Ferien mit Kindern: Die besten Tipps für eine gute Reise!

Sie kotzen im Auto auf den Rücksitz, lassen ihr Schnuffelkissen liegen und sind tagelang untröstlich: Ferien mit Kindern sind ein kleines Abenteuer. So wird's trotzdem ein entspannter Urlaub.

Vor dem Urlaub: Die Vorbereitung

Mehr als Reisefieber: Ein krankes Kind im Urlaub - keine schöne Vorstellung. Checkt deshalb vor den Ferien, ob die Impfungen der Kinder noch aktuell sind. Und findet heraus, wo es am Urlaubsort einen Kinderarzt gibt - das erspart euch im Ernstfall viel Stress. In die Reiseapotheke gehören natürlich Medikamente, die auch für Kinder gut verträglich sind.

"Ich packe meinen Koffer ...": Wer Ferien mit Kindern macht, sollte Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor und Insektenschutz nicht vergessen. Ein Hut schützt den Kinderkopf vor zu viel Sonne, Badesandalen verhindern, dass sich die Kleinen am Strand an spitzen Steinen oder Scherben verletzen. Fast jedes Kind hat einen Gegenstand, an dem es besonders hängt, das kann der alte Teddy sein oder das geliebte Schnuffelkissen. Am besten gleich ins Handgepäck packen und nicht in den Koffer - sonst müsst ihr am Ende womöglich den halben Kofferraum ausräumen.

Gute Reise: Tipps für unterwegs

Gute Fahrt! In den ersten Ferientagen und vor allem an den Wochenenden ist oft Stau-Alarm angesagt. Besser: in der Woche fahren - dann kommt ihr besser durch.

Ein abgeschiedenes Haus in den Bergen, das hört sich traumhaft an? Doch spätestens, wenn euren Kindern nach stundenlanger Fahrt über Serpentinenstraßen schlecht wird, werdet ihr eure Wahl verfluchen. Achtet darauf, dass sich euer Reiseziel problemlos erreichen lässt.

"Mama, wann sind wir da-ha?" Lange Reisen mit Kindern können für die Eltern zur Nervenprobe werden. Sorgt dafür, dass die Kleinen genug Spielzeug, Hörspiele oder Lesestoff dabei haben, um sich während der Fahrt zu beschäftigen - ganz egal ob ihr mit dem Auto, mit der Bahn oder mit dem Flugzeug unterwegs seid. Auf längeren Reisen kommen aber auch Klassiker wie "Ich sehe was, was du nicht siehst" oder das Beruferaten "Wer bin ich?" wieder ganz groß raus. Hier findet ihr die schönsten Stau-Spiele.

Mach mal Pause! Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, plant mindestens alle zwei Stunden eine Pause ein. Sonst werden die Kleinen auf dem Rücksitz zappelig. Manche Raststätten haben einen Spielplatz - informiert euch am besten vor der Fahrt, zum Beispiel unter www.tank.rast.de. Bei den Pausen dann in Ruhe essen: am besten Vollkornbrote, Obststückchen, Gemüsestreifen, Kräutertee oder stilles Mineralwasser. Besser nicht: Die Kinder auf der Fahrt mit Süßigkeiten und Cola ruhig zu stellen versuchen - zu viel Zucker und Koffein kann aus dem ruhigsten Kind einen Quälgeist machen!

Hühnerbrühe gegen Sonnenstich

Ein starkes Hitzegefühl, hochroter Kopf, Übelkeit, Schwindel oder Kopfweh sind mögliche Anzeichen eines Sonnenstichs. Der entsteht, wenn die UV-Strahlen der Sonne zu lange auf den unbedeckten Kopf oder Nacken scheinen. Betroffen sind vor allem Kleinkinder und Säuglinge sowie Personen mit wenig Kopfhaar. Bei Kleinkindern kann sich ein Sonnenstich auch erst mit Verzögerung bemerkbar machen - also einige Stunden nach der Sonneneinwirkung. Kommt es dann plötzlich zu sehr hohem Fieber, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

"Sonnenopfer" gehen am besten sofort in den Schatten, noch besser in ein kühles Zimmer und legen sich hin, den Kopf möglichst leicht erhöht lagern. Hilfreich ist, Kopf und Handgelenke mit feuchten Tüchern zu kühlen, Gesicht und Körper kann man zusätzlich mit zimmerwarmem Wasser abwaschen. Gut tut auch, ein Glas Wasser oder Saftschorle zu trinken, aber bitte nicht eiskalt. Auch eine Tasse Gemüse- oder Hühnerbrühe können Wunder wirken, denn durch das starke Schwitzen hat der Körper viel Salz verloren. Wichtig: Ausruhen! Werden die Beschwerden nicht besser, hilft nur eines: zum Arzt gehen.

Auf keinen Fall sollte man sich unter der kalten Dusche oder im Meer abkühlen, denn im kalten Wasser schließen sich die Hautporen und die Hitze staut sich erst recht im Körper.

Raiserschaum gegen "Quallenbiss"

Quallen können nicht gezielt durchs Meer schwimmen, aber manchmal werden sie durch Meeresströmungen oder den Wind an die Strände von Nord- und Ostsee getrieben: Dann sind sie deutlich im Wasser zu sehen oder werden an den Strand gespült. Die meisten Quallen - durchsichtige Ohrenquallen - sind völlig harmlos.

Vor den selteneren Feuer- und Nesselquallen (beide Arten sind deutlich orange bis rot) sollte man sich in Acht nehmen, denn der Hautkontakt mit den Nesselfäden kann ähnlich schmerzhaft sein wie die Berührung einer Brennessel. Warum? Weil an den Fäden kleine Nesselkapseln sitzen, mit denen die Quallen kleinere Tiere lähmen und fangen. Werden diese Kapseln gereizt, zum Beispiel durch eine Berührung, so schleudern sie winzige "Stilette" aus, mit denen sie ein stark brennendes Gift injizieren. Sind viele rote Quallen im Meer oder am Strand zu sehen, geht man deshalb am besten nicht ins Wasser - und da auch tote Qallen am Strand noch "nesseln" können, sollte man sie auf keinen Fall berühren und beim Spazierengehen besser Badeschuhe tragen.

Hat man doch einmal Pech und wird von einer Qualle geärgert, so spült man die Haut am besten mit Salzwasser ab und behandelt die betroffenen Hautstellen mit Rasierschaum, denn dadurch werden die Nesselkapseln außer Gefecht gesetzt. Den Raiserschaum aus der Dose aufsprühen, trocknen lassen, erst dann abschaben. Hilfreich sind auch Essig, sowie kühlende, Juckreiz stillende Brand- und Wundsalben beziehungsweise Gels. Fühlt man sich unwohl oder schwillt die Haut stark an, sollte man aufgrund der allergischen Reaktion sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Auf keinen Fall sollte man eine Vernesselung durch Quallen mit Süßwasser oder Alkohol behandeln oder daran kratzen, da dann weitere Nesselkapseln platzen können.

Ertrinken bei Kindern

Kleinere Kinder können leider auch ertrinken, wenn das Wasser ganz flach ist - deshalb sollte man die Kleinen, die noch nicht schwimmen können, nicht unbeaufsichtigt am Strand herumlaufen lassen. Was viele Erwachsene vielleicht auch nicht wissen: Kinder ertrinken leise. Besonders Kleinkinder verlieren sofort die Orientierung, wenn ihr Kopf unter Wasser ist und sie wehren sich nicht gegen das Ertrinken.

Ist das Kind noch bei Bewusstsein und atmet, zieht man am besten die nassen Sachen aus und packt es in eine warme Decke. Auch wenn das Kind sich scheinbar gut erholt, ist es sicherer, einen Arzt aufzusuchen - Wasser in der Lunge kann auch Stunden später noch gefährlich werden.

Ist das Kind bewusstlos und atmet nicht mehr, muss man sofort mit der "Mund-zu-Nase-Beatmung" beginnen. Das hat oft auch noch nach längerer Zeit Erfolg, da der Körper durch die Unterkühlung im Wasser weniger Sauerstoff als sonst benötigt. Ob ein Kind atmet, erkennt man am besten, indem man eine Hand unterhalb der Rippen auf den Bauch legt.

Nicht versuchen, durch "Schütteln" oder Ähnliches Wasser aus den Lungen oder dem Magen zu entfernen. Das kostet Zeit, hilft aber leider nicht. Besser: Sofort mit der "Mund-zu-Nase-Beatmung" beginnen.

Ein Notfall? Die wichtigsten Grundregeln

Ist etwas Schlimmes passiert, sofort den Notruf informieren. Der Notruf 112 ist kostenlos und gilt europaweit in allen Handynetzen! Am besten, man ist auf folgende Fragen vorbereitet:

  • Wo? Man nennt den genauen Ort, an dem sich der Unfall ereignet hat - gegebenenfalls mit Wegbeschreibung.
  • Was? Man beschriebt den Unfall, nennt das Alter der verletzten Person und die Art der Verletzung.
  • Auf Rückfragen warten - und das Telefonat erst beenden, wenn die Rettungsleitstelle alle Informationen hat. Oft fällt darunter auch die Aufnahme der Daten des Anrufers.

Die Strand-Tipps stammen aus dem Buch Strand in Sicht! Der ultimative Guide für den perfekten Familienurlaub von Kirsten Khaschei.

VIDEOTIPP: Die Reiseapotheke für Kinder

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