Dodekanes

Am Rand der Ägäis liegt der Dodekanes, die entlegenste der griechischen Inselwelten. Hier kreuzt man per Schiff zwischen Mythen, Vulkanen und vergangenem Reichtum.

Symi

Willkommen im schönsten Hafen des Dodekanes! Luxusliner liegen am Kai, neoklassizistische Villen stehen am Fels, der sich wie ein Amphitheater zum Wasser hin öffnet - mit großartigem Blick auf die Insel Nymos und das Ägäische Meer. Das hat Symi Reichtum beschert: Als sich im letzten Jahrhundert immer mehr Fischer auf die Schwammtaucherei verlegten, konnten sie sich prachtvolle Bürgerhäuser leisten. Symi wurde zum Nizza der Ägäis. 20 000 Menschen lebten in jenen verrückten Jahren hier, Symi war mondän und schick. Quicklebendig ist die 2500-Einwohner-Stadt heute noch. Und die Menschen an der Reling winken, wenn die Fähre ablegt.

Nissiros

Unwirtlich wirkt die Insel mit ihrer schroffen Küste und ihren Stränden aus schwarzem Lavageröll. Auch der 135 Meter hohe Berg neben der Hafeneinfahrt von Mandraki besteht ganz und gar aus grauer Lava und lässt die weiße Wallfahrtskirche auf dem Gipfel um so mehr in die Ferne strahlen. So grüßt eine aus göttlichem Gezänk entstandene Insel. Nissiros, das besagt die griechische Mythologie, ist ein Stück von Kos. Poseidon brach es ab, um einen Titanen zu erschlagen. Aus dessen Maul faucht es noch immer. So erklärte man sich einst, warum Nissiros ein Vulkan ist. Viele Tagesausflügler kommen, um diese einmalige Attraktion der Ägäis zu bestaunen. Für ein paar Stunden sorgen sie für Leben auf der ruhigen Insel mit der üppigen Vegetation im Landesinneren, dem Farbenspiel in den Gassen und dem großartigen Mosaikhof der Wallfahrtskirche auf dem Lavahügel.

Tilos

Wenn die Fähre tutend in den Hafen der Stadt Livadia einläuft, schrecken die Bewohner des Bergdorfes Mikro Chorio zwar kurz auf, widmen sich aber bald wieder ihrem Gras, rupfen, futtern, meckern. Seit 1968 ist Mikro Chorio die Stadt der Ziegen. Die Menschen haben den Ort aufgegeben. In der Hauptstadt Livadia trifft man sich abends vor dem Kafeníon, sitzt unter Granatapfelbäumen, trinkt, tratscht.

Reiseservice

Telefon: Vorwahl nach Griechenland: 0030, dann bei der Ortsvorwahl die 0 weglassen. Anreise: Flug von Deutschland nach Athen z. B. mit KLM ab Frankfurt über Amsterdam; weiter per Fähre nach Kos oder Rhodos. Charterflüge auf die großen Dodekanes-Inseln z. B. mit Condor nach Kos oder Rhodos. Von dort geht es mit Fähren oder Tragflächenbooten weiter auf eine der Inseln. Informationen zu Fähren, Reedereien und Fahrplänen gibt es unter www.gtpnet.com. Info: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt/M., Tel. 069/236561, Fax 236576. Experten für den Dodekanes im Internet-Reisebüro Griechenland Online (Im Mediapark 11, 50670 Köln, Tel. 0221/4545450, Fax 4545451.) 200 Inseln: Obwohl Dodekanes wörtlich übersetzt "Zwölf Inseln" heißt, besteht die ganz im Osten der Ägäis und dicht vor der Türkei gelegene Gruppe aus rund 50 großen und 150 kleinen Inseln; 13 sind ganzjährig bewohnt.

Kos

Weite Sandstrände, winzige Bergdörfer und eine pulsierende Hauptstadt mit 12000 Einwohnern. Schon wegen seiner Kulturschätze ist Kos-Stadt eine Reise wert -Agora, Gymnasion, Tempelanlagen, Platane des Hippokrates. Hinkommen: Mit Charter direkt, per Linienflug über Athen. Die Fähr-Passage von Piräus dauert rund elf Stunden. Orientieren: Die Touristen-Information an der Hafenpromenade (Akti Miaouli) vermittelt Zimmer, kennt Fähr- und Flugpläne; Tel. 0242/24460, Fax 21111. Unterkommen: Pension Alexis: Auf der gemütlichen Terrasse sitzt man unter Mirabellenbäumen und kann sogar noch mittags frühstücken (9, Irodotou & Omirou Str., Tel. 0242/28798, Fax 25797. Essen: Limionas Restaurant Giannis: im Südwesten der Insel an einem sehr schönen Strand; einheimische Küche und leckerer Fisch (bei Kefalos rechts nach Limionas abbiegen; Tel. 0932/ 422002). Taverna Ampavri: mitten in Kos-Stadt, hübsches Gartenlokal, in dem viele Insulaner essen (rund einen Kilometer hinter der Casa Romana, Tel. 0242/25696).

Nissiros

Ruhig, beschaulich, fast verlassen. Selbst in der Hochsaison bleiben selten mehr als 300 Besucher über Nacht. Viele Tagestouristen machen Ausflüge zum gewaltigen Vulkankrater. Hinkommen: Täglich verkehren kleine Boote zwischen Kos und Mandraki, der Hafenstadt von Nissiros. Orientieren: In Mandraki findet das Leben nach Anlegen der Schiffe am Hafen statt: Menschen wuseln umher, mit großem Hallo werden Rundfahrten, Vulkantouren und Zimmer angeboten. Bei Diakomihalis in der Einkaufsstraße kann man Fährtickets kaufen, Autos und Mopeds mieten, Tel. 0242/ 31459, Fax 0242/31527. Unterkommen: Hotel Porfyris: luxuriös, mit Swimmingpool, schönen Zimmern, gutem Frühstück und Terrasse mit Blick auf Berge und Meer (Hotel Porfyris, Fax 0242/31376). Appartements Ipapanti: im Ortskern von Mandraki, einfache, saubere Zimmer (Kostas Sfakianos, Tel. 0242/ 31185) .Essen: Taverna Nisyros: Hier gibt es Typisches wie "Soumada", eine bittersüße Milch aus Mandeln. Taverna Panorama: Lokal mit Aussicht im Zentrum von Mandraki, einfache Gerichte. Manolis: nahe dem "Captains" mit leckerem gegrillten Octopus.

Tilos

Wer hier Urlaub macht, sucht etwas Besonderes; denn Tilos hat keine Tempel oder Sehenswürdigkeiten, keine atemberaubenden Strände, Tilos ist Beschaulichkeit pur. Nur wenn vom 26. bis zum 28. August das Inselfest stattfindet, Bewohner und Besucher in langer Prozession zum Kloster Pandelemonas ziehen und die Nächte durchfeiern, dann ist Tilos komplett ausgebucht. Hinkommen: Täglich pendelt eine Fähre zwischen Rhodos und Livadia, der Hafenstadt von Tilos. Zweimal pro Woche gibt es eine Verbindung nach Piräus, dreimal wöchentlich verkehren Schiffe zwischen Kos, Nissiros und Symi. Orientieren: Bei Stefanakis, dem "Travel-Service" direkt am Hafen von Livadia, erfährt man alles, was man wissen muss. Auch Autos und Mopeds mietet man hier. Unterkommen: Marina Beach: Für die einfache Insel ein fast schon luxuriöses Hotel, etwas abseits, aber mit großartigem Blick auf Landschaft und Hafenbucht (Marina Beach, Livadia, Tel. 0241/44066, Fax 44064, . Studio Golden Beach: direkt am Hafen, mit hübsch eingerichteten Appartements (Studio Golden Beach, Livadia, Tel. 0241/ 44257, Fax 44294. Essen: Taverna Blue Sky: in wunderschöner Lage, unter Weinreben, mit Blick über den Hafen von Livadia. Tipp: Spaghetti mit Lamm. Fish Taverna Trata: in der Ortsmitte; Besitzer Elias fährt am Tag mit dem Boot raus und serviert am Abend, was ihm ins Netz gegangen ist. Fish Taverna Georgios: Das Restaurant im kleinen Dorf Megalo Chorio bietet frischen Fisch.

Symi

Schon die Einfahrt in den Fjord-ähnlichen Hafen ist ein Erlebnis: Steil und dicht bebaut steigt die Stadt aus dem Meer auf, mit Häusern im neoklassizistischen Stil, die nicht weiß sind, sondern ockerfarben und braun. Symi-Stadt ist das Nizza des Dodekanes, also auch ein teures Pflaster. Hinkommen: Täglich verbinden Fähren Symi-Stadt mit Kos und Rhodos. Orientieren: Am Hafen werden Tagestouren um und über die Insel vermittelt, Hotelzimmer und Fährtickets. Im Internet: www.symi-island.gr. Unterkommen: Aliki: romantisches Luxushotel im klassizistischen Stil mit fantastischer Dachterrasse; direkt am Hafen (Hotel Aliki, Tel. 0241/71665, Fax 71655; DZ ab 180 Mark). Opera House: hellblaues Haus etwa 150 Meter vom Hafen mit Familien-Appartements für bis zu sieben Personen (Opera House, Tel. 0241/ 72034, Fax 72035). Essen: Taverna Georgios: in der oberen Stadt, unterhalb der Johanniterfestung; Symi-Insider genießen den Blick von der weinumrankten Terrasse.Manos Fish Restaurant: direkt am Hafen, mit köstlicher Fischsuppe. Taverna Meraklis: in einer schmalen Stichstraße auf der ruhigeren Seite des Hafens mit vielen Einheimischen.

Rhodos

Die einen sagen, Rhodos sei die "Insel des Sonnengottes Helios", die anderen halten es für das "ägäische Mallorca", ein Massenziel. Tatsächlich hat Rhodos von allem etwas: beeindruckende Ruinen der Geschichte und die Plastik-Kolosse von Rhodos in den Souvenirläden, viel Hotelbeton, aber auch tolle Strände und blühenden Hibiskus. Hinkommen: Rhodos ist das Drehkreuz des Dodekanes. Im Flughafen bei Paradision landen Charter-Maschinen aus allen Ländern der Welt. Und am Hafen Mandraki in Rhodos-Stadt legen Schiffe aus allen Himmelsrichtungen an. Die Fähre von Piräus ist rund 20 Stunden unterwegs. Orientieren: Gut informiert und sehr hilfsbereit sind die Mitarbeiter in der Fremdenverkehrszentrale (EOT, Alexandrou-Papagou-Str. 31, Tel. 0241/23655) am Busbahnhof von Rhodos-Stadt. Unterkommen: S. Nikolis Hotel: Frühstück über den Dächern der bezaubernden Altstadt. Ein romantisches Hotel, in dem jedes Zimmer anders eingerichtet ist (61 Hippodamou Street, Tel. 0241/ 34561). Essen: Diafani: ruhiges Lokal gegenüber dem türkischen Bad und abseits der Fast-Food-Meile von Rhodos; man wird platziert, isst großartigen Octopus und sehr gutes Giros (Diafani, Arionos Sq. 3; Tel. 0241/26053).

Text: Patricia Kaufmann Fotos: Antonia Gern
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