VW Golf Cabrio: Oben ganz ohne

Schluss mit "Erdbeerkörbchen". Das neue VW Golf Cabrio hat das Zeug zum coolen Sommerhit.

VW Golf Cabrio in der VW-Trendfarbe "Dark Purple" - Favorit von BRIGITTE-Redakteurin Barbara Voigt.

Ja, ich gestehe: Nicht er hat mich nach 13 Jahren im Stich gelassen. Ich habe mich in seinen Cousin verguckt, der mir noch besser gefiel. Und nun ist mein Ex plötzlich wieder da. Dynamisch und attraktiv wie nie zuvor. Da muss ich jetzt durch.

Mein Ex, das war ein VW Golf Cabrio, das zu den 680 000 gehörte, die zwischen 1979 und 2002 verkauft wurden, eins dieser viel zitierten "Erdbeerkörbchen". Für die Sicherheit mag der Henkel, der auffällige Überrollbügel, ja gut gewesen sein, aber ein Blick zum Himmel mit schwarzem Balken mittendrin? Ging auf Dauer gar nicht.

Und der Eos, als Nachfolger vom VW Golf Cabrio auf den Markt geschickt? Voll raffiniert, sein modisches Metall-Klappdach, aber überhaupt nicht mein Geschmack . . .

Deshalb der Seitensprung, deshalb jetzt mein Dilemma. Denn mein Ex geht als neues VW Golf Cabrio in die Vollen mit allem, was mir früher bei ihm gefehlt hat: balkenfreie Sicht, größere Motoren-Palette inklusive Spritspar- Version, ESP und Berganfahrassistent, schnittige Seitenlinie mit betont flachen Fenstern, spitze A-Säulen mit schön schräger Windschutzscheibe, bulliges Heck mit knallroten VW-typischen Winkel-Lichtern, und eine Stoffmütze, die sich ohne Persenning-Gefummelnoch bis Tempo 30 in neun Sekunden selbst abdeckt.

Dass mir dieses Faltpatent ähnlich vertraut ist wie die Ladekante im cabriokleinen Kofferraum kommt nicht von ungefähr, sondern vom Audi A3. Der hat für den Open-Air-Golf ebenso Baukasten-Teile geliefert wie Eos und Scirocco. Warum Räder neu erfinden, die im Konzern schon gut rollen? Na eben.

Deshalb kann ich Kollegen nur bedingt folgen, wenn die zum neuen VW Golf Cabrio meinen: "solide bis in die Knochen", "fast ein unauffälliger Sonnenwagen", "braves Cockpit", "ohne das gewisse Etwas".

Mir jedenfalls beschert die Probefahrt ein warmes Coming-Home- Gefühl. Bis zu dem Moment, als ich richtig Gas gebe. Kick-down bei 210 PS - zisch, vorbei an zwei Wohnmobilen, dann schienenfest in die nächsten Kurven, ohne irgendwelche Schlinger-Ängste. So sicher habe ich mich früher nie gefühlt. Trotz Henkel . . .

INFO: Das VW Golf Cabrio (4,25 m lang, 1,78 m breit, 1,42 m hoch) kommt mit vier Benzin- und zwei Diesel-Varianten (105–210 PS). Eine Ausstattungslinie, aber sieben "Pakete" für optische und technische Features. Der sparsamste Diesel verbraucht 4,4 l/100 km (CO2: 117 g/km), der günstigste Preis liegt bei 23 625 Euro.

Text: Barbara Voigt
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