Kalifornien: ewiger Sommer, Strand und gute Laune

Es ist Zeit, sich wegzuträumen, findet BYM-Autorin Rayka. Und zwar am besten nach Kalifornien - ihrem Lieblingsreiseziel: Ghetto, Glamour, Smog und Meer und dazu 365 Tage im Jahr Sommer satt. Kommt am besten mit!

Auch das ist Kalifornien: Batman kurz vorm Wegfliegen auf dem Walk of Fame in L.A.

Draußen ist es kalt, der Himmel ist grau. Zeit zum Wegträumen... Der Ort, an dem ich jetzt am Liebsten wäre, ist Kalifornien. Einmal besucht, sehne ich mich immer wieder dorthin zurück - vorzugsweise bei der Schlechtwetterfront, die sich Herbst und Winter nennt. Ich gehöre eindeutig nicht zu den Menschen, die die vier Jahreszeiten genießen - für mich wären 365 Tage Sommer völlig akzeptabel.

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Ghetto und Glamour, Smog und Meer

Und so fühlt sich Kalifornien auch an: ewiger Sommer, Strand und gute Laune. In Los Angeles falle ich in ein Moloch aus Ghetto und Glamour, Smog und Meer, von herausgeputzt a la Beverly Hills bis abgegammelt. Jeder will hier Schauspieler werden, alle strahlen mich an. Nur im immerwährenden Stau auf den breitesten Highways, die ich je gesehen habe, verzieht sich die Miene der Kalifornier zu etwas anderem als einem Lächeln.

L.A.: riesig, prollig, liebenswert

Die volle Wucht Hollywood mit Kodak Theater, Walk of Fame, Hollywood-Zeichen und überdimensionalen Studios bei strahlend blauem Himmel springt mir entgegen. Vorm Graumans Chinese Theater treffe ich auf Elvis und Batman, die ihre Rollen nicht nur spielen, sondern leben! L.A. ist riesig, prollig und liebenswert. Der Putz von den Häusern fällt ab, und kein Mensch käme auf die Idee deswegen weniger auf Glamour zu machen. 20 Minuten entfernt von Downtown L.A. liegt Disneyland – für das die meisten LA-ianer eine Jahreskarte haben. Hier geht's um Unterhaltung und das nehmen die Leute ernst.

Kalifornien: ewiger Sommer, Strand und gute Laune

Highway Number One

Wilde Pazifikküste am Highway Number 1

Nach der Aufregung geht's Richtung San Francisco stundenlang durch die Einsamkeit auf dem Highway Number One entlang, immer den Pazifik zur einen und die Wild-West-Landschaft zur anderen Seite. Aus dem Wasser ragen bei heftiger Brandung meterhohe gezackte schwarze Felsen heraus, liegen am Strand Seelöwen wie Treibholz herum und finden sich alte Wildwest-Dörfer aus Holz wie Cambria. Die Kleinstadt liegt direkt am Pazifik und hat nicht wirklich viel zu bieten – außer einer Shell-Tanke im Baustil von vor 100 Jahren. Hallo Cowboys! Alle paar Meter könnte man hier anhalten, auf rote Klippen und das aufgewühlte Meer starren.

Mit dem Auto durch San Francisco fliegen

Steile Straßen in San Francisco mit Cable Car

Desto näher man San Francisco kommt, umso stürmischer wird es. Die Stadt erkennt man schon von Weitem: mit Häusern, die sich die Straßen hoch und runter ziehen. Mit abrupt abfallenden Straßen, so dass man mit dem Auto ein wenig durch die Luft fliegen kann. Ein kurzer Abstecher zur Golden Gate Bridge und ins coole, alternative Height Ashbury und weiter geht’s zu noch mehr atemberaubenden Landschaften.

Raue Felsen und glasklare Seen

Ich bin völlig fassungslos über die Vielfalt Kaliforniens. Irgendwie dachte ich, es gäbe nur große Städte, Strände und Palmen. Umso schöner ist es, durch die raue Landschaft der Rocky Mountains zu fahren und inmitten einsamer Landstriche glasklare Bergseen auf dem Weg zum Death Valley zu entdecken. Wer will, kann sich in Kalifornien den einen Tag am Strand sonnen, den anderen in der Wüste fröhlich vor sich her schwitzen und am nächsten Tag in verschneiten Bergen snowboarden. Wer hier lebt, kann nur glücklich sein!

Death Valley

Der Salzsee vom Death Valley “Badwater Basin”

Kurz bevor man in den Death-Valley-Park fährt, muss man sich von einem Ranger ausfragen lassen: Ist der Autotank voll? Ist genug Wasser dabei? Klimaanlage zwischendurch immer wieder ausmachen! So geprüft geht's ab in das "Tal des Todes". Ich hätte mir niemals erträumt, in der Wüste so viele Farben zu sehen. Im Death Valley gibt es wallende Hügel in gelb, betupfte Canyons in türkis, grün und rosa, dunkelrote Schluchten und lang gezogene flache Täler voller Salzkristalle, die in der Sonne glitzern. Es ist so unwirklich. Am Zabrisky-Point werfen sich die Hügel in hohen Wellen um einen herum. Am "Artist Drive" klettern wir durch schon lange ausgetrocknete Flussbetten.

Allein in der Geisterstadt

Die Geisterstadt Calico

Von der Wüste aus kann man sich volles Rohr in die Las Vegas Action stürzen und dort die Casinos stürmen - oder man fährt gleich wieder in Richtung Pazifik. Zwischen Wüste und Meer sammeln sich Geisterstädte: eigentlich kurzerhand verlassene Orte, deren Bewohner wegen Minenschließung ihren Job verloren und alles haben stehen und liegen lassen. Alles sieht so aus, als könne man sofort wieder einziehen: Bett und Kommode stehen schon bereit. Meistens sind es aber eher touristisch aufbereitete Dörfer wie Calico - die einsameren und beeindruckenderen Ghost-Towns liegen auf hohen Bergen mit schlechten Straßen und sind nur im Hochsommer erreichbar. Aber dafür wird man dort in die Vergangenheit zurückversetzt und vielleicht auch in einen Horrorfilm - ganz alleine in einer verlassenen Stadt mit knarrenden Türen.

Die Reise endet in L.A. in meinem Lieblings-Fast-Food Laden "In- & Out-Burger". Der nette Burgerverkäufer fragt mich, was ich mir die letzten Tage so angeschaut habe. Ich erzähle stolz, wo ich jetzt überall war, von L.A. bis San Francisco, von da aus durch die Berge zum Death Valley und wieder zurück. Er nickt begeistert und meint dann: "Great, so you did the german tour!" Ahm, ja. Genau.

Foto Jonas Gerberding
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