Radeln im Böhmerwald: Wo Tschechien noch im Dornröschenschlaf liegt

Unberührte Natur, beschauliche Dörfer, hier eine Burg, da ein Schloss: Ihre Radtour durch den Böhmerwald im Süden Tschechiens fühlte sich für BRIGITTE-Autorin Doris Ehrhardt wie eine Reise in die Vergangenheit an.

Alle aussteigen! Die Radtour startet an der Endstation

Endstation. Alle aussteigen – sind sowieso bloß wir zwei. Fotograf David und ich wuchten die Räder auf den Bahnsteig von Cerny Kríž. Die alte Lok rumpelt zurück Richtung Osten. Wir wollen noch Getränke für unterwegs kaufen, dann sind wir startklar. Wo ist der Kiosk? Wo die Umgebungskarte? Wo ist überhaupt das Dorf? Nichts da, auch kein Mensch, den wir fragen könnten. Cerny Križ ist hauptsächlich ein Bahnhöfchen, im Böhmerwald auf 745 Meter Höhe gelegen.

Paar riskiert Leben für das perfekte Foto

Für uns geht’s hier los: Wir wollen durch Südböhmen radeln, eine der 14 tschechischen Regionen, von West nach Nordost, aus tiefer Provinz zur Stadt Trebon. Auf dem Weg liegen böhmische Dörfer, prächtige Schlösser und welt bekannte Orte wie Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau) und Ceské Budejovice (Budweis).

Nach dem Vorbild von Windsor Castle wurde Schloss Hluboká ab 1840 im Zuckerbäckerstil umgestylt - was 31 Jahre dauerte

Singen, Flüstern, Rauschen: Vögel, Birken und der See geben ein Freiluftkonzert

Erst schnurren wir komplett im Schatten dahin, dann löst sich der dichte Wald in lose Grüppchen von Tannen, Fichten und Birken auf – die da stehen, als würden sie die Köpfe zusammenstecken. Ein gutes Stück links von uns windet sich die Moldau durch Auenlandschaft. So locker könnte es ewig laufen, denke ich, und da passiert es: mich schleudert’s.

Schuld ist mein "Stehenbleiben!!!"-Reflex. Weil sich urplötzlich die Landschaft weitet, als würde Mutter Natur die Arme ausbreiten. Die Wiesen rechts und links strotzen vor Blüten. Wind fährt hinein und macht eine gelbe La-Ola-Welle aus Hahnenfuß. Da sind unvorstellbare Mengen an prall gelbem Hornklee, wilden Veilchen und Rotklee, außerdem Zitronenfalter, Bienen, Hummeln. Ein Bild von einer Landschaft, so surreal ideal, dass es mich glatt aus dem Sattel gehoben hat.

Am Eisernen Vorhang von einst hat die Natur das Sagen

Wir sind unterwegs, wo Tschechien an Deutschland und Österreich stößt. Auf dieser schmalen Straße fuhr früher Militär Patrouille, denn bis Ende der 80er-Jahre verlief hier der Eiserne Vorhang. Der Landstrich an der Zonengrenze war Sperrgebiet, Menschen und Dörfer mussten weichen. Die Natur fiel in den Dornröschenschlaf und wird seit 1990 als Unesco-Biosphärenreservat Šumava geschützt. Šumava ist das tschechische Wort für Böhmerwald, und der zieht sich als rund 120 Kilometer lange Bergkette entlang der Grenze.

Mann, wo haben wir so getrödelt? Eigentlich schon beim Mittagessen in Nová Pec und dann an der Kirche, die einst zum Dorf Glöckelberg gehörte, von dem nichts als Gotteshaus und Friedhof geblieben sind. Zuletzt am Schwarzenbergschen Schwemmkanal, wo ich die übers Wasser schwappenden Blumen einfach fotografieren musste. Jedenfalls ist es 16.30 Uhr, und die Fähre geht um 17.05 Uhr. Aber nicht vom Anleger, an dem wir stehen. Der Lipno ist ja keine Pfütze, sondern ein 42 Kilometer langer Stausee, in den die Moldau rein- und wieder rausfließt.

Nach dem Auf und Ab machen wir Pause: Füße kühlen im klaren Wasser

Geschafft! An Bord kurz durchatmen, schon legen wir in Frymburk an. Das Örtchen glänzt in der Abendsonne wie geölt und fährt groß auf: eine Reihe von entzückenden Schrebergärten, in denen Frauen Gemüsebeete gießen; ein Marktplatz, den historische Häuser umrahmen; Gartenlokale mit Seeblick. Dass sich Radfahrer und Fußgänger einträchtig den Uferweg teilen, lässt das alles hier vollends romantisch wirken. Bleiben? Geht nicht! Los, weiter, noch eine halbe Stunde bis Lipno nad Vltavou!

Die Überfahrt von Frýdava nach Frymburk dauert nur Minuten, schade eigentlich.

Die Etappe am nächsten Morgen könnten wir im Schlaf strampeln: unverirrbar einfach, immer schön am Ufer entlang, rechts den Lipnosee mit Ausflugsschiffen und Segelbooten im Blick.

Später dagegen, in Loucovice, irren wir auf und ab. "Ihr müsst die Gleise queren und links hinauf in den Wald!", gibt uns ein Fabrikarbeiter den entscheidenden Tipp. "Dĕkuji", danke! Jetzt wird’s holprig, auf einem schmalen Waldweg rauf und runter. Downhill schieben die Satteltaschen von hinten. Ein Bremskraftakt.

Zum Ausgleich durchweht die Gegend eine sehr erträgliche Leichtigkeit des Seins: heitere Sonnenflecken auf moosigem Waldboden, rechts unten murmelt die Moldau. Klingt nach "Macht doch mal Pause!" Der nächste Stichweg ist unserer. Schuhe ausziehen, auf einen Felsbrocken setzen und die Füße kühlen. Klares Wasser, braun wie gebrühter Roiboostee – die Farbe kommt von den Mooren. Augen zu, Ohren auf. Ein Singen und Zwitschern von allen Seiten. Dabei sind die Vögel nicht lauter als anderswo – ihre Stimmen kommen bloß besser zur Geltung, weil die üblichen Nebengeräusche unserer Zivilisation ausbleiben.

Drinnen Verzierungen im Rokokostil, draußen das Grün des Waldes

"Böhmische Dörfer": Dieser Begriff entstand im Dreißigjährigen Krieg, weil den deutschen Soldaten die tschechische Sprache ein Rätsel war. Auch mich hat es anfangs gewurmt, dass ich nichts verstehe und mit den Ortsnamen kämpfe. Nun, im Kloster Vyšší Brod sehe ich darin einen Vorteil: weniger Informationsverarbeitung. Während der Guide sicher Spannendes erzählt, dürfen wir uns in Ruhe umschauen.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das dorfgroße Zisterzienserkloster ein geistiges und wirtschaftliches Zentrum. Umwerfend finde ich die Bibliothek mit 70 000 Bänden. Mitte des 18. Jahrhunderts in schönstem Rokokostil angelegt, sind viele Regale mit Gold und Schnitzereien verziert wie Altäre des Wissens.

Nach der menschengemachten Pracht wirkt draußen das Grün sehr beruhigend, und mich beruhigt besonders, dass es so ein großes Stück Grün wie den Böhmerwald in Mitteleuropa überhaupt noch gibt. Seit dem Städtchen Rožmberk sind wir niemandem begegnet – und das ist zwei Stunden her.

Wir waldbaden in einem Meer aus Grün: Hügelwellen scheinen grenzenlos in den Horizont hineinzufließen, im Wortsinn stapeln sich Wälder über Wälder. Etwas nervös macht mich allerdings, dass noch einige zähe Steigungen vor uns liegen – und der E-Bike-Akku wegen des bisherigen Auf und Abs nur noch 20 Prozent anzeigt. Heißt: weniger Strom-, mehr Strampel-Einsatz.

Cruisen am Moldauufer: Mit Braten, Knödel und Bierchen im Bauch

So gesehen passt am nächsten Morgen das Gefühl in meinen Beinen gut zur Stadt, in der ich aufwache: Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau), auferstanden aus Ruinen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus Ende 1989 war dies ein heruntergekommener, verlassener Ort, der wenig später mithilfe der EU und privater Initiativen zu einem Schmuckstück wiederaufgebaut wurde. Unterhalb der alles überragenden Burg präsentiert sich die Altstadt sogar als Unesco-Welterbe. Die Häuser haben im Schnitt 400 bis 500 Jahre im Gebälk, Fassaden mit bunten Fresken oder hellem Anstrich. Teils barockisierte Wände, aber im Prinzip eine Renaissance-Stadt mit Touch ins Italienische – dafür war einer der Herren von Rosenberg verantwortlich, dessen Adelsgeschlecht hier rund 300 Jahre herrschte. Außerordentlich hübsch das alles. Man muss bloß aufpassen, dass man den dauerfilmenden Touristen aus Asien nicht ins Bild läuft.

Zwischen Cesky Krumlov und Ceské Budejovice (Budweis) liegt eine Serie von "Das zieht sich!"-Hügeln. Blöderweise wollten wir uns vor dem Start in einer Brauereigaststätte mit einem "Happen" stärken. Aber wie hier vielerorts üblich bekamen wir einen Berg Braten mit einer Soße, die nicht gerade nach von Hand schmeckte und dazu – wenn mich nicht alles täuscht – Fertigknödel. In Budweis dann tun wir, was alle Gäste machen: ein Fünferset an Bierchen probieren. Macht nichts, dass wir für den Rest der Tagesetappe ein wenig dösig sind, man kann am Moldauufer wunderbar cruisen.

Noch vor dem Frühstück treibt es mich am nächsten Tag in Hluboká nad Vltavou zum See Munický Rybník. Patsch! Was ist das? An der Wasseroberfläche breiten sich Kreise aus. Patsch! Hey, da springen Karpfen! Das hab ich noch nie gesehen! Ich lauere, um wenigstens einen im Sprung zu erblicken, und gleich drei Fische sind so freundlich, mir vor der Nase zu tanzen.

Das Biosphärenreservat Šumava (Böhmerwald) gehört zu den größten und artenreichsten Mitteleuropas

Wir lassen die Reifen singen und genießen den Flow ...

Noch ganz verzaubert, fühle ich mich wenig später vom Prunk des Schlosses Hluboká eher erschlagen. Außen ein Traum in Weiß, nach dem Vorbild von Schloss Windsor im Tudor-Gotik-Stil gehalten, innen alles vom Feinsten, von der schwarzen Tapete aus Kalbsleder bis zum Kronleuchter aus böhmischem Kristallglas. Uff.

Für die Strecke nach Veselí nad Lužnicí nehmen wir die Regionalbahn, die uns zunächst zurück nach Budweis bringt, wo wir umsteigen. Der Zug ist bestimmt schon seit den 1970ern im Einsatz. Herrlich, dass man die Fenster öffnen und den Kopf in den Fahrtwind halten kann!

Und dann beginnt unser großes Finale auf dem Rad. Die Luft flirrt in der Mittagssonne. Ein Getreidefeld glitzert blaumetallic. Wann habe ich zuletzt so viele Kornblumen gesehen? Als ich ein Kind war? Wir lassen die Reifen singen, genießen den Flow, treten und treten, bis ich mich frage: Wann eigentlich haben wir zuletzt ein gelbes Schild mit unserer Radwegnummer 1034 gesehen? Muss vor zehn Kilometern gewesen sein. Hm.

Die Karte sagt: falsch abgebogen, zurück nach Vlkov! Dort rät uns ein Pilzesammler in gebrochenem Deutsch: "Nehmen Sie den roten Weg. Der ist touristischer." Er kann nur "idyllischer" gemeint haben. Wir treffen keinen Menschen, dafür scheue Graureiher, Enten und Gänse. Da kreisen Greifvögel und schwärmen Mücken aus. Wir sind in einem Naturschutzreservat gelandet, einem von Teichen durchsuppten Waldgebiet. Ab Klec werden die Wasser größer, die Pfade breiter, wir sind wieder auf dem 1034.

Das letzte Wegstück am Ufer des sehr großen Teichs Svet fühlt sich an, als rollten wir über einen roten Teppich in den Ort hinein. Trebon war ein Wintersitz des Adels. Weil das Zentrum der Kurstadt überschaubar ist, stelle ich das Rad am Hotel ab und spaziere los. Über den Marktplatz, vorbei an Bürgerhäusern mit Renaissance- und Barockgiebeln. Durch Gassen mit eiscremefarbenen Häusern und reichlich Torbögen. Zur "Dechantkirche der Jungfrau Maria Königin". Zuletzt durch den Park von Schloss Trebon. Dort fegt ein Pfau mit seinem Schwanz über den Boden. Und ein Gärtner mit Schubkarre ruft einer Mittvierzigerin zu, dass das Radeln im Park verboten sei. Sie schimpft daraufhin wie ein Rohrspatz und fährt weiter. Zu schnell für mich, ich hätte ihr gern unsere Route empfohlen. Da könnte sie sich schön austoben.

Um Třebons Marktplatz gruppieren sich eiscremefarbene Bürgerhäuser

Radeln in Südböhmen: Doris' Tipps

Die Tour

Meist geht’s über asphaltierte Wege, aber auch mal über Schotter oder Pfade – nicht immer flach, aber machbar.

1. Etappe: ca. 64 km. Cerný Kríž – Nová Pec – Ježová – Frýdava – per Fähre nach Frymburk nad Vltavou – Lipno nad Vltavou. Überwiegend flache Strecke, teils auf dem Moldau-Radweg (Nr. 7), teils auf dem "Iron Curtain Trail".

In Cerný Kríž gibt es keine Möglichkeit, Proviant zu kaufen. Die Fähre ab Frýdava verkehrt im Sommer zwischen 9.05 und 18.05 Uhr jede Stunde, im Hochsommer bis 20.05 Uhr, aber nicht an Wochenenden, Feiertagen – oder bei Starkwind (info@privozfrymburk.cz). Alternativ fährt man östlich um den See nach Lipno nad Vltavou.

2. Etappe: ca. 45 km. Lipno nad Vltavou – Lucovice – Vyšší Brod – Rožmberk nad Vltavou – Ceský Krumlov. In Loucovice nicht ganz durch den Ort fahren, sondern nach der Fabrik links über die Bahngleise, dann rechts, sodass man links der Moldau fährt.

3. Etappe: ca. 38 km. Ceský Krumlov – Zlatá Koruna (Kloster) – Boršov nad Vltavou – Ceské Budejovice (Budweis) – Hluboká nad Vltavou

4. Etappe: ca. 60 km. Hluboká nad Vltavou-Zámostí – per Zug zurück nach Ceské Budejovice (Budweis), hier umsteigen nach Veselí nad Lužnici – weiter per Rad nach Vlkov nad Lužnici – Klec – Lužnice – Rožmberk Teich – Stará Hlína und Leština – Trebon. In Vlkov aufpassen: entweder dem Wanderweg folgen oder den Radweg 1034 nehmen; in jedem Fall ab Klec weiter auf dem 1034. Ab dem Rožmberk-Teich entweder auf dem 1034 direkt nach Trebon oder auf dem 1035 in großem Bogen durch die Teichlandschaft über Stará Hlína und Leština nach Trebon.

Radkarten gibt die Tschechische Zentrale für Tourismus heraus. Wir nutzten je nach Etappe diese: "EuroVelo 13" (1:55 000), "Vltavská cyklistická cesta" (1:75 000), "Cyklistická cesta Lužnice/Nežárka" (1:60 000).

Fahrradverleih. Wir liehen unsere Räder in Prag und buchten einen Transfer (120 Euro pro Strecke) nach Budweis. Leihgebühren/Tag: Trekkingbike 10 Euro, E-Bike 20 Euro (Europe Bike Tours, Prag, Tel. 731 44 74 78, www.europe-bike-tours.eu).

Rad im Zug. Man muss ein Extraticket lösen (ca. 1,50 Euro).

Übernachten

So viel vorweg: Erstens haben wir nicht nach Luxus gesucht, zweitens herrscht vielerorts noch das pragmatische Denken aus der Zeit vor der politischen Wende, als man nicht investieren, aber improvisieren lernte – "Das geht schon." Und drittens fällt der Tourismus auf dem Land für die Gastgeber nicht so üppig aus, dass sie viel investieren wollen (und können).

Suites & Apartments U Trí hrušek. Zentral gelegen in einer Seitenstraße. Modern gestaltete Zimmer in alten Mauern. Gutes Frühstück mit frischen Croissants. D/F ab 80 Euro (Ceské Budejovice, Ceská 236/23, Tel. 386 32 21 41, www.utrihrusek.cz/index.php/en/).

Hotel Admirál Lipno. Apartmenthotel oberhalb des Lipnosees; an der Durchgangsstraße, aber nachts ruhig. Die Räume sind nicht schick, aber umfangreich ausgestattet. Im Erdgeschoss Fahrradraum. Halbpension möglich, große Restaurantterrasse. DZ/F ab 62 Euro (Lipno nad Vltavou, Lipno nad Vltavou 92, Tel. 380 73 61 31, www.hotel-admiral.cz/).

Hotel Leonardo II.Direkt im Zentrum, die Zimmer verteilen sich auf zwei Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert. Das Mobiliar ist antik, die Gestaltung stilgetreu – mit Gemälden neben dem Flachbildfernseher. Rezeption nach 20 Uhr nicht mehr besetzt! DZ/F ab 70 Euro (Ceský Krumlov, Soukenická 33, Tel. 380 72 59 11, www.hotely-krumlov.cz).

Hotel Štekl. Direkt unterhalb von Schloss Hluboká; großzügig, komfortabel und im romantischen Stil gestaltet. Wellnessbereich. DZ/F ab 70 Euro (Hluboká nad Vltavou, Bezrucova 141, Tel. 387 96 74 91, www.hotelstekl.cz).

Apartments Šupina. Charmantes Apartmenthotel und Restaurant, direkt ums Eck vom Schloss. Moderne Ausstattung, gute Küche. Frühstück wird erst ab 9 Uhr serviert. DZ/F ab 78 Euro (Trebon, Valy 56, Tel. 384 72 11 49, www.supina.cz).

Genießen

Speziell die Gastronomen auf dem Land richten sich an Gäste, für die ein gutes Essen ein üppiges Essen ist. Mit ganz viel Fleisch. Als Vegetarierin habe ich auf dem Land auch mal Bratensoße (aus der Packung) zum Gemüse bekommen – und mich in Trebon umso mehr über die Auswahl frischer und echt vegetarischer Speisen gefreut.

Penzion Alma. Gasthaus mit großer Terrasse und rustikaler Speisekarte, z. B. Hackbraten mit Quetschkartoffeln für ca. 4 Euro (Nová Pec, Dlouhý Bor 19, www.almapenzion.cz).

Lodenice Lipno. Direkt am Lipnosee ist es fast ein Muss, frischen Fisch zu bestellen, z. B. Karpfen in Honigsoße für ca. 10 Euro (Lipno nad Vltavou, Lipno nad Vltavou 1000, www.lodenicelipno.cz).

Soldiní Šance. Freundlicher Service, man sitzt nett draußen und wird garantiert satt, z. B. mit würzigen Kartoffelpuffern (ca. 4 Euro) oder Damhirschsteak für ca. 9 Euro (Hluboka nad Vltavou, Nám. Chsl. Armády 2, Tel. 387 96 64 40, www.solidnisance.cz).

Pension & Restaurant Inge. Neben Deftigem stehen auch böhmische Mehlspeisen auf der Karte, etwa "Liwanzen", eine Art Pfannkuchen, mit Heidelbeersoße für ca. 5,50 Euro. Toll: die große Terrasse (Vyšší Brod, Míru 379, www.pensioninge.cz).

Pivovar Eggenberg. Restaurant und Bierschänke der historischen Brauerei Eggenberg. Während das Lagerbier in relativ kleinen Mengen (0,3 Liter) zu haben ist, sind die Essensportionen riesig, z. B. Brauereigulasch mit Semmelknödel für ca. 6 Euro (Ceský Krumlov, Latrán 27, www.eggenberg.cz).

Hostinec DEPO. Modernes Gastro-Konzept in einer ehemaligen Werkstatt. Etwas abseits vom Trubel, Terrasse mit Gartenblick und gute Küche, weniger deftig als üblich, z. B. gebackene Böhmerwald-Forelle mit Gemüse für ca. 11 Euro (Ceský Krumlov, Latrán 74, Tel. 380 60 24 42, www.depokrumlov.cz).

Krajinská 27. Minibrauerei mit Gasthaus. Ein Fünfer-Set zum Probieren besteht aus fünf 0,1-Liter-Krügen; man trinkt die Bierchen in der Reihenfolge, dass der Alkoholgehalt steigt – von 4,5 auf 11,5 Prozent (Ceské Budejovice, Krajinská 27, www.krajinska27.cz).

Bohemia Regent. Die 1379 gegründete Brauerei mit Gasthaus gehört zu den ältesten der Welt, bietet Führungen und Probiersets an. Riesiger Biergarten! (Trebon, Trocnovské námestí 124, www.pivovar-regent.cz)

Bílý jednorožec. Pension und modernes Restaurant im Bistrostil mit überdachtem Innenhof. Angenehm feinere Küche, z. B. Tatar von der Böhmerwald-Forelle (ca. 5 Euro) und Wittingauer Karpfen (ca. 9,50 Euro). Ungewöhnlich gute vegetarische Speisen! (Trebon, Zizkovo nam, Tel. 724 06 57 85, www.bilyjednorozec.cz)

Erleben

Johannes-Nepomuk-Kirche. Das Gotteshaus am "Iron Curtain Trail" (Etappe 1) erinnert an Glöckelberg als einen "verschwundenen Ort". Er lag im Sperrgebiet am Eisernen Vorhang und verfiel über die Jahrzehnte. Die Kirche war verwüstet, der Friedhof eingeebnet, bis ehemalige Bewohner mit Unterstützung tschechischer Behörden Kirche und Friedhof wiederhergestellt haben (www.gloeckelberg.at).

Vyssi Brod. Die Abtei Hohenfurt in Vyšší Brod wurde 1259 gegründet; Anfang des 20. Jahrhunderts groß und funktional wie ein Dorf, ist das Männerkloster des Zisterzienserordens heute fast verwaist. Schätze: das Kreuz Zawisch, das Gemälde der Madonna von Hohenfurth und die imposante Klosterbibliothek mit 70 000 Bänden. Die Abtei ist nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, dafür müssen mind. 8 Personen zusammenkommen (www.klastervyssibrod.cz).

Burg Rožmberk. Der Komplex oberhalb des gleichnamigen Städtchens erinnert an das mächtige böhmische Adelsgeschlecht der Páni Rožmberka (Herren von Rosenberg) und bietet einen tollen Blick auf die Moldau (www.hrad-rozmberk.eu).

Ceský Krumlov (Böhmisch Krumau). Das mittelalterliche Stadtbild mit seinen Gotik-, Renaissance- und Barockbauten und Laubengängen sieht bezaubernd aus – dafür wird die Unesco-Welterbe-Altstadt tagsüber von Besuchern überrannt. Highlights: Burg und Schloss Ceský Krumlov (zweitgrößter historischer Bau Tschechiens mit Schlossgarten und Barocktheater), die dreigeschossige Mantelbrücke, die Kirche St. Veit mit neugotisch achteckigem Turm, die Klöster Ceský Krumlov (www.ckrumlov.cz). Eine geführte Stadtbesichtigung lohnt sich, sehr kundig ist z. B. der deutschsprachige Guide Radomir Markovic (Tel. 728 78 60 29, www.krumlov-townwalks.com).

Fotoatelier Seidel. Gibt Einblick in die Pionierzeit der Fotografie, sammelt historische Aufnahmen und bietet an, dass man sich mit Klamotten von vor 100 Jahren verkleidet und stilecht steif ablichten lässt. Foto ab ca. 6 Euro (www.seidel.cz).

Zlatá Koruna. Einer der größten und besterhaltenen Klosterbauten des Landes, im 13. Jahrhundert gegründet. Gezeigt wird eine Dauerausstellung über das Leben der Zisterziensermönche im 18. Jahrhundert. Besonders hübsch: die Schutzengelkapelle (www.klaster-zlatakoruna.eu).

Ceské Budejovice (Budweis). Highlights der Metropole: der quadratische, mit Keramikpflaster verzierte Premysl-Ottokar-II.-Platz und dort vor allem der barocke Samson-Brunnen (15 Meter Durchmesser); der Schwarze Turm (Ausblick!); das Barockrathaus; St. Nikolaus Dom und das Südböhmische Museum in einem Neo-Renaissance-Bau. Schloss Hluboká. Gigantischer Bau, der 1661 von Johann Adolf I. von Schwarzenberg gekauft und im Lauf der Zeit oft umgebaut wurde, bis es ab dem 19. Jahrhundert dem Tudor-Gotik-Stil des englischen Schlosses Windsor glich. 140 Räume, 15 zu besichtigen, darunter Repräsentations- und Privatgemächer mit üppigen Holzschnitzereien.

Trebon. Die Kurstadt ist umgeben von künstlich angelegten Fischteichen. Highlights: der große Marktplatz mit Bürgerhäusern und Rathaus (mit Aussichtsturm); die gotische Wittingauer Madonna in der Dechantkirche der Jungfrau Maria Königin und des Hl. Ägidius; Schloss Trebon; Schwarzenberger-Gruft in der englischen Parkanlage am südöstlichen Ufer des Teiches Svet (www.itrebon.cz).

Reisezeit

So schön ruhig es in der Vor- und Nachsaison ist, so voll wird es im Böhmerwald in der Hauptsaison Juli/August.

Unbedingt Mitnehmen

Mücken- und Zeckenschutz sowie Regenkleidung, am besten auch Gamaschen für die Schuhe.

Telefon

Die Vorwahl für Tschechien ist 00 420. Viele der angegebenen Nummern sind Mobilnummern.

Weitere Infos finden ihr unter www.jiznicechy.cz/de und unter www.czechtourism.com

BRIGITTE 11/2019

Wer hier schreibt:

Doris Ehrhardt
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