnet: "Lass dich davon bloß nicht täuschen. Max ist wie ein Wolf im Schafspelz, er kann sich gut verstellen."

"Wolf im Schafspelz": Bedeutung

Unter einem "Wolf im Schafspelz" versteht man eine als harmlos und unschuldig aussehende und/oder sich verhaltende Person, vor der man sich jedoch lieber in Acht nehmen sollte, da sie gefährlicher ist, als sie erscheint.

Oft werden auch besonders selbstsüchtige oder machtgierige Menschen als Wölfe im Schafspelz bezeichnet, weil diese genau wissen, wie sie andere Menschen manipulieren und die eigenen Absichten geschickt verbergen können.

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"Wolf im Schafspelz": Herkunft

Die Redewendung "Wolf im Schafspelz“ entstammt ursprünglich aus der Bibel. Sie kam in einer Predigt von Jesus im Neuen Testament vor: "Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.“ (Mt 7, 15)

Jesus zeigt damit auf, dass man Menschen nicht aufgrund ihrer Erscheinung beurteilen solle, sondern anhand ihrer Taten und ihres Verhaltens. Ein lateinisches Sprichwort besagt: "Unter der Haut eines Schafes verbirgt sich oft ein wölfischer Sinn.“

Der griechische Rhetor Nikephoros Basilakis zeigte zudem im 12. Jh. unter der Überschrift: "Du kannst durch eine Verkleidung in Schwierigkeiten kommen“ folgende Geschichte auf:

"Ein Wolf beschloss, durch die Veränderung seines Aussehens mehr Essen zu bekommen. Er bedeckte sich mit einem Schafspelz und begleitete die Herde auf die Weide. Der Schäfer ließ sich von der Verkleidung täuschen. Als die Nacht einbrach, verschloss der Hirte den Wolf und die übrige Herde mit einem Gitter sicher im Schafsstall. Als aber der Hirte ein Schaf für sein Abendessen holte, nahm er das Messer und tötete den Wolf.“

Insgesamt gibt es einige Versionen und Abwandlungen der Geschichte. In manchen verkleidet sich der Wolf sogar als Schäfer und wird dann ebenfalls von diesem entdeckt und getötet. Somit hat die Redewendung letztlich zwei wichtige Botschaften.

  1. Sei nicht zu leichtgläubig, indem du eine Person nach ihren Taten und nicht nach ihrer Erscheinung beurteilst.
  2. Wer versucht, andere zu seinem Vorteil zu täuschen, bekommt früher oder später seine Strafe.

Ähnliche Redewendungen:

  • Jemandem etwas vormachen
  • Jemanden hinters Licht führen

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