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Erlebniswochenende: Komm, trau dich!


Das erste Mal in der Wildnis übernachten, eine Propellermaschine fliegen: Nach dem Nervenkitzel kommt die Euphorie. Zehn Ideen für ein Erlebniswochenende.

Über den Wolken: Einmal Pilotin sein

Wer sich traut, in einer Propellermaschine und ohne Pilotenschein durch den Himmel zu stürmen, erlebt am Wochenende einen emotionalen Höhenflug. Ein Lehrer sitzt neben den Einmal-Piloten, erklärt die Instrumente und startet und landet die Maschine, dazwischen übernehmen Sie. Am besten den Steuerknüppel fest in der Hand halten, Höhenmesser und Kurskreisel nicht aus den Augen lassen. Ansonsten: genießen! In der Nähe fast jeder deutschen Großstadt können Himmelsstürmer so ein spezielles Programm buchen.

Jochen Schweizer, Rosenheimer Straße 145 e+f, 81671 München, Tel. 0180/ 560 60 88 (14 Cent/Minute), www.jochen-schweizer.de; Programm "Flugzeug Selberfliegen" 319 Euro

Hängepartie: Schlafen in 40 Meter Höhe

In schwindelnder Höhe dem Rauschen der Bäume lauschen, dem Rufen der Käuzchen und Eulen, bevor die Augen zufallen, das wird so schnell niemand vergessen. Eigentlich müsste Gerhard Strasser jeden Tag im Baumrausch sein. In 20, 30 und sogar 50 Meter Höhe Bäume zu pflegen ist kein alltäglicher Beruf. "Kronenübernachtung" heißt sein Programm, in dem er Besuchern zeigt, wie man einen Baumriesen hinaufkommt und dort in 40 Meter Höhe eine Nacht verbringt. Als Bett im Baum wird eine mobile Plattform zwischen den Zweigen einer Douglasie befestigt.

Gerhard Strasser, Steigle 9, 72818 Mägerkingen, Tel. 071 24/93 20 79, www.baumkletterteam.com; zwei Tage im Wald ab 130 Euro

Wracktauchen in der Ostsee

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Tauchen in südlichen Gewässern ist für Warmduscher, Tauchen in der Ostsee für alle, die mehr wollen. Ein wenig abgehärtet sollte man dabei schon sein. Vor der Insel Rügen sollen rund 1500 Wracks auf Grund liegen. Zum Beispiel den dänischen Gaffelschoner "Harald" kann man dort entdecken. Seit fast 100 Jahren liegt er in 30 Meter Tiefe und sieht, bewachsen mit Seepocken und Miesmuscheln, aus wie ein Gesamtkunstwerk. Wer weniger Erfahrung hat, erkundet am besten erst mal die Unterwasserwelt nahe der Küste. Kreideriffe, Canyons, Steinfelder ziehen sich dort über den Boden. Flundern, Dorsche und Aale suchen nach Futter. Wer Glück hat, kann mit einer Robbe schwimmen - am Seehundsriff bei Binz. Die Tauchstation auf Rügen bietet Wracktauchen und Landschaftstauchgänge an der Küste an.

Tauchen Rügen, Proraer Chaussee 50, 18609 Prora, Tel. 03 83 93/24 06, www.tauchen-ruegen.de; pro Tauchgang 25 bis 40 Euro

Windreiter: Freier Fall

Fallschirmspringen - das erfordert wochenlange Ausbildung. Im einzigen Hochleistungs- Windtunnel Deutschlands kann dagegen jeder den freien Fall erleben. Vier große Propeller in der Anlage in Bottrop erzeugen einen Luftstrom, der bis zu 70 Meter pro Sekunde Fallgeschwindigkeit simuliert. Als würde man mit einem Fallschirm aus einem Helikopter springen. Man "reitet" quasi auf dem Luftstrom, der einen von unten bis zu 15 Meter in die Höhe schweben lässt. Bevor es losgeht, gibt ein Fallschirmsprung-Profi eine umfassende Einweisung und Bodentraining.

Indoor Skydiving, Prosperstraße 297, 46238 Bottrop, Tel. 018 05/15 10 10, www.indoor-skydiving.de; ab 49 Euro oder sechs Flüge für 129 Euro

Rhein-Glück: Zwischen Pötten paddeln

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Paddeln ist toll und auf dem Rhein noch viel toller. Ein Revier, das Könner im Kanu oder Kajak reichlich belohnt: an einem Frachtschiff vorbeipaddeln, mit Wellen und Strömung kämpfen, dann ziehen wieder Weinhänge vorbei, kleine Dörfer, Burgen und Schlösser. Eine gute Strecke, um das Rhein-Abenteuer stromab zu wagen: von Mainz nach Bacharach. Besonders schön ein Stopp in Rüdesheim mit seinen Weingasthäusern in der Altstadt. Vorsicht am Binger Loch, dort ist es eng in der Fahrrinne neben den vielen Großschiffen. Pensionen zum Übernachten gibt es selbst in den kleinsten Orten.

Tourist Information, Tel. 067 22/ 90 61 50, www.ruedesheim.de; Kanu- Verleih, Wideworld Aktivreisen, Rheinböllener Str. 47, 55464 Dichtelbach, Tel. 01 74/666 13 89, www.wideworld.tv; 2er-Kajak ab 80 Euro/Wochenende

In der Unterwelt: Biken im Bergwerk

Helm auf, Grubenlampe an. Dann heißt es in die Pedalen treten und ab in die Unterwelt. In Kärnten dürfen Biker sich einen ehemaligen Bergwerksstollen erradeln. Zwei Guides führen durch das Labyrinth aus Schächten, Höhlen und Felsformationen im Berg Petzen. Von Österreich über die unterirdische Grenze bis nach Slowenien sind die Radfahrer unterwegs, sieben Kilometer lang ist der Biker-Stollen. Fast tausend Jahre haben dort Bergarbeiter nach Blei geschürft, alte Loren stehen noch an der Strecke. Ins Schwitzen kommt auf der Tour niemand, unter Tage ist es kaum wärmer als 10 Grad über null. Zum Programm gehören der Transfer ab St. Kanzian, zwei Stunden Stollenradeln, fünf Kilometer Downhill-Biken und am Ziel der Besuch des Bergwerksmuseums.

Sport Center Klopeiner See, Ostuferstr. 9, A-9122 St. Kanzian, Tel. 00 43/ 42 39/32 45, www.stollenbiken.at; Tour 49 Euro, Leih-Bike 10 Euro

Dem Sturm standhalten auf Helgoland

Wer bei Orkan auf der Klippe unterwegs ist, kann die letzten Meter nur kriechen. Stürme, Wolkenberge, Riesenwellen - die Macht der Natur zu erleben, wenn das Wetter sich richtig austobt, das ist "Stormwatching". Für Unerschrockene bietet der Helgoländer Hotelier Detlev Rickmers bei "Schietwetter" einen Ausflug auf die Düne und zu den Wissenschaftlern der Helgoländer Wetterwarte an. Spaß macht "Stormwatching" ab Windstärke 8. Wer sich unter www.helgolaender-hochseewinter.de registriert, wird zwei Tage vor einem aufziehenden Sturm informiert. Die Website www.windfinder.com berechnet den Wind acht Tage im Voraus.

Hotel Rickmers Insulaner, Am Südstrand 2, 27498 Helgoland, Tel. 047 25/814 10, www.insulaner.de; Stormwatching-Arrangement 199 Euro pro Person im DZ/F

Wandermarathon in den Alpen

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"Seinen inneren Schweinehund zu überwinden ist ein großes Erlebnis", sagt Hans Kammerlander. Das große Erlebnis teilt der berühmte Extrem-Bergsteiger jedes Jahr mit anderen Outdoor-Fans. Auf einer 24-Stunden-Wanderung bringt der Kammerlander Hans Hobby-Sportler an ihre Grenzen. Einen ganzen Tag und eine Nacht lang führt er sie bergauf und bergab durch die Südtiroler Alpen: Eine Tour führt durch das Tauferer Ahrntal, eine andere durchquert das Hochpustertal. Gerade mal vier Pausen dürfen die Wanderer einlegen, um wieder Kraft zu tanken für die nächste Etappe. Vor allem im Dunkeln ist es schwer, den Wander-Marathon durchzuhalten. Am besten, Sie bringen sich eine starke Stirnlampe mit, um auch nachts bei jedem Schritt die Übersicht zu behalten. Am Ende liegen sich alle, die es geschafft haben, in der Morgendämmerung euphorisch in den Armen.

Büro Hans Kammerlander, Josef-Jungmann- Straße 8, I-39032 Sand in Taufers, Tel. 00 39/0474/69 00 12, www.kammerlander.com; Touren und Termine: 16. und 17. Juli im Hochpustertal, 17. und 18. September im Tauferer Ahrntal; 420 Euro, inkl. Verpflegung, Erinnerungs-DVD, Kappe, T-Shirt und Fleecejacke mit Aufdruck

Der ganz private Action-Film

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Stunts zu spielen ist ein tougher Job. Wer einmal hineinschnuppern möchte in die Action-Welt, macht einen Wochenend- Workshop bei der Potsdamer "Stunt Crew Babelsberg" mit. Sich von einem Haus stürzen, nach einem Autocrash brennend vom Tatort flüchten, mit bloßen Fäusten kämpfen, sich auf dem Dach eines fahrenden Wagens festklammern - in zwei Tagen lernen die Teilnehmer, wie es sich anfühlt, mit Mut und ausgefeilter Technik coole Szenen zu drehen. Am Ende bekommt jeder einen kleinen Film mit seinen Stunts. Auch spannend: die Show der Profis im Filmpark anschauen. Da stehen einem schon die Haare zu Berge.

Stunt Crew Babelsberg, August-Bebel- Str. 26-53, 14482 Potsdam, Tel. 03 31/ 721 27 03, www.stuntcrewbabelsberg.de; Kurs 319 Euro. Stunt-Show, Tel. 03 31/721 27 50, www.filmpark-babelsberg.de; 20 Euro

Mit Speed durchs wilde Wasser

Ein kleines Stück Stoff und ein Freischwimmerschein - mehr braucht es nicht, um dabei zu sein? In der heimischen Badeanstalt mag das noch hinhauen. Im kleinen Ort Huningue im Länderdreieck Frankreich, Deutschland, Schweiz können Sie Schwimmen in einer völlig neuen Dimension kennen lernen. Hydrospeed nennt sich der Freizeitspaß im französischen "Parc des Eaux Vives" - an Landzungen vorbeizischen, durch Stromschnellen kraulen, sich von den Fluten mitreißen lassen. Dabei sausen die Schwimmer in Neoprenanzügen und mit Flossen und Brett unterm Bauch einen Wildwasserkanal hinunter. Ganz klar: Für Pool- Planscher ist das Ganze nicht gedacht. Dafür fühlen sich die Sportler nach einer Weile wie Fische im Wasser.

Parc des Eaux Vives, 3 Quai du Maroc, F-68333 Huningue Cedex, Tel. 00 33/ 3 89/89 70 20, www.ville-huningue.fr; Hydrospeed 17,80 Euro für zwei Stunden inklusive kompletter Ausrüstung

Tipps: Astrid Joosten und Sabine Hoffmann Fotos: Fotolia und iStockphoto Ein Artikel aus Heft 13/2010

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