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Nicoya Geheimtipps für Costa Ricas schönste Halbinsel

Nicoya: Eine kleine Hütte steht in einem bewaldeten Berg. Eine Bucht mit einigen Bergen ist im Hintergrund sichtbar.
© Robin Runck / Shutterstock
Die Halbinsel Nicoya in Costa Rica vereint alles, wonach Dagmar Spremberg sich immer gesehnt hat: Palmen, Meer, Dschungel, wilde Tiere. Vor 20 Jahren nahm die Hamburgerin ihren Mut zusammen und ließ sich in einem Hippie-Dorf nieder. Hier verrät sie ihre Geheimtipps.

BRIGITTE Woman: Frau Spremberg, darf ich ehrlich sein?

Dagmar Spremberg: Aber bitte!

Es ist kaum auszuhalten, Ihrem entspannten, sonnengebräunten Gesicht hier am Schreibtisch im grau-kalten Deutschland gegenüberzusitzen.

(lacht) Das kann ich mir vorstellen. Wir haben 28 Grad, aber bald kommt die Regenzeit. Sie macht das Land üppig grün. In unserem Garten hinterm Haus wachsen Palmen, dahinter dehnt sich der Dschungel bis zum Meer. Überall turnen Affen herum, und ständig laufen Leguane an einem vorbei. Es ist wirklich schön.

Sie sind auf Nicoya zu Hause, einer Halbinsel im Pazifik mit paradiesischen Stränden.

Genauer in Montezuma, einem kleinen Dorf fast am Zipfel der Insel. Es ist ruhig und beschaulich hier, es gibt viele kleine Buchten, in denen man ungestört im Sand dösen oder baden kann. Wer es hip mag, geht zu den Surferspots, wie in Santa Teresa, dort trifft sich die Szene mit ihren Boards.

Nicoya: die Silhouetten von zwei Personen mit Surfbrettern, die am Strand gehen.
Santa Teresa ist ein beliebter Surferspot
© Cris Young / Shutterstock

Was hat Sie nach Costa Rica gebracht?

Seit ich ein Teenager war, habe ich mich nach dem Wilden, nach Palmen, Dschungel und Tieren gesehnt. Aber das war natürlich erst mal ein Klischee. Als ich mit 25 im Urlaub das erste Mal nach Montezuma kam, entsprach es wirklich diesem Traumbild, ich war aber noch nicht bereit, mein Leben in Hamburg aufzugeben.

Wann waren Sie so weit?

Mein erster Umbruch kam, als ich 30 wurde und Angst hatte, dass nichts mehr passiert im Leben. Ich trennte mich von meinem Mann und seinem Ideal von einer Kleinfamilie, kündigte meinen Job und zog von Deutschland nach Los Angeles. Ich arbeitete in der Musikbranche, in L. A. konnte ich das beinah nahtlos weitermachen. Ich verschaffte deutschen Fotografen Aufträge für Musikerporträts und Plattencover. Ich verknüpfte sie mit Leuten wie Sheryl Crow oder Bon Jovi. Als ich dann noch mal in Montezuma Urlaub machte und im "Hotel Los Mangos" eincheckte, erlebte ich eine schöne Überraschung: Die drei Griechen, die es aufgebaut hatten, kannte ich verrückterweise von meiner ersten Reise. Ich verliebte mich in einen von ihnen. Zurück in den USA haben meine Freunde sich kaputtgelacht. Die kannten ja meinen Traum.

Wie ist es Ihnen gelungen, hier Fuß zu fassen?

In Costas’ Hotel gab es einen Holzpavillon mit Blick aufs Meer, der leer stand. Ich habe für meine amerikanische Yogalehrerin dort ein Yoga-Retreat organisiert. Sie hat mich ermutigt, mich zur Yogalehrerin ausbilden zu lassen. Bis vor Kurzem, also 20 Jahre lang, hatte ich im "Hotel Los Mangos" mein Yogastudio, obwohl ich mit Costas schon lange nicht mehr zusammen war.

Nicoya: Ein Strand mit Urwald und hellem Sand aus der Vogelperspektive. Das Wasser ist Türkis mit ein paar Schiffen.
Ein kleines Stückchen Paradies: Isla Tortuga
© Jorge A. Russell / Shutterstock

War es schwierig, sich auf das neue Land einzulassen?

Man muss offen und sensibel sein, dann bringt das Leben einen weiter. Zuerst, wenn man ankommt, ist alles aufregend und schön. Aber eines Tages sitzt du am Strand, das Meer glitzert, und du fragst dich: Warum bin ich gerade nicht glücklich? Du musst in der Natur und in der Stille dein Werkzeug finden, mit dir umzugehen. In Montezuma bist du mit dir selbst zusammen, hier kannst du dich nicht ablenken. Meditation und Yoga haben mir geholfen, mit mir zufrieden zu sein.

Wie fühlt sich das Leben in Costa Rica an?

Ich liebe es, dass der Alltag hier so viel einfacher ist. Es gibt weniger Bürokratie und zum Beispiel keine Post. Da es immer warm ist, brauche ich zum Anziehen nur Kleider, ein paar Birkenstocks oder Flipflops. Die neueste Mode spielt hier keine Rolle. Ich gebe hier fast nur Geld für Essen aus, das ich auf dem Biomarkt kaufe. Es ist ein einfaches Leben, und trotzdem habe ich alles, was ich brauche. Ich lebe mit meinem Freund Daniel zusammen, er ist Künstler und stammt aus der Schweiz. Er baut Treibholzmöbel und designt Häuser, wie unser Gästehaus im Garten.

Haben Sie noch Fernweh?

Manchmal fallen mir die Palmen auf den Kopf. Ich vermisse dann die kulturelle Abwechslung und die alte Heimat – in Hamburg in einem Café zu sitzen und einfach Leute zu beobachten, das macht mich auch happy. Fernweh heißt deshalb für mich vor allem, nach Europa zu reisen. Wir sind jedes Jahr zwei bis drei Monate in Deutschland, Italien oder Spanien und veranstalten an schönen Plätzen Yoga-Retreats. Aber hier in Costa Rica habe ich meinen Platz und meinen Lebensstil gefunden.

Dagmars Lieblingsplätze für Nicoya Island, Costa Rica

Übernachten

Skylab Loft. Unser Gästehaus ist ein besonderer Platz mit Blick aufs Meer und über unseren Garten. Mein Freund und ich vermieten das Loft im oberen Stock eines Containers an alle, die es individuell und ruhig mögen. Für zwei Personen 75 Euro, inkl. Küchenzeile, zwei Terrassen und Frühstück, dagmarspremberg.com

Hotel Amor de Mar. In dieses Hotel habe ich mich bereits auf meiner ersten Reise 1991 verliebt. Die deutsche Besitzerin Ori war meine Inspiration und ist eine gute Freundin. Das Hotel ist charmant, jedes Zimmer individuell eingerichtet. Nach dem Yoga treffen wir uns alle gern im Restaurant. DZ ab ca. 75 Euro, www.amordemar.com/

Calala Lodge. Etwa sieben Kilometer entfernt Richtung Cabuya liegt diese neue Lodge, am Strand mit Blick auf die Isla Cabuya. Sie wird geführt von einem jungen argentinischen Paar, die Bungalows sind rustikal, mit Liebe renoviert. Bungalow ab ca. 75 Euro, calalalodge.com

Hotel Nya. Nachhaltiger Eco-Chic, gehobenes Restaurant und Bar mit guten Cocktails. Hier habe ich mein Yogastudio. Die Besitzerin ist Tochter von Expats und gründete das Schutzgebiet Refugio Romelia. DZ/F ab ca. 150 Euro, nyahotel.cr

Essen und trinken

Las Palmeras. Ein einfaches Restaurant mit sehr leckerem Essen in Montezuma. Man kann die lokale, typische Küche ausprobieren, während das Meer vor einem leuchtet. An der Hauptstraße Richtung Cabuya.

The Bakery. Wer einen Tagesausflug nach Cabuya macht, muss hier einfach essen, die Zutaten sind sehr frisch und lecker. Super Smoothies und tolle Salate sowie lokale Spezialitäten. An der Hauptstraße Carretera Montezuma.

Kavita Bamboo Bar & Restaurant. Den Sonnenuntergang kann man in Santa Teresa an der Westküste besonders schön erleben. Es ist das neue Hipster-Surfer-Mekka an einem sieben Kilometer langen Traumstrand. Am besten mit einem Drink im "Kavita". Oder beim romantischen Abendessen am Strand, die Küche ist gut. pranamarvillas.com/restaurant

Erleben

Cabo Blanco Nature Reserve. Der erste Nationalpark Costa Ricas, an der Südspitze der Nicoya-Halbinsel, Ruhezone für Gürteltiere, Kapuzineraffen, Ameisenbären. Man kann eine tolle, anstrengende vierstündige Wanderung durch den Regenwald zu einem einsamen weißen Strand machen. nicoyapeninsula.com/naturreserves/caboblanco/

Isla Tortuga. Wer Lust auf Schnorcheln hat, ist hier richtig. Man fährt morgens um 9 Uhr mit einem Boot los, an den Felsen tummeln sich die Fische. Lunchen unter Palmen, baden im türkisfarbenen Wasser, zurück geht’s um 16 Uhr. Mein Lieblingstagesausflug! Ca. 55 Euro, zumatours.net

Isla Cabuya. Eine sehr unberührte Insel. Fischer fahren mit ihren bunten Booten übers Meer, während man in einer Viertelstunde zum unbewohnten Eiland bei Ebbe hinausläuft. Der Friedhof ist ein mystischer Ort: Gräber unter Palmen, Muscheln auf den Kreuzen. Beim Schnorcheln segelt vielleicht ein Mantarochen vorbei. Ab zwei Stunden vor Ebbe und bis zwei Stunden nach Ebbe zugänglich.

Playa Grande. Einer der schönsten, unberührtesten Strände Nicoyas. Man kommt nur zu Fuß in ca. 30 Minuten von Montezuma hin. Es geht durch geschützte Trockenwälder, wo Brüll- und Weißkopfaffen leben.

Helfen

Wild Sun Rescue Center. Vor wenigen Jahren wurde die tolle Organisation gegründet, um die Tierwelt im Cabo-Blanco-Naturpark zu schützen. Affen ohne Mutter werden aufgezogen, kranke Nasenbären gepflegt, und die wunderschönen Scarlet-Macaw-Papageien wieder angesiedelt. Als Volunteer kann man die Arbeit kennenlernen und mithelfen (ab drei Wochen, ab ca. 285 Euro pro Woche). Oder auf einem Ausflug kennenlernen, alle Hotels bieten Touren an. wildsunrescue.org

Refugio Romelia. Nachts Schildkröten schützen, tagsüber Strände vom Müll befreien, Trails im Wald bauen – als Volunteer im Refugio, das sich nahe Montezuma an der Küste entlangzieht. Unterkunft im Neun-Bett-Zimmer, Mindestaufenthalt 5 Tage. Ca. 40 Euro/Tag, inkl. Unterkunft und Verpflegung, refugioromelia.com

Playa de Los Artistas. Das berühmte Restaurant wird von Italienern geführt, die dem Namen alle Ehre machen. Nicola zaubert immer wieder neue mediterrane Kreationen auf den Tisch. Man sitzt sehr gemütlich am Strand von Montezuma unter Palmen und schaut aufs Meer. Die Karte wechselt. Mein absolutes Lieblingsrestaurant! www.instagram.com/playadelosartistas/

Yoga

"Montezuma Yoga".  Dagmar Sprembergs Yogaschule bietet täglich offene Klassen im Stil von Vinyasa- oder Yin-Yoga an, die Stunde kostet ca. 12 Euro. Es gibt auch Yoga-Retreats, in denen Yoga mit Surflektionen, Wellness oder Spanischunterricht kombiniert wird. Sechs Tage kosten ab ca. 670 Euro, inkl. Unterkunft im "Hotel Nya". Wer es individuell mag, bucht das "Private Luxury Yoga Retreat", wohnt in Dagmars "Skylab Loft", einem Holzhäuschen auf Stelzen, bekommt jeden Tag eine private Yogastunde und eine Massage. 3 Nächte ab ca. 400 Euro, www.montezumayoga.com

Brigitte

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