48 Stunden in ... Warschau! Die besten Adressen für ein Wochenende

Die polnische Hauptstadt Warschau wird als Reiseziel oft unterschätzt. Das wollen wir ändern - mit unseren Tipps für ein aufregendes Wochenende.

Herzlich Willkommen

Wenn jemand beim Gedanken an Warschau und die Architektur aus der Stalin-Ära den Kopf schüttelt, dann war er entweder seit Jahren nicht mehr dort. Oder kommt aus Krakau und ärgert sich darüber, dass immer mehr Touristen lieber nach Warschau reisen. Vor allem die jüngeren entdecken die polnische Hauptstadt. Warschau ist riesig, aber die schönsten Viertel sind gut zu erreichen. Was die wenigsten wissen: Man kann wunderbar von Park zu Park radeln, so nah liegen die großflächigen Grünzüge in der Stadt beieinander. Sonntags finden im ?azienki-Park am Chopin-Denkmal um 12 und um 16 Uhr Konzerte unter freiem Himmel statt. Der Eintritt frei.

Der erste Tag in Warschau

Der Schlossplatz ist das Tor zur Altstadt.

Für einen ersten Eindruck von klassizistischer Architektur im Stadtteil Mokotow, vom Boulevard "Nowy ?wiat" mit seinen teuren Geschäften im Zentrum oder vom berühmten Kulturpalast einfach den Bus 180 nehmen. Er fährt fast schnurgerade von Nowe Bemowo im Norden nach Wilanów im Süden. Eine Haltestelle befindet sich zum Beispiel am Schlossplatz. Autofahren macht übrigens wegen der vielen Baustellen und Umleitungen in Warschau überhaupt keinen Spaß – lieber die Metro oder eine Straßenbahn nehmen. Wer gleich am ersten Tag shoppen möchte: Wódka, Schinken, Pierogi zum Mitnehmen, Honig und andere Delikatessen besorgt man am besten bei "Krakowski Kredens" (Nowy ?wiat 22, www.krakowskikredens.pl). Wer Einkaufszentren mag, geht ins gläserne "Z?ote Tarasy" (ulica Z?ota 59), dessen Dach wie Wellen geformt ist. Kleinere Läden und Boutiquen findet man in der ulica Mokotowska und in der ulica Freta. Besonders charmant ist auch die kleine Fußgängerzone ulica Chmielna. Hat aber alles Zeit: In der Innenstadt haben viele Geschäfte auch sonntags geöffnet.

Günstig oder fürstlich übernachten

"Dolce vita" heißt dieses schöne Zimmer im "Hotel Stalowa".

Für das Boutique-Hotel "Rialto" im Art-déco-Stil wurden Originalmöbel aus ganz Europa zusammengetragen. Im Restaurant „Salto“ lockt seit Februar 2014 die feine Küche des argentinischen Kochs Martin Gimenez Castro. DZ/F ab 106 Euro (ulica Wilcza 73, Tel. 00 48/22/584 87 00, www.rialto.pl).

Das "Aparthotel Stalowa 52" liegt gegenüber der City im alten und heute ausgesprochen angesagten Stadtteil Praga auf der rechten Seite der Weichsel ("Wis?a") und ist mit der Straßenbahn Nr. 22 gut zu erreichen. Für Design-Verliebte, die abends feiern wollen: Katarzyna Ozóg und ihr super nettes Team von der Rezeption verraten die besten Adressen. DZ/F ab 60 Euro (ulica Stalowa 52, Tel. 00 48/22/618 27 32, www.stalowa52.pl).

Zentral gelegen, Bio-Frühstück mit allen Gästen an einer langen Tafel und sonntagabends Chopin-Konzerte junger Pianistinnen im kleinen Kreis: Das ist das "B&B Warsaw". DZ/F ab 80 Euro (ulica Smolna 14, Tel. 00 48/22/829 48 00, www.bbwarsaw.com). Nach Monika fragen. Die Kunststudentin bietet Stadtführungen in englischer Sprache an (ab 40 Euro, www.warsawteller.wordpress.com).

Polnische Köstlichkeiten

Jede polnische Großmutter hat dafür ihr eigenes Rezept: Mohnstrudel.

Halb Warschau kommt in das Bistro "Charlotte", um gesehen zu werden. Und wegen der ofenwarmen französischen Brioches. Leckeres Frühstück, tagsüber Café, abends Weinbar (Plac Zbawiciela, www.bistrocharlotte.com).

Mohnstrudel ("makowiec“) wird in Polen besonders an Festtagen gebacken. Unwiderstehlich wie bei Oma schmeckt er in der Konditorei „Cukierna Sowa“ (Ulica Chmielna 11) und das Ambiente ist moderner als in Warschaus Traditionscafés „Wedel“ (Ul. 15 Szpitalna 8) und „Blikle“ (Nowy ?wiat 35), wohin man auf eine Tasse Schokolade mit Sahne geht.

Ideal für einen kleinen Imbiss zur Mittagszeit, abends nur mit Reservierung – das "Mielzy?ski" ist eine charmante Weinbar und Restaurant in der historischen "Koronek“-Fabrik, wo früher feine Baumwollspitze hergestellt wurde. Die Auswahl ist so gut, dass „Mielzy?ski“ auch die Bar im Sterne-Hotel "Bristol“ bestückt. Nebenan: Design-Shop "Red Onion“ mit Küchenutensilien, Kleinmöbeln und Accessoires. Freitagnachmittags ist auf dem Fabrikgelände Bio-Markt (ulica Burakowska 5/7, Tel. 636 87 09, www.mielzynski.pl).

Unsere Lieblingsadresse für polnische Pierogi – mit Kartoffeln oder Blaubeeren gefüllte Teigtaschen - ist das "Przegry?". Danach kann man sich nicht mehr bewegen, aber das macht nichts: Bis zur Kuchenvitrine sind es keine fünf Schritte. Da kann man dann zwischen verschiedenen Schokoladenkuchen und Nachspeisen wählen (ulica Mokotowska 52, Tel. 621 71 77).

Die "Bar Mleczny Z?bkowski" ist eine der wenigen noch erhaltenen Milchbars aus kommunistischen Zeiten, wo Hipster neben Großmüttern für ein paar Z?oty ihre Suppe löffeln. Kult! (ulica Z?bkowska 2)

Nahe dem beliebten botanischen Dachgarten der Universität findet man das winzige Café "Veg Deli" ganz in Weiß mit vegetarischer Küche (ulica Radna 14).

"Qchnia Artystyczna": schönes Restaurant auf der Rückseite des Museums für moderne Kunst. Terrasse mit atemberaubendem Blick über den „?azienki Park”. Kreative Interpretationen polnischer Küche (ulica Jazdów 2, Tel. 625 76 27, www.qchnia.pl).

Geschichte erleben und Neues entdecken

Neue Kunst in klassizistischem Gebäude: die "Galeria Zacheta"

Die Altstadt („stare miasto“), von den Deutschen in den letzten Kriegstagen komplett zerstört, wurde nach alten Plänen und Gemälden wieder aufgebaut. Teilweise dienten Bilder des venezianischen Malers Canaletto aus dem 18. Jahrhundert als Vorbild. Einen Rundgang am besten vom Schlossplatz (Plac Zamkowy) aus starten und bis in die Neustadt gehen. Der Architekt und Designer Jakub Szcz?sny hat in Warschau das wohl schmalste Haus Europas gebaut (72 bis 122 Zentimeter breit). Weil es den Bauvorschriften nicht entspricht, wird das von einem Schriftsteller bewohnte Schmalspurgebäude im Stadtteil Wola bei den Behörden als bewohnbares Kunstwerk geführt (ulica Ch?odna, www.kerethouse.com).

Das "Museum des Warschauer Aufstandes" dokumentiert den Kampf der Bevölkerung gegen die deutsche Besatzung im Sommer 1944 - multimedial und beeindruckend (ulica Grzybowska 79, www.1944.pl).

Witzige Stadttouren in alten polnischen Autos, die inzwischen Kult-Status haben, bieten die Guides von www.adventurewarsaw.com an (in englischer Sprache).

Eines der wenigen Gebäude, die im zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden, ist ein Palast aus dem 19. Jahrhundert, in dem heute moderne polnische Kunst gezeigt wird: die "Galeria Zach?ta" (Plac Ma?achowskiego 3, www.zacheta.art.pl

Nach einem Besuch im „Wilanów Poster Museum“ unbedingt im Pavillon vor dem Eingang Waffeln („gofry“) und Eis („lody“) naschen (ulica St Kostki Potockiego 10–16, www.postermuseum.pl). Außerdem bieten Bäuerinnen je nach Saison vor dem Museum Beeren, Pilze und Äpfel an.

Ausgehen und feiern

Die "Warszawa Powisle", ein ehemaliger 50er-Jahre-Bahnhofs-Fahrkartenschalter, ist eine der vielen Bars, mit deren Besuch die Nacht in Warschau beginnt (ulica Leona Kruczkowskiego 3B).

Fragt man Warschauer Freunde, wo man abends hingehen soll, antworten etwa achtzig Prozent ""?ysy Pingwin". Und: "je später, je voller". Das "?ysy Pingwin", locker übersetzt als kahlköpfiger Pinguin, ist eine Musik-Kneipe in Praga. So klein, dass die Hälfte der Gäste meist auf dem Trottoir davor die warmen Abende genießt (Ulica Zabkowska 11).

Frisbee spielen und sonnenbaden: Strandleben mitten in der Stadt

Vom Strand auf dem rechten Weichselufer hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt.

Am rechten Ufer der Weichsel (polnisch: „Wis?a“) locken Strandbars und versteckte Sonnenplätze inmitten von hohem Gras. Dahinter liegt gleich der Warschauer Zoo. Mit der Straßenbahn kommt man leicht von der City auf die andere Seite (im Sommer fährt auch ein Boot).

Infos für Warschau

Polnisches Fremdenverkehrsamt www.polen.travel

Touristen-Information Warschau www.warsawtour.pl

Tipps für Warschau (in englischer Sprache) Veranstaltungskalender www.warsawinsider.pl

Ihre Tipps

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