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Elektro oder Kraftstoff Welcher Autotyp bist du?

E-Auto: Eine Frau chillt im Kofferraum ihres Autos am Meer
© Alena Ozerova / Shutterstock
Du spielst mit dem Gedanken, dir ein E-Auto anzuschaffen, bist aber nicht ganz sicher, ob du damit glücklich wirst? Unsere Checkliste hilft dir garantiert auf die Sprünge. 

Elektroautos liegen im Trend und werden zurzeit sogar mit Steuermitteln gefördert. Auch Autobauer stecken jede Menge Kapazitäten und Energie in die Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer E-Flitzer. Doch zur Wahrheit gehört außerdem: Die E-Autos, die im Moment auf dem Markt sind, sind nicht unbedingt für jeden Menschen geeignet. Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir einen Elektrowagen anzuschaffen, solltest du folgende Punkte auf jeden Fall berücksichtigen.

E-Auto: Ist das was für dich? Diese Checkliste gibt dir Klarheit

1. Fahrverhalten

Die mit Abstand wichtigste Frage für die Entscheidung, welches Auto zu dir und deinem Leben passt, lautet: Wofür brauchst du den Wagen? Welche Strecken möchtest du damit im Alltag zurücklegen? Fährst du jeden Tag 20 Kilometer zur Arbeit und zurück mit einem Schlenker zum Supermarkt, bist du geradezu prädestiniert für ein E-Auto. Verbringst du dagegen täglich mehrere Stunden in deinem Wagen und legst Hunderte Kilometer darin zurück oder pendelst damit jedes Wochenende von Stuttgart nach Kiel, ist dein E-Moment noch nicht gekommen.

Zwar werden die Reichweiten von E-Autos von Jahr zu Jahr länger – es gibt sogar schon Modelle, mit denen du unter Idealbedingungen bis zu 500 Kilometer zurücklegen kannst –, doch so weit wie mit einem Benziner bringt dich ein Elektroauto noch nicht. Eventuell wäre ein Hybridfahrzeug die Lösung, das bei entladenem Akku auf Verbrennungsmotor umschaltet, allerdings fallen bei dieser Variante in der Regel die Summe der Nachteile von E-Auto und Benziner schwerer ins Gewicht als die Summe der Vorteile ...

2. Wohnverhältnisse

Wohnst du eher ländlich in deinem eigenen Haus mit Garage oder Carport? Top, dann kannst du für rund 2.000 Euro eine Wallbox installieren, über die du das Auto wunderbar aufladen kannst. Wohnst du wiederum in einer Mietwohnung in der Großstadt und hast öffentliche Ladestationen direkt vor der Tür, sollte es auch kein Problem sein, dein Fahrzeug, während zu zu Hause bist, schnell und sicher mit Saft zu versorgen. Elektroautos über eine herkömmliche Haushaltssteckdose zu laden, ist zwar ebenfalls möglich, kostet allerdings relativ viel Zeit (ca. 10 bis 14 Stunden) und kann bei veralteten Stromnetzen im schlimmsten Fall zu Kurzschlüssen führen. Die Ladeinfrastruktur an deinem Wohnort spielt auf alle Fälle eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen ein E-Auto.

3. Arbeitsverhältnis

Immer mehr Arbeitgeber richten in ihren Tiefgaragen oder auf den Parkplätzen für die Belegschaft Ladestationen für Elektroautos ein – deiner zufällig auch? Das wäre definitiv ein Argument für ein E-Fahrzeug, denn es würde dir Kosten ersparen und wäre sehr bequem.

4. Umweltaspekt

E-Autos sind keine veganen Spazierschuhe, auch sie belasten selbstverständlich die Umwelt. Neben der Produktion sind vor allem die Akkus ein Vergehen an unserer Erde. Doch im Vergleich zu Benzinern sind Elektrofahrzeuge auf jeden Fall umweltfreundlicher, insbesondere wenn du Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehst. Kannst du also auf ein eigenes Auto nicht verzichten, möchtest aber so nachhaltig wie möglich leben, spricht das sehr für einen E-Wagen.

5. Lärm

Die einen haben sich dran gewöhnt, andere stehen sogar sonntagmorgens um fünf Uhr auf, um den dröhnenden Start der Formel 1 nicht zu verpassen, und für wieder andere gibt es kaum ein schlimmeres Geräusch als das laute Gebrüll eines Verbrennungsmotors. Solltest zur letzten Kategorie gehören, ist es fast schon ein Muss für dich, die Ausbreitung von E-Autos mit einem Kauf zu unterstützen. Elektrische Fahrzeuge sind kaum zu hören, ein ganz leises, sanftes Summen, und das war's. 100 Prozent E-Autos auf den Straßen und das Stresslevel von Millionen von Großstädtern würde vermutlich mit einem Schlag um 50 Prozent fallen. Klingt das nicht im buchstäblichen Sinne ziemlich gut ...?!

6. Wartung und Verschleiß

Wer keine Ahnung von Technik hat, würde vielleicht vermuten, E-Autos wären wartungsintensiver als Benziner, doch tatsächlich ist offenbar das Gegenteil der Fall. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben diverse Verschleißteile, die regelmäßig ausgewechselt werden müssen: Zündkerzen, Filter, Zahnriemen, Kupplung und auch Bremsbelege verschleißen meist beim Kraftstoffwagen schneller. Zwar empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung auch bei Elektrofahrzeugen, doch weil weniger gemacht werden muss, ist die deutlich günstiger. Nur der Akku verliert an Power, aber bis es wirklich so weit ist, dass er ausgewechselt werden muss, sollte es mindestens um die acht Jahre dauern. Heißt also: Falls du selbst gerne an deinem Auto rumbastelst, wird dir bei einem E-Auto eventuell etwas fehlen, falls du mit Technik nichts zu tun haben magst – deine Gebete wurden erhört.

7. Kosten

Die Anschaffungskosten sind bei E-Autos derzeit trotz staatlicher Prämien und etwaiger Boni höher als bei Kraftstoff betriebenen Fahrzeugen. Wer seinen Wagen allerdings täglich nutzt und ihn etwa beim Arbeitgeber aufladen kann, wird dadurch im Laufe der Zeit so viel an Benzingeld sparen, dass es sich wieder rentiert. Auch die geringeren Wartungskosten eines E-Fahrzeugs können den höheren Kaufpreis mit den Jahren wieder wettmachen.

8. Das große Ganze

Sicherlich spielen die persönlichen Lebensverhältnisse die Hauptrolle bei der Kaufentscheidung eines Fahrzeugs. Trotzdem sollten wir uns auch klar machen: Wer ein E-Auto kauft, investiert damit in die Zukunft. Je mehr Elektrowagen nachgefragt werden, umso mehr werden Hersteller in ihre Weiterentwicklung sowie in Innovationen investieren. Jeder, der sich für ein E-Auto entscheidet, trägt dazu bei, dass es keine 20 Jahre mehr dauert, bis Elektromobilität für alle Menschen alltagstauglich und erschwinglich ist, sondern vielleicht nur 10. Sollte es also für dich und deine Lebensumstände in Frage kommen, ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, kannst du damit einen Beitrag leisten – zu Fortschritt und Innovation. 


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