BRIGITTE-Probefahrt: Fiat 500

BRIGITTE-Autorin Franziska Wolffheim hat den neuen Fiat 500 getestet.

Auch mein siebenjähriger Sohn hat dieses seltsame Auto-Gen, das offenbar in den meisten männlichen Wesen steckt. Er kennt fast alle Modelle, und die Highlights des Italien-Urlaubs sind für ihn Fer-rari, Maserati und - mittlerweile Legende - der alte Fiat 500. Da kann nicht einmal der schiefe Turm von Pisa mithalten.

Letztes Mal aber war er völlig entfesselt: Der neue Fiat 500 rollte über Italiens Straßen! Kulleraugen, Kuppeldach, vorn und hinten das rote FIAT-Logo, Armaturenbrett und Tacho im Nostalgie-Look. Klingt ein bisschen nach Kindchenschema? Klar. Aber das stimmt nur halb. Der Dreitürer, den Fiat nun 50 Jahre nach dem Start des legendären "topolino” (Mäuschen) herausgebracht hat, sieht verdammt pfiffig aus. Und ist sogar schon ab 10 500 Euro zu haben. Das heißt: Man muss nicht unbedingt Ferrari fahren, damit einem die Leute hinterher schauen. Ciao, bello!

Die Probefahrt geht durch Berlin, ich fahre die 100-PS-Variante, überhole auf der Avus einen Dreier-BMW, was mich richtig zufrieden macht. Vor dem Manöver habe ich aller dings erst mal den "Sport"-Knopf gedrückt, danach ist das Retromobil deutlich agiler. Die Kurven nimmt er wendig und wirkt überhaupt sehr zuverlässig. Weil man recht hoch sitzt, hat man einen guten Straßenüberblick. Später auf der Autobahn bei Dauertempo 130, brummt der Motor nicht gerade leise, dafür wirft mir ein Lasterfahrer eine Kusshand zu. Zurück in der Stadt: Als ein Volvo-Fahrer entnervt seinen Einparkversuch abbricht, übernehme ich den Parkplatz gern und stelle meine kleine weiße Kugel (3,55 Meter Länge) mühelos ab. Und träume davon, mit dem Cinquecento durch italienische Dörfer, über toskanische Hügel zu fahren. Aber da muss man erst mal hinkommen. Kinder haben auf der Rückbank keine Probleme, größere Menschen durchaus. Der Kofferraum fasst zwar rund 185 Liter, aber bei langen Reisen hilft das nicht wirklich weiter. Also: Besser nicht zu viert über den Brenner nach Bella Italia fahren, auch wenn man dem Zwerg gern das Land seiner Urahnen zeigen möchte.

Den Fiat 500 gibt es mit zwei Benzinmotoren zur Auswahl (69 und 100 PS, CO2-Ausstoß 119 g/km / 149 g/km), die Dieselvariante mit Rußpartikelfilter hat 75 PS (111 g/km). Weil die Kugel mit Kultpotenzial auch und gerade Individualisten anspricht, kann man zwischen unglaublich vielen Ausstattungsmöglichkeiten wählen - mehr als 500 000, laut Fiat. Selbst den Zündschlüssel gibt es in neun Varianten.

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