Porsche Boxster: Immer offen - für alles

Für die einen sind sie absolut daneben, für andere das Nonplusultra: Cabrios und Roadster wie der Porsche Boxster.

„Den muss man mal gefahren haben“, meint BRIGITTE-Redakteurin Barbara Voigt zum Porsche Boxster

Mein Mann wollte einen Kombi. „Falls mal jemand umzieht...“ Ich fand unsere Wohnung total in Ordnung, auch im Freundeskreis war niemand wechselwillig. „Warum denn kein Cabrio?“ Blöde Frage. „Hamburg ist zu nass, windig und kalt.“ Aber mein Mann war ein Schatz - und bald cabrio-verrückter als ich...

Mit klimaneutralen, sprich: beheizbaren Ledersitzen, Pavarotti und Piaf im CD-Player sowie Picknick-Korb auf der Rückbank waren wir zwischen Schleswig-Holstein und Südtirol unterwegs. Dieses Gefühl, luftig wie auf dem Fahrrad, aber doch etwas schneller durch die Landschaft zu segeln, war für uns die perfekte Form des Reisens. Sollten die Limousinen vorbeizischen. Kilometerfressen war nicht unser Ding, Kilometergenießen dagegen wohl. Und wenn es besonders schön war, rief ich gegen den Wind: „Wann wollten wir noch mal umziehen?“

Mein Mann ist vor acht Jahren gestorben. Auch unser Cabrio gibt es nicht mehr. Aber ich habe ein neues. Wieder mit Stoffdach, natürlich... Ein Blechklappdach, das viele als Klau- und Kälteschutz bevorzugen, wäre nichts für mich. Aber das elektrische Öffnen und Schließen lasse ich mir gefallen, vor allem mit einem Faltpatent, das ohne Abdeckung auskommt. Das sieht viel sportlicher aus als jeder Blechklappdeckel. Zum Beispiel hier:

Porsche Boxster - neu gestylt

Schönheits-OPs sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Das gilt auch fürs automobile Design. Aber dann rollt einer vor, den überlegte Schnitte und Aufpolsterungen viel attraktiver machen: Der neue Porsche Boxster steht breiter in der Spur als seine beiden Vorgänger, flacher geworden ist er und muskulöser mit bullig gewölbten Kotflügeln und auffälligen Seitenlinien, die hinten in wuchtigen Lufteinlässen münden.

Der Porsche Boxster, das Einstiegsmodell in die Porsche-Welt, ist halb so teuer wie das Cabrio der Image-Ikone 911, sorgt aber selbst an der Côte d’Azur für Aufsehen: „Der ist vielleicht schick...“, ruft mir eine Frau zu. Meint sie den Blaumetallic-Lack, den beigefarbenen Lederbezug der belüfteten Sportsitze oder den röhrenden Motor? Wahrscheinlich alles zusammen - denn bei den schnellen Schlitten aus Zuffenhausen soll die äußere Hülle die inneren Werte symbolisieren.

Das kann nur bedeuten: sportlich unterwegs sein. Mit bis zu 15 Prozent weniger Verbrauch als früher. Theoretisch. Die Versuchung ist zu groß, um nicht in fünf Sekunden von null auf 100 durchzustarten und selbst in den engsten Kurven alles wie am Schnürchen laufen zu lassen. Wenn der Satz „Der Weg ist das Ziel“ seine Berechtigung hat, dann im Porsche Boxster. Trotz tiefer Sitzposition ist der Verwirbelungsfaktor zwar ziemlich hoch, aber es gäbe auch ein Windschott.

Abends gucke ich aus dem Hotelfenster auf den Parkplatz und bin mir sicher: Diesen „Sportwagen unter den Roadstern“ wird niemand mehr wie früher als „Mädchen-Porsche“ belächeln. Und meinem Mann hätte er auch gefallen.

TOP und FLOP

  • Ambiente: Edel, aber nicht affig.
  • Fahrkomfort: Fantastische Lenkung, sportlich gesinntes Automatikgetriebe.
  • Stauraum: Wenig Ablagen, aber dank Mittelmotor zwei Kofferräume.
  • Umwelt: Beste Absichten (z.B. Start-Stopp- Funktion), nur noch nicht richtig zum Freuen.
  • Preis-Leistung: Vernünftige Serienausstattung, vieles (z.B. elektrisch verstellbare Ledersitze) gegen Aufpreis.

INFO: PORSCHE BOXSTER / BOXSTER S

Länge/Breite/Höhe: 4,37/1,80/1,28m

Motoren: 265/315 PS Spitzentempo: bis 277 km/h

Sprit: ab 7,7 l/100 km (CO2: ab 180 g/km)

Preise: ab 48 291 / 59 120 Euro

Text: Barbara Voigt
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