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10 Urlaubsziele in der Nähe Alles so schön entspannt hier!

Urlaubsziele in der Nähe: Junge Frau steht mit Fahrrad auf sonnigem Marktplatz
© RossHelen / Shutterstock
Auch mal schön: Statt Schlange stehen am Check-in einfach ins Auto oder in die Bahn setzen und los! Um den Akku aufzuladen, braucht man nämlich nicht weit weg – zehn tolle Nahziele für den Frühling.

Das erste Bad im Freien

BAYERN / CHIEMGAU
Blöde Idee, an einem sonnigen Maiwochenende auf gut Glück ein Hotel direkt am Chiemsee zu suchen. Wo wir in Prien auch fragen: alle voll. Und jetzt? "Fahren wir ein bisschen im Chiemgau herum", sagt mein Mann. Wir landen 17 Kilometer nördlich in Pittenhart. Oberbayerisch nett mit schnuckelig hergerichteten alten Häusern, Kirche in der Mitte, daneben ein stattlicher Landgasthof: die "Alte Zollstation". Nur Einheimische in den Stuben. Köstlich, der Bio-Schweinsbraten, und das Zimmer im modernen Alpenstil... "Weißt du was", sage ich am nächsten Morgen, "lass uns doch hierbleiben." Nur ein paar Kilometer weiter reihen sich acht Seen im Naturschutzgebiet "Seeoner Seenplatte" aneinander. Am besten gefällt mir der Griessee, umgeben von Wald, mit schilfbestandenem Ufer. Erst umrunden wir ihn nur. "Traut euch!", ruft ein Radler, der auf der Wiese Pause macht. "Das ist ein Moorsee, er gehört zu den wärmsten in Bayern." Nackt gleiten wir hinein. Herrlich, der erste Frühlings-Schwimmerling im Freien! Was für ein Glück, dass wir am Chiemsee nichts gefunden haben. 

ÜBERNACHTEN
Alte Zollstation. 
Familiengeführter, stilvoll renovierter Landgasthof mit Biergarten. Bayerisch-moderne Küche, viele Bio-Zutaten, den Schweinsbraten mit Knödel gibt’s für 11,50 Euro. DZ/F 119 Euro (Pittenhart, Trostberger Str.1, Tel. 086 24/15 98 79 89 57, www.altezollstation.de).

GENIESSEN
Camba Bavaria. 
Innovative Brauerei in Truchtlaching mit großem Sortiment, eigener Bäckerei und Terrasse über dem Fluss Alz (Seeon-Seebruck, Mühlweg 2, Tel. 086 24/ 407 33 00, www.camba-bavaria.de).

Versprechen auf einen Neuanfang

BADEN-WÜRTTEMBERG / HOCHSCHWARZWALD
Hügel, Wald, Dorf, Hügel, Wald – und auf einmal taucht aus der Tiefe des dunkelgrünen Albtals eine so gewaltige, hellgrün schimmernde Kirchenkuppel auf, dass ich beim ersten Anblick an eine Art Fata Morgana denke. Sie ist eine der größten Europas – 36 Meter Durchmesser – und gehört zum Dom St. Blasius. Das Bauwerk – feinster Klassizismus – hat auf mich eine magische Anziehungskraft. Ich möchte immer wieder hin. Und hinein in dieses rein weiße, ergreifend harmonische Rund. Es wirkt wie ein Versprechen auf einen kraftvollen Neuanfang, genau wie der Frühling! Der ist in St. Blasien besonders schön, zum Beispiel im Kurpark, in dem rosa Kirschbaumkronen um die Wette schäumen. Am nächsten Tag ist mir nach Blau: Mit dem E-Bike fahre ich zum Schluchsee, der so blau glitzert wie es nur ehemalige Gletscherseen können. Zurück in St. Blasien spaziere ich in eine Straße, die tatsächlich "Im Süßen Winke"“ heißt und dort ins entzückende "Café Rosalie". Ich bestelle das bunteste Stück Kuchen des Tages, garniert mit einer Blüte. Und bin danach fast farbensatt. 

ÜBERNACHTEN
Kuckucksnester Menzenschwand (Albhof). 
Unter dem Namen "Kuckucksnester" werden im Hochschwarzwald Design-Apartments angeboten. Zwei davon gibt es im "Albhof", beide sind von der Pantry bis zum Duschbad mit regionalen Naturmaterialien gestaltet. Ab zwei Übernachtungen in einem Kuckucksnest bekommt man die Hochschwarzwald-Card und damit viele Vergünstigungen (z. B. ein E-Bike für drei Stunden kostenlos). Apartment "Bergblick": ab 109 Euro/Nacht (St. Blasien, Hinterdorfstr. 58, Tel. 076 52/12 06 80 00, www.kuckucksnester.de).

GENIESSEN
Café Rosalie.
 Wohlfühl-Ambiente der nostalgischen Art: hausgemachte Kuchen (ab 3 Euro), schönes Frühstück und herzhafte Kleinigkeiten (St. Blasien, Im Süßen Winkel 1, Tel. 076 72/485 66 77, www.caferosalie.net).

Beinahe magisch!

BAYERN / RHÖN
Teppiche von Buschwindröschen im spärlich zartgrünen Wald, Gelbstern und Scharbockskraut auf feuchten Wiesen, Pestwurz am Rande gurgelnder Bäche: Der Frühling in der Rhön ist rauer als im Flachland. Und es kann durchaus sein, dass auf den gewellten Hochflächen bis in den Mai hinein Schneeflocken treiben, während einen Tag später T-Shirt-Temperaturen herrschen. Genau wegen dieses rauen Charmes finde ich die Mittelgebirgslandschaft im Dreiländer-Eck Hessen, Bayern, Thüringen aber so reizvoll. Gern laufe ich vom höchsten Berg, der Wasserkuppe, auf 950 Metern los, ein Stück auf dem Wanderweg "Höchröhner". Erst genieße ich in der kahlen Höhe die weiten Blicke bis zum Horizont. Nach vier Kilometern erreiche ich dann das Naturschutzgebiet "Rotes Moor". Ein verschlungener Holzbohlenpfad führt hindurch. Nebelschwaden hängen über dürren Karpaten-Birken, in dunklen Teichen rufen Frösche laut zur Balz, und Wollgras treibt in Sümpfen fluffig aus. Es ist beinahe magisch. Oder: einfach wunderbar. 

ÜBERNACHTEN
Biohotel Sturm:
 Außen ein 70er-Jahre Kasten, innen schön renoviert, mit tollem Wellnessbereich und großem Garten. Hervorragende Küche, garantiert alles bio! DZ/HP ab 178 Euro (Mellrichstadt, Ignaz-Reder-Str. 3, www.hotel-sturm.com).

GENIESSEN
Rhönhäuschen. 
Die Rhönforelle unter der Kräuterkruste (15,50 Euro) schmeckte mir in diesem Fachwerkhaus im Wald mit urgemütlicher Gaststube besonders gut (Bischofsheim, Rhönhaus 1, Tel. 09 77/322, www.rhoenhaeuschen.de).

Wo Kunst aus Wiesen wächst

NORDRHEIN-WESTFALEN / NIEDERRHEIN
Ein See funkelt im Licht der Frühlingssonne. Am Ufer steht ein Reiher, ein Otter gleitet durchs Wasser. Das "Museum Insel Hombroich" bei Neuss ist ein betörender Ort, friedlich und weltfern. Kaum vorstellbar, dass nebenan einmal eine Raketenstation der Nato lag. Heute ist sie Teil der Symbiose aus Natur und Kunst – und Hombroich ein perfekter Ort zum Umherstreifen und Träumen. In den 80er-Jahren wurde der verwilderte Park zur Auenlandschaft. Zehn begehbare Skulpturen entstanden, in denen die Kunstsammlung zu sehen ist. Museumswärter*innen gibt es nicht – es ist, als wüchsen die Skulpturen des Bildhauers und Beuys-Schülers Anatol Herzfeld aus den Wiesen. Herrlich ist es, hier einen ganzen Tag verstreichen zu lassen, sich unter einem knorrigen Apfelbaum auszustrecken und in den blauen Himmel zu schauen. 

ÜBERNACHTEN
Villa Meerbusch. Zweimal im Jahr verleiht eine Künstlerin/ein Künstler dem eleganten Interieur ein neues Gesicht. Tolles Bio-Frühstück. DZ/F ab 150 Euro (Meerbusch, Hindenburgstr. 4, Tel. 021 32/933 40, www.hotel-villa-meererbusch.de).

ERLEBEN
Museum Insel Hombroich. Natur trifft Kunst: Archäologische Funde aus Ozeanien und Peru, ost­asiatische Stücke, Werke von Rembrandt, Matisse und Lovis Corinth sind in den auf dem Gelände verteilten Gebäuden zu sehen. Eintritt 15 Euro, inbegriffen sind Äpfel, Brezeln, Wasser, Kaffee und Kuchen in der Caféteria zur Selbstbedienung (Neuss, Minkel 2, www.inselhombroich.de).

Ein Hauch von Exotik am Gaumen

ÖSTERREICH / WILDSCHÖNAU
Hoch über uns türmen sich steile Felswände, zwischen denen das Rauschen der Wildschönauer Ache fast ohrenbetäubend ist. Die Wanderung durch die Schlucht, die das Hochtal mit dem Inntal verbindet, ist auch deshalb so spektakulär, weil wir bis kurz vor dem Eingang der Klamm noch durch sanfte Wiesen voller Schaumkraut streiften. Und heute Morgen radelten wir über sanfte Almen und durch Wälder mit riesigen Farnen. Die Wildschönau ist extrem vielseitig und eine typische Bergbauern-Region. Hier gibt es noch besonders viele der mit uraltem Holz verkleideten "Erbhöfe", die seit mehr als 200 Jahren im Besitz derselben Familie sind. Hier werden "Arme Leute"-Spezialitäten wie die Brezensuppe serviert, mehr Brei als Suppe aus Laugengebäck, aromatischem Graukäse und Röstzwiebeln. Das schmeckt exotisch für unsere Gaumen – und was kann derzeit besser sein, als ein Hauch Exotik, die weniger als 30 Kilometer jenseits der deutschen Grenze zu finden ist? 

ÜBERNACHTEN
Ferienjuwel Wildschönau.
 Stilvolle Appartements und komfortable Holzchalets, in denen auch größere Familien oder Gruppen bequem Platz finden. DZ ab 91 Euro/Nacht, Chalets ab 150 Euro/Nacht (Niederau, Pavillonweg 179, Tel. 00 43/53 39/202 02, www.ferienjuwel-wildschoenau.com).

GENIESSEN
Gasthaus Kundler Klamm.
 Nicht nur der spektakulären Felswände wegen lohnt eine Wanderung durch die Kundler Klamm – auch dieses Gourmet-Gasthaus, das an ihrem Ende liegt. Beste regionale Zutaten und liebevolle Zubereitung: Uns hat alles großartig geschmeckt. Besonders aber das "Bauern-Cordon- Bleu" (ca. 16 Euro) vom Strohschwein mit Graukäse (Wildschönau, Kundler Klamm 49, Tel. 00 43/53 38/206 20, www.kundlerklamm.at).

ERLEBEN
Almradeln. 
Rainer Schoner bietet Almtouren mit dem Rad oder E-Bike an, aber auch Fahrtechnik-Trainings. Er kennt die Almen der Wildschönau wie seine Westentasche und weiß viel über Flora und Fauna. Halb­tagestour ab 120 Euro, mittwochs, wer eine Gästekarte hat, zahlt nur 38 Euro (Wildschönau, Oberau 139, Tel. 00 43/676/917 15 36, www.mountainbikeschule-wildschoenau.at).

Die Sehnsucht stillen

MECKLENBURG-VORPOMMERN / FELDBERGER SEENPLATTE "Überfahrt erwünscht? Einfach Schild hochklappen! Und haben Sie bitte etwas Geduld!" Ob das klappt? Aber auf Fährmann Tom Voigtländer ist Verlass. Eine Viertelstunde später zieht er uns mit seiner altertümlichen Seilfähre über den Schmalen Luzin. Dafür steht er mittig auf seiner Barke und dreht gut gelaunt an einem großen Rad. Seine Seilfähre ist die Letzte ihrer Art in Europa, erzählt er stolz, während wir verzaubert ins smaragdgrün schimmernde, glasklare Wasser schauen und uns einig sind: Die Feldberger Seenlandschaft an der Grenze zu Brandenburg ist ein ganz besonders schönes Stück Mecklenburg-Vorpommern. Gerade im Frühling, wenn es hier noch still ist, die Bäume frisches saftiges Grün tragen und die Seen ohne Badegäste ganz ruhig in der Landschaft liegen. So herrlich unser Rundweg um den Schmalen Luzin: durch alten Buchenwald, an einem Moor und riesigen Findlingen vorbei und durch das hübsche Örtchen Carwitz mit heimeligen Cafés und Backsteinhäusern, wo der Schriftsteller Hans Fallada lebte. Und immer wieder eröffnen sich Blicke aufs Wasser – und stillen unsere Seensucht.

ÜBERNACHTEN
Alte Schule.
 Diese Schule ist schon so lange im Lockdown, dass keiner mehr schimpft, wenn in den ehemaligen Klassenzimmern geschlafen wird... Der rote Backsteinbau ist inzwischen ein angenehmes Hotel, das Restaurant trägt sogar einen Stern. DZ/F ab 94 Euro (Fürstenhagen, Zur Alten Schule 5, Tel. 03 98 31/220 23, www.hotelalteschule.de).

ERLEBEN
Luzinfähre.
 Jede halbe Stunde, von 10 bis 18 Uhr, überquert die altmodische Seilfähre den Schmalen Luzin. Die Fahrt mit Fährmann Tom kostet 2 Euro und ist ein Erlebnis (Feldberger Seenlandschaft, An der Fähre 1, Tel. 01 70/307 01 28, www.luzinfaehre.de).

Selten so gut geschlafen!

ÖSTERREICH / LUNGAU
Den Lungau kennen selbst die meisten Österreicher*innen nicht – obwohl er seit fast zehn Jahren der größte Biosphären- Park der Alpenrepublik ist. Und so blieb in diesem Winkel des Salzburger Landes, fern des Massentourismus, ein sehr authentischer Landstrich erhalten. Hier wird Altes gepflegt und das gegessen, was seit jeher gedeiht, zum Beispiel der Tauernroggen, ein besonders winterfestes Ur-Getreide, aus dem herrlich knuspriges Brot gebacken wird. Oder der "Eachtling", eine rosa schimmernde Kartoffel, die unglaublich aromatisch ist. Der Lungau liegt zwar auf durchschnittlich 1000 Höhenmetern (weshalb man hier unfassbar gut schläft!), aber windgeschützt zwischen den Nockbergen und den Radstädter Tauern, deshalb wird es hier auch früher Frühling als anderswo. Vielleicht bilde ich es mir ein, doch selbst das Almgras kommt mir saftiger vor – auf jeden Fall aber ist es voller Bergblüten, von denen ich lange nicht so viele und bunte gesehen habe. Und die Menschen sind bewegend herzlich und stolz darauf, dass die Gäste, die den Lungau erst einmal entdeckt haben, meist wiederkommen. Wundert mich nicht! 

ÜBERNACHTEN
Romantikhotel Wastlwirt.
 Im Logo des Hotels prangen zwei Herzen, und die Herzlichkeit ist tatsächlich überwältigend: super freundliches Personal, das von früh bis spät für gute Laune sorgt! Seit 320 Jahren gibt es das Haus, mitten in St. Michael, mit gemütlichen Zimmern, köstlichem Essen und einem großen Schwimmbad. Perfekt für eine erholsame Auszeit! DZ/F ab 138 Euro (St. Michael im Lungau, Poststr. 13, Tel. 00 43/64 77/715 50, www.hotel- wastlwirt.at).

ERLEBEN
Burg Mauterndorf.
 Von weither ist die zinnenbewehrte Burg sichtbar, aber sie nur von fern zu bewundern, wäre zu schade: Die Ausstellung in den Sälen, Gemächern und Gewölben versetzt einen direkt ins Mittelalter, als die Burg als Mautstelle an einer der damals wichtigsten Handelsstraßen gebaut wurde. Ticket 7,50 Euro (Mauterndorf, Markt 27, www.burg-mauterndorf.at).

Sommerfrische mit Weitsicht

ITALIEN / SÜDTIROL
Ich war schon so oft in Südtirol, aber der Ritten war bisher ein weißer Fleck für mich. Was für ein Fehler! Schon die knapp 20 Kilometer Fahrt von Bozen hinauf, in engen Serpentinen, ist ein Erlebnis: In jeder Kurve hat man neue, spektakuläre Ausblicke auf Latemar, Rosengarten und den Schlern. Auf dem Hochpla­teau angekommen, bin ich total verzaubert von der Fin-de-Siècle-Atmosphäre der Dörfer – hier wurde schon geurlaubt, als "Ferien" noch "Sommerfrische" hießen. Auf einer Promenade wandern wir zu den Erdpyramiden und freuen uns über eine Lehreinheit in Sachen Erdgeschichte. Am nächsten Tag ein Ausflug aufs Rittner Horn. Von unten macht dieser Berg mit seinem Telegrafenmast auf dem Gipfel nicht unbedingt viel her. Aber einmal oben angekommen, bin ich platt: So viel Rundum-Panorama habe ich noch nie gesehen. Vom Ortler und den italienischen Alpen im Südosten bis zu den österreichischen Gletschern im Norden und über die felsigen Dolomiten-Gipfel hinweg bis hin zur weiß glänzenden Marmolata-Flanke! Am liebsten würde ich gar nicht wieder runter ins Tal und weiß genau: Dieser Ort ist auf jeder künftigen Südtirol-Reise ein Muss!

ÜBERNACHTEN
Hotel Bemelmans Post.
 Im September 1911 schrieb Sigmund Freud aus diesem Hotel an seinen Schüler Jung: "Hier ist es göttlich schön." Für den Blick von den riesigen Holzbalkonen auf das im Morgen- und Abendlicht rosa leuchtende Schlernmassiv gilt das unverändert, und unter den Kronleuchtern im Speisesaal fühlt man sich in frühere Zeiten versetzt. Weitere Highlights: der Hotelpark und der Wellness-Bereich. DZ/HP 228 Euro (Klobenstein, Dorfstr. 8, Tel. 00 39/04 71/35 61 27, www.bemelmans.com).

GENIESSEN
Feltuner Hütte.
 Wer das 360-Grad-Panorama vom Rittner Horn aus gebührend bewundert hat, kann sich hier kulinarisch verwöhnen lassen. Serviert werden z. B. Latschenbandnudeln mit Hirschragout (11,50 Euro), und die Weinkarte ist prächtig. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte von der Bergstation der Gondel genug Zeit einplanen. Entlang des "Adler-Toni- Wanderwegs" sind spannende Spiel- und Märchenstationen eingerichtet, deshalb kommt man nur schleppend voran. Vorteil: Es bleibt mehr Zeit fürs Bergeanstaunen (Rittner Horn, Tel. 00 39/04 71/ 35 27 77, www.feltunerhuette.it).

Rotklinker, Raps & Rosen

SCHLESWIG-HOLSTEIN / OSTSEE
Ausgerechnet als ich mich auf Zehenspitzen so weit vorbeuge, dass ich fast in das fremde Grundstück falle, sieht mich der Besitzer. Ob er mir jetzt verbietet, seinen zauberhaften Garten zu fotografieren? Nein, er lädt mich sogar ein, mir morgen sein Kunstwerk aus Rosen, Hortensien, Stauden und Buchsbaum zu zeigen! In Lütjenburg sind viele Vordergärten anziehend: auffallend aufwendig gestaltet – und ohne Zaun. Woher kommt die Hingabe? Fühlen sich die Hobbygärtner*innen von der hübschen Architektur ihrer Kleinstadt animiert? Das Zentrum bietet ebenfalls ein idyllisches Bild. Um den Marktplatz herum: Fachwerk, Barock, Spätrenaissance, Rotklinker-Bürgerhäuser, teils aus dem 17. Jahrhundert. Und am Brunnen, am Teich, an Grünstreifen und auf Verkehrsinseln: schönster Blumenschmuck. Trotzdem ziehe ich erst mal weiter: mit dem Rad durch blühende Rapsfelder nach Sehlendorf, um dort am weißen Ostseestrand der Hohwachter Bucht zu spazieren. Dann weiter nordostwärts bis Behrendorf, wo ich im Strandkorb dem Plätschern der Ostseewellen lausche.

ÜBERNACHTEN
Ferienhaus Vogelberg
. Kleines altes Haus mit zwei neuen Apartments, die zwei Schwestern im Schweden-Stil eingerichtet haben. Lehmfarbe an den Wänden, damit das Haus "atmet". Sympathisch und ruhig. Ab 50 Euro/Nacht (Lütjenburg, Vogelberg 14, Tel. 01 77/588 92 38, www.ferienhaus-vogelberg.de).

GENIESSEN
Pur. 
Wenige Tische, kleine, saisonale Karte, regionale Zutaten, moderne Rezepte, hohe Qualität, gemütlicher Garten... Das bedeutet: unbedingt reservieren! Hauptgerichte ca. 22 Euro (Lütjenburg, Neuwerkstr. 9, Tel. 043 81/40 41 47, www.einfachpurgeniessen.de).

ERLEBEN
Altstadtrundgang.
 Bei der Tourist-Info am Marktplatz von Lütjenburg ein Rundgang-Faltblatt holen und die elf Stationen ablaufen, z. B. das Rathaus (von 1790), die spätromanische Kirche St.-Michaelis, das Bäckerhaus und den Bismarckturm auf dem Vogelberg mit seiner tollen Aussicht über Ostholstein.

Glamour meets Kitsch

TSCHECHIEN / KARLSBAD
Mit einer wunderbar kitschigen Porzellan-Schnabeltasse in der Hand sitze ich auf einer Bank an der Uferpromenade von Karlsbad und bin total geflasht. So schön hätte ich mir das für seine Trinkkuren bekannte Städtchen, Karlovy Vary auf Tschechisch, niemals vorgestellt. Klar wusste ich: Hier logierten Kaiser, Könige, Goethe, Paganini, Kafka, Nietzsche. Und Daniel Craig, mein Lieblings-Bond, weil im "Grandhotel Pupp" Szenen aus "Casino Royal" spielen. Aber dass dieses Belle-Époque-Ensemble wie eine Filmkulisse hineingegossen ist in dieses grüne Flusstal und so glamourös renoviert wurde! All die wunderbaren Jugendstilgebäude, in denen sich Kurhäuser, Hotels, Restaurants, Juweliergeschäfte, Uhren- und Modeboutiquen eingerichtet haben. Die schicken Kolonnaden, unter deren Dächern zwölf 30 bis 73 Grad heiße Quellen aus Brunnen und Fontänen sprudeln. Drei davon habe ich gekostet. Und gedacht: Zum Glück bin ich gesund! Denn ein frisch gezapftes Pils in einer der urigen Brauereien schmeckt doch sehr viel besser... 

ÜBERNACHTEN
Hotel Dvoák. Jugendstilgebäude in genialer Lage, unbedingt Zimmer mit Blick auf die Flusspromenade buchen! DZ/F ab ca. 115 Euro (Karlovy Vary, Nová Louka 11, Tel. 004 20/353 10 21 11, www.axxoshotels.com/dvorak-spa-wellness/).

ERLEBEN
Schlossbad. Das renovierte Kurhaus bietet ein Thermalwasser-Schwimmbad, Saunen und eine Fülle von Behandlungen, z. B. 3 Std. mit Massage ca. 60 Euro (Karlovy Vary, Zámecký Vrch, Tel. 00420/353 22 26 49 www.zamecke-lazne.com/de).

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