Frühlingstrips in Europa: Immer schön der Sonne entgegen ... ☀️

10 besondere Frühlingstrips in Europa: Stell dir vor, du machst morgens das Fenster auf, um deine Nase weht milde Luft, und es duftet nach Blüten ... Na, Sehnsucht? Dann los!

Toskana: Oben in Volterra

Wir fahren durch typisch toskanische Landschaft, Zypressen, Olivenhaine und Weinberge, bis wir uns zerfurchten Felsflanken nähern - und auf einem Hügel Volterra sehen: mittelalterliche Stadtmauer, zackige Türme, wuchtige Festung. Der Wind pfeift, als wolle er mir ins Gesicht reiben, warum die kleine Stadt so heißt: "Voleterra" bedeutet "fliegende Erde". Und ich fliege auf Volterra, weil es so uninszeniert ist und trotz seiner Schönheit und Geschichte nicht überrannt. In den Gassen stolpert man während der Vorsaison höchstens gegen Blumenkübel, nicht gegen dauerknipsende Besucher. Kein Schlangestehen, um auf den Turm des Palazzo dei Priori, des ältesten Rathauses der Toskana, zu steigen, kein Gequetsche durch die Porta all‘Arco, das gut erhaltene Stadttor, erbaut lange vor Christi Geburt von den Etruskern, den Gründern der Stadt. Volterra ist seit 200 Jahren groß im Abbau und Handel von Alabaster, und mir gefällt, dass es noch so einen rumpeligen Werkstatt-Laden wie Rossi gibt. Durch Steinstaub stapfend lerne ich, dass reiner Alabaster wie Kristall klingt, und freue mich an den schlichten Dingen, die hier hergestellt werden. Prunkvolles dagegen sieht man im Palazzo Viti: Die Vitis wurden mit dem Stein reich und richteten sich im 19. Jahrhundert alles andere als windig ein. (Doris Ehrhardt)

Übernachten

La Tabaccaia Toscana Resort Castelfalfi . Boutiquehotel auf einem alten Landgut, 30 Kilometer nördlich von Volterra. DZ/F ab 152 Euro (Montaione, Località Castelfalfi , Tel. 00 39/05 71 89 20 00, www.castelfalfi.com, Buchung: www.tui.com).

Genießen

Ristorante Da Beppino. Slow-Food-Familienbetrieb, hausgemachte Pasta, Bio-Fleisch vom eigenen Hof, Wohlfühl-Atmosphäre. Reservieren! (Volterra, Via delle Prigioni, 13/21, Tel. 00 39/058 88 60 51, www.dabeppino.com)

Einkaufen

Rossi Alabastri. Gegründet 1912, wird hier reiner Alabaster verarbeitet und verkauft (Volterra, Piazza della Pescheria, www.rossialabastri.com).

Mainschleife: Prima Klima

Vier Mittelgebirge schützen die Mainschleife vor klimatischem Unbill: Rhön, Spessart, Odenwald und Steigerwald rahmen den Fluss ein, der hier in einer pittoresken Kurve an den Hängen vorbeimäandert. An denen stehen seit Jahr­ hunderten Rebstöcke, denen gleichbleibende Temperaturen und die Feuchtigkeit am Fluss sowie die kräftige Sonneneinstrahlung in der Steillage bestens bekommen - an der Mainschleife reiht sich eine "Erste Lage" an die andere. Wie gut, dass viele Straßen verkehrsberuhigt sind, so lässt es sich bestens radeln oder wandern - und einkehren, um die mineralischen Weißweine zu kosten. Besonders gut geht das im historischen Städtchen Volkach: Mit seinen Stadttoren, den Barock­-Häusern entlang der Hauptstraße und dem plätschernden Brunnen am Marktplatz, sieht es wie aus der Zeit gefallen aus. Schräg gegenüber der Kirche liegt das Hotel und Wein­gut "Zur Schwane", seit 1404 das älteste Gasthaus am Ort. Durch ein riesiges Tor gelangt man in den lau­schigen Hof mit Rebendach. Hier wird feine regionale Küche serviert, dazu die prämierten Weine der "Schwane", die ein Stockwerk tiefer, im über 600 Jahre alte Keller lagern. Eine halbe Million Liter werden jedes Jahr gekeltert. "Klar ist das schwierig, bei laufendem Hotelbetrieb und mitten in der Innenstadt", sagt Winzer Ralph Düker. Auf seinen Keller verzichten würde er aber niemals: "Das Klima ist einfach so toll!" (Anja Haegele)

Von den Steillagen des "Escherndorfer Lump" - Lump wie Lappen, die Parzellen sind so klein - stammen einige der besten Weine Frankens

Übernachten & Genießen

Romantikhotel Zur Schwane. Behutsam und mit viel Stil wurde hier modernisiert: mit Lärchenparkett, Ledermöbeln und allerlei Wein-Anspielungen, z. B. Muschelkalk im Bad. Im Gourmetrestaurant gibt es feine fränkische Küche. Sehr zu empfehlen: Das 4-Gänge-Menü inkl. korrespondierender Weine für 75 Euro. DZ/F ab 122 Euro (Volkach, Hauptstr. 12, Tel. 093 81/806 60, www.schwane.de).

Groningen: Grachten & Hightech

In Groningen ist schon die Ankunft am denkmalgeschützten Bahnhof von 1896 ein Erlebnis. Die glanzvolle Architektur versetzt mich so sehr in die Vergangenheit, dass ich ehrlich erschrecke, als sich die schweren Holztüren automatisch öffnen. Eigentlich lässt sich das Stadtzentrum spielend zu Fuß erreichen, aber mein Gepäck ist schwer, weshalb ich in ein Taxi steige - einen Elektro-Tesla mit Flügeltüren! Wie in einem Raumschiff gleite ich an alten hübschen Backsteinhäusern vorbei zum Design-Hotel "The Student". Kaum ist der Koffer ausgepackt, unternehme ich - um einen Überblick zu bekommen - eine Grachtenrundfahrt. Danach ein Kaffee in der futuristischen Rösterei "Mr. Mofongo", die gleichzeitig auch Restaurant, Wein- und Cocktailbar ist. Die Regale mit den Spirituosen erstrecken sich über alle Stockwerke und werden von Roboterarmen angesteuert. Ein weiterer Höhepunkt der Postmoderne ist das Groninger Museum, das in drei bunten, teils verschachtelten, im Wasser liegenden Blöcken residiert. Ich bleibe so lange, dass danach keine Zeit mehr zum Shoppen bleibt. Zum Glück öffnen sonntags aber die Innenstadt-Geschäfte ab 14 Uhr. Ich schlendere durch Gassen mit klingenden Namen wie Zwanestraat oder Kromme Elleboog, gönne mir Fritten und "Bitterballen", wie die Fleischkroketten hier heißen, kaufe alten Gouda und stöbere bei Dille & Kamille, einem Lädchen für Haus, Garten und Küche, nach Souvenirs. Groningen, ich komme wieder! (Marie-Louise Barchfeld)

Auf einer kleinen Insel mitten in der Stadt liegt das futuristische Groninger Museum

Übernachten

The Student Hotel. Modernes Design (nicht nur) für junge Reisende. Zum Haus gehören Restaurant und ein offener Bar- und Loungebereich. DZ/F ab 110 Euro (Groningen, Boterdiep 9, Tel. 00 31/502 06 91 61, www.thestudenthotel.com/groningen).

Genießen

Mr. Mofongo. Kaffee, Cocktails, Wein und gutes Essen in ausgefallen moderner Atmosphäre samt Serviceroboter im historischen Gebäude. Hauptgerichte ab 6 Euro (Groningen, Oude Boteringestraat 26, www.mofongo.nl).

Erleben

Grachtenfahrt. Vom Schiff aus wirken die Patrizierhäuser noch eindrucksvoller. Abfahrt gegenüber des Bahnhofs, Tickets ab 14 Euro (www.rondvaartbedrijfkool.nl). Groninger Museum. Die Sammlung reicht von Rubens bis Koons, tolle Sonderausstellungen gibt’s auch. Ticket ab 18 Euro (Groningen, Museumeiland 1, www.groningermuseum.nl).

Andalusien: Granada duftet

Die zärtlichste Art, sich von Kopf bis Fuß frühlingswach kitzeln zu lassen, ist ein ausgedehnter Spaziergang durch die Gärten des Palacio Generalife in Granada. Sie wurden im 13. Jahrhundert von den Gartenkünstlern des Nasriden-Sultans so gestaltet, dass sie alle Sinne auf einmal ansprechen: Der Duft von Orangenbaumblüten, Jasmin und Kräutern steigt in die Nase; rote, orangefarbene und knallgelbe Blüten zwischen sattem Grün springen ins Auge; das Plätschern von Springbrunnen säuselt in die Ohren. Alles zusammen weckt die Lebensgeister - und so war es auch gedacht, als diese Gärten angelegt wurden. Der Generalife liegt östlich der Alhambra, gehört aber gefühlt zu Granadas monumentaler Stadtburg. Sie liegt auf einem Hügel mit toller Aussicht auf die Stadt und ihr sanft gewelltes, im Frühling noch grünes Umland. Im Sommer steht man hier dicht gedrängt in sengender Hitze, jetzt dagegen streicht die Sonne bei angenehmen 20 bis 25 Grad über die Haut und es gibt Platz zum Genießen für alle. (Doris Ehrhardt)

Selbst die Bewässerungshöfe sehen in den Gärten des Generalife betörend aus

Übernachten

Eurostars Catedral. Neues Hotel in alten Mauern, direkt neben der Kathedrale. Moderne Zimmer, schalldichte Fenster, ruhiger Innenhof. DZ ab 104 Euro (Granada, 11 Calle Cárcel Baja, Tel. 00 34/958 80 83 99, www.eurostarscatedral.website).

Genießen El Huerto de Juan Ranas. Auch Einheimische mögen das verwinkelte Restaurant mit tollem Alhambra-Blick (Granada, Callejón Atarazana Vieja 6–8, www.elhuertodejuanranas.com).

Erleben Generalife. Es ist unbedingt empfehlenswert, die Eintrittskarten für Alhambra und Generalife vorab online zu kaufen (tickets. alhambra-patronato.es/en/); Alhambra und Generalife 14 Euro, nur Generalife 7 Euro (Granada, Paseo del Generalife 1c, www.alhambragranada.org).

Oberbayern: Jodeln beschwingt

Vor mir recken Wettersteinkopf und Zugspitze ihre Gipfel in den Himmel. Eine bergschuhschwere 180-Grad-Wende, und ich schaue auf zwei glitzernde Blaupunkte, den Starnberger und den Ammersee, und weiter übers Isartal bis nach München. Das Brauneck gehört zu den Vorbergen und hat, was Alpenspitzen oft fehlt: einen genialen Weit-ins-Land-360-Grad-Panoramablick. "Könna mia?", fragt Norbert, mein Jodellehrer. Denn es ist eine Jodelwanderung, die mich auf den Lenggrieser Hausberg geführt hat. "Ho-e-i", ruft Norbert, "ho-e-i", stimme ich ein. Beim Jodeln, sagt Norbert, drückst du Gefühle aus. Und obwohl es für mich eine Überwindung ist, kitzeln die Jodler mein Herz. Aber Grenzendehnen beschwingt. Und der frühlingshafte Isarwinkel ist fürs Beschwingtsein wie gemacht. (Madlen Ottenschläger)

Übernachten

Lenggrieser Bergcamping. Charmante Alm-Chalets mit viel Holz und Licht, teils mit Traumblick aufs Brauneck. DZ/F ab 66 Euro (Lenggries, Gilgenhöfe 4, Tel. 080 42/564 06 02, www.lenggrieser-bergcamping.de).

Genießen

Stie-Alm. 45 Minuten dauert die Wanderung von der Bergstation Brauneck auf die Alm, wo Marianne raffinierte bayerische Schmankerl kocht, z. B. Kaspressknödel auf Salat mit Buttermilchdressing für ca. 11 Euro (Lenggries, Latschenkopf 5, Tel. 080 42/23 36, www.stie-alm.de).

Erleben

Jodelwanderung. Zweitägige Seminare, auf denen man lernen soll, seinen Gefühlen eine Stimme zu geben; 198 Euro (Tel. 080 42/978 67 06, www.yaggatatam.de).

Lago di Mergozzo: Tiefes Blau

Wenn man nicht direkt am See wohnt, ist der Lago Maggiore vom Wasser aus am schönsten. Denn auch wenn die prächtigen Villen schön anzusehen sind: Ans Ufer kommt man oft kilometerlang nicht. Auch deshalb bin ich begeistert vom Lago di Mergozzo: Der liegt direkt daneben und war sogar mal ein Teil vom Maggiore, bevor Geröll, das der Fluss Toce über die Jahrhunderte aus dem Gebirge mitgebracht hat, für ein schmales Stück Land zwischen den beiden gesorgt hat. Am Lago di Mergozzo gibt es grüne Badestellen und Campingplätze direkt am See. Dazu das malerische Dorf Mergozzo am Nordufer, mit verträumten Gassen und tollen Blicken auf Gipfel und tiefes Blau. Und einer Ehrfurcht einflößenden Geschichte, wie man im kleinen Archäologie-Museum besichtigen kann. Große Hotels gibt es hier übrigens nicht. "Das wird auch so bleiben", sagt Elena, die das Museum leitet. "Berge und See begrenzen uns, wir können nicht stark wachsen." Hoffentlich behält sie recht! (Diana Helfrich)

Blick auf den Lago di Mergozzo, im Hintergrund der Lago Maggiore

Übernachten

Hotel Cannobio. Direkt am Lago Maggiore. DZ/F ab 195 Euro (Cannobio, Piazza Vittorio Emanuele III 6, Tel. 00 39/03 23 73 96 39, www.hotelcannobio.com).

Erleben

Civico Museo Archeologico. Liebevoll zusammengestellte Sammlung zur Geschichte des Dorfes Mergozzo. Eintritt 2 Euro (Mergozzo, Via Roma 8).

Norwegen: Komm, lass uns brüten!

Im Frühling oder Frühsommer nach Nordnorwegen? Auf jeden Fall! Denn der Golfstrom bewahrt die Tausenden Inselchen der Region Helgeland vor allzu frostigem Wetter, und die Tage sind schon länger als bei uns. Zum Beispiel auf Lovund, 500 Einwohner, nur ein paar Kilometer vom Polarkreis entfernt. Vom Schiff aus sieht man lange nur einen gewaltigen, oben leicht abgeschrägten Felsbrocken im Meer. Die Holzhäuschen, die sich auf dem grünen Vorland zu seinen Füßen drängeln, tauchen erst später auf, wenn der kleinen Anleger schon beinahe erreicht ist. Und dann geht man von Bord in eine Lummerland-Atmosphäre, die die Schritte sofort leichter macht. Kein Wunder, dass sich hier auch 200 000 Papageientaucher wohlfühlen. Die meiste Zeit des Jahres leben sie auf dem Meer, aber zum Brüten kommen sie nach Lovund - und zwar jedes Jahr in einem riesigen Schwarm pünktlich am 14. April. Noch ein Grund für einen Frühlingstrip gen Norden! (Antje Kunstmann)

Hinkommen

Flug. SAS fliegt täglich über Kopenhagen oder Oslo nach Brønnøysund. Außerdem fliegen Norwegian und Widerøe mehrmals täglich in knapp zwei Stunden von Oslo an die Helgelandküste. Tickets ab ca. 200 Euro (www.flysas.com, www.norwegian.com, www.wideroe.no).

Übernachten & Genießen

Lovund Hotell. Die Zimmer haben einen fantastischen Panoramablick, und am Ufer gibt es eine Reihe roter "Fischerhütten" mit Terrasse. DZ/F ab ca. 130 Euro (Lovund, Lovundveien 21, Tel. 00 47/75 09 20 30, www.lovund.no).

Erleben

Radtour. Helgelands Inselwelt lässt sich hervorragend mit dem Rad entdecken. Wer möchte, bucht das Bike direkt ab Flughafen. Ca. 30 Euro pro Tag (www.visithelgeland.com).

Niedersachsen: Baden im Blütenmeer

Ins Alte Land fahren wir von Hamburg aus gern für einen Nachmittagsausflug - im Frühjahr der Apfelblüte wegen, im Herbst zum Ernten. Und jedes Mal, wenn ich dort bin, denke ich: Das nächste Mal bringen wir mehr Zeit mit. Wie es so ist mit guten Vor­sätzen - meist dauert es lange, sie umzuset­zen. Als ich dann endlich mal über Nacht blieb, in Buxtehude, war ich begeistert: Die Stadt, die sich "Märchenstadt" nennt, weil die Brüder Grimm dort das Wettrennen zwi­schen Hase und Igel verorteten, ist zauber­haft; mit Fleth und den Fachwerkhäusern aus rotem Backstein erinnert sie mich an ein Mini­-Amsterdam. Und weil man das Alte Land mit Fug und Recht flach nennen kann, eignet sich die Gegend hervorragend für Radtouren: 15 Kilometer sind es von Buxte­hude bis nach Cranz an die Elbe, immer ent­lang der Este, an jahrhundertealten, reet­gedeckten Höfen vorbei und durch Apfel­plantagen. Wie zart es duftet, wenn die Bäume blühen, lässt sich schwer beschrei­ben, man muss es erleben. Am schönsten ist es, wenn, wie hier im Norden so oft, der Wind weht und Blütenblätter wie Schnee­flocken übers Land wehen. (Anja Haegele)

Übernachten

NSB Hotel Navigare. Ein altes Backsteinhaus, im Besitz der NSB Reederei. Die 32 Zimmer sind hell und freundlich eingerichtet. DZ/F ab 92 Euro (Buxtehude, Harburger Str. 4, Tel. 041 61/749 00, www.hotel-navigare.com).

Genießen

Biohof Ottilie. Im wunderschönen Gastgarten gibt’s zwischen Obstbäumen traumhafte Torten und saftige Blechkuchen (Mittelnkirchen, Ort 19, www.biohof-ottilie.de).

Mallorca: Endlich mal nichts los hier!

Der Duft von Orangenblüten weht in meine Nase, ich höre Vögel zwitschern. Träge blinzle ich auf sattgrüne Oliven-, Johannisbrot- und Mandelbäume und stelle mal wieder fest: Nie ist Mallorca so entspannend wie im Frühling. Ich liebe dieses ganz besondere Licht, die Einheimischen sind nicht genervt, und die Touristen in der Unterzahl. Da fehlt es mir kein bisschen, am Strand zu braten, ich wandere, fahre Rad, genieße gutes Essen, die Ruhe und will verwöhnt werden. Das Romantik-Fincahotel "Cases de Son Barbassa" auf einem riesigen bewirtschafteten Anwesen im ländlichen Nordosten ist dafür genau die richtige Wahl: Ein historisches Ensemble samt Verteidigungsturm, sorgsam restauriert, klar und zurückhaltend im modernen, hellen Landhausstil. Mit Holzbalken unter der Decke, Steinwänden und liebevollen Details: Orangen im grob behauenen Waschtisch, Bildern einheimischer Künstler ... Legerer Luxus, wie es mir gefällt. Auch im hervorragenden Restaurant, wo der Koch am liebsten mit Produkten aus dem eigenem Bio-Garten kocht. Wird es doch noch mal kühl, sitzt man geschützt hinter Glasfronten und hat Sicht auf die Burg des Örtchens Capdepera und die Berge der Sierra de Llevant. Und will ich Sand unter den Füßen spüren: Zum Naturstrand der Cala Agulla brauche ich mit dem Auto nur eine Viertelstunde. (Nicole Schmidt)

Blick über das Hotel "Cases de Son Barbassa" bis zum Meer

Übernachten & Genießen

Cases de Son Barbassa. 20 Zimmer, verteilt auf mehrere Häuser - viel Platz für Privatsphäre. DZ/F ab 196 Euro, BRIGITTE-Leserinnen erhalten bei telefonischer Buchung bis 8. April 10 Prozent Ermäßigung für das Jahr 2019, Stichwort: "Frühling" (Capdepera, Ctra. Cala Mesquida - Camí de Son Barbassa, Tel.00 34/ 971 56 57 76, www.sonbarbassa.de).

Lesbos: Das große Leuchten

"Süßer Geruch von Blumen weht von der Wiese hierher zu mir. Göttin der Liebe! Empfange mein Blumengebinde." Eigentlich hab ich es gar nicht so mit der Lyrik, aber ganz bestimmt gibt es auf der Welt keinen besseren Ort, um Sapphos "Ode an Aphrodite" zu lesen, als diese hoch gelegene Kapelle im Südosten von Lesbos - mit schattigem Vorplatz zum Rasten und Prachtblick auf den glitzernden Golf von Gera. Die berühmte Dichterin hat vor über 2500 Jahren auf der ostägäischen Insel gelebt, und bunter und üppiger kann die orale Farbpracht auch damals nicht gewesen sein. Hibiskus und Oleander leuchten mit Wilder Malve und Zistrosen um die Wette. Zwischen den Olivenbäumen wiegt sich der Klatschmohn im Wind, und bei unserer Wanderung vorbei am Aquädukt von Moria weht uns immer wieder der Duft von sonnenwarmer Kamille in die Nase. Bislang war es immer das Mittelmeer, das mich auf griechische Inseln gelockt hat. Auf Lesbos aber kriegt man Lust, jeden Tag zu laufen - mit Aussicht auf ein Bad im Blütenmeer. (Christine Hohwieler)

Lesbos im Frühling: Die große Hitze ist noch weit - und alles blüht

Übernachten

Hotel Votsala. "Keine Disco, kein griechischer Abend, kein Jetski": So verheißungsvoll locken Iannis und Daphne Vloumidi-Troumpounis in ihr zauberhaftes Hotel direkt am Meer. Dafür gibt es hier jeden Morgen endlos Frühstück mit klassischer Musik unter Olivenbäumen. Und viele nette Stammgäste. DZ/F ab 50 Euro (Lesbos, Pyrgoi Thermis, Tel. 00 30/ 22 51 07 12 31, www.votsalahotel.com).

Erleben

Frühlingswandern. Nana Lempesi und Nina Alexidis bieten ihren Gästen zehn Tage Natur- und Kulturgenuss an. Ausgangspunkt ist die "Villa Daphnis & Chloe", die zum Hotel "Votsala" gehört. Die täglichen Touren der "Spring Walks" führen durch sanft-hügelige Landschaft, der diesjährige Themenschwerpunkt ist die Mythologie der Olive (Termin: 3.–13. April, 10 Tage im DZ inkl. HP p. P. ab 800 Euro, über www.vamos-geheimtipps.de).

BRIGITTE 07/2019
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