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Mikroabenteuer Spannende Erlebnisse vor der Haustür

Mikroabenteuer: Frau hüpft auf der Straße, im Hintergrund Berge
© Olga Danylenko / Shutterstock
Mikroabenteuer sind kleine Outdoor-Unternehmung, die für jeden und selbst mit geringem Zeitbudget umzusetzen sind. Worauf es bei den Abenteuern ankommt, erfährst du hier!

Seit einiger Zeit macht ein Begriff im Netz die Runde, der alle Outdoorliebhaber noch mehr in Tatendrang versetzt: Mikroabenteuer. Was es damit auf sich hat und wie du die kleinen Abenteuer in deinen Alltag integrieren kannst, verraten wir dir jetzt.

Mikroabenteuer – was bedeutet das?

Der oft tröge Alltag kann einem manchmal ganz schön aufs Gemüt schlagen – wie sehr sehnt man sich dann in diesen Momenten zwei oder drei Wochen Ferien herbei. Im Urlaub können wir schließlich immer gut abschalten, Energie tanken und große und kleine Abenteuer erleben, an die wir uns noch lange erinnern. Dass es dafür aber nicht immer gleich mehrere Wochen frei braucht, beweisen uns die Idee des Mikroabenteuers! Mikroabenteuer bedeutet, dass es sich um ein Abenteuer draußen handelt, das ohne viel Aufmachung unternommen werden kann. Ursprünglich machte der britische Abenteurer Alastair Humphrey den Begriff populär: Mit seinem Buch "Microadventures" (2014) animiert er dazu, sich immer wieder kleine Abenteuer zu suchen, die einen ohne viel Aufwand raus in die Natur bringen. Im deutschsprachigen Raum gilt Christo Foerster als bekanntester Verfechter der Idee. Mit seinen Büchern zum Thema "Mikroabenteuer" und auf Social Media stellt er Ideen vor, die das Abenteuerpotenzial vor der eigenen Haustür in den Fokus rücken. Das Prinzip beim Mikroabenteuer ist dabei ganz simpel: Mit einfachen Möglichkeiten lassen sich die schönsten Abenteuer erleben – nur, weil man sich anstelle des Nachmittags auf der Couch dazu entschließt, rauszugehen und etwas zu entdecken! Die Erholung kommt dabei von ganz allein!

Gibt es Regeln für Mikroabenteuer?

Für Alastair Humphrey sind Mikroabenteuer Outdoor-Erlebnisse, die "kurz, einfach, lokal, günstig und trotzdem aufregend, lustig, herausfordernd, erfrischend und bereichernd" sind. Christo Foerster hat den Begriff noch ein bisschen weitergedacht und für sich persönliche "Spielregeln" festgelegt, um seine Mikroabenteuer von Outdoor-Trips abzustecken. Für Foersters (christofoerster.com) eigene Mikroabenteuer gilt:

  1. Nur öffentliche Verkehrsmittel inkl. Bahn (kein Auto, kein Flugzeug)
  2. Draußen übernachten (ohne Zelt)
  3. insgesamt maximal 72 Stunden unterwegs sein
  4. … und natürlich #leavenotrace – alles wieder so verlassen, wie ich es vorgefunden habe.

Grundsätzlich kann aber jede:r Mikroabenteurer:in ihre eigenen Regeln festlegen – schließlich geht es um den Spaß an der Sache und nicht um ein starres Konzept. Natürlich lässt sich ganz grob gefasst, jedes Outdoor-Abenteuer als Mikroabenteuer ansehen und für den ein oder anderen braucht es gar keine "Spielregeln" – allerdings können so ein paar Grundprinzipien natürlich noch den Abenteuercharakter erhöhen.

Mikroabenteuer erleben – das ist die Motivation

Es gibt viele Gründe, sich auf ein Mikroabenteuer einzulassen: Die bekanntesten sind wahrscheinlich, weil sich Mikroabenteuer ganz spontan ohne große Planung mit wenig Aufwand und Zeit umsetzen lassen und uns dafür haufenweise unvergessliche Momente schenken. Dazu ist in den allermeisten Fällen kein Geld notwendig! Zwar braucht es unter Umständen ein wenig Ausrüstung wie einen Schlafsack, Wanderschuhe, Fahrrad oder Regenjacke – zur Not tut es aber auch das Modell von anno dazumal oder eben der geliehene Schlafsack einer Freundin. Grundsätzlich lassen sich Mikroabenteuer aber eben auch mit den einfachsten Mitteln erleben. 

Wer immer noch Motivationsschübe für ein Mikroabenteuer sucht, den können wir mit diesen Argumenten vielleicht noch ein bisschen unter die Arme greifen:

Es wird Zeit für ein Mikroabenteuer, weil …

  • … dich spontan das Fernweh packt und du dringend mal wieder Natur tanken musst.
  • … der nächste Urlaub noch so lange hin ist.
  • … du deine Umgebung noch viel zu wenig kennst und es dazu auch noch in jeder (ja wirklich jeder!) Ecke interessante Spots zu entdecken gibt!
  • … du selbst von einem Tag voller Entdeckungen Energie für eine ganze Woche tanken kannst!
  • … es guttut, hin und wieder aus der eigenen Komfortzone auszubrechen.
  • … dir im Alltag die Abwechslung fehlt.
  • … dir im Home Office die Decke auf den Kopf fällt.
  • … Momente in der Natur uns ungemein entspannen und den Kopf mal wieder so richtig frei pusten.
  • … du dir zwischen Kinderbetreuung, Haushalt und To-do-Listen kleine Abenteuer auf Zeit zum Auftanken gönnen solltest (und bei Einwänden: Mikroabenteuer funktionieren natürlich auch mit Kindern).
  • … sich Mikroabenteuer direkt von jetzt auf gleich umsetzen lassen. Großartige Vorbereitungen entfallen.
  • … dich einfach nicht viele Abers abhalten können, denn für das spontane Mikroabenteuer findet sich immer etwas Zeit.

Mikroabenteuer: Ideen und Anregungen

Christo Foerster hält in seinem Buch "Mikroabenteuer - Das Praxisbuch" (2020) etliche Ideen für Mikroabenteuer parat. Da wären zum Beispiel folgende Vorschläge:

  • Besuche einen Ort mit besonderem Namen.
  • Ziehe auf der Landkarte einen Radius um deinen Wohnort und wandere ihn liniengetreu ab. Wichtig: Privatgelände respektieren!
  • Laufe einen Tag barfuß durch den Wald, von morgens bis abends.
  • Verbringe bei Vollmond eine Nacht draußen, ohne zu schlafen.
  • Gehe vor die Tür, wandere los und biege einen Tag lang an jeder dritten Kreuzung im Wechsel rechts und dann wieder links ab.
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Weitere schöne Ideen aus der Mikroabenteuer-Community sind zum Beispiel:

  • Mache eine Flusswanderung mit Kanu oder SUP auf heimischen Seen oder Flüssen.
  • Wandere durch deine Stadt und lasse für die Richtung an jeder Ecke eine Münze entscheiden.
  • Mache eine Nachtwanderung.
  • Besteige den höchsten Berg deines Bundeslandes.
  • Mache Stockbrot an einem Lagerfeuer (nur, wo es erlaubt ist!).
  • Registriere dich bei Geocaching und suche deinen ersten Schatz.
  • Wandere früh am Morgen auf den nächstgelegenen Berg, um den Sonnenaufgang zu beobachten.
  • Übernachte draußen, zum Beispiel im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Achtung: Das Übernachten mit Zelt ist in Deutschland abseits von Camping- oder Trekkingplätzen nur auf Privatgrundstücken und nur mit Zustimmung der Besitzer erlaubt. Ebenso verhält es sich mit dem Übernachten im Auto, Wohnwagen oder Wohnmobil.
  • Gehe zum (Bus-)Bahnhof und steige in den nächsten Bus/Zug, der ankommt.
  • Besuche einen verlassenen Ort, sogenannte Lost Places. Hier findest du im Netz und in Foren viele Beispiele.
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Mikroabenteuer – das musst du beachten!

Auch wenn Mikroabenteuer nach maximaler Freiheit klingen, so gibt es doch ein paar generelle Aspekte zu beachten, um dich nicht in Gefahr zu bringen und um die Natur zu schützen:

  • Trage stets ausreichend Trinkwasser und Proviant bei dir.
  • Ein kleines Erste-Hilfe-Set dabei zu haben, kann nie Schaden.
  • Verhalte dich ruhig und rücksichtsvoll in der Natur und nehme deinen Müll wieder mit bzw. entsorge ihn an dafür vorgesehene Stellen.
  • Halte dich an Verbote: Feuer machen ist beispielsweise an vielen Stellen nicht erlaubt. Außerdem ist Wildcampen und das Betreten von Naturschutzgebieten abseits der ausgezeichneten Wanderwege verboten.
  • Respektiere Privatgrundstücke.
  • Bedenke bei deiner Kleiderwahl mögliche Wetterschwankungen.
  • Möchtest du draußen unterm freien Himmel übernachten, beachte, dass du Essensreste und schmutziges Geschirr luftdicht verpackt am besten an einen Baum hängst. Andernfalls könnte es sein, dass in der Nacht ein Wildschwein oder anderes Tier Gefallen an deinem Abendessen findet. Und natürlich solltest du für nächtliche Temperaturen mit entsprechendem Schlafsack, Isomatte und warmen Klamotten ausgerüstet sein.

Aber was ist, wenn ich keine Zeit für ein Mikroabenteuer habe …?

Das Zeit-Argument zählt bei Mikroabenteuern nicht – schließlich lassen sich Mikroabenteuer auch mit einem sehr begrenzten Zeitbudget im Alltag integrieren. Christo Foerster geht sogar soweit, die 5-to-9-Mikroabenteuer zu propagieren.Das sind Abenteuer, die nach Feierabend starten und am besten sogar bis zum Folgetag andauern. So nutzt du deinen Feierabend richtig gut aus und kommst am nächsten Tag mit jeder Menge Erlebnissen im Gepäck an den Arbeitsplatz. In dem Hinblick ist ein wenig Vorplanung mit Gepäck für die Nacht und den Schlafplatz natürlich sinnvoll.

Wir haben dir nun jede Menge Inspirationen für Mikroabenteuer gegeben. Nun liegt es an dir – du musst einfach nur aufbrechen und loslegen!

Interessierst du dich für weitere Themen rund um Reisen und Abenteuer? Hier haben wir eine Packliste Camping zusammengestellt und hier erfährst du noch mehr Camping Tipps für einen gelungenen Urlaub. Wie das Wandern mit Hund gelingt, erklären wir hier.

Verwendete Quellen:

  • Foerster, Christo: Mikroabenteuer. Das Praxisbuch, HarperCollins, 2020
  • christofoerster.com
  • viel-unterwegs.de
  • trekkingtrails.de

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