Endlich schöne Urlaubsfotos!

Der schiefe Turm von Pisa verwackelt, die Augen des Liebsten leuchtend rot statt strahlend blau: Ärgerlich, wenn der Urlaub auf den Fotos nicht so schön aussieht, wie er tatsächlich war. Dabei gibt es einige einfache Tricks, wie eure Urlaubsfotos garantiert gelingen. Und unsere Bildredakteurin Theresa verrät ihre Profi-Tipps –

Menschen vor großen Gebäuden

Ganz schön imposant, der Eiffelturm. Aber wer sind die beiden Winzlinge unten rechts auf dem Foto? Wenn ihr Personen vor großen Bauwerken fotografieren wollt, platziert sie nie direkt davor. Versucht ihr dann nämlich, das ganze Gebäude aufzunehmen, indem ihr aus einiger Entfernung fotografiert, schrumpfen die Menschen auf dem Bild ins Ameisenformat. Stattdessen sollten die Personen der Kamera so nahe sein, dass sie fast so groß wirken wie das Gebäude im Hintergrund. Dann sind alle gut zu sehen: Mama, Papa und der Eiffelturm.

Langsame Kameras austricksen

Für spontanes Knipsen sind viele digitale Kameras leider zu langsam. Die Auslöse-verzögerung, also die Zeit zwischen dem Drücken des Auslösers und der Aufzeichnung des Motivs, ist oft zu groß. Und dann sieht man auf eurem Urlaubsfoto nicht wie geplant den Stier, der durch die Straßen Pamplonas rennt, sondern nur noch sein Hinterteil. Aber ihr könnt eure Kamera austricksen - falls sie eine Serienbild-Funktion hat. In diesem Modus braucht sie nur beim ersten Bild die volle Zeit für die Einstellungen. Die nächsten Bilder macht sie viel schneller - und ihr erwischt euer Motiv hoffentlich im richtigen Moment. Einziges Problem: Ihr braucht eine große Speicherkarte oder viele Filme!

Der richtige Hintergrund bei Porträts

Huch, was wächst denn eurem Freund da aus dem Kopf? Das sind wohl die Geranien, die auf dem Balkon hinter ihm blühen. Wer bei Porträts den Hintergrund außer Acht lässt, erlebt schon mal lustige Überraschungen. Wenn ihr euren Schatz lieber ohne Blumenschmuck in Erinnerung behalten wollt, achtet darauf, was hinter ihm steht oder hängt. Oft reicht ein Schritt nach links oder rechts, und die Geranien wuchern dekorativ am Rand. Oder ihr fotografiert mit offener Blende, dann wird der Hintergrund unscharf und der Freund steht im Mittelpunkt.

Alles eine Frage des Timings

Was eurer Haut schadet, kann auch für eure Fotos nicht gut sein: Meidet beim Fotografieren die knallige Mittagssonne. Die Kontraste sind dann viel zu stark. Und weil das Licht direkt von oben kommt, entstehen schnell hässliche Schatten unter Augen und Nasen. Beste Fotozeit ist dagegen morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Landschaft in ein schönes warmes Licht getaucht ist.

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Schlechtes Wetter, gute Bilder

Als ob ein verregneter Urlaub nicht schon schlimm genug wäre. Jetzt verbreiten auch noch die Urlaubsfotos eine Stimmung wie zum Volkstrauertag. Der Himmel grau und trübe, die Farben ausgewaschen wie ein uralter Schlabberpulli. Dabei könnt ihr das Regenwetter mit einem kleinen Trick gewaltig aufhellen: Einfach die Belichtungskorrektur an der Kamera um 0,5 Blenden heller stellen. Damit verlieren sich zwar ein paar Bildinfos in den Grautönen. Aber dafür wirkt alles lichter und leichter. Und zuhause könnt ihr vom Sonnenschein an der Nordsee schwärmen.

Candle-Light-Dinner

Das Abendessen in dem schnuckeligen Hafenrestaurant war der Höhepunkt eures Urlaubs. Blöd nur, dass es auf dem Foto so aussieht, als hättet ihr unter einer Neonröhre gespeist. Wenn ihr bei Kerzenlicht mit Blitz fotografiert, ist die romantische Stimmung auf dem Bild dahin. Besser ist, auf den Blitz zu verzichten und die Lichtempfindlichkeit des Sensors hochzuregeln, wenn das bei eurer Kamera geht. Lässt sich eure Kamera manuell einstellen, könnt ihr auch die Zeit herunterregeln und das Motiv etwas weniger aufblitzen, als es für die optimale Belichtung notwendig wäre. Dann können die Fotos auch ruhig ein bisschen verwackelt sein. Das ist allemal romantischer als ein Hammerblitz.

Hoch hinaus oder querbeet

Fast alle kompakten Kameras sind so gebaut, dass man automatisch im Querformat fotografieren will. Aber der Wolkenkratzer kommt im Hochformat natürlich viel besser zur Geltung. Überlegt euch also genau, welches Format für euer Motiv das passende ist. Und experimentiert ein bisschen. Ein Porträt im Querformat sieht zum Beispiel oft spannender aus als das klassische Hochformat. Schneidet den Kopf ruhig ein bisschen an oder konzentriert euch auf eine bestimmte Gesichtspartie. Passfotos hat die Welt schließlich schon genug.

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Motive, Motive, Motive!

Wer mit offenen Augen durch die Welt läuft, stolpert an jeder Ecke über gute Motive: Am Strand, auf dem Wochenmarkt, in Straßencafés, im Park. Überlegt euch bei einem Citytrip zum Beispiel, was die Stadt für euch ausmacht - und fotografiert genau diese Orte, Menschen und Gegenstände. So entwickelt ihr euer ganz persönliches Städteporträt. Denkt aber daran, dass nicht jeder Einheimische gerne fotografiert wird. Im Zweifelsfall lieber nachfragen! Anregungen für klassische Urlaubsbilder könnt ihr euch auch am Kiosk holen: Guckt einfach mal, welche Motive auf den typischen Postkarten zu sehen sind.

Sicher ist sicher

Sand und Wasser sehen auf Fotos toll aus. Aber wehe, sie kommen eurer Kamera zu nahe. Wenn ihr nicht fotografiert, solltet ihr euren Fotoapparat in einer Kunststofftasche mit Reißverschluss packen und ihm Schatten gönnen. Neue Filme legt ihr am besten auch im Schatten ein. Und falls eure Kamera doch mal in den Sand fällt, pustet die Körner vorsichtig weg und entfernt Reste gegebenenfalls mit einem kleinen Pinsel.

Knallfarben

Viele Fotos wirken erst dann richtig gut, wenn die Farben kräftig sind. Gegenlicht ist in diesem Fall der größter Feind: Denn selbst wenn das Wetter richtig gut war, ist der Himmel auf dem Foto weiß, die Farben sind blass und fad. Besser, ihr fotografiert mit der Sonne, im so genannten Auflicht. Scheint sie leicht von der Seite, müssen eure Modelle auch nicht so stark blinzeln. Zusätzlich könnt ihr einen Aufhellblitz verwenden, dann sind die Kontraste im Gesicht nicht zu groß. Er bezieht das Umgebungslicht in die Aufnahme ein und sorgt für eine natürliche Aufhellung der Schatten.

Schau mir in die Augen!

Wenn die beste Freundin plötzlich mit knallroten Kaninchen-Augen aus dem Bild guckt, wurde sie wohl vom Blitz überrascht. Die merkwürdige Farbe entsteht immer dann, wenn das Blitzlicht direkt auf die Netzhaut im Auge trifft. Da die dünne Schicht von unzähligen Blutgefäßen durchzogen ist, kann man sie auch mit bloßem Auge erkennen. Und das Auge wird rot. Deshalb: Vorblitz benutzen, damit sich die Pupillen verengen.

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Tipps von unserer Foto-Redakteurin Theresa

Ich fotografiere Menschen lieber mit leichter Aufsicht als von unten. So vermeidet man Doppelkinne und unschöne Einblicke in die Nasenlöcher. Und auf den Fotos wirken die Leute zierlicher.

Wenn ihr in der Sonne fotografiert, sind die Schatten im Gesicht oft sehr dunkel. Mit einem einfachen Trick könnt ihr das verhindern: Haltet ein Blatt Papier oder einen anderen weißen Gegenstand seitlich neben das Gesicht. Das reflektiert das Licht und die Schatten wirken gleich viel weicher.

Wechselt öfter die Perspektive, kniet euch auf den Boden oder haltet die Kamera mal schräg.

Bloß nicht: Menschen, Tiere, Bauwerke oder den Horizont mittig auf dem Bild platzieren. Das wirkt schnell langweilig. Beim Bildaufbau kann man sich am "Goldenen Schnitt" orientieren. Das bedeutet, dass man ein grobes Verhältnis 1/3 zu 2/3 anstrebt. Zum Beispiel 1/3 Landschaft, 2/3 Himmel.

Außerdem solltet ihr darauf achten, den Leuten auf den Fotos nicht die Füße abzuschneiden - das sieht immer komisch aus!

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