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Bergsteigerdörfer Ist das der nachhaltigste Reisetrend 2023?

St. Antönien im Prättigau ist ein Bergsteigerdorf
St. Antönien im Prättigau ist ein Bergsteigerdorf
© SusaZoom / Adobe Stock
Zurück zu den Wurzeln, aber bitte zeitgemäß! Die Initiative Bergsteigerdörfer will weg von Liften und Bergrummel und hin zu einem nachhaltigen Alpintourismus, der die Natur wieder in den Fokus rückt.

Bergsteigerdorf, das klingt nach alpinen Abenteuern, nach Tra­dition und einem urwüchsi­gen, nachhaltigen Lebensstil. Genau den hatte der Österreichische Alpen­verein im Sinn, als er die Initiative mit dem markanten Namen ins Le­ben rief.

Aus den 15 österreichischen Orten der ersten Stunde sind inzwi­schen 35 im ganzen Alpenraum ge­worden, Tendenz vor allem in den letzten Jahren stark steigend – allein 2021 sind sechs Bergsteigerdörfer dazugekommen. Ganz neu dabei: die Schweiz mit St. Antönien in Graubün­den und Lavin, Guarda und Ardez im Unterengadin.

Die Orte, die Berg­steigerdorf werden möchten, müssen auf nachhaltigen Tourismus und sanfte Mobilität setzen, die Tradition und das Ortsbild erhalten und vor allem: aktiv die Natur schützen.

Die Initia­tive, zu der auch Italien mit Südtirol, Slowenien und Deutschland gehören, trifft einen Nerv. Immer mehr Men­schen wollen dem Massenrummel auf nachhaltige Art und Weise entflie­hen. Dabei soll es aber nicht zurück zum Tirolerhut ­und­ Bundhosen­-Berg­urlaub gehen – sondern zu einer Art Tourismus, der die Alpennatur auch für künftige Generationen erhält.

1) Klettern und wandern

St. Antönien ist das erste Schweizer Bergsteigerdorf. Hier bist du auf 1450 m in einer eindrucksvollen Bergwelt weitab der Alltagshektik. Wanderungen führen in die Einsamkeit der Berge, und für Schwindelfreie ist der Sulzfluh-Klettersteig ein echtes Abenteuer.

2) Skitouren

Wenn im Salzburger Lungau der Winter ins schneesichere Tal am Fuß der Niederen Tauern einzieht, brem¬sen die Schneemengen das Leben in Göriach, Bergsteigerdorf von 2021, noch weiter runter. Du schnallst Touren¬ oder Langlaufski an oder gehst rodeln – und fällst einfach aus der Zeit.

3) Wassersport und Baden

Kurvenreich geht’s hinauf auf das Hochplateau im österreichischen Kärnten, wo das Bergsteigerdorf Zell direkt an der Grenze zu Slowenien liegt. Als Ausgleich zum Wandern und Klettern in den Karawanken hüpfst du in den klaren Freibacher Stausee.

4) Seenplatte Macun

Aus den drei benachbarten Dörfern Lavin, Guarda und Ardez besteht das zweite Schweizer Bergsteigerdorf von 2021. Die kleinen Orte verzaubern mit ihrer traditionellen Engadiner Architektur und liegen zum Teil im einzigen Schweizer Nationalpark – der hier mit den 23 Bergseen der Seenplatte Macun lockt.

5) Inschriftenhöhle

Hinter Steinberg am Rofan, noch ein Neuzugang unter den Bergsteigerdörfern, ist die Welt zu Ende. Hier, vom Talschluss aus, führen unzählige Wanderwege in die Nordtiroler Berge. Mach dich auf und besuche unterwegs zum Schneidjoch die Höhle mit den rätselhaften Felsritzungen.

6) Wimbachklamm

Vier Bergsteigerdörfer gibt es in Deutschland, Ramsau am Fuß des Watzmanns im Berchtesgadener Land gehört dazu. Nicht verpassen solltest du hier eine Wanderung durch die Wimbachklamm, eine Traumwelt mit unzähligen Wasserfällen.

Philosophie: Bergsteigerdörfer vertreten Nähe ohne Respektlosigkeit, Genuss auf hohem Niveau, Bewegung aus eigener Kraft, Anregung ohne Hektik, Belebtheit ohne Lärm.

Gut zu wissen: Rund um die Bergsteigerdörfer finden sich nur wenige kleine oder gar keine Lifte und andere Aufstiegshilfen.

Mehr Infos: www.bergsteigerdoerfer.org; hier gibt es Broschüren zu den einzelnen Orten.

Bergsteigerdörfer: Ist das der nachhaltigste Reisetrend 2023?
© Marco Polo

 Der Tipp mit den Bergsteigerdörfern ist ein Auszug aus dem Marco-Polo-Trendguide "Wohin geht die Reise - Die besten Ziele für 2023". Das Buch verrät euch, welche Ziele 2023 angesagt sind - ausgewählt von Trendforschern und den Marco-Polo-Reiseexpert:innen. (12 Euro).

Brigitte

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