Kreta mit Kind: Tipps für einen entspannten Familienurlaub

Das Kind kommt immer zu kurz. BRIGITTE-Redakteurin Angela Wittmann, Mutter von drei, flog allein mit ihrem Jüngsten nach Kreta - um ihm in aller Ruhe die Angst vorm Wasser zu nehmen.

"Mama, du bist schon ganz schrumpelig!"

Ich dümple in einem Pool, der mir ganz allein gehört. Auf einem pinken XXL-Flamingo, dem die Sonne Kretas eine angenehme Bettwärme verpasst hat. Ich bin in Agia Galini, was "Heilige Ruhe" bedeutet, und treibe davon ins Land der Mutterträume: Alles ist gut. Keiner stört. Und wenn ich mich jetzt nicht bewege, wird diese Solosause nie zu Ende gehen ... Da formt mein Vierjähriger seine Hände zu einem Trichter, den er "Lautschreier" nennt, und posaunt vom Liegestuhl quer durch den paradiesischen Hotelgarten: "Mama, raus aus dem Wasser! Du bist schon ganz schrumpelig!"

"Holpriger Start in Heraklion: "Aber wir wollen doch zu Greta!?" 

Unsere Griechenlandreise zu zweit beginnt vier Tage zuvor mit einer ähnlich unschönen Ruhestörung und einem großen Liebesdrama: Mein jüngster Sohn Johann und ich sind gerade auf Kreta gelandet und warten im Flughafen von Heraklion aufs Gepäck. "Und wo ist jetzt Greta?", fragt Johann und ist vor Aufregung schon ganz zappelig. "Na hier", sage ich, "wir sind jetzt auf der Insel Kreta." Mein Kind schaut mich an, als wäre ich zu blöd für seine Welt: "Aber wir wollten doch zu Greta???!!!" Greta ist die große Liebe meines Sohnes - und jetzt ist sie nicht da. Sie ist daheim in Hamburg. Dummes Missverständnis.

Johann wirft sich vor dem Gepäckband auf den Boden und brüllt wie am Spieß. Die Deutschen schauen genervt weg, die Griechen sind interessiert am Ausbruch von so viel wildem Gefühl: "Was hat er?", fragt mich eine bildschöne Mitarbeiterin in Flughafen-Uniform. "Liebeskummer", sage ich. Da drückt sie Johann fest an sich: "Schrei nur", sagt sie auf Deutsch zu dem Kind, das vor Verblüffung nur noch schnieft. "Liebeskummer ist scheiße!"

Dem Kind auf Kreta die Wasserscheu nehmen - ob das was wird?

Vielleicht war das doch keine so gute Idee, einmal nur mit meinem Jüngsten Urlaub zu machen. Wir sind noch keine zehn Minuten im Auto, und er hat schon zehn Mal gefragt: "Wann sind wir da?" Kein großer Bruder rechts und keine große Schwester links, die sonst für Ablenkung sorgen (wenn sie nicht gerade selbst fragen...).

Bis Agia Galini an der Südküste liegen noch anderthalb Stunden Fahrt quer über die bergige Insel vor uns. Dort will ich Johann mit dem Meer versöhnen, mir richtig Zeit für ihn nehmen und ihn dabei sanft, aber nachhaltig von seiner Wasserscheu kurieren. Deswegen machen wir diesmal nicht, wie sonst immer, zu fünft Urlaub. "Mama, wann sind wir da?!", brüllt das einsame Kind auf der Rückbank. "Jetzt schrei doch nicht so", sage ich. "Ich schrei nicht, ich ruf nur", schreit mein Sohn zurück.

Ich entwickele Verständnis für meine eigenen Eltern: Aus Angst vor der "Wann sind wir da?"-Frage sind die früher nie länger als 45 Minuten mit mir und meinen Geschwistern in die Ferien gefahren. In dieser Zeit kamen wir von Tübingen nur bis auf die Schwäbische Alb. Dabei wollte ich immer so gern ans Meer. Diesen Traum vom Familienurlaub habe ich mir dann mit meinen Kindern erfüllt.

Seit Johann geboren ist, waren wir fast jedes Jahr auf der dänischen Insel Rømø. Lange Tage am endlosen Strand, die ganze Familie sandgestrahlt vom Nordsee-Wind. Die beiden Großen lieben das, aber Johann hat es von Anfang an gehasst. Missmutig verkroch er sich als Baby in seiner Strandmuschel und wollte keine Sekunde die schützende Deckung verlassen. Nicht zum Buddeln und schon gar nicht, um seine Füßchen im Meer zu kühlen. Ich kenne wirklich kein Kind, das so wasserscheu ist wie mein Jüngster. Wahrscheinlich haben wir ihn traumatisiert. Aber was soll man machen, wenn alle an den Strand wollen - das Baby muss halt mit.

Hübsches Fleckchen: Der Badeort Agia Galini liegt an Kretas Südküste

Pools in funkelnden Blautönen und Olivenbäume im Garten - für mich das Paradies 

Meine Kreta-Urlaub-zu-zweit-Idee hat also viel mit Wiedergutmachung zu tun. Und als das Navi in Agia Galini endlich Johanns Dauerfrage mit dem schönen Satz: "Sie haben ihr Ziel erreicht" beantwortet, strahlt uns nicht nur der Schriftzug "Irini Mare" an. Zwischen den vielen Olivenbäumen im Garten funkeln gleich drei Pools in verführerischen Blautönen. Für mich ist es wie die Ankunft im Paradies. Und ein kleines Wunder geschieht: Mein Kind, das sich sonst selbst im Freibad weigert, die Schuhe auszuziehen, aus Angst, dass es gegen seinen Willen ins Babybecken gestellt wird, sitzt auf dem Boden und zupft an seiner Socke. Ganz langsam tauchen wir beide die Füße ins Überlaufbecken des Infinity-Pools und wagen die ersten Schritte in der schmalen Rinne.

"Wir sind gut angekommen, und ich war im Wasser", erzählt Johann seinen Geschwistern später am Telefon. Bis zu den Knöcheln!

Eine traumhafte Wanderung ans Meer 

Nach diesem Durchbruch planen wir am nächsten Morgen eine kleine Wanderung ans Meer. Wir laufen in einem ausgetrockneten Flussbett durch ein Tal, das pink gepunktet ist von Oleanderblüten. Über uns an den Hängen klettern Bergziegen zwischen kleinen Höhlen herum, in denen seit den Zeiten der ersten Christen immer wieder Eremiten gehaust haben, und das Kind hüpft tatsächlich voller Tatendrang dem Wasser entgegen.

Das muss ein Traum sein, denke ich, wirklich ein "Sacred Place", ein heiliger Ort, wie auf den Schildern am Eingang des Tals zu lesen war, und dann noch diese Stille! Als wir die winzige Kapelle des Heiligen Antonius erreichen, ist es damit vorbei: Johann und ich ziehen am Seil der Glocke, die in einem über 600 Jahre alten Olivenbaum hängt. Das soll vor Unheil schützen und ist erstaunlich laut. Der Wind trägt den Klang der Glocke, die früher mal Teil einer alten Fliegerbombe war, bis vor ans Meer. Es ist nicht mehr weit. Nur noch wenige Schritte, und wir sehen das dunkle Türkis der Agiofarango-Bucht, in der wir den Rest des Tages damit verbringen, Steinchen ins Meer zu werfen.

Rein will Johann um nichts in der Welt, dazu sind ihm die Kiesel "zu Aua". Aber immerhin wagt er sich nah genug ans Wasser, um die Spritzpistole aufzuladen und seine vom Wandern erhitzte Mutter zu erfrischen.

Am nächsten Tag habe ich Muskelkater - im Arm

Am nächsten Tag habe ich Muskelkater. Nicht in den Beinen, aber im Arm. Denn natürlich hat das Kind auf dem Rückweg schlappgemacht, musste getragen werden und ist eingeschlafen, noch bevor die Hälfte der Strecke bewältigt war. Heute nähern wir uns dem Meer also auf anderen Pfaden. Mit dem Mietwagen.

Unser Ziel ist diesmal ein schier endlos langer Sandstrand: Komos Beach, 20 Kilometer vom "Irini Mare" entfernt. Wir haben alles Wesentliche dabei: Sandspielzeug, einen Sonnenschirm und Johanns kleinen Hai-Schlafsack, in den er sich kuscheln kann, wenn ihm der Wind zu wild wird. Er weht ordentlich an diesem Tag. Das Kind schlüpft gleich in den Hai und will nicht mehr raus.

Will das Kind nicht mehr laufen, muss Mama ran - wie hier in der Bucht am Ende der Agiofrango-Schlucht

Erst grabe ich allein ein Loch im feinen dunklen Sand, dann schnappe ich meinen Sohn und schleppe ihn vor an die Wellenpracht. Die Socken darf er anlassen. Trotzdem traut er mir nicht. Er krallt sich an mich und würde am liebsten auf meinen Kopf klettern, während ich durchs Wasser wate. "Reingehen", brüllt er mir ins Ohr, um gegen Wind und Wellen seinen Willen durchzusetzen. Und er meint nicht: ins Meer. Unser Zufluchtsort liegt ganz am Ende des Strandes und heißt "Bunga Bunga"-Bar.

Lange, dunkle Strände sind schön, aber wenn man ein Kind durch den heißen Sand schleppt, wünscht man sich auch Socken. Als wir die rettende Bar erreichen, brennen meine Füße wie Feuer, und meine Arme sind so zittrig, dass Johann sogar beim Armdrücken gewinnt. Das spielen wir noch lange an diesem Tag am Tavernentisch. Johann will da gar nicht mehr weg, und ich auch nicht. Der Kaffee ist hier ausgezeichnet. Und die freundlichen Frauen hinterm Tresen, den eine Schildkröte ziert, erzählen uns, dass ab Mai wieder die Schildkröten kommen, um ihre Eier zu legen. Weil der Komos-Sand so schön warm ist! "Dann dürfen wir da nicht mehr rumlaufen, sonst treten wir vielleicht auf eine Babyschildkröte", sagt das gerissene Kind.

Ein "göttlicher Tag" mit Geschichten rund um die griechischen Sagen

Am nächsten Morgen wird mein Wassergewöhnungs-Projekt gestört durch eine Beobachtung, die Johann beim Frühstück macht: Die anderen Kinder im "Irini Mare" kommen mit einem "Ferienpass" von der Kinderbetreuung zu ihren Eltern. "Ich will auch so eine Einladung!"

"Aber wir wollten doch was zusammen machen, nur du und ich", sage ich.

Ganz offensichtlich langweilt sich mein Jüngster schon jetzt mit seiner Mutter. Und zwar unsäglich, denn das Kind, das bislang jede Form von Betreuung im Urlaub strikt ablehnte, will heute unbedingt zum "Göttlichen Tag". Das ist das Motto des Ausflugs, den die Betreuerinnen Paula und Simone für ihre Gäste ab drei Jahren vorbereitet haben.

Los geht’s mit einem Crashkurs in Sachen Götterzorn: "Kronos verschlang alle seine Kinder - gleich nach der Geburt. Sie verschwanden weinend in seinem dunklen Rachen", liest Paula aus "Die schönsten griechischen Sagen" vor. "Warum tat er das? Kronos tat es aus lauter Angst..." Alle Kinder sind schwer begeistert und wollen sofort wissen, wie’s weitergeht mit seinem Sohn Zeus, der den Vater - wie vorhergesagt - dann doch noch vom Thron stößt. Als Baby wurde Zeus von seiner Mutter Rhea vor Kronos versteckt. Auf Kreta! In einer kleinen Höhle, wo ihn eine göttliche Ziege aufzog!! Das ist doch mal was!!!

Aber heute geht es eigentlich um Ikarus, der genau hier von den Felsen über dem kleinen Hafen von Agia Galini mit seinem Vater losgeflogen sein soll und sich dann trotz Verbot zu nah an die Sonne wagte. Das Wachs der selbst gefertigten Flügel schmolz, Ikarus fiel ins Wasser und ertrank ... Johann wirft mir einen vielsagenden Blick zu. Und will dann unbedingt mit den anderen auf die Schatzsuche, die den Federn des Ikarus folgt, am 100 Meter entfernten "Hausstrand" des Hotels vorbei (wo ich eigentlich unseren nächsten Badeversuch unternehmen wollte), über die Promenade von Agia Galini bis zur Statue von Ikarus, der so nackt ist, wie es griechische Götter eben gern sind, was Johann so sehr fasziniert, dass er mir bei seiner Rückkehr nichts anderes erzählt. Auch nicht, wo der Schatz war, und welche fette Beute die Kinder gemacht haben.

"Popo mit Flügeln" So nennt Johann Ikarus, der seinen Unglücksflug auf Kreta begann

Kräuter für mich und ein Eselbaby für Johann ❤️

Meine Jagd beginnt am nächsten Morgen: Ich will unbedingt rauf ins Bergdorf Kouses zu "To Botano", dem berühmten Tee- und Kräuterladen. Dort wartet die Welt der Aromen, die in fast 300 fest verschlossenen Gefäßen schlummern und, kaum wird ein Deckel für einen Wimpernschlag geöffnet, den ganzen Raum erfüllen.

Im Kräuter- und Teeladen "To Botano" in Kouses findet man duftende Mitbringsel

 Ich entscheide mich für den kretischen Bergtee, den ich vom Frühstücksbuffet kenne. Und Kräuterhändler Yannis rät für den kalten Winter daheim zum getrockneten Salbei, der auch nach zwei Jahren noch duften soll wie frisch gepflückt. "Auf Kreta gibt es ein Sprichwort", sagt Yannis: "Was, du bist krank? Hast du keinen Salbei im Garten?"

Weil Johann Kräuter öde findet, fahren wir weiter zur Eselfarm "Agia Marina Donkey Rescue", einen Gnadenhof in der Nähe von Sivas, einem Dorf, wenige Kilometer vom Komos-Strand entfernt. Zur großen Freude von Barbara aus Australien und ihrem kretischen Mann Fanis, die sich zurzeit um mehr als 20 Langohren aus ganz Griechenland und andere ausgesetzte Tiere kümmern, kam hier vor vier Wochen ein gesundes Eselbaby zur Welt. Sie haben es Rhea genannt. Nach Zeus’ Mutter, die auch auf Kreta Zuflucht fand.

Gerettet! Fohlen Rhea kam im "Agia Marina Donkey Rescue" zur Welt dem Gnadenhof für verstoßene Tiere

Den letzten Tag reservieren wir für den Pool. Wäre doch gelacht, wenn ich Johann nicht doch noch reinkriege. Ich gebe alles, trage eine Hai-Schwimmbrille und stürze mich auf den pinken Riesen-Flamingo. Mein Sohn bleibt am Rand. Mit großem Sicherheitsabstand. Als ich doch mal raus muss und mein Kind umarmen will, sagt Johann furztrocken: "Mama, sei doch nicht so nass!" Er ist noch nicht kuriert, der kleine Wasserhasser. Da müssen wir wohl bald wiederkommen.

Unsere Tipps für einen Urlaub auf Kreta mit Kind

Hinkommen

Condor fliegt in den Sommermonaten mehrfach in der Woche von fast allen deutschen Flughäfen nach Heraklion. Ab ca.160 Euro (www.condor.de).

Pauschalreise

Vamos Eltern Kind Reisen. Schon seit 25 Jahren ist das Hotel "Irini Mare" eine feste Größe bei Vamos-Reisen - unzählige Familien betrachten es als eine Art Ferien-Zuhause. Gegründet wurde es von Mama Irini, heute führen ihre Kinder Marili und Antonis Markaki den Familienbetrieb. Für ihr Versprechen "Komm zu uns als Gast, kehr wieder als Freund" hängen sich die Betreiber und ihre sehr kinderfreundlichen Mitarbeiter wirklich ins Zeug: Morgens und abends gibt es ein Buffet mit Produkten aus der Region und Spezialitäten aus eigenem Anbau, das keine Wünsche offenlässt (nicht mal bei den Kindern!); im Garten wachsen die Kräuter, und dank der Olivenhaine der Familie ist sogar das Bio-Öl Hausmarke.

Auch bei den beiden Gartenpools und dem Kinderbecken achten die Markakis auf Ökologie und Nachhaltigkeit: Das leicht salzige Wasser wird nicht etwa gechlort, sondern hautschonend per Elektrolyse gereinigt. Und das Team der Vamos- Kinderbetreuung spielt in einer ganz eigenen Liga: Selbst "Betreuungsmuffel" Johann, der eigentlich gar nicht im "Kinderhaus" angemeldet war, wollte weder tagsüber noch abends während der "Blauen Stunde" zwischen 20 und 21 Uhr auch nur eine einzige Minute verpassen.

Familienzimmer (für 4 Personen) ab 191 Euro/Tag inklusive Halbpension und Kinderbetreuung. Vamos organisiert auch den Transfer ins Hotel, das knapp zwei Fahrtstunden (80 Kilometer) vom Hauptstadt-Flughafen in Heraklion entfernt liegt. Mit dem Bus kostet es hin und zurück für Erwachsene 45 Euro, 22,50 Euro pro Kind, mit dem Taxi fährt eine Familie ab 198 Euro hin und zurück (www.vamos-reisen.de).

Übernachten

Irini Mare Hotel. Das zauberhafte Hotel (Beschreibung unter "Pauschalreise") steht natürlich auch anderen Gästen offen. DZ/HP ab 120 Euro (Agia Galini, Tel. 283 20/910 51, www.irinimare.com).

Plakias Bay Hotel. Familiengeführtes Haus an der Südküste am Ende einer schönen Bucht. Vier Minuten sind’s auch mit Kindern zu Fuß an den Strand, der sanft abfällt. DZ/F ab 82 Euro (Plakias, Dimos Finika, Agios Vasilios, Tel. 283 20/312 15, www.plakiasbay.com).

Diamond Village. Auf einem Hügel gelegene Appartement-Anlage 20 Kilometer vom Flughafen Heraklion entfernt. DZ/F ab 90 Euro. Günstige Familien-Arrangements über FTI (Piskopiano Hersonissos, Tel. 289 70/240 07, www.diamond-village.gr, www.fti).

Genießen

Taverne Drimos. Großes, auch bei Kretern beliebtes Ausflugslokal und Ausgangspunkt für Wanderungen in die Agiofarango-Schlucht mit der Kapelle vom Heiligen Antonius. Für die Kinder gibt‘s Streichelzoo und Spielplatz. Spezialität: am offenen Feuer gegrilltes Fleisch (Mix-Teller ab 10 Euro). Köstlich auch die Vorspeisen (ab 3,50 Euro), z.B. selbst gemachte Auberginenpaste oder das Knoblauch-Kartoffelpüree Skordalia (Patsos-Rethymnon, Tel. 69 77 70 08 04, www.taverna-drimos.gr).

Taverne Myli. Durchs "Tal der Mühlen" geht’s an verfallenen Wassermühlen vorbei, Bachlauf und Weg liegen im Schatten von Feigen-, Zitronen- und Orangenbäumen. Nach der ca. einstündigen Wanderung erreicht man die Taverne, in der es einen köstlichen selbst gebrannten Tsikoudia gibt, die kretische Raki-Variante; ab 1 Euro (Rethymnon, Tel. 283 10/753 70, www.myli.rethymnon.org).

Bunga Bunga Bar. Die Taverne am Komos-Strand ist trotz ihres Namens durchaus familientauglich - der bezieht sich nämlich auf die Bunkeranlage in den oberhalb der karibisch gestylten Bar gelegenen Felsen am Südende der Bucht. Serviert werden Snacks und Salat, erwähnenswert ist aber vor allem die richtig gute Kaffeemaschine, die auf Kreta ihresgleichen sucht. (Pitsidia, Komos Beach).

Erleben

Agiofarango-Schlucht. Wegen der abenteuerlichen Schotterpiste haben wir uns (von Sivas und dem alten Wehrkloster Odigitrias kommend) nicht getraut, bis zum Eingang der "Schlucht der Eremiten" hinunterzufahren. Wir haben am Wegrand geparkt, und sind noch ca. 15 Minuten bis zum Parkplatz mit dem "Kuna Mata"-Imbisswagen ("Last Station before Africa") gelaufen. Von dort wandert man ca. eine Stunde durch Oleanderbüsche vorbei an der kleinen Kirche des Heiligen Antonius bis an die herrliche Kiesbucht mit dem kristallklaren Wasser des Libyschen Meeres.

Komos Beach. Schöner dunkler, ca. 4 Kilometer langer Sandstrand südlich des Dorfes Pitsidia. Hier legen regelmäßig Meeresschildkröten ("Caretta Caretta") ihre Eier ab. An den gelb-blauen Schutzgittern kann man die Nester erkennen, die nicht berührt werden dürfen. Wegen der Baby-Schildkröten und wegen möglicher Altertümer, die hier im Umland des teilweise bereits freigelegten minoischen Hafenortes "Kommos" vermutet werden, bleibt der Strand unbebaut. Herrlich!

Agia Marina Donkey Rescue. Gnadenhof für alte und verlassene Esel und Zufluchtsort für Hunde, Katzen, Ziegen und alles, was sonst noch so aufgepäppelt werden muss. Tierfreunde sind auf dem Hof in der Nähe des Dörfchens Sivas (von dort Richtung Petrokefali fahren und ca. 1 km vor dem Ort bei dem auf einen Stein gesprühten Esel auf den Feldweg abbiegen) immer willkommen und haben freien Eintritt. Wer möchte, kann für 100 Euro im Jahr eine Esel-Patenschaft übernehmen (oder verschenken!) und bekommt eine Patenschaftsurkunde, Fotos und regelmäßige Updates. Seinen Schützling darf man auf der Homepage selbst aussuchen. Mit der "Adoption" werden Futter und Medikamente finanziert (Sivas, Petrokefali, Tel. 69 49 16 87 63, www.agia-marina-donkeyrescue.com).

Einkaufen

Wochenmarkt in Mires. Auf der durch den Ort führenden Hauptstraße gibt es samstags von 7 bis 13 Uhr Olivenöl, Seifen, Kunstgewerbe, Schmuck, Obst, Kräuter, Bergtee sowie den berühmten goldenen Thymianhonig - und jede Menge Plastikspielzeug.

To Botano. Kreta ist ein Garten Eden für Kräuter, und ihr Präsentierteller ist "To Botano" im Bergdorf Kouses. Hier gibt es die geballte Heilkraft der Natur in duftenden Tee-, Kräuter- und Gewürzmischungen, in Ölflaschen und Honigtöpfen. Der wohlsortierte Online-Shop versendet weltweit! (Kouses, Tel. 28 92 04 22 95, www.botano.gr)

Unbedingt mitnehmen

Um in die herrlich gruselige Welt der Götter einzutauchen: "Die schönsten griechischen Sagen" und "Die spannendsten griechischen Sagen" für Kinder (und ihre Eltern!) - neu erzählt von Dimiter Inkiow mit einprägsamen Illustrationen von Wilfried Gebhard (121 S., 12,90 Euro; bzw. 128 S., 15 Euro, Ellermann Verlag). Stoff genug gibt’s ja: Auf Kreta hockte der Minotaurus in seinem Labyrinth, von Agia Galini flog Ikarus übers Libysche Meer, und Zeus wurde auf Kreta geboren.

Wenn ich das gewusst hätte

Tatsächlich hätten wir uns den Ausflug zu den Zeus-Höhlen in den Bergen sparen können - die sind für Kinder mäßig spannend. Das Problem fängt schon damit an, dass es gleich zwei "Geburtshöhlen" gibt: Die "Dikti-Höhle" und die "Ida-Grotte". Die Kreter haben für diese Dopplung folgende kreative Lösung parat: Die erste gilt als Geburtsstätte, die zweite als eine Art "Kita" des Göttervaters.

Telefon

Die Vorwahl von Griechenland ist 0030.

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BRIGITTE 05/2019
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