Mit Mickey, Donald und Cinderella in die Bahamas

Eine Kreuzfahrt mit Mickey Mouse? Warum nicht? BRIGITTE.de-Redakteurin Lisa van Houtem buchte mit Disney Cruise Line eine Bahamas-Reise für das Kind in ihr.

"Your vacation starts: Now!"

Niemals erwachsen werden! Nicht nur Michael Jackson litt unter dem Peter-Pan-Syndrom, sondern auch ich und mein Mann - jetzt ist es endlich raus. Ein Trip mit einem Schiff der Disney Cruise Line auf die Bahamas schien uns wie ein quietschig-bunter Sechser im Reise-Lotto.

Wer nun ob der Scharen an Disney-Figuren und Kindern jeglichen Alters an einen Horror-Trip denkt, liegt nicht ganz falsch. Man muss sie schon lieben, die kleinen und großen Monster, die einem an jeder Ecke des vierzehnstöckigen Dampfers auflauern. Wenn man dahingehend entspannt ist, kann man allerdings eine Menge Spaß, Entspannung und Abenteuer erleben. Außerdem gibt es ja noch den Erwachsenenbereich ...

Auf diesem Schiff kann einem gar nicht langweilig werden

Los geht die Kreuzfahrt in die Bahamas ab Port Canaveral. Die Gäste werden in Bus-Shuttles in tollstem Retro-Design zum Cruise-Terminal gefahren und mit Comics auf die kommenden Tage eingestimmt. Das Design des Schiffs erinnert an goldene Kreuzfahrt-Zeiten vergangener Epochen, unweigerlich denkt man an den Glamour der Titanic. Und noch eins wird schnell klar: Auf diesem Schiff wird nur langweilig, wer sich vier Tage lang in seiner Kabine einsperrt - angesichts unserer kuscheligen Außenkabine mit Balkon übrigens nicht die schlechteste Idee.

Angesichts des überwältigenden Programms bekommen wir die Kabine während unserer Zeit an Bord der "Disney Dream" allerdings nicht all zu oft zu sehen. Schon am ersten Abend haben wir die Qual der Wahl zwischen Human Bingo, "Guardians of the Galaxy" im 3D-Kino, einer Family Dance Party, Karaoke, der "The Golden Mickeys" Musical Show - und 20 weiteren Programmpunkten. In Kinderhaut möchten wir schon gar nicht stecken, die Kleinen haben zig spezielle auf die jeweilige Altersgruppe ausgerichtete Bereiche, auf die wir direkt neidisch sind.

Auch kulinarisch lässt sich die "Disney Dream" nicht lumpen: Es stehen fünf Restaurants zur Auswahl - vom lockeren Dinner im animierten "Animator's Palate", wo wir zwischen den Gängen einen Plausch mit Nemo halten, der hinter uns auf dem Screen seine Runden zieht, bis hin zur gehobenen Sterne-Küche im "Remy" mit eigenem Sommelier. Das Frühstück genießen wir bei einem traumhaften Sonnenaufgang oben an Deck, mittags können wir uns jederzeit überraschend unfettige Pizza und Wraps oder eine Schüssel Salat und frische Früchte holen. Und: Es gibt den ganzen Tag Softeis umsonst - unser Verhängnis.

Traumhafte Sonnenauf- und Landgänge

Unser schönster Programmpunkt sind die Sonnenaufgänge über karibischer See. Um sieben Uhr stehe ich relativ allein an Deck, schaue dem unfassbar leuchtenden Sonnenball entgegen und merke auf einmal, wie die Tränen runterkullern und denke mir: "Leute, ist die Erde schön!" Dumm nur, dass ich dabei auf einem Umweltsünder namens Kreuzfahrtschiff stehe. Die riesigen Pötte mit Shopping-Mall, Spielhalle, Spa und mehreren Pools an Bord haben in Sachen Umweltschutz immer noch großen Nachholbedarf. "Disney Cruise Line" ist da schon gut dabei, neben vielfältigen Recycling-Maßnahmen an Bord betreibt die Reederei viel Aufwand rund um Wasser- und Naturschutz. So landete die Disney Flotte letztes Jahr im "Cruise Ship Report" des Umweltschutz-Netzwerks "Friends of the Earth" unter den Top 5.

Längere Zeit düsteren Gedanken nachzuhängen, gestaltet sich an Bord eh schwierig: Auf frische Pancakes mit Früchten am Frühstücksbuffet wartend, ertappe ich mich leicht verstört dabei, wie ich zu Bob Marley singe: "Don't worry about a thing, 'Cause every little thing gonna be alright!" Der Song ist Programm, denn schon steht der erste Landgang an. Hallo, Nassau! Wer will, braucht sich um gar nichts kümmern. Einfach eine Tour aussuchen - eine historische Stadtführung, einen Ausflug zur einzigen Schokoladenfabrik der Bahamas oder zum luxuriösen Atlantis Resort - und los geht's.

Wir streifen zu zweit durch die Straßen der Stadt, bis wir uns als Tagesgäste im luxuriösen Pool-Bereich des Hilton Hotels einquartieren. Hier schlürfen wir auf unserem Daybed unter Palmen leckere Cocktails - die "Disney Dream" immer in Sichtweite, damit wir die Weiterfahrt um 17 Uhr nicht verpassen.

Der nächste Stop ist Disneys Privatinsel "Castaway Cay". Ja richtig, Disney hat eine Insel auf den Bahamas, an der nur die eigenen Schiffe anlegen. Eine Stunde vor den Passagieren geht die Crew von Bord und bereitet die Strandabschnitte, Cafés und Bars vor. Dann dürfen wir von Bord und erfreuen uns an der herrlichen Vegetation, dem türkis glitzernden Meer und den blitzsauberen Stränden. Diese füllen sich allerdings in Windeseile mit den alten Bekannten vom Schiff und wir drehen erstmal eine Runde mit den zur Verfügung gestellten Rädern.

Zu gern möchte ich in das Dickicht aus tropischen Pflanzen im Inselinneren eintauchen, der Erkundungsdrang bleibt angesichts der vorgegebenen Wege aber leider ungestillt - sofern man sich vom Disney-Team nicht das Korallen- und Schildkröten-Schutzprojekt zeigen lässt. So sorgt dann auch eins der wenigen sichtbaren Tiere, ein kleiner Gecko, für einen kleinen Menschen-Auflauf. Es sei ihm gegönnt!

Zurück an Bord liegt ein knallrotes Kopftuch in der Kabine bereit - Pirate Night! Schon beim Essen sorgen die als Piraten verkleideten Kellner für gute Laune, später winkt eine "Fluch der Karibik"-Show an Deck mit Feuerwerk und Party. Und mag ich auch Schwierigkeiten mit Animateuren und ihrem Showpogramm haben, irgendwie muss ich die Amerikaner wieder ein bisschen lieb haben, wie sie einträchtig von jung bis alt in unnachahmlicher Lässigkeit die Choreographie mittanzen.

So klingt der dritte Abend feucht-fröhlich aus und leitet die Entspannungsphase ein - den vierten Tag verbringen wir komplett auf See. Und wir haben Zeit, uns auszuruhen: im wunderschönen Spa, auf einer gemütlichen Liege in der Sonne hoch oben an Deck, oder auf dem eigenen Balkon mit einem schönen Schmöker.

Wer will, kann sich am Abend beim "Sea Ya' Real Soon"-Get-together in aller Ruhe von Pluto, Stitch & Co verabschieden. Denn am nächsten Morgen legt die "Disney Dream" schon wieder in Port Canaveral an und wir müssen uns schweren Herzens von unserer Kuschelkabine verabschieden.

Nicht nur 90 Prozent der anwesenden Kinder krallen sich heulend an Mickey und Minnie im Atrium fest, auch wir möchten so gern an dieser Parallelwelt festhalten, in der man sich um nichts kümmern muss und sich im wahrsten Sinne des Wortes treiben lassen kann. Realitätsflucht at its best - manchmal der beste Urlaub, den es gibt.

Video: Ein großer Rundgang mit einem kleinen Fan

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.