10 Fehler, die wir alle beim Autofahren im Urlaub machen

Wer in den Urlaub fährt, möchte sich möglichst wenig Sorgen machen müssen. Wenn ihr diese Fehler beim Autofahren im Ausland vermeidet, gelingt das auch!

Blind auf die Verkehrsregeln vertrauen

Der deutsche Autofahrer liebt seine Verkehrsregeln und er vertraut blind darauf, dass sich alle daran halten. Für ihn heißt das: Er wird nicht plötzlich rechts überholt, im Überholverbot muss er nicht mit einem vorbeifahrenden Auto rechnen und Verkehrsschilder sind gottgegebene Gesetze. Dumm nur, dass das im Ausland nicht alle Autofahrer genauso sehen!

Seid also auf alles gefasst und achtet auf landesspezifische Besonderheiten. Interessanterweise führt das großzügige Ignorieren von Verkehrsregeln häufig dazu, dass die Autofahrer in anderen Ländern insgesamt aufmerksamer und rücksichtsvoller sind, weil sie sich der jeweiligen Situation anpassen. So ist es zum Beispiel zu erklären, dass es in Italien wesentlich weniger schwere Autounfälle gibt als in Deutschland.

Hupen und Drängeln statt Überholen

Auch das ist eine sehr deutsche Angewohnheit: Bummelt ein voranfahrendes Auto, machen wir unserem Ärger gerne mit dichtem Auffahren, Lichthupe oder sogar Hupsignal Luft und dem anderen damit unmissverständlich klar, dass er sich unmöglich benimmt.

In anderen Ländern, vor allem in Südeuropa, hält man sich mit diesem Psychoterror hingegen nicht auf. Statt sich zu beschweren, überholt man einfach kurzer Hand und erledigt das Problem damit von selbst. Das gilt sowohl innerorts als auch auf der Landstraße – seid also darauf gefasst!

Zu schnell fahren

Wer deutsche Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung kennt, mag sich davon persönlich beleidigt fühlen, sich im Urlaub plötzlich an aberwitzige Tempolimits halten zu müssen. Doch tatsächlich sollte man sich die erlaubten Geschwindigkeiten gut merken, sonst kann es teuer werden.

In Italien etwa werden Geschwindigkeitsverstöße mit wesentlich höheren Strafen belegt als bei uns. Wer von der Polizei angehalten wird, muss sogar fast immer gleich bar zahlen. Kommt es richtig hart, kann das Fahrzeug sogar beschlagnahmt werden. Das muss wirklich nicht sein, denn ihr könnt Bußgeld im Ausland recht einfach vermeiden.

Vergessen, Mautgebühren zu zahlen

Teuer werden kann es auch, wenn ihr vergesst, Mautgebühren zu bezahlen. In Italien etwa sind die Autobahnen zu fast 100 % mautpflichtig. Problematisch daran: Mit der zunehmenden Digitalisierung ist es immer häufiger notwendig, Streckenabschnitte bereits vorab im Internet zu bezahlen, wie der ADAC warnt.

Wird euer Kennzeichen an einer Mautbrücke gescannt und ihr habt die Gebühr nicht vorab bezahlt, werdet ihr zum Mautpreller und das kann teuer werden. Allerdings ist es zum Beispiel in Italien möglich, die Gebühr innerhalb von 15 Tagen online nachzuzahlen.

Denkt aber auch sonst daran, genügend Bargeld für Mautstellen dabei zu haben und führt am besten auch eine Kreditkarte mit. Laut ADAC ist es an vielen Mautstellen in Frankreich, Italien und Spanien nämlich nicht mehr möglich, mit Bargeld oder EC-Karte zu zahlen.

Beim Schulterblick schludern

Wir alle wissen, wie wichtig er ist – und trotzdem vernachlässigen wir den guten alten Schulterblick viel zu oft. Er erscheint uns oft allzu schulbuchmäßig und bei dauerhafter Verkehrsbeobachtung gar nicht so nötig.

Doch dieser eine Blick kann wirklich Leben retten, vor allem dann, wenn viele Motorrad- und Rollerfahrer im Spiel sind, wie das vor allem in Südeuropa der Fall ist. In Italien etwa schlängeln sich die Roller durch jede noch so kleine Lücke und tauchen ganz plötzlich neben dem Auto auf. Deshalb: Unbedingt über die Schulter schauen!

Sicherheitsausrüstung nicht überprüfen

Bikini und Sonnencreme dabei? Perfekt, dann kann es ja losgehen. Oder? In einigen Urlaubsländern ist es wichtig, auch noch mal einen gesonderten Blick in den Kofferraum zu werfen.

Sind ausreichend Warnwesten vorhanden? In einigen Ländern reicht es, wenn es eine für den Fahrer gibt, in anderen braucht es so viele Westen, wie es Sitzplätze im Auto gibt. Gibt es einen Reservereifen oder ein Reifenreparaturset? Ist ein Warndreieck an Board (und wisst ihr, wo es sich befindet)? In Frankreich sind Autofahrer außerdem angehalten, ein Alkoholmessgerät mitzuführen. Ihr könnt die chemischen oder elektronischen Atem-Alkoholtester in Apotheken, Tabakwarengeschäften, an Tankstellen und in einigen Supermärkten kaufen.

Einige Urlaubsländer bestrafen das Fehlen der richtigen Ausrüstung mit empfindlichen Gebühren, deshalb lohnt es sich, sich vorab über die Anforderungen zu informieren.

Mit einem deutschen Auto falsch parken

Eigentlich eine schlaue Idee: Mit dem in Deutschland registrierten Wagen falsch parken und hoffen, dass man dafür nicht belangt werden kann. Aber Fehlanzeige! In vielen Ländern werden Touristen direkt und in bar zur Kasse gebeten.

Und damit noch nicht genug: Auch in Deutschland könnt ihr für Falschparken im Ausland noch belangt werden. Also lieber genau hinschauen, bevor ihr parkt – auch wenn die Einheimischen es damit oft nicht ganz so genau nehmen.

Tagsüber ohne Licht fahren

In Deutschland ist es inzwischen weit verbreitet, auch tagsüber mit Abblendlicht zu fahren. In vielen Urlaubsländern aber ist es schon jetzt Pflicht. In Schweden zum Beispiel muss das Abblendlicht zu jeder Tageszeit angestellt sein und in Italien und Ungarn ist das Tagfahrlicht außerhalb geschlossener Ortschaften ebenfalls Pflicht.

Aber auch in Ländern, in denen das nicht verpflichtend geregelt ist, etwa in Spanien, Frankreich oder in Dänemark, wird es sehr empfohlen. Und das aus gutem Grund: Alle Verkehrsteilnehmer sind bei jedem Wetter einfach besser zu sehen.

Ohne gültigen TÜV ins Ausland fahren

Ja, zugegeben: Manchmal kommt der Urlaub wieder viel schneller, als man "TÜV" sagen kann – und ehe man sich versieht, sitzt man schon im Auto, während einem siedend heiß einfällt, dass die Hauptuntersuchung längst mal wieder fällig gewesen wäre.

Grundsätzlich ist das den Behörden im Urlaubsland zwar egal, aber wenn es zu einem Unfall kommt, kann euch das ganz schön auf die Füße fallen. Denn im Zweifel wird sich eure Unfall-Haftpflichtversicherung darauf berufen, dass euer Fahrzeug nicht mehr die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung erfüllt – und nicht für den Schaden aufkommen. Also lieber die TÜV-Fristen einhalten und das Risiko minimieren.

Sich allzu deutsch benehmen

Allzu deutsch benehmen sich eigentlich immer nur die anderen, oder? In Wahrheit sind wir aber alle nicht davor gefeit. Das geht schon bei dem vagen Gefühl los, sich den anderen Verkehrsteilnehmern allein dadurch überlegen zu fühlen, dass man zu Hause auf Autobahnen ohne Tempolimit fahren gelernt hat – und damit selbstverständlich der König der Straße ist. Auch die Tatsache, dass viele von uns die Verkehrsregeln von innen auf die Netzhaut tätowiert bekommen zu haben scheinen, ist manchmal nicht ganz hilfreich.

Verzichtet also darauf, andere belehren zu wollen, passt euch dem Verkehrsfluss im Urlaubsland an – und ihr werdet einen entspannten Urlaub verbringen. Wir wünschen eine schöne Zeit!

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