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Istrien Zu antiken Stätten und ins glasklare Meer

Istrien: Zwei Frauen am Strand
© Isabela Pacini
Seit ihr klar geworden ist, dass ihre große Tochter bald nicht mehr mit in den Familienurlaub fährt, möchte BRIGITTE-Redakteurin Stefanie Hentschel jede Gelegenheit nutzen, um noch mal zusammen zu verreisen. Nach Istrien zum Beispiel, wo es von antiken Stätten zum Bad im Meer nur ein Katzensprung ist.

Wie hält man es in Kroatien eigentlich mit dem Nacktbaden? Da drüben auf den Felsen stehen ein paar Leute und fotografieren sich mit ihren Handys. Wären die schockiert, wenn sich eine Endvierzigerin vor ihren Augen das Kleid vom Leib reißen und ins Wasser hüpfen würde?

Badespaß am Zarečki Krov

"Mama, jetzt komm schon rein, die siehst du nie wieder!", ruft Lucie, 15, aus dem kristallklaren Becken, in das der glitzernde, um diese Jahreszeit nur ganz feine Tropfenvorhang des Wasserfalls Zarečki Krov plätschert. Es sieht unglaublich verlockend aus, meine beiden Töchter sind längst drin, aber die haben ja auch Badeanzüge an. Ich hatte nicht mit so schönem Wetter gerechnet und meinen im Hotel gelassen – wenn’s ums Baden geht, sind meine Kinder tatsächlich vorausschauender als ich. Doch dann kommt die Sonne hinter einem Wölkchen hervor, ich denke: "Genau, die seh ich nie wieder!", ziehe blitzschnell mein Kleid über den Kopf und stürze mich ins wirklich eiskalte Wasser. Schwimme zu Lucie und Lilo, unserer 13-Jährigen, unter den Wasserfall und recke mit ihnen die Arme hoch in den Schwall, der auf unsere Köpfe pladdert wie eine natürliche Dusche. Wahnsinn, ist das toll!

Istrien: Baden am Wasserfall
Drin! Baden im eiskalten See am Wasserfall Zarečki Krov
© Isabela Pacini
Ein bisschen bin ich hier in Istrien, um genau solche Momente einzusammeln und sie in eine innere Schatulle zu packen für die Jahre nach den gemeinsamen Familienurlauben mit Lucie, Lilo und Daniel, meinem Mann.

Es war vergangenen Sommer, als Lucie Daniel und mich geschockt hatte mit der nüchternen Feststellung, dass sie ja nur noch zweimal Sommerferien habe in ihrem Leben: einmal nach der zehnten Klasse und einmal nach der elften. Dann macht sie Abi, und dann fährt sie, völlig klar, nicht mehr mit ihrer Familie weg. Darüber hatte ich bis dahin einfach noch nicht nachgedacht: dass unsere Reisen zu viert natürlich irgendwann mal ein Ende haben würden. Familienurlaub ist mir heilig – die Chance, zusammen Neues zu erleben und Erinnerungen zu schaffen, die vielleicht nicht für alle vier gleich, aber im Idealfall für alle gleich schön sind. Und das soll jetzt wirklich bald vorbei sein?

"Lass uns noch ganz oft zusammen wegfahren, solange Lucie noch mitkommt", habe ich zu meinem Mann gesagt. Und so sind wir hier in Istrien gelandet, auf der großen Adria-Halbinsel im Norden von Kroatien, wo man auch im Oktober noch in einem Bergsee unterm Wasserfall baden kann.

Glamping an der Westküste Istriens 

In den Sommerferien zelten wir immer, das Gefühl von Natur und Draußensein lieben wir alle vier. Dieses Mal gönnen wir uns zum ersten Mal die Luxusvariante: Glamping, glamouröses Camping – in Istrien sehr beliebt. Vergessen Sie alles, was sie übers Zelten zu wissen glaubten: Unser schneeweißes, fest montiertes "Sunset Premium Glamping Seafront Tent" im "Istra Premium Camping Resort" in Funtana an der Westküste hat zwei separate Schlafkabinen, eine voll ausgestattete Küche, ein eigenes Bad mit Dusche, eine Klimaanlage und einen Fernseher! Den aber kein Mensch braucht, denn direkt unterhalb unserer Terrasse liegt das Meer und bietet ein sehr viel unterhaltsameres Programm.

Istrien: Glamping im Grünen
Schick Glamping setzt sich aus Glamour und Camping zusammen – passt, wie man sieht
© Isabela Pacini

Am Tag nach dem Zarečki Krov kommt das Wasser auch von oben – als Regen. Was mir gar nicht so unrecht ist: Ich wollte mir sowieso im Nachbarort Poreč die Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert anschauen. Die ist Unesco-Weltkulturerbe, und Daniel spottet gern, dass ich diesen magischen sechs Buchstaben nirgendwo auf der Welt widerstehen kann. Den Kindern biete ich als liebe Mutter an, dass sie auf dem Glamping-Platz bleiben können, lesen, Handy gucken, und wenn das Wetter besser wird, machen vielleicht sogar die Wasserrutschen auf. Zu meiner großen Überraschung wollen aber beide mit. Da bin ich schon ein bisschen stolz auf meine Brut. Der Einzige, der den Kulturtrip schwänzt und im Zelt bleibt, ist Daniel.

Was er hinterher tatsächlich bereut, als wir ihm von den goldschimmernden Mosaiken in der Basilika vorschwärmen und vom Glockenturm wie aus Hitchcocks "Vertigo". Ein bisschen sehnsüchtig guckt er zum Turm hinüber, als wir abends zum Essen noch mal nach Poreč fahren. Das Wetter ist wieder schön, und wir gönnen uns ein todschickes Dinner im Restaurant "Sveti Nikola" im Hafen. Auf der Vorspeisenplatte liegt Scampi-Tatar neben einer Fisch-Pannacotta auf Grana-Padano-Chip mit Kirschsoße, und sogar Lilo isst alles bis zum letzten Tatar-Krümel auf. "Was ist eigentlich mit dir passiert?", fragt die große Schwester befremdet. "Noch bis vor zwei Wochen hast du doch nichts als Pfannkuchen gegessen!?"

Istrien: Schön hergerichtetes Essen im Restaurant
Wie gemalt Vorspeisen vom Feinsten im Restaurant "Sveti Nikola" in Poreč
© Isabela Pacini

Olivenöl-Tasting in der Hightech-Mühle 

In der Tat hören die Kinder nicht auf, mich zu überraschen, was das Essen angeht. Wir haben uns in der Ölmühle von Familie Chiavalon zu einem Olivenöl-Tasting angemeldet. Die Öle, die die Brüder Tedi und Sandi erzeugen, werden zu den besten der Welt gezählt. Und auch wenn wir bisher kein derart gutes Tröpfchen bei uns im Regal hatten, wird in unserer Hamburger Küche doch so ziemlich jeden Tag etwas mit Olivenöl zubereitet – da kann es nicht schaden, mal von Profis etwas darüber zu lernen.

Der Tisch fürs Verkosten, das wie eine Weinprobe funktioniert, nur eben mit Öl, ist in der Mühle aufgebaut. Alles Hightech und Edelstahl, nichts mit alten Steinen und Holzfässern, wie ich mir das vorgestellt hatte. Man kostet pures Olivenöl aus Trinkgläsern, und auch hier machen die Kinder alles mit, nippen an der fetten goldenen Flüssigkeit und lernen bereitwillig alles über Geruch, Geschmack und Nachgeschmack.

Es ist aber auch spannend, Tedi, mit 44 der ältere der Chiavalon-Brüder, zuzuhören. Er erzählt, dass er 18 war und Sandi 13, als sie erst ihren Opa und kurz darauf ihren Vater verloren haben. "Wir standen vor dem Nichts", sagt Tedi. Zum Andenken an Vater und Großvater pflanzte die Familie jeweils 50 Olivenbäume, die zum Grundstock für ihren heutigen Besitz wurden – rund 8000 Bäume. Sandi konnte sich schon als Teenager für die knorrigen Gewächse und das Öl begeistern, und seiner Leidenschaft ist es zu verdanken, dass die Chiavalons in die Ölproduktion eingestiegen sind. "Wenn man aber mir mit 18 gesagt hätte, dass ich damit mal mein Geld verdiene, hätte ich nur gelacht", sagt Tedi. "In dem Alter dachte ich noch, ich arbeite später mal in einer Bank oder so."

Augenblicke, die eine Reise mit der Familie so besonders machen

Kulinarisch an ihre Grenzen kommen Lucie und Lilo nur bei der Eselsalami in der "Konoba Bokoon", die auf unserem Glamping-Platz traditionelle istrische Küche serviert. Ich probiere die Wurst auf der Vorspeisenplatte, die sensationell aromatisch schmeckt, und Lucie ist fassungslos ob meiner Verrohung, dass ich tatsächlich ein niedliches Grautier esse. Seit sie ein Baby war, ist ihr Lieblingsplüschtier ein Esel namens Herr Esi, den wir früher immer mit ausgesucht distinguierter Wortwahl haben sprechen lassen. Jetzt sagt sie entsetzt mit Herr-Esi-Stimme: "Aber Frau Stefanie, was machen Sie denn da? Ich erkenne Sie ja gar nicht wieder!" Es sind genau solche Augenblicke, die unsere Familienreisen für mich ausmachen: diese Mischung aus lieb gewonnenen Erinnerungen und neuen Erlebnissen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das sein wird, solche Momente irgendwann nicht mehr mit der ganzen Truppe zu teilen.

Istrien: Vier Personen sitzen auf einer Mauer
Alle viere (v. l.) Lilo, Stefanie, Lucie und Daniel vor der römischen Arena in Pula
© Isabela Pacini

Heute schwänzt Daniel das Kulturprogramm mal nicht und kommt mit nach Pula, der Stadt an Istriens Südspitze. Pulas Hauptsehenswürdigkeit ist das römische Amphitheater, ein fantastisch erhaltener kleiner Bruder des Kolosseums in Rom. Die Kinder, eben noch dösig von der Fahrt, erwachen zu unerwartetem Interesse. Wann sind uralte Steine eigentlich cool geworden? Na, mir soll’s natürlich recht sein. Sie hören gespannt zu, als ich aus dem Reiseführer von Gladiatorenkämpfen und Seeschlachten vorlese und wollen immer noch mehr wissen.

Daniel wanzt sich zu diesem Zweck an eine deutsche Schulklasse ran – die Jugendlichen lehnen schlaff an einer Mauer und lassen sich vom Vortrag einer Fremdenführerin berieseln. Dabei versucht mein Mann so zu wirken, als stünde er nur rein zufällig daneben. Aber die Führerin lässt sich nicht foppen. "Sie können bleiben. Ich sehe doch, dass Sie zuhören", bellt sie. Wahrscheinlich freut sie sich einfach über den einzigen interessierten Gast ihrer Tour.

Über Buckelpisten zu schneeweißen Felsen und hellgrünen Pinien

Danach fahren wir weiter zum Kap Kamenjak, dem Naturschutzgebiet im Süden von Pula, das atemberaubende Felsbuchten haben soll. Über abenteuerliche Buckelpisten erreichen wir den Strand Njive, es ist inzwischen Nachmittag und das Licht einfach magisch, es lässt die schneeweißen Felsen, die hellgrünen Pinien und den blauen Himmel nur so leuchten. Wir gehen alle vier ins Wasser, dass zwar wild aufgepeitscht, aber immer noch angenehm warm ist. Und vor ein paar Stunden standen wir noch zwischen den 2000 Jahre alten Steinen des Amphitheaters – was für ein Tag!

Auch in Rovinj, der letzten Station auf unserer Reise, funktioniert die Kombi aus Sightseeing und Baden am selben Tag ganz hervorragend. Rovinj ist zweifellos das hübscheste Städtchen von ganz Istrien. Wir bummeln durchs Gassengewirr und sehen hinter jeder Ecke, um die wir biegen, etwas Neues: einen überwucherten Durchgang, ein Heiligenbild, ein verstecktes Café. Und dann holen wir mal eben die Schwimmsachen aus der zauberhaften "Villa Tuttorotto", unserem Hotel mitten in der Altstadt, und steigen die Treppe unterhalb der Kirche hinunter zu den Badefelsen. An manchen sind kleine Leitern angebracht, die es einem noch leichter machen, in die Adria einzusteigen, und wenn man erst mal drin ist, sieht man vom Wasser aus die Mauern der Stadt und hoch oben die Kirche der Heiligen Euphemia. Ein Tourist ruft seiner Frau auf Deutsch zu: "Guck mal, da baden welche!", und sie ruft zurück: "Hab schon ein Foto gemacht!" Offenbar wird durch uns die Küste von Rovinj erst so richtig malerisch.

Die Einzigen, die es uns in Istrien schwer machen, sind die Delfine. Um die Halbinsel herum gibt es eine große Population, und ich wollte den Kindern so gern welche in freier Wildbahn zeigen. Möglicherweise wollte aber vor allem ich unbedingt welche sehen. Damit das auch umweltfreundlich zugeht und wir die Tiere nicht belästigen, hatten wir uns mit Nikola, einem erfahrenen Skipper, verabredet, der uns mit seinem Boot zum Delfinegucken raus aufs Meer bringen wollte. Am ursprünglich ausgemachten Tag ist das Wetter dann aber viel zu schlecht. Wir verabreden einen neuen Anlauf für zwei Tage später. Da scheint zwar die Sonne, aber Nikola sagt, dass es wegen des Windes leider, leider wieder nicht geht. Ich bin so enttäuscht, dass die Kinder mich trösten. "Das ist wirklich schade", sagt Lilo, "aber ich bin nicht so enttäuscht wie du. Ich war ja Zipline-Fahren und du nicht, darum ist es für dich schlimmer." Das rührt mich so sehr, dass meine Laune sofort wieder gut wird. Die Zipline in Pazin ganz am Anfang unserer Woche war wirklich toll, eine ganz lange Seilrutsche, mit der die Kinder über eine Schlucht mit Fluss und Höhlen gesaust sind – Daniel und ich haben uns das im Leben nicht getraut. Dass diese paar Minuten Flitzefahrt für Lilo aber offenbar das Highlight in einer Woche Familienurlaub waren, war mir nicht bewusst.

Istrien: Altstadt
Snacks & the City Im "Tunaholic" in Poreč gibt’s lecker frittierten Tintenfisch
© Isabela Pacini

Abschluss im "Café Delfin"

Am letzten Tag trinken wir noch einen sonnigen Abschieds-Cappuccino im Hafen von Rovinj. Da sagt Lucie: "Guck mal, wie das Café heißt, in dem wir sitzen, Mama." Es heißt "Café Delfin". Ich muss lachen. Und Daniel sagt: "Das ist ein Gruß von den Delfinen! Du sollst nicht aufgeben. Nächstes Mal siehst du welche." Na, an mir soll’s nicht scheitern. Vielleicht kommt dann ja sogar unsere Große noch mal mit.

Stefanies Reiseipps für Istrien

Hinkommen und rumkommen

Eurowings und Lufthansa steuern ab etlichen deutschen Flughäfen Pula an. Tickets gibt es an manchen Terminen bereits ab 90 Euro. Vor Ort braucht man ein Auto. Alle großen Mietwagenfirmen sind in Istrien vertreten.

Hotels in Istrien

Istra Premium Camping Resort. 5-Sterne-Campingplatz direkt am Meer, mit Pools, Wasserrutschen, Bungalows mit eigenem Whirlpool etc. Wir haben im "Sunset Premium Glamping Seafront Tent" übernachtet, einem voll ausgestatteten Zelt für bis zu fünf Personen, das eher ein Ferienhäuschen mit Stoffwänden ist. Am schönsten fanden wir die Plätze 65 und 66, auf denen nicht mal ein kleiner Spazierweg die Terrasse vom Meer trennt. Übernachtung für 2 Pers. ab 66 Euro (Funtana, Grgeti 35, Tel. 052/46 50 00, camping-adriatic.com).

Villa Tuttorotto. Der Name bedeutet "alles kaputt" und bezieht sich auf eine Anekdote aus dem Jahre 1950, als der 500 Jahre alte kleine Stadtpalast in sehr schlechtem Zustand war. Mittlerweile ist er liebevoll restauriert und das perfekte Stadthotel: mitten in der hübschen Altstadt von Rovinj gelegen, nur 7 Zimmer, alle mit Blick zum Hafen (die schönste Sicht hat man vom 4. Stock aus!), herausragend freundlicher Service. DZ/F ab 129 Euro (Rovinj, Dvor Massatto 4, Tel. 052/81 51 81, villatuttorotto.com).

Roxanich Wine & Heritage Hotel. Jedes Zimmer auf dem modernen Weingut beim Städtchen Motovun (lohnt einen Ausflug!) ist anders gestaltet – wir haben in lederverkleideten Himmelbetten geschlafen. Fantastisches Frühstück, bei gutem Wetter auf der Terrasse mit Blick über die Hügel und Weinberge der Umgebung. DZ/F ab 150 Euro (Motovun, Kanal 30, Tel. 052/20 57 00, roxanich.hr).

Hotel Amfiteatar. Nettes, modernes kleines Hotel, nur ein paar Schritte vom namensgebenden Amphitheater in Pula entfernt und damit extrem zentral. Abends kann man mit einem Drink auf der Dachterrasse sitzen. Eigenes Restaurant, auch mit guten vegetarischen Gerichten. DZ/F ab 80 Euro (Pula, Amfiteatarska 6, Tel. 052/37 56 00, hotelamfiteatar.com).

Genießen in Istrien

Konoba Mondo. Dieses Lokal allein wäre Grund genug, dem mittelalterlichen Städtchen Motovun einen Besuch abzustatten: An einer Kreuzung von zwei Gassen lachen einem die türkisfarbenen Fensterläden entgegen, und die kleine beleuchtete Terrasse sieht abends aus wie der Himmel auf Erden. Und so schmeckt’s da auch! Spezialität sind Gerichte mit Trüffeln aus dem Umland wie die cremige Polenta mit Trüffeln (14 Euro). Weil nur Daniel die bestellt hatte und wir ihm alles weggegessen haben, mussten wir statt Nachtisch noch eine Portion ordern (Motovun, Barbican ul. 1, Tel. 052/68 17 91, konoba-mondo.com).

Fishbar Tunaholic. Origineller Imbiss mit Standorten in Poreč und Rovinj (wir haben beide ausprobiert). Sensationelle Fischburger, z. B. mit Thunfischsteak und Wasabi-Mayo (je 8,60 Euro) oder ganz frisch frittierter Tintenfisch ohne alles aus der Papiertüte (6 Euro; Poreč, Sv. Eleuterija 6 bzw. Rovinj, Zdenac 11, tunaholic.hr).

Sveti Nikola. Gehobenes Restaurant in sehr schöner Hafenlage in Poreč. Feine Vor- und Hauptspeisen (z. B. Fisch-Pannacotta auf Grana-Padano-Chip mit Kirschsoße), aber auch traditionelle Gerichte in Top-Qualität ab 15 Euro, außerdem große Auswahl an tollen lokalen Weinen. Das Lokal heißt nach der kleinen Insel Sv. Nikola, die man vom Ufer aus sieht, aber Nikola ist auch der Vorname des Chefs, der seine zahlreichen Anekdoten in so ziemlich jeder europäischen Sprache zum Besten geben kann (Poreč, Obala Maršala Tita 23, Tel. 052/42 30 18, svnikola.com).

Restaurant Trošt. Achtung, nicht vom Äußeren abschrecken lassen, das aussieht wie ein Kleinstadt-Shoppingcenter! Innen ist das Restaurant im ersten Stock urig mit viel Holz und offenem Feuer im Herd, und von der Terrasse hat man tollen Meerblick. Fantastische, bodenständige Küche, viel Fisch und Fleisch vom Holzkohlengrill. Spezialität ist das stundenlang unter einer Metallglocke gegarte Kalbfleisch (14 Euro), außerdem mochten wir das schwarze Tintenfisch-Risotto (12 Euro) sehr (Vrsar, Obala Maršala Tita 1a, Tel. 052/44 51 97, restoran-trost.hr).

Puntulina. Der Klassiker in Rovinj, direkt am Meer. Zusätzlich zur Terrasse stehen Tischchen mitten auf den Felsen – malerischer geht’s nicht! Hervorragender Fisch und Meeresfrüchte, auch Fleischgerichte und Pasta. Hauptgerichte ab 20 Euro, gemischter Fischteller 25 Euro (Rovinj, Ul. Sv. Križa 38, Tel. 052 / 81 31 86, puntulina.eu).

Kantinon. In einem ehemaligen Weinkeller (ein riesiges Fass steht noch im Gastraum) servieren nette Hipster-Kellner in Ringelshirts moderne Interpretationen von hiesigen Klassikern, z. B. istrischen Eintopf aus Calamari, weißen Bohnen und Weißwein (16 Euro) und tolle Steaks. Von der Terrasse traumhafter Blick auf Rovinjs Hafen und Altstadt (Rovinj, Obala Alda Rismonda 18, Tel. 052/81 60 75, maistra.com).

Einkaufen in Istrien

Chiavalon. Die Olivenöle der Brüder Tedi und Sandi Chiavalon werden regelmäßig prämiert und zählen zu den besten der Welt. Bei einer Verkostung lernt man, gutes Olivenöl zu erkennen. Verkostung „Taste Istria“ mit vier Ölen inklusive lokaler Snacks wie Salami, Ziegenkäse und Wein 23 Euro/P., nur mit Voranmeldung. Im Hofladen kann man die Öle kaufen (0,5 l 19 Euro), außerdem viele kulinarische Kleinigkeiten aus der Region (Vodnjan, Vladimira Nazora 16, Tel. 052/51 19 06, chiavalon.hr).

Markthalle Pula. Fast 120 Jahre alt, ist die Markthalle mit ihrer Stahl- und Glaskonstruktion sogar einen Besuch wert, wenn man nicht hungrig ist. Aber eigentlich kann man gar nicht anders, als an den über 60 Ständen frisches Obst und Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte, Trüffel und leckere Mitbringsel zu kaufen. Montag bis Samstag 7 bis 13 Uhr geöffnet, Sonn- und Feiertage nur bis 12 Uhr, „feste“ Läden und Lokale bis 15 Uhr (Pula, Narodni trg 9).

Erleben in Istrien

Wasserfall Zarečki Krov. Im Sommer (und mit gutem Willen auch im Frühjahr und Herbst) kann man in dem glasklaren Becken um den Wasserfall herum und direkt unter ihm schwimmen – wunderschön! Ganzjährig ist er ein tolles Ausflugsziel und Fotomotiv. Zehn Autominuten nordöstlich von Pazin.

Zipline Pazin. Vor elf Jahren hatte das sympathische Paar Luka und Romina die Idee, über die Schlucht in Pazin eine Seilrutsche zu spannen, die sie bis heute erfolgreich betreiben. Für Lilo das Highlight unserer Reise! Man wird angegurtet wie beim Bergsteigen, dann saust man an einem Stahlseil in etwa 10 Sekunden mit bis zu 50 km/h über die Tiefe hinweg bis zur Burg von Pazin, von wo die zweite, etwas langsamere Etappe startet. 19 Euro/P. (Pazin, Šime Kurelića 4, central-istria.com/zipline).

Amphitheater. Römische Arena mit Hafenblick: Das sechstgrößte Amphitheater der Antike liegt in Pula direkt am Wasser – und nur einen kurzen Fußweg von der Innenstadt entfernt. Hier fanden Gladiatorenkämpfe statt, und das Rund wurde sogar für „Seeschlachten“ geflutet. Eintritt: 9 Euro (Pula, Flavijevska ul.).

Kap Kamenjak. Das Naturschutzgebiet an Istriens äußerster Südspitze kann man erwandern, erradeln, oder man holpert mit dem Auto über ziemlich schlechte Pisten direkt zu einer der atemberaubend schönen und oft menschenleeren Buchten. Wir waren in der traumhaften Njive-Bucht, wo man baden und sich auf den Felsen oder am kleinen Kiesstrand sonnen kann. In der Saison gibt es dort auch eine nette Strandbar. Am Eingang zum Naturschutzgebiet zahlt man eine Maut von 5 Euro/Pkw, dort auch Karten- und Infomaterial. 30 Minuten südlich von Pula, "Njive Beach" ins Navi eingeben.

Euphrasius-Basilika. Das Ensemble aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. ist Unesco-Weltkulturerbe und viel mehr als eine Kirche: Es gibt Vorbauten, ein Baptisterium, den Bischofspalast und den Glockenturm mit weitem Blick über Poreč und die Küste. Tief beeindruckt haben mich die Mosaiken im byzantinischen Stil im Kirchenschiff – nicht verpassen! Eintritt 7 Euro (Poreč, Eufrazijeva Ul. 22).

Unbedingt mitnehmen

So banal es klingt: Badeanzug, -hose oder Bikini nicht vergessen! In der Nebensaison ist es fast unmöglich, irgendwo Ersatz zu bekommen.

Wenn ich das gewusst hätte...

Als wir das Amphitheater in Pula besuchten, gab es keine Audioguides. Geführte Tour buchen – es lohnt sich! Oder vorher selbst gut einlesen.

Telefon

Die Vorwahl von Kroatien ist 003 58.

Brigitte

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