Das Kranzbach: Alice im Wunderland

Ein echtes Refugium: Das englische Landschloss, das sich die eigenwillige Musikerin Mary Portman einst auf ein einsames Alpenplateau setzte.

Noch bevor unsere Koffer aufs Zimmer gebracht werden, sitzen wir verzückt-entrückt bei Sekt und Himbeerstrudel im roten Salon. Das Himbeerpüree auf dem Teller fügt sich bestens zu den überdimensionierten, knallrot lackierten Stehlampen vor den Wänden. Die Möbel, Designklassiker aus einem Jahrhundert, wurden eigenwillig kombiniert: Chaiselounge auf Flokati neben Thonet-Tisch. Aber irgendwie sind die Proportionen im off ... im Peacock Room etwa, wo sich die Sessel im Pfauenkleid schmücken, stehen zwei Meter hohe Schreibtischlampen auf dem Boden. Sie wurden nicht der Größe der Gäste angepasst, sondern der Höhe der Räume. Langsam dämmert mir: Ich bin Alice im Wunderland! Das Interieur der verschiedenfarbigen Salons ist aufregend und etwas skurril - wie die exzentrische Geigerin Mary Portman, die sich dieses englische Landschloss vor 100 Jahren in die Alpen setzte.

 Später, im neuen Gartenhaus, wo wir unser Zimmer beziehen, und im Badehaus, wo wir uns Dampfbädern, Pools, Kaminen und noch mehr Kuchen hingeben, sieht alles ganz anders aus. Exzentrik weicht Puristik: Hier gibt es nichts als schlichtes Lärchenholz, weiße Stoffe und knackendes Kaminfeuer hinter Glas. Draußen lustige Buckelwiesen vor dunklen, wolkenbefleckten Nadelwäldern vor zackigen Bergfelsen. Sonst nichts. Gar nichts. Die Architektur nimmt sich zurück, damit die Natur in allen Räumen ihre dramatische Kulisse entfaltet. Zimmer, Ruheräume, Restaurant und Spa, selbst die Saunen haben Panoramascheiben. Dahinter reckt alpine Prominenz wie Zugspitze und Wetterstein ihre weiß gepuderten Steinwände in den Himmel. Draußen, im leuchtenden Blau des dampfend heißen Pools, werfen wir Schneebälle und lassen sie im Wasser schmelzen.

Weil Solebäder an der frischen Luft und ein abendliches Fünf-Gänge-Menüs dafür sorgen, dass man am nächsten Morgen ein veritables Loch im Bauch hat, freuen wir uns am Frühstücksbuffet gleich noch ein zweites rein: geduldig gereifte Käsestücke, sorgfältig erlesen. Hausgemachte Sauerkisch-Choko-Chili-Marmelade auf duftendem Brot. Eier, die man sich selbst nach Wunsch gar kochen kann. Orangen, die man sich presst. Müsli, das man selbst schroten und mischen kann. Klingt nach Arbeit, aber so frisch schmeckt ja alles so viel besser.

Rings ums Kranzbach ist es still, wären die Vögel nicht. Die Luft ist so rein, dass Städter sich allein daran berauschen können. Das Quellwasser schmeckt so gut, dass wir nicht ein einziges Mal an Bier und Bionade denken. Noch nicht mal an Schokolade.

Ideal für: Verliebte, Freundinnen, Singles

Ambiente: exzentrisch im Mary Portman Haus, puristisch in Garten- und Badehaus

Wellness-Angebot: 1350 qm Sauna- und Badelandschaft, 5 beheizte Pools innen und außen, Lady SPA separat, private SPA-Suite, Ruheräume mit offenem Kaminfeuer, Massagen, Kosmetik und Bäder unter Verwendung von Naturkosmetik aus den Häusern "Just pure" und "Piroche", Pilates, Yoga, Wanderungen, Fitnessbereich, kostenloser Verleih von Langlaufskiern, Nordic Walking Stöcken, Fahrrädern, Schneeschuhen; vom "Relax Guide" erhielt das Kranzbach mit vier Lilien die Bestnote

Umgebung: Buckelwiesen, Nadelwälder, Berge; eine halbe Fußstunde durch den Wald erreicht man Schloss Elmau, bis Garmisch-Partenkirchen sind es 15 Kilometer

Preis-Leistung: gut; DZ inkl. erweiterter HP und Wellness ab 366 Euro 

Highlight: Die Alleinlage in stiller Bergwelt

Das Kranzbach - Hotel & Wellness-Refugium - 82493 Kranzbach bei Garmisch-Partenkirchen - Tel. 08823 / 92 800-0 - www.daskranzbach.de

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