Designhotels

Funktionale Übernachtungsmöglichkeit, deren einziges Unterscheidungskriterium im Grad der Ausstattung liegt', so oder ähnlich dröge könnte ein Lexikon Eintrag zum Stichwort 'Hotel' lauten. Jedenfalls bis Themenhotels sich in die Hotelszene geschlichen haben, um das Feld mit originellem Interieur aufzumischen.

Themen-Hotels: Schrille Nächte

Das lässt die vormalige Uniformität von Hotelzimmern schwinden. Vorbei die Tage, als man nicht mal mehr Gefallen an den kleinen Späßen des bezahlten Übernachtens (Seife einstecken etc.) hatte, weil ohnehin alles gleich roch, sich ähnlich anfühlte und analog aufgebaut war. In Themen-Hotels hat man nicht mal mehr Zeit, sich zu überlegen, ob der Aschenbecher zur heimischen Tischdecke passt. Mit vielfältigen neuen Eindrücken halten die Betreiber uns beschäftigt.

bieten ihren Gästen eine völlig eigene Welt. Mal muss man an einer Rezeption mit Schlagbaum den Pass abgeben und einen Zwangsumtausch entrichten, mal schläft man unter Deckengemälden, die allerdings keine pausbäckigen nackten Engel zeigen, sondern erotische Filmszenen. Auf die Frage, was das soll, antwortet Designer Jean Nouvel mit einem Satz, der für alle Themenhotels steht: "Das Bett ist nicht nur zum Schlafen da."

Design-Hotels: Ein Bett in der Fabrik

Das SORAT Hotel Humboldt-Mühle Berlin im Getreidespeicher.

Vielleicht nicht ganz so schrill, aber ebenso untypisch für ein traditionelles Verständnis von 'Hotel' sind Design-Hotels: cool, edel und teuer. Oder? Es gibt ein paar, die nicht nur schön, sondern auch relativ preiswert sind Ein norddeutscher Backsteinbau. Eine Halle von den Ausmaßen einer Kathedrale. Filzbahnen als Vorhänge, Rohrleitungen vor unverputzten Wänden. Leinen, Leder, dunkles Holz. Jede Vase ein Statement, jeder Apfel ein Schmuckstück. Das Gastwerk, hat sich im Inneren eines alten Gaswerks im Hamburger Westen eingerichtet. Ein neues Beispiel für den Trend in der Hotellerie zu mehr Platz, mehr Licht, weniger Schnörkeln, weniger Plüsch. Das einzige Manko: Das Karree im traditionellen Hamburger Arbeiterstadtteil Bahrenfeld wandelt sich in ein Kreativ-Viertel mit Ingenieurbüros, Multimedia-Firmen und Werbeagenturen - ringsherum wird also noch eifrig gebaut. Dafür aber sind die Zimmerpreise (noch) moderat. 'Gastwerk', Daimlerstraße 67, 22761 Hamburg, Tel. 040/ 89 06 20, Fax 8906220. Buchung auch über Design Hotels, Tel. 0130/81 49 75, Internet: www.designhotels.com.

Adressen Themen-Hotels

The Hotel, Luzern

The Hotel, Sempacherstr. 14, CH-6002 Luzern, Tel. 0041/41/226 86 86, www.the-hotel.ch. Der französische Architekt und Konzeptkünstler Jean Nouvel wollte an eine Tradition anknüpfen und ließ im Hotel die Zimmerdecken bemalen mit sinnlichen Szenen aus Werken von Peter Greenaway, Pedro Almodóvar und Federico Fellini ("Casanova"). Für eine sinnliche Nacht.

City Lodge, Paulsborner Str. 10, 10709 Berlin, Tel. 030/891 90 16, www.propeller-island.com, (nur nach tel. Voranmeldung). Experimentierfreudige, die am kargen Leben von Underground-Künstlern teilhaben wollen, finden hier eine Herberge voller Assoziationen. Das "Schlosszimmer" heißt so, weil das Bett von Playmobil-Ritterburgen umgeben ist, und im "Gnomzimmer" mit 1,40 Meter Deckenhöhe kann nur aufrecht stehen, wer ein Zwerg ist. Für eine Nacht, in der man über die Bedeutung von Kunst grübeln kann. Kernwasser Wunderland, Griether Str. 110, 47546 Kalkar, Tel. 028 24/91 00, www.kernwasser-wunderland.de. Er ist nie mit Brennstäben gefüllt worden, der Schnelle Brüter von Kalkar. Jetzt kann man sogar in der teuersten Ruine des Fortschritts schlafen und am nächsten Tag das gruftkühle Reaktorgemäuer besichtigen. Eine Nacht in der Vergangenheit der Zukunft. Hollywood Media Hotel, Kurfürstendamm 202, 10719 Berlin, Tel. 030/88 91 00, www.hollywood-media-hotel.de. In Artur Brauners Filmhotel sieht der Flur aus wie der Sunset-Boulevard, und die ganz normalen Zimmer tragen die Namen berühmter Filmstars, etwa "Humphrey Bogart", "Mae West" oder "Marilyn Monroe". Für die Nacht, die mehr verheißt, als sie hält. Newgrange Hotel, Bridge Street, Navan, County Meath, Irland, Tel. 00353/469074100 , www.newgrangehotel. Das Haus erinnert an ein Gruselschloss aus einem Edgar-Wallace-Film, mit großen Kerzenkandelabern, wehenden Samtvorhängen, Ohrensesseln und dicken Teppichen. Für eine geisterhafte Nacht.

Adressen Design-Hotels

Hotel Hopper in Köln: ein ehemaliges Kloster

Berlin: 'Sorat Hotel Humboldt-Mühle', denkmalgeschützter Kornspeicher an einem kleinen Hafen am Tegeler See. Eine halbe Stunde zum Ku'damm, aber idyllisch und originell. An der Mühle 5-9, 13507 Berlin, Tel. 030/43 90 40, Fax 43 90 44 44, www.SORAT-Hotels.com. München: 'Ritzi', renoviertes Gründerzeit-Haus in Haidhausen, 25 Zimmer unter verschiedenen Mottos von Art déco bis Südsee, auch ein Feng-Shui-Zimmer (Nr. 44). www.hotel-ritzi.de Maria-Theresia-Str. 2a, 81675 München, Tel. 089/419 50 30, Fax 41 95 03 50, . Köln: Hopper - Hotel et cetera, in den Mauern eines ehemaligen Klosters. 49 unaufdringlich-elegante Zimmer (Kirschholzmöbel, Eukalyptusparkett, Marmorbad), Restaurant in der früheren Kapelle St. Maria Regina zum Rosenkranz. Brüsseler Str. 26, 50674 Köln, Tel. 0221/92 44 00, Fax 92 44 06, www.hopper.de. Bochum: 'Art Hotel Tucholsky' mit gleichnamigem In-Café. 15 Zimmer in Zeitzonen von Jugendstil bis Postmoderne. Adresse für Schauspieler, Theater- und Musical- Besucher. Mitten im 'Bermuda-Dreieck', dem trendigen Ausgehviertel. www.art-hotel-tucholsky.de, Viktoriastraße 73, 44787 Bochum, Tel. (0234) 964360, Fax 6878421

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