Gambia

40 Kilometer Strand: Sie könnten hier Urlaub machen wie an der Costa del Sol - aber dann würden Sie die wahre Schönheit von Afrikas kleinstem Land verpassen.

Machen Sie es sich bequem unterm Sonnenschirm am goldgelben, breiten Sandstrand, die gekühlte Limonade griffbereit. Mittags können Sie ins klimatisierte Restaurant oder einen schattigen Garten wechseln und am Abend eine Karaoke-Show sehen. Das war's? Bitte nicht. Besuchen Sie die Händlerinnen auf dem Markt von Serekunda. Genießen Sie die Bootsfahrt auf dem Gambia-River. Oder die Einladung zum Eintopfessen bei einer gambischen Familie...

Unterkunft

Hausnummern sind unüblich, Taxifahrer kennen sämtliche Hotels. Die Küstendörfer Fajara, Kotu und Kololi sind mittlerweile zusammengewachsen.

Safari Garden: in Fajara, 20 Minuten zum Strand; Restaurant, kleiner Swimmingpool, 18 Zimmer, umweltfreundliche Energieversorgung, Tanz- und Batikkurse (Tel. 002 20/ 449 58 87 oder 449 78 41, www.safarigarden.com). Saul’s Guest House: absolute Ruhe, afrikanisches Dorfleben im Fischerort Brufut im Süden. Ohne jeglichen Luxus, kein Strom, kein fließend Wasser; drei Doppelzimmer, zwei Wohnungen, jeweils 6 Euro/Nacht (Tel. 002 20/ 991 57 05, E-Mail: ).

Essen und Trinken

Beim "Senegambia-Hotel" zahlreiche Restaurants, von Pizzeria bis Thai-Imbiss. Vergeblich sucht man echt afrikanische Küche. Britische und schwedische Touristen - und das sind bislang die meisten - finden Okraschoten in Palmöl oder Hähnchen mit Erdnusssoße angeblich zu exotisch. Lecker und frisch sind Fischgerichte. Gemütliches kleines Restaurant z. B. das Mama ?s an der Kairaba Avenue in Fajara. Für 5 Euro serviert die Schweizer Besitzerin prima Fisch. Oder Schweinebraten mit Pommes.

Ausflüge

Die meisten Straßen sind in schlechtem Zustand, Mietwagen also nicht empfehlenswert, außerdem sind sie teuer. Für kurze Strecken ein gelbes Taxi mit grünen Streifen ("town trip") nehmen, ca. 80 Cent bis 2,50 Euro. Für weitere Touren warten vor den Hotels grüne Taxis ("Tourist Taxi"), inspektionspflichtig und staatlich kontrolliert. Lassen Sie sich eine Visitenkarte Ihres Lieblingsfahrers geben, er kommt nach Verabredung (pünktlich!) und ist auch Reiseführer (kein Aufpreis, Einladung zu einem Imbiss ist üblich). Zwei- bis dreistündige Tour z. B. in die Hauptstadt Banjul pro Fahrzeug etwa 12 Euro. Dort ins Nationalmuseum (Independence Drive, ca. von 9 bis 16 Uhr), viele Fundstücke aus vorkolonialer Zeit. Ebenfalls nördlich der Touristenstrände liegt der neue Fischereihafen von Bakau. Von dort zum Cape Point spazieren, wo der Gambia-Fluss in den Atlantik übergeht, dann am Strand in der "Calypso-Bar" einen Kaffee trinken.

Tagsüber...

Märkte: Immer handeln! Der größte und bunteste Markt (Obst, Gemüse, Hausrat, Kunstgewerbe) ist täglich in Serekunda (15 Autominuten von den Hotels). Sehr laut und voll, am besten zwischen 14 und 15 Uhr hingehen, dann sind viele Leute zum Essen zu Hause. Schönes Mitbringsel: die bedruckten Stoffe oder Batiktücher. Kunst: das African Living Art Center in Bakau/Newtown (Straße gegenüber vom SN Brussels Büro, auf der linken Seite). Eine Mischung aus Märchenschloss und avantgardistischem Kunsttempel. Im ersten Stock alte und neue Schätze afrikanischer Kunst (Di-Fr 10-13 Uhr, Mo-Fr 15-19 Uhr, Tel. 449 51 31). Im Erdgeschoss können Sie günstig zum Friseur gehen und dann eine Nackenmassage genießen.

...und nachts<

In den meisten Hotels gibt es sehr lohnende Shows, die auch Nicht-Hotelgästen offen stehen. Die Musiker und Tänzer geben Touristen oft auch Unterricht - einfach ansprechen! Unbedingt Ein Tagesausflug mit dem Taxi landeinwärts. Hier ist der Trubel der Küste vergessen, Sie fahren durch kleine Dörfer und halten zum Beispiel in der "Lamin-Lodge", auf Stelzen in den Fluss gebaut. Bootstour durch die Mangroven ab ca. 5 Euro. Ein nettes Wort Allgemeiner Gruß: "Salaama Aleekum." Antwort: "Aleekum salaam." Fortsetzung in Mandinka, einer der beiden wichtigsten Landessprachen: "Kayira be?" - "Kayira dorong." - "Soomandaa be nyaadii?" - "Soomandaa be jang." - "Suumollee?" - "I be jee. Abaraka." (Danke und Abschiedsgruß.)

Gut zu wissen

Die Kriminalität ist, abgesehen von Diebstählen, gering. Malaria-Prophylaxe ist absolut notwendig. Fast alle jüngeren Gambier sprechen Englisch und sind außerordentlich hilfsbereit. Über 90 Prozent sind Moslems. Außerhalb der Touristenzone also respektvoll anziehen, Frauen z. B. mit knielangen Röcken. Bettlern (meist Behinderte) kann man 1 Dalasi geben; Kindern nichts, weder Geld noch Bonbons. Sehr lästig können die "Bumster" genannten Beach-Boys werden - junge Männer vom Land, die ihre Chance auf einen One-Night-Stand (oder eine Zwei-Wochen-Affäre) bei weiblichen Touristen suchen. Gar nicht erst in ein Gespräch verwickeln lassen, freundlich, aber deutlich und vor allem laut "Nein" sagen und gehen. Info GTA Gambia Tourism Authority, Eigelstein 98, 50668 Köln, Tel. 02 21/160 74 41, Fax 160 74 46, www.visitthegambia.gm. Viele Infos auch unter www.accessgambia.com.

Text: Katrin Pfeiffer Aus BRIGITTE Heft 24/04
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