Peru: 21 Reisetipps von Lima bis zum Colca Canyon

Eine Reise durch Peru, jenseits von Machu Picchu und Inka-Trail? BRIGITTE-Redakteurin Sonja Niemann entdeckte die unterschätzte Hauptstadt Lima und wanderte im sagenhaften Colca Canyon. Ihr Herz aber verlor sie an die Alpakas - und ein bisschen auch ans Nationalgetränk. Ihre Reisetipps.

Darauf einen Pisco Sour!

Arequipa schmeckt nach Chicha Morada. Die lilafarbene, alkoholfreie Limonade ist jedenfalls das Erste, was Fotograf Marc und ich bei unserem Besuch in der alten Kolonialstadt im Süden Perus trinken. "Schmeckt köstlich, woraus ist das gemacht?" - "Aus lila Mais, unter anderem", erklärt uns der Kellner. Aber nicht fermentiert wie das arg gewöhnungsbe­dürftig schmeckende Mais ­"Bier", das man sonst in Südamerika als "Chicha" angeboten bekommt.

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Marc und ich sind am Vortag in Lima gelandet, haben aber Perus Riesenmetropole erst mal links liegen gelassen - die heben wir uns für später auf - und sind nach einer kurzen Nacht nach Arequipa weitergezogen - trotz seiner fast eine Million Einwohner vergleichsweise beschaulich, von gleich drei Vulkanen flankiert, liegt es auf 2300 Metern in den Anden.

Allein in Arequipa gibt es ganz schön viele Sehenswürdigkeiten

Jetzt wohnen wir mitten im alten Zentrum und können die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß ablaufen. Und davon gibt es ganz schön viele. Die spanischen Eroberer des 16. Jahrhun­derts mögen bei ihren Feldzügen zwar sonst nichts Gutes hinterlassen haben (jedenfalls nicht den Inkas), aber ihre Kolonialarchitektur ist, das muss man sagen, schon bildhübsch.

Die beeindruckendsten Gebäude sind natürlich die Kirchen, gefühlt steht eine neben der anderen, jede hat ihren eigenen Charak­ter, und eigentlich können wir uns gar nicht daran sattsehen ... Bis ich irgend­wann merke, dass ich keine Ahnung mehr habe, ob nun die Kirche San Fran­cisco oder La Merced oder La Compañia diejenige mit der tollen Barockfassade war, in der zwischen pausbäckigen Engeln interessanterweise auch Maiskol­ben abgebildet waren.

Flauschig Es ist unmöglich, sich nicht in ein Baby-Alpaka zu verlieben...

Apropos Mais: "Marc, wollen wir eine Pause machen und was trinken gehen, eine Chicha Morada vielleicht?" - "Das Kloster Santa Catalina sollten wir uns noch anschauen." - "Aber nur kurz." Wir bleiben Stunden. Das riesige Kloster, das einen ganzen Straßenzug einnimmt, ist eine eigene, abgeschiedene Welt voller Frieden. Es ist auch ein be­ruhigender Gedanke, dass sich die rund 20 Nonnen, die hier heute noch leben, diese Ruhe selbst ausgesucht haben - in früheren Zeiten war es üblich, dass wohl­habende Familien eine ihrer Töchter mit zwölf Jahren hinter diese Klostermauern schickten, und zwar oft für immer.

Unerwartet betreten macht mich am nächsten Tag auch der Anblick von Jua­nita in ihrem eisigen Glassarg. Ein Inkamädchen, das im 15. Jahrhundert den Göttern geopfert wurde, sprich: in einer Zeremonie getötet. Ihre mumifizierte Leiche ist heute im Museum Santuarios Andinos ausgestellt. Der Museumsguide erzählt, dass ihr vermut­lich vorher gesagt wurde, dass es eine Ehre sei, für so einen Tod ausgewählt worden zu sein, und sie mit viel Chicha betäubt wurde, dem echten, mit Alkohol. Es macht es nicht besser.

Höhenkrankheit? Alpakas und Koka-Tee retten mich

Die erste Alpaka-Herde sehen wir am Rande der Straße, die Arequipa mit dem etwa drei Autostunden entfernten Colca­-Tal verbindet. Und auch sonst ist die Fahrt abenteuerlich, denn der Pass schraubt sich zwischendurch auf bis zu 4900 Meter hoch, was höher ist als der Mont Blanc.

Ich bilde mir trotzdem ein, dass es mir nicht so viel ausmacht, weil mich diese wahnsinnig niedlichen Tiere rechts und links so ablenken. Aber ver­mutlich hat eher der Koka­-Tee geholfen, den es dankenswerterweise in Peru in jedem Gasthaus gibt: belebt, hilft gegen Kopfschmerzen, Müdigkeit und beugt vor allem der Höhenkrankheit vor.

Wir wollen im Colca Canyon wandern gehen, aber schon der Weg dahin ist voller Highlights: Nicht nur wegen der Alpakas, sondern auch der Kondore, die man am treffend benannten Aussichtspunkt "Cruz del Condor" majestätisch über eine Schlucht kreisen sieht.

Das Ganze ist so beeindruckend, dass weder die etlichen Reisebusse noch die Kassettenrekorder der Souvenirverkäuferinnen, aus denen "El Condor pasa" plärrt, der Erhabenheit des Moments etwas antun können. Ich mache hundert Handyfotos von kreisenden Kondoren und dann noch eins von einer Frau in traditioneller Tracht, die ein kleines Alpaka an einer Leine führt. (Ich kann ja auch nichts dafür, wenn alle Klischees wahr sind.)

Wanderparadies Der Colca Canyon ist von vielen Wegen durchzogen

Einmalig, aber anstrengend: Wandern im Colca Canyon

Der etwa 100 Kilometer lange Colca Canyon ist von einer Vielzahl Pfaden durchzogen, die beliebteste Wanderung führt von 3200 Metern runter in die Schlucht zum Colca-Fluss, wo man dann in der sogenannten "Oase Sangalle" in sehr einfachen Hütten übernachtet. Dann geht es am nächsten Tag zurück. "Das wird schon etwas anstrengender", erklärt uns unser Guide Martin, als wir gemütlich nach einem schönen Wandertag in der "Oase" beim abendlichen Bier zusammensitzen. "Wir sind heute 1200 Höhenmeter immer in den Canyon runtergelaufen. Das müssen wir morgen alles wieder hoch." Ich versichere großspurig, das sei kein Problem, ich wäre ja fit und jogge um die Alster und so. Ja: Ich habe als norddeutsche Flachländerin wirklich überhaupt keine Ahnung, was Höhe bedeutet.

Hoch und runter Autorin Sonja Niemann beim Wandern im Colca Canyon

Ich finde es heraus, als ich am nächsten Morgen jede Viertelstunde erschöpft eine Pause machen muss und auf Eseln vorbeireitende Einheimische mir mitleidig anbieten, mich mitzunehmen. Erst der Koka-Tee, den ich nach einer Ewigkeit (in Wahrheit: drei Stunden) endlich oben im Dorf Cabanaconde trinke, bringt mich wieder etwas auf die Beine.

Ich würde wirklich gern ein paar Blätter nach Deutschland mitnehmen. Das, und ein Baby-Alpaka. Aber ich fürchte, beides ist nicht erlaubt.

"Über Pisco müsst ihr Folgendes wissen", sagt Ricardo Carpio: "Erstens: Pisco ist kein Grappa, er wird NICHT aus Trester hergestellt, sondern aus fermentiertem Traubenmost. Zweitens: Es ist völlig okay, einen Pisco Sour zu bestellen. Aber nicht in Deutschland." Denn dort, sagt Ricardo, bekäme man zum einen meist keinen guten Pisco ("nur Standardmarken"), zum anderen würden die deutschen Bars meist auf das frische Eiweiß verzichten, das für die schaumige Konsistenz reinmuss, und stattdessen ein Ersatzprodukt aus der Tüte verwenden: "Das ist überhaupt nicht vergleichbar." 

Ricardo weiß, wovon er redet, schließlich ist er Besitzer einer Piscobar in Lima. Und der Pisco Sour, den er uns gemixt hat, ist so gut, dass sich allein schon deswegen der Aufenthalt in Perus Hauptstadt gelohnt hat.

In Lima finde ich schnell meine Lieblingsplätze

Für viele Peru-Touristen ist Lima immer noch der 10-Millionen-Moloch am Meer, den man möglichst schnell hinter sich lassen will, um in die Inka-Stadt Cusco, zum Machu Picchu oder Trekking in die Anden weiterzureisen. Seitdem der peruanische Starkoch Gastón Acurio vor rund 20 Jahren mit seinem Sternerestaurant "Astrid & Gastón" die moderne peruanische Küche weltweit bekannt gemacht hat und mittlerweile jeder weiß, was Ceviche ist (mit Limettensaft marinierter roher Fisch), ist Lima zumindest auf der Agenda der Foodies gelandet.

Ansonsten aber gilt die Metropole nach wie vor eher als Sehenswürdigkeit zweiter bis dritter Reihe: Es gibt gute Museen, aber keines von Weltrang, und die historischen Kolonialgebäude werden entweder kaum genutzt (in der zum Unesco-Weltkulturerbe ernannten, aber reichlich toten Altstadt) oder sind vielfach abgerissen worden und modernen Wolkenkratzern gewichen (im quicklebendigen Miraflores).

Die Stadtführung mit unserem Guide Klaus, der in Miraflores aufgewachsen ist, erinnert jedenfalls ein bisschen an diese Fotos in Lokalzeitungen, wo Leute traurig mit dem Finger auf Dinge zeigen, die nicht mehr da sind: "Hier war ein wunderschönes altes Kino, da habe ich 1977 ‚Star Wars‘ gesehen, aber das hat schon lange zu." - „Hier war mal eine Rollschuhbahn, auf der wir als Kinder gespielt haben." - "Hinter diesem Bauzaun versteckt sich eines der schönsten Häuser, aber es steht schon lange leer, jetzt wird es abgerissen und es kommt noch ein Hochhaus dahin."

Alt neben neu Straße in Limas Stadtteil Miraflores

Und dennoch stelle ich von Minute zu Minute mehr fest, dass mir Lima in all seiner Nicht-Herausgeputztheit und Unvorhersehbarkeit wahnsinnig gut gefällt. Dies ist eine Großstadt, die lebt und atmet, und nach jeder Abzweigung entdecke ich neue Lieblingsplätze: Der kleine grüne Kennedy-Park mit seinen in der Sonne dösenden Katzen. Die altmodischen Tante-Emma-Läden. Der Ausblick aufs Meer vom "Parque del Amor", der mit seiner monumentalen Statue eines knutschenden Paares bewusst so kitschig angelegt ist, dass es tatsächlich schon wieder romantisch ist.

Vor allem aber hat es mir der Stadtteil Barranco angetan, der mit seinen bunten Häuschen, schmalen Gassen und dem palmenumsäumten Platz wie ein idyllisches Dorf inmitten der Millionenmetropole wirkt. Okay, wie ein ziemlich hippes Dorf: überall Street-Art, auf dem Open-Air-Markt verkaufen junge Kreative selbst entworfene T-Shirts oder cool gelabelte Naturkosmetika, und hinter jeder zweiten Tür verbirgt sich eine Galerie oder ein Atelier, in dem junge Frauen sich zeichnerisch mit ihrer Sexualität auseinandersetzen oder Jungs in Karohemden Großplastiken von Totenschädeln anfertigen. Und natürlich gibt es in Barranco auch die coolsten Bars und nettesten Kneipen. In der "Ayahuasca"- Bar sogar Pisco Sour mit Kokablättern, haben wir gehört. Da müssen wir hin!

Maritim Leuchtturm in Limas Stadtteil Miraflores

... und surfen lerne ich da auch (ein bisschen) 

Klaus hat mir empfohlen, eine Surfstunde an einem von Limas schmalen Stadtstränden zu nehmen, der im Wesentlichen aus Kieseln besteht und hinter dem eine mehrspurige Hauptverkehrsstraße entlangführt. Das klang wenig verlockend, ich bin auch noch nie gesurft. Aber man soll ja alles mal probieren, und daher stehe ich wenig später in einem Neoprenanzug rum, die Großstadt im Rücken, das Meer vor mir, und mache Aufwärmübungen mit meinem Surflehrer Matew. "Das wird dir Spaß machen", sagt Matew. Ich zweifle.

Wir paddeln ein Stück raus, Matew dicht neben mir, und irgendwann schubst er mich vor die nächste anrollende kleine Welle, ich paddle und paddle, springe auf die Füße ... Und schaffe es dann doch nicht, ganz aufzustehen, sondern "surfe" in unbeholfener Hockposition. Aber mein Ehrgeiz ist geweckt. Ich will noch mal! Um es kurz zu machen: Ich schaffe es auch bis zum Ende der Stunde nicht, aufzustehen (ich rede mir und Matew ein, es läge nur am Muskelkater vom Colca Canyon). Aber es macht tatsächlich wahnsinnig Spaß, und es lohnt sich wirklich, alles mal auszuprobieren.

Nach der Stunde habe ich Durst. Ich finde einen Stand mit frisch gepressten Säften: Guave, Maracuja, Mango, aber auch mir unbekannte Früchte wie Tuna, Tumbo, Guanabana, Cherimoya ... Alles klingt köstlich. Ich will alles mal probieren. Ich glaube, ich muss unbedingt bald wiederkommen.

Peru: Die Reisetipps für Lima, Arequipa und den Colca Canyon

ANREISEN & RUMREISEN

Lima wird u. a von KLM angeflogen (über Amsterdam). In Peru selbst sind Fernreisebusse das gängige Verkehrsmittel, bei langen Strecken - wie die zwischen Lima und Arequipa, wo die Fahrzeit mindestens 15 Stunden beträgt - lohnt allerdings ein Inlandsflug, z. B. mit Latam Airlines.

LIMA

Das historische, sogar zum Unesco-Weltkulturerbe ernannte Zentrum von Lima mit dem Monasterio und dem Regierungspalast ist interessant zu besichtigen, aber abends nahezu ausgestorben. Empfehlenswerter ist es, sich ein Hotel z. B. in den Stadtteilen Miraflores oder Barranco zu suchen, die beide direkt am Meer liegen, auch nachts als sicher gelten und in denen man gut essen und ausgehen kann

ÜBERNACHTEN

Lima Wari. Charmantes Haus im Kolonialstil mit Mini-Vorgarten. Die bunten Zimmer sind einfach eingerichtet, bei den besonders günstigen ist das Bad auf dem Gang. Aber sehr freundliche Atmosphäre und prima Lage in Barranco. Nicht nur für den niedrigen Preis top. DZ/F ab 35 Euro (Av. Miguel Grau 723 - 725, Tel. 01/586 81 22, www.limawarihotelboutique.com).

Hotel B. Für die, die es edler (und teurer) mögen, ebenfalls in Barranco: Die strahlend weiße Villa hat 17 durchgestylte Zimmer, eine ausgezeichnete Bar und aufmerksamen Service. DZ/F ab 370 Euro (Jirón Sáenz Peña 204, Tel. 01/2 06 08 00, www.hotelb.pe).

GENIESSEN

ámaZ. Wer es nicht ins Amazonasgebiet schafft, bekommt hier zumindest einen Eindruck von der dortigen Küche - auch wenn es sich um die veredelte Großstadt-Variation davon handelt. Dafür wird hier auf höchstem Niveau gekocht: zum Beispiel Patarashca, in Bambusblättern gegrillter Fisch (ca. 18 Euro). In Miraflores, weitere Filiale in Surco (Av. La Paz 1079, Tel. 01/221 9393, www.amaz.com.pe).

Schick und schön Im Restaurant "amaZ" in Miraflores stimmen Essen und Ambiente

Al Toke Pez. Ein unscheinbarer, kleiner Imbiss in Surquillo - und die beste klassische Ceviche, die wir in Peru gegessen haben, und zwar für ca. 5 Euro. Nur mittags bis 15.30 Uhr geöffnet. Keine Reservierungen, keine Telefonnummer, keine Internetseite, aber auf Facebook zu finden (Av. Angamos Este 886).

El Tio Mario. Nichts für Vegetarier, denn Mario serviert vor allem rustikale "Anticuchos", gegrillte Rinderherzenspieße (ab ca. 8 Euro). Zentral neben der "Seufzerbrücke" in Barranco (Jr. Zepita 214, Tel. 01/477 03 01, www.anticucheriatiomario.com).

Fiesta. Eines der Spitzenrestaurants von ganz Lateinamerika. Man ist hier auf die Küche von Perus Norden spezialisiert, und es lohnt sich, den aufmerksamen, sachkundigen Service nach Empfehlungen zu fragen - hervorragend ist ohnehin alles. Vor allem die über Kohlen kurz gegrillte Hot Ceviche (ca. 29 Euro) ist nicht von dieser Welt (Av. Reducto 1278, Tel. 01/242 90 09, www.restaurantfiestagourmet.com).

TRINKEN

Ayahuasca. Schicki-Bar in Barranco, die das Adjektiv "schick" mal wirklich verdient hat: Sie erstreckt sich über mehrere Zimmer in einem prachtvollen Herrenhaus mit Innenhof, sehr "Großer Gatsby"-mäßig (Av. San Martin 130, www.ayahuascarestobar.com).

Juanito de Barranco. Seit mehr als 70 Jahren ist diese bodenständige Kneipe, deren Wände mit Theater- und Konzertplakaten tapeziert sind, der Treffpunkt für Bohemiens und Leute aus der Nachbarschaft. Zu Recht: eiskaltes Bier, leckere Sandwiches, angenehme Musik, nette Menschen (Av. Miguel Grau 270).

Piscobar Petit Thouars. Chef Ricardo Carpio kann nicht nur den perfekten Pisco Sour mixen, sondern auch erklären, welcher Pisco jeweils zu den Köstlichkeiten wie Wantans oder Mangosalat passt, die hier ebenfalls sehr gut sind (Av. Petit Thouars 5390, www.facebook.com/SomosPiscoBar).

Sour macht lustig Man kann Pisco aber auch pur trinken

ERLEBEN

Monasterio de San Francisco. Das (etwas morbide) Highlight dieses Klosters aus dem 17. Jahrhundert sind die verwinkelten Katakomben mit Knochen und Schädeln von geschätzt 75 000 Skeletten. Nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, die auf Englisch und Spanisch angeboten wird. Ca. 4 Euro (Plazuela San Francisco, www.museocatacumbas.com).

Sonntags Rad fahren. Ein Traum: Sonntagmorgens bis 14 Uhr sind einige große Hauptverkehrsachsen wie die Avenida Arequipa für Autos gesperrt. Man findet dort auch improvisierte Rad-Verleihstationen.

Surfen. Die schmalen Stadtstrände von Lima kommen einem vielleicht nicht als Erstes in den Sinn, wenn man ans Wellenreiten denkt. Aber Spaß macht es trotzdem! Und Surfschulen gibt es auch, z. B. Corzo am Playa Makaha in Miraflores. Einzelstunde ca. 26 Euro (www.corzosurfschool.com).

AREQUIPA

ÜBERNACHTEN

Casa Andina Premium. Die peruanische "Casa Andina"-Kette hat Hotels verschiedener Preisklassen in Arequipa, dieses hier ist besonders komfortabel und befindet sich in historischen Gemäuern direkt beim Monasterio Santa Catalina. Sehr freundlicher Service und ausgezeichnetes Frühstücksbuffet in einem schönen Innenhof. DZ/F ab 115 Euro (Calle Ugarte 403, Tel. 054/22 69 07, www.casa-andina.com).

Casona Solar. Schönes Haus aus dem Jahr 1702. Zentrale Lage in der Altstadt, grüner Innenhof, prima Preis-Leistungs-Verhältnis. DZ/F ab 60 Euro (Consuelo 116, Tel. 054/22 89 91, www.casonasolar.com).

GENIESSEN

Chicha. Der Koch Gastón Acurio war mit seinem Restaurant "Astrid & Gastón" in Lima der bekannteste Wegbereiter der neuen peruanischen Küche. Mittlerweile besitzt er ein Gastroimperium, zu dem auch das "Chicha" gehört: Klassische Gerichte der Anden modern interpretiert, zum Beispiel "Causa" ( eine Art geschichteter Kartoffelbrei, der z. B. mit Fisch gefüllt wird, ca. 10 Euro) oder raffiniert gefüllte Rocoto, eine scharfe Paprikasorte (Santa Catalina 210, Tel. 054/28 73 60, www.chicha.com.pe).

Zig Zag. Fisch und Fleisch auf Vulkanstein gegrillt (dreierlei Fleisch mit Rind, Huhn und Alpaka ab ca. 13 Euro). Schönes Ambiente, vor allem die von Gustave Eiffel entworfene eiserne Wendeltreppe ist ein Hingucker. Sehr freundlicher Service ( Calle Zela 210, Tel. 054/20 60 20, www.zigzagrestaurant.com).

La Benita de los Claustros. In der urigen Picanteria - so nennt man Mittagslokale mit regionaler Hausmannskost - kann man sich an langen Tischen durch traditionelle Gerichte probieren: Ocopa (eine Sauce), den Salat "Solterito de Queso", und ja, "Cuy", Meerschweinchen, gibt es auch. 8-Gang-Probier-Menü ca. 42 Euro (Calle Moran, Tel. 051/9 92 34 72 72, www.labenitadelosclaustros.com).

Zingaro. Bekannte Adresse für gute, gehobene Küche. Wer sich woanders nicht traut, Alpaka-Steak (ca. 12 Euro) oder Meerschweinchen zu bestellen, wagt es vielleicht hier (San Francisco 309, Tel. 054/21 76 62, www.zingaro-restaurante.com).

ERLEBEN

Monasterio de Santa Catalina. Selbst wenn man denkt, dass man nun eigentlich genug Gotteshäuser angeguckt habe: Dieses riesige, 1579 gegründete Kloster ist ein Muss. Man kann allein rumlaufen, aber die Führungen - auch auf Deutsch - sind exzellent. Eintritt ca. 11 Euro, Führung ca. 5 Euro (Santa Catalina 301, www.santacatalina.org.pe).

Mercado San Camilo. Der Markt hat fast jedes Obst und Gemüse, das Peru zu bieten hat. Man kann aber auch Schafkopfsuppe essen, Opfergabeteller kaufen und sich vor Weiterreise mit Kokablättern gegen Höhenkrankheit eindecken (Calle San Camilo).

Museo Santuarios Andinos. In diesem Museum lagert die Inka-Mumie Juanita. Zu besichtigen ist sie nur im Rahmen einer Führung, an dessen Anfang ein ca. 20-minütiger Film zu ihrer Geschichte und ihrer Entdeckung steht (La Merced 110, www.ucsm.edu.pe/museo-santuarios-andinos/).

COLCA CANYON

Der Colca Canyon liegt gut 100 km nördlich von Arequipa und bietet atemberaubende Landschaften. Man erlebt ihn am besten bei einer zwei- bis dreitägigen Wanderung, die Reiseagenturen in Arequipa als geführte Tour inklusive Anreise anbieten. Alle Touren stoppen auf der Hin- oder Rückfahrt beim Aussichtspunkt Cruz del Condor.

Herrliche Aussicht Ein Blick auf das Colca-Tal, hier beim Dorf Yanque

Die am häufigsten angebotene Route wird El Clásico genannt: Man startet beim Aussichtspunkt San Miguel in der Nähe des Dorfes Cabanaconde und läuft stetig abwärts zum Rio Colca und dann weiter zur "Oase" Sangalle, in der es sehr einfache Unterkünfte gibt. Am nächsten Tag hat man dann einen direkten steilen Aufstieg von 1200 Höhenmetern vor sich, bis man wieder oben im Dorf Cabanaconde landet.

Man kann die Tour auch auf eigene Faust machen, Cabanaconde als Ausgangspunkt der Wanderung ist mit öffentlichen Bussen erreichbar, einfache Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten gibt es in den Dörfern auf dem Weg. Man sollte aber viel Wasser mitnehmen und etwas Spanisch können, um sich bei Bedarf durchfragen zu können. Auch Individualwanderer brauchen das "Boleto Turistico", die Gebühr von ca. 18 Euro wird u. a. für die Infrastrukturpflege des Canyons verwendet.

Wer nach dem Wandern ein oder zwei Tage im Colca-Tal bleiben und etwas luxuriöser wohnen will: Die Colca Lodge, ein weitläufiges Resort in der Nähe des Dorfes Yanque, hat u. a. eine nur für Gäste zugängliche heiße Quelle und ein Spa. DZ/F ab 160 Euro (Tel. 054/28 21 77, www.colca-lodge.com).

MEHR INFOS

www.peru.travel

TELEFON

Die Vorwahl von Peru ist 0051.

Brigitte 06/2019

Wer hier schreibt:

Sonja Niemann
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