Mit diesen Strategien hat Heimweh keine Chance

Ob Auslandsjahr, lange Reise oder Auswandern: Heimweh kann jeden treffen. Wie du damit umgehst, verraten wir hier. 

Das Zuhause ist nur einen Klick entfernt, ob über Social-Media-Kanäle, Webcams oder Videotelefonie – das Internet macht es uns möglich, ganz leicht mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Hat da überhaupt noch jemand Heimweh? Oh ja! Und was sich dagegen tun lässt, erfährst du hier.

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Was ist Heimweh?

Heimweh taucht auf, wenn wir unser gewohntes Umfeld, unser Zuhause verlassen und für längere Zeit weg sind. Das kann z. B. ein längerer Trip sein, ein Auslandssemester oder auch viel beruflich bedingtes Reisen. Denn die Sehnsucht nach dem vertrauten Zuhause empfinden nicht nur Kinder, es trifft auch Jugendliche und Erwachsene – und es ist völlig natürlich. So kann auch auf Fernweh Heimweh folgen! Es zeigt, dass wir uns nach etwas Vertrautem sehnen und drückt unsere Verbundenheit und ein Zugehörigkeitsgefühl aus. Vor diesem starken Gefühl ist niemand gefeit, auch wenn es einige stärker trifft als andere. Vor Jahrhunderten gingen einige Forscher sogar davon aus, dass man vor Heimweh sterben kann! Zum Glück wissen wir mittlerweile, dass das nicht passiert. Hier gibt es Tipps gegen Heimweh!

Die Sehnsucht nach dem Zuhause bei Kindern

Übernachtung bei einer Freund*in, die erste Klassenreise oder Ferienlager: Schon im Kindesalter lernen die Kleinen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich außerhalb der vertrauten Heimat zurecht zu finden. Dass das gar nicht so leicht ist, versteht sich von selbst. Wie du deinem Kind bei Heimweh hilfst und diesem vorbeugen kannst:

  • Soweit es in deinem Verantwortungsbereich liegt, beziehe dein Kind in die Entscheidung über den Aufenthalt und weitere Pläne mit ein. So kann es sich schon im Vorfeld darauf einstellen und mit dem, was kommt, vertraut machen
  • Sprich mit deinem Sprössling über die Reise und über die damit verbundenen Erwartungen und Pläne
  • Gerade jüngere Kinder neigen zu Heimweh, da sie die Eltern noch mehr brauchen. Sinnvoll ist es daher, dass ein älteres Geschwisterkind z. B. mit ins Ferienlager fährt
  • Gib etwas Vertrautes mit, wie z. B. den Lieblingsteddy, das an die Familie und das Zuhause erinnert
  • Besprecht vorher, wie und wie oft ihr Kontakt halten wollt
  • Packe ein Notfall-Päckchen, das das Kind öffnen darf, wenn das Heimweh zu stark ist. Darin kann sich z. B. befinden: Lieblingssüßigkeit, eine liebevolle Notiz mit aufmunternden Worten, evtl. ein persönlicher Brief, Familienfotos und das Lieblingsbuch oder -zeitschrift
  • Wähle bei der Verabschiedung positive Worte und vermeide solche, die Schuldgefühle machen könnten (z. B. "Wir wissen gar nicht, wie wir ohne dich zurecht kommen sollen.")
  • Hat dein Kind bereits Heimweh, erzähle ihm von deinen Erfahrungen und wie du damit umgegangen bist. Versuche Positives der Reise zu erfragen und hervorzuheben (z. B. tolle Ausflüge)

Heimweh bei Erwachsenen – 5 Strategien, die helfen

Bei Erwachsenen, die auswandern oder beruflich für längere Zeit in einer fremden Stadt (oder Land) sind, aber auch für Jugendliche, die einen Schüleraustausch oder ein Auslandsjahr absolvieren, ist Heimweh nicht ungewöhnlich. Manchmal tritt es erst nach Wochen auf, wenn sich die Aufregung und der Stress der Anfangszeit gelegt hat. Und wenn es dann hochkommt?

1. Gib Langeweile keine Chance

Auch wenn uns Langeweile ab und an mal guttun kann, ist sie langfristig für unser Wohlbefinden nicht von Vorteil. Hast du zu viel Zeit nachzudenken, stellt sich das Heimweh ein. Unternimm etwas in deiner neuen Stadt, lerne sie kennen! Schließe dich Kolleg*innen, Kommiliton*innen, deiner Gastfamilie oder anderen Schüler*innen an und unternehmt gemeinsam etwas.

2. Du bist nicht allein

Wie es dir in einer neuen Stadt gefällt, hängt stark mit deinem Umfeld zusammen. Mit Freunden und Bekannten Aktivitäten unternehmen, wie in Punkt eins, ist eine gute Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen, ob über einen Sportverein, ein Hobby oder eben aus dem beruflichen Kontext. Auch andere Plattformen kannst du nutzen, so gibt es auf Facebook & Co. Gruppen, in denen sich Neu-Ankömmlinge austauschen und Treffen vereinbaren.

3. Nach Hause telefonieren? Ja, und zwar ...

... nur ab und zu! Social-Media-Kanäle und andere Möglichkeiten, Kontakt nach Hause aufzunehmen, wie Messenger-Dienste und Videotelefonie, sind fein – so lange sie in Maßen benutzt werden. Klar ist es in einem Akutfall schön, mit den Liebsten zu Hause zu sprechen. Hängst du jedoch nur am Smartphone, kann sich dein Heimweh noch verstärken und du verpasst es, deine neue Welt und dein neues Zuhause richtig kennen zu lernen.

4. Ort zum Wohlfühlen

Einen Lieblingsplatz zu finden, kann ebenfalls bei Heimweh helfen. Das kann ein Restaurant sein (z. B. mit der vertrauten Landesküche), ein Café, ein Park oder ein anderer Spot, an dem du dich wohlfühlst.

5. Päckchen aus der Heimat

Du hast eine Freund*in, die gerade ein Auslandssemester macht oder in eine neue Stadt gezogen ist? Schicke ihr oder ihm ein Päckchen mit Spezialitäten aus eurer Heimat, Erinnerungsfotos und aufmunternde Worte – die- oder derjenige wird sich gleich viel besser fühlen. Aber auch selber die Familie oder eine Freund*in danach zu fragen, ist vollkommen in Ordnung – niemand erwartet von dir, ohne deine Lieblingsschokolade zu leben. 

Wenn mehr dahinter steckt

Vielleicht wolltest du aus dem Alltag und der Routine ausbrechen und dir einen Traum erfüllen – und nun merkst du, wie sehr du das Altbekannte vermisst. Heimweh kann nämlich auch ein guter Indikator dafür sein, welcher Weg der richtige und was dir wirklich im Leben wichtig ist. Wenn dein Heimweh einfach nicht verschwinden will, solltest du dich ernsthaft fragen, ob deine Entscheidung (z. B. für den Job im Ausland) noch immer die richtige für dich ist. 

Tipp: Bei Heimweh hilft manchmal schon der Austausch mit anderen – in der BRIGITTE Community hast du dazu die Möglichkeit.

Hier findest du zudem Ideen für ein Sabbatical sowie hilfreiche Tipps zum Sabbatical planen

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