Iran: Von Teheran bis Shiraz - berauschende Reisetipps

Überbordende Herzlichkeit und strengste Benimmregeln, feinsinnige Hochkultur und brachiale Religiosität: Im Iran begegnete BRIGITTE-Autorin Tania Kibermanis gelebter Widersprüchlichkeit - und atemberaubender Schönheit.

So sehr mich das Land auch reizte, ein bisschen blümerant war mir schon vor diesem Trip. Die Iran-Seite des Auswärtigen Amtes liest sich nämlich ungefähr so beruhigend wie der Narkoserisiko-Bogen vor einer Operation: Benimmregeln, Kleidungsvorschriften, Sicherheitshinweise, strikte Fotografierverbote.

Mit einem Stapel Kopftücher im Gepäck - oben ohne dürfte ich gar nicht einreisen! - mache ich mich auf nach Teheran, das im Landeanflug wie eine Flohmarktkiste aussieht, die jemand im Gebirge ausgekippt hat. Von allem ist was dabei: ein Haufen gebrauchter Schröddel hier, auch mal was Niegelnagelneues da, dazwischen ein paar verschnörkelte Schmuckstücke, und aus dem versmogten Grau ragt breitbeinig der Azadi-Turm, das Wahrzeichen der Über-Acht-Millionen-Metropole im iranischen Hochland.

Die Nasir-al-Molk-Moschee in Shiraz ist mit unzähligen Kacheln kunstvoll ausgeschmückt

"Welcome to Iran" -  grenzenlose Herzlichkeit an jeder Ecke

Optisch haut mich Teheran nicht aus den Schuhen, dafür brandet mir sofort eine derart grenzenlose Herzlichkeit entgegen, dass mir schon am ersten Tag die Mundwinkel vom vielen Zurücklächeln wehtun. 100-mal höre ich: "Welcome to Iran!"

Ich werde von Familien neugierig beäugt, von Frauengrüppchen auf der Straße nach Herkunft, Kinderzahl und anderen Lebensdaten befragt und immer wieder für Selfies mitten ins Bild gerückt. Als sei den Teheranern an nichts mehr gelegen, als das finstere Image ihres Landes mit formvollendetem Benimm zu korrigieren.

Hier treffe ich auch Fotografin Samaneh Khosravi, die als Iranerin mit Sprache und Spielregeln bestens vertraut ist. Da die Straßen so gut wie immer verstopft sind, fahren wir mit der U-Bahn - im knallvollen Frauenabteil, in dem unter der Hand mit heißesten Dessous, mit Einwegrasierern und Strümpfen gehandelt wird. Wir wollen nach Darband, ganz in den Norden der Stadt. Warum wir denn so weit raus müssten, nur um was zu essen, frage ich. "Weil das alle Teheraner machen“, sagt Samaneh. 

Will man die Iraner verstehen, muss man mit ihnen essen

Als wir schließlich zu Fuß die schmale und immer steiler ansteigende Straße hochschnaufen, neben der ein mächtiger Wildbach tost, verstehe ich warum: Mitten ins Gebirge ist ein wahrer Futter-Parcours gezimmert. Wie Schwalbennester kleben unzählige schrill bunt beleuchtete Restaurants nebeneinander am nackten Gestein.

An die Steilwände des Elburs-Gebirges schmiegt sich auf 1700 Höhenmetern die Teheraner Fressmeile Darband

Die meisten sind so mit Blumen, Teppichen und Lämpchen dekoriert, dass man die Auslage in den Vitrinen fast übersieht: kunstvolle Tableaus aus gegrilltem Gemüse, Fleisch und Reis in sämtlichen Variationen, monumentale Pistazienhügel, nach Farben geordnetes, eingelegtes Obst und Lavashak, die bizarrste Süßigkeit, die ich je gekostet habe, eine höllensaure, PVC-artige, knapp quadratmetergroße Matte aus gepressten Pflaumen und Granatäpfeln.

Gegessen wird ja in vielen Kulturen gern, aber ein so leidenschaftlich gefräßiges Völkchen habe ich noch nie erlebt. Will man die Iraner verstehen, muss man mit ihnen essen. Denn beim Essen vereinen sich landestypische Vorlieben: die für Geselligkeit zum Beispiel (Iraner sind am allerliebsten in großen Gruppen unterwegs) und die für Üppigkeit (im Iran muss es viel sein - ob es sich um Bauwerke, Möbel oder Speisen handelt). Und wo Alkoholverbot herrscht, kann Futtern durchaus eine Droge sein.

Magisch klingende Namen: Isfahan, Persepolis, Shiraz ...

Am nächsten Tag reisen wir Richtung Süden weiter. Isfahan, Persepolis, Shiraz: magisch klingende Namen. Aber zuerst Qom, heilige Stadt. Obwohl nur etwa 150 Kilometer von Teheran entfernt, ist von der Lebensfreude hier kaum noch etwas zu spüren. Wegen des Schreins der Fatima Masuma, Tochter des 7. und Schwester des 8. Imams gehört Qom zu den wichtigsten Wallfahrtsorten, wobei der Zwölfer-Schiismus, eine Strömung des auch nicht unkomplizierten Islams, so komplex ist, dass seine Erläuterung den Rahmen dieser Geschichte sprengen würde.

Der Dichter Saadi wurde um 1200 in Shiraz geboren, hier liegt er auch begraben - inmitten einer prächtigen Parkanlage

Von hier aus predigte einst der spätere Revolutionsführer Khomeini gegen den Schah, und rund um die goldbekuppelte Schrein-Moschee beherrschen schwarze Tschadore und ernste, turbantragende Mullahs der theologischen Hochschule das Straßenbild.

Ich suche ein unauffälliges Eckchen zum Rauchen. Am Rande des Hauptplatzes vor der Moschee schmaucht ein älterer Herr, ich geselle mich dazu, wir lächeln uns an. Sofort eilt ein diensteifriger Uniformträger heran und bedeutet mir streng, dass ich hier nicht zu rauchen habe. Der Herr darf unbehelligt weiterqualmen. Ich nicht. Weil ich eine Frau bin. Und keine Gleichstellungsbeauftragte weit und breit, bei der ich mich beschweren könnte.

Um das Grabmal des Ali-Abou-Hamze in Shiraz zu besuchen, müssen Frauen Tschador tragen. Geblümte Leihware gibt es vor dem Eingang.

Wie passen Herzenswärme, feinsinnige Hochkultur und drakonische Strafen zusammen?

Während dieser ganzen Reise arbeitet mein Hirn auf Hochtouren. Ich frage mich: Was ist Glaube, andere Kultur und damit unbedingt zu respektieren? Und wo beginnt die Verhämmertheit? Wer denkt hier wirklich mittelalterlich, und unter welcher Kopfbedeckung wohnt dagegen ausgesprochen liberales Gedankengut? Wie passen Herzenswärme, feinsinnige Hochkultur und drakonische Strafen wie Auspeitschen und monatelange Haft für Gotteslästerung zusammen? Und wie komme ich mit meinem europäischen Fahrgestell auf den islamisch-schiitischen Wegen klar? Streckenweise eiere ich sehr, und Samaneh und ich diskutieren uns täglich die Köpfe heiß.

Insgeheim bewundere ich die heitere Gelassenheit, mit der sie modern und gleichzeitig religiös sein, die Schattenseiten ihrer Heimat sehen und den Iran trotz allem so innig lieben kann.

Atemberaubende Architektur: Symmetrie bei gleichzeitiger Kingsize-Ornamentik 

Das verstehe ich spätestens dann ein Tickchen besser, als wir in Isfahan ankommen. Wie unfassbar schön es hier ist! Als wir durch eine Seitenstraße den Imam-Platz betreten, bekomme ich augenblicklich Schnappatmung: Fein ziselierte und mit üppigen Mustern bekachelte Moscheen und Paläste thronen an allen vier Seiten dieser grandiosen Komposition aus Wasserspielen und Wiesen, auf denen Familien flanieren oder zwischen zig Tupperdosen picknicken, und statt Autos fahren hier Pferdekutschen. Vor den Arkaden des Basars, der den Platz, einer der größten der Welt, komplett rahmt, sitzen kleine Gruppen von Architekturstudenten und zeichnen. Diese Weite, diese Symmetrie bei gleichzeitiger Kingsize-Ornamentik lässt mich alle paar Minuten hingerissen seufzen.

In Isfahan beginnt auch das Reich der persischen Kachel. Ich gestehe: Ich habe eine ausgeprägte Kachel-Passion und teile mit den Iranern die heiße Liebe zum Muster. Und hier ist ausnahmslos alles verziert, bemalt und verschnörkelt, vom Kuppeldach bis zur Teetasse.

Die Nasir-al-Molk-Moschee auch als "Rosa Moschee" bekannt und bei den Touristen wie Hochzeitspaaren wegen ihrer farbigen Glasfenster gleichermaßen beliebt

Im Basar gerate ich endgültig in einen Kaufrausch 

Im Basar drehe ich dann vollends durch: Überall wird gewerkelt, Kupferkannen werden gehämmert und anschließend mit feingliedrigster Emaille dekoriert, Stoffe werden bedruckt und bestickt, Teppiche geknüpft, dazwischen türmen sich Gewürze und Süßigkeiten. Aus jedem Material und mit jeder erdenklichen Technik entstehen hier Meisterwerke, und die sind auch noch so beschämend günstig, dass mich Samaneh immer wieder ermahnen muss: "Denk daran, das muss alles in den Koffer!" Trotzdem hilft sie mir schon nach einer Stunde beim Tütenschleppen.

In Warenaustauschsituationen wird im Iran übrigens, im Gegensatz zu arabischen Ländern, nicht immer gefeilscht. Dafür gibt es ein herrliches soziales Spiel, Taarof genannt, ein Höflichkeitsballett, zum Beispiel beim Bezahlen. Die Choreografie: Anbieten - Angebot wird freundlich abgewunken - wieder anbieten - das Gegenüber schwankt, leistet nur noch schwachen Widerstand - Beharren - das Gegenüber nimmt seufzend die Kohle entgegen und ergeht sich in Dankeshymnen.

Verschnaufpause vom Ornament gibt es nur im armenischen Viertel

Als wir in einem der kleinen Cafés im Basar ein Päuschen machen, kommen wir mit einer Architekturstudentin ins Gespräch, deren knallblaue Haare unter ihrem ausgesprochen luschig am Hinterkopf hängenden Hidschab herauslugen. Sie ist trotz ihrer erst 19 Jahre von unaufgeregter Lässigkeit und plaudert in akzentfreiem Englisch: "Klar schauen mich die Leute manchmal komisch an. Aber wirklich Ärger habe ich wegen meiner Haare oder Tattoos noch nie bekommen." Sie lebt mit Mutter und Oma zusammen, hat einen "Boyfriend", ohne mit ihm verheiratet zu sein - was im Iran normalerweise auch nicht erlaubt ist.

Isfahan gefällt mir von Minute zu Minute besser. Sehr sympathisch auch, dass die Armenier hier eine große Community haben. Das steinfarbene, armenische Viertel mit seinen vielen Restaurants und Cafés mutet etwas europäischer an und lässt uns ein paar Stunden Verschnaufpause vom Ornament.

Persepolis und Shiraz: Nie war skandinavisches Design weiter entfernt als hier  

Einst Hauptstadt des Perserreiches: Persepolis

Mit der nächsten Station unserer Reise erfüllt sich für mich ein Kindheitstraum: Persepolis. Schon von Weitem sehe ich die Säulen, wie sie sich in den blauen Himmel recken, und muss fast heulen. Wir wandeln zwischen den monumentalen Palastruinen, vorsichtig fahre ich mit dem Finger über die Inschriften. 2500 Jahre Hochkultur, Reliefs, auf denen sich Abgesandte sämtlicher Völker die Hände reichen, und alles ist von einer solchen Grandiosität, dass ich mich erst dann mühsam losreißen kann, als die Anlage bei Sonnenuntergang schließt und die Museumswärter uns verscheuchen.

Glaubte ich noch in Isfahan, das Maximum an Dekor sei erreicht, stehe ich im knapp 500 Kilometer südlich gelegenen Shiraz kurz vorm Synapsenkollaps: In der Nasir-al-Molk-Moschee sind es nicht nur Kacheln, kunstfertigst ineinandergeschachtelte Kuben, sondern auch die bunten Glasfenster, die den Raum in einen psychedelischen Farbrausch tauchen. Nie war skandinavisches Design weiter entfernt als hier.

Heute sprudelt rotes Wasser aus den Brunnen

Wie überall in schiitischen Regionen wird in Shiraz gerade der Todestag des Imams Hussein gefeiert. Einerseits ist mir etwas mulmig zumute, als ich die schwarz beflaggten Straßen, Gebäude und Brunnen sehe, aus denen heute rotes Wasser sprudelt, um an den Märtyrertod des 3. Imam zu erinnern.

So eine brachiale Religiosität habe ich noch nie erlebt: Männer geißeln sich zum Takt einer Trommel mit Ketten, Frauen schlagen sich mit der flachen Hand auf die Brust, Samaneh ist still, in sich zurückgezogen. Doch im Getümmel werde ich immer wieder zu Keksen, Getränken und Selfies eingeladen. Die Leute wollen ihr Fest mit mir teilen, und plötzlich scheint es mir arrogant, das abzulehnen, bloß weil ich solche Religiosität nicht empfinde.

Soll man also in den Iran fahren? Unbedingt! Nicht nur, um überbordende Herzlichkeit zu erleben, um Bauten von markerschütternder Schönheit zu sehen und den Begriff "Fressorgie" genussvoll auszuloten, sondern vor allem, um etwas zu lernen: über Gastfreundschaft, über Mut und über Dankbarkeit - dafür zum Beispiel, dass ich selbst entscheiden darf, was ich auf dem Kopf trage.

Tanias Reisetipps für den Iran

Hinkommen & Rumkommen

Individuelles Reisen ist im Iran zwar kein Problem, komfortabler sind aber Gruppenreisen. Der "Freundeskreis Kulturreisen" bietet vom 8. bis 20. November 2019 wieder die Tour "Frauen im Iran" an, an der das BRIGITTE-Team teilnahm. 12 Nächte inkl. Flug, HP, Visum, Transfers und Besichtigungen ab 2948 Euro (www.freundeskreis-kulturreisen.de).

Übernachten

Marlik Hotel. Von der klotzigen Außengestaltung nicht täuschen lassen - drinnen sind es umso mehr Bordüren und Säulen! Filmkulissenhafte Empfangshalle, in den Zimmern eine verwegene Mischung aus Ornament und Resopal, dazu gibt es einen Wellnessbereich, und zentral liegt es auch. DZ/F ab 65 Euro (Teheran, 61, Somayeh Street Ecke South Mofatteh Street, Tel. 21 88 32 80 01, www.marlikhotel.ir).

Kojeen See you in Iran Hostel. In der sympathisch-schlichten Unterkunft mit Café kann man nicht nur nächtigen, sondern vor allem auch mit Einheimischen in Kontakt kommen - die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, der "Iranophobia" mit Austausch zu begegnen. Sehr empfehlenswert! DZ/F ab 28 Euro (Teheran, 2, Vahdati-Manesh (3rd) Dead End, South Kheradmand St., Karimkhan Ave, Tel. 21 88 83 22 66, www.seeyouiniran.org).

Abbasi Hotel. Die alte Karawanserei in Isfahan prunkt mit einem verwunschenen Innenhof, Teesalon und Hunderten Nischen. Wenn irgendwo der Begriff "1001 Nacht" passt, dann hier! DZ/F ab 100 Euro (Isfahan, Amadegah Street, Tel. 31 32 22 60 10, www.abbasihotel.ir).

Karimkhan Hotel. Mit vielen traditionellen Details liebevoll eingerichtet liegt das Haus in Shiraz zentral zwischen dem Basar und dem märchenhaften Eram-Garten. Bezaubernd: der Teesalon mit den bunten Glasfenstern! DZ/F ab 43 Euro (Shiraz, Roodaki St., Tel. 71 32 33 50 01, www.karimkhanhotel.ir).

Genießen

Diamond Cafe. In der Nähe der Teheraner Uni trifft sich hier die moderne Jugend, der Kaffee ist fantastisch, das Frühstück lecker und die Eisportionen (ca. 4 Euro) mehr als üppig. Sehr hübscher Innenhof zum Sitzen! (Teheran, 33, Fallahpour St.)

Darband. Im Norden Teherans reiht sich ein Lokal ans nächste, es gibt Süßes und Saures, Fleisch und Fisch, und es ist wegen der frischen Luft (!) ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische. Von hier aus kann man auch Wandertouren machen. Unbedingt feste Schuhe mitnehmen - der Weg ist steil, und der Wildbach sorgt für ordentlich Nässe unter den Füßen! (Mit der U-Bahn bis Tajrish fahren, von dort aus ein Taxi nach Darband nehmen, ab dem kleinen Platz mit dem Bergsteigerdenkmal die einzige Straße bergauf.)

Naghsh-e-Jahan Restaurant. Mitten im Basar von Isfahan liegt dieses wunderschöne, traditionelle Restaurant im ersten Stock. Hier wird zwischen handbemalten Wänden auf teppichgeschmückten Diwanen gespeist, grandios ist die Spezial-Kebab-Platte für 2 Personen (16 Euro) - unbedingt verschiedene Soßen bestellen! (Bei der Lotfollah-Moschee am Imam-Platz in den Basar, links halten, beim zweiten Springbrunnenplätzchen dann die Treppe links hoch.)

Hermes Restaurant und Café. Wenn man sich nach Tagen des Ornament-Overkills und traditioneller Kost mal wieder nach etwas kühlem Design sehnt und eine Mischung aus persischer und italienischer Küche zu schätzen weiß, dann ist man in diesem stylishen Laden in der Nähe der Vank-Kathedrale im armenischen Viertel von Isfahan genau richtig. Der "Spicy Chicken"-Salat (ca. 6 Euro) ist klasse (Isfahan, Jolfa Square Alley, Nähe Nazar St, Tel. 31 36 29 33 49).

Restaurant Kateh Mas. Im höhlenartigen Gewölbe eines ehemaligen Hamams in Shiraz sitzt man an langen Holztischen, und die großartige Küche ist für iranische Verhältnisse auch mal etwas pikanter. Besonders empfehlenswert: das butterweich gekochte Lamm mit Reis und Sesampaste für ca.8 Euro (Shiraz, Lotf Ali Khan St., Tel. 71 32 23 18 18).

Erleben

Tajrish Basar. Der kleine Bruder des Großen Basars liegt im aufgeräumteren Norden Teherans, ist nicht ganz so wühlig, es wird mehr Kunsthandwerk geboten - und an jeder Ecke finden sich Restaurants und Imbisse. Direkt am Basar liegt der Imamzadeh-Saleh Schrein, eine sehr beliebte Pilgerstätte, die man ebenfalls besuchen kann (Tajrish Square).

Saadabad-Palastanlage. Zwar hat sie 18 (!) prachtvolle Gebäude zu bieten, trotzdem ist die ehemalige Sommerresidenz der persischen Schahs nicht gar so überlaufen wie der ebenfalls sehenswerte Golestan Palast. Ein Highlight: das Miniaturmalereimuseum (vom Tajrish Square ca. 800 m zu Fuß durch die Sa’adabadstreet).

Vank-Kathedrale. Dass man den Imam-Platz und den Basar in Isfahan unbedingt besuchen muss, versteht sich von selbst. Aber nicht weniger sehenswert ist das armenische Viertel mit der byzantinischen Erlöser-Kathedrale und den vielen belebten, überraschend europäisch anmutenden Cafés drum herum (Isfahan, Stadtteil Jolfa, Vank Church Alley).

Persepolis. Die monumentale Hauptstadt des persischen Weltreichs ist so unfassbar grandios, dass ich nur sagen kann: Muss man sehen! (Ca. 60 km von Shiraz entfernt, von dort aus werden überall Touren mit dem Bus oder Sammeltaxis angeboten.)

Rosa Moschee. An fantastischen Moscheen mangelt es im Iran wahrhaftig nicht, die allerschönste aber ist die Nasir-al-Molk- Moschee in Shiraz mit ihren Millionen Mosaiken und den farbrauschhaften Glasfenstern. Eintritt: 3 Euro (Shiraz, Lotf Ali Khan Street).

Hafez- und Saadi-Mausoleen. In Shiraz ruhen die berühmtesten Dichter des Landes in malerischen, weitläufigen Gartenanlagen, in denen man herrlich flanieren und in Buchläden auch sehr schöne Ausgaben ihrer Werke in Deutsch und Englisch kaufen kann. Eintritt jeweils 4 Euro (Shiraz, Saadi-Mausoleum: Bolvar-e Bustan; Hafez-Mausoleum: Bolvar-e Golestan).

Lesen

Wer sich für das Leben von Frauen im Iran interessiert, dem sei der Bildband "Among Women" von Fotograf Samaneh Khosravi ans Herz gelegt! (96 S., 29,95 Euro, Kerber Verlag, www.samaneh.de)

Gut zu wissen

Für Frauen gilt: ohne Kopftuch keine Einreise. Die Kleidung muss Handgelenke und Knöchel bedecken, das werte Hinterteil gleich doppelt. Pack also das Längste und Sackartigste ein, das du besitzt. Offene Schuhe sind kein Problem. Fotografiere NIEMALS Polizei, Demonstrationen oder öffentliche Einrichtungen. Kaufe vor Ort ein paar Süßigkeiten, die du anbieten kannst, wenn du von gastfreundlichen Iranern gefüttert wirst - was garantiert der Fall sein wird. Gönn dir in Teheran ruhig ein Taxi, das ist mit im Schnitt fünf Euro für eine Fahrt quer durch die Stadt unglaublich billig. Das Geld allerdings ist abenteuerlich: ca. 50 000 Rial entsprechen einem Euro. Als Alltagswährung haben sich die Iraner den Toman eingeführt, bei dem man einfach eine Rial-Null streicht. Preise, etwa auf Basaren, sind normalerweise in Toman ausgezeichnet.

Unbedingt mitnehmen

Ausreichend Bares! Vor Ort gibt es so gut wie keine Möglichkeit, an Geld zu kommen, ebenso wenig kann man mit Kreditkarte zahlen.

Telefon

Die Landesvorwahl des Iran ist 00 98. Am Flughafen Teheran bekommt man für 10 Euro eine iranische SIM-Karte mit Guthaben, das locker für 2 Wochen Aufenthalt reicht; vom deutschen ins iranische Netz kostet es ansonsten 2,99 pro Minute.

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Iran: Frauen protestieren mit verbotenem Tanz
BRIGITTE 04/2019

Wer hier schreibt:

Tania Kibermanis
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