Saab 9-3 Cabrio

Ein Individualist wie viele andere.

Endlich sitze ich einmal in dem Auto, das zu Typen wie mir passt wie kein anderes: Ich bin schließlich Individualist. Jetzt mal gucken, wer mir nachguckt, wenn ich mit offenem Dach durch die City cruise. Wer sich für das am Straßenrand geparkte brandneue Cabrio interessiert, während ich bei Tchibo einen Kaffee trinke. Enttäuschung. Niemandem scheint aufzufallen, dass ich mich in einem sehr außergewöhnlichen Gefährt fortbewege und nicht in einem Massenauto (Vorjahresverkauf in Deutschland: ganze 1600 Stück).

Der neue Saab hat offensichtlich nicht mehr das, was die Marke über Jahrzehnte so einzigartig machte. Von außen betrachtet fehlt ihm einfach die gewisse eigenwillige Note. Am ehesten saab-typisch ist noch das Gesicht. Aber sonst? Die Seitenlinie ist keilförmig wie bei vielen, die Rückansicht mit ihren vielen Leuchten hat nichts originelles mehr wie etwa die Akkordeonkoffer-Form mit Dachrinne des ersten Saab Cabrios von 1986. Ich fürchte, der neue Saab hilft mir nicht entscheidendweiter, wenn ich zeigen will, dass ich kein Allerweltstyp bin.

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Letztes Jahr erlitt Saab in Deutschland einen Verkaufsrückgang um 18 Prozent. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Kultstatus der Marke angekratzt ist. Das schwedische Unternehmen gehört seit einiger Zeit wie Opel zum weltgrößten Autohersteller General Motors. Und so besteht der neue Saab 9-3 - schon seit gut eineinhalb Jahren am Markt - wie das Saab Cabrio im wesentlichen aus der Technik des Opel Vectra. Aber imagemäßig ist ein Opel halt so ziemlich genau das Gegenteil vom Kult-Saab.

Rein autotechnisch gibt's am 9-3 Cabrio nichts zu meckern. Es ist zweifelsfrei ein qualitativ besseres Auto, als es Saab je hätte eigenständig bauen können. Schon das Einsteigen macht Spaß, der Innenraum und das Armaturenbrett sind unauffällig, edel und funktional gestaltet. In 20 Sekunden ist das Dach per Knopfdruck geöffnet, der 175-PS-Motor ist bei meinem zügigen Start zwar nicht zu überhören, lärmt aber nicht nervend und nimmt die ersten Kurven und auch das folgende Kopfsteinpflaster problemlos. Bei geschlossenem Stoffdach wird es ab 110 km/h schon etwas lauter als bei manchen Konkurrenzmodellen, aber das Radio kommt gegen das Rauschen mühelos an. Beim Saab 9-3 Cabrio stehen drei verschiedene Benzinmotoren von 150 bis 210 PS zur Auswahl, die einfachste Ausstattungsvariante kostet 32800 Euro Grundpreis, das Spitzenmodell "Aero" 39750 Euro.

Dieter Kilian (Stand: September 2003)
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