Goa

Das Sossegarde-Virus erwischt alle. Es macht nicht krank - es beschreibt nur die ansteckende Sorglosigkeit der Urlauber an diesen traumhaften Stränden Indiens.

Sossegarde, das Wort stammt aus portugiesischer Kolonialzeit und traf schon auf jene Hippies zu, die als Erste die gut 100 Kilometer langen Sandstrände an Indiens Südwestküste entdeckten. Ihre Nachkommen sitzen heute ebenfalls unter Palmen, etwa am Aussteigerstrand Arambol in Nordosten. Der Goa-Trance-Sound, eine psychedelische Techno-Musik, hat ihn zu einem der angesagtesten Party-Orte weltweit gemacht - auch wenn die wahren Partys mittlerweile in den Bergen stattfinden...

Unterkunft

Massentourismus (Hotelklötze und viel Bier...) vor allem in Calangute und Baga. Anjuna nördlich davon ist um Klassen netter. Oder die Orte Chapora und Vagator, Lieblingsziel vieler Goa-Kenner. Benaulim im Süden: 25 Kilometer herrlicher Strand, traditionelles Flair. Palolem im äußersten Süden, erst vor knapp 10 Jahren entdeckt, bietet zwar nur schlichteste Unterkünfte, ist aber ein Stück Paradies.

Palolem Strand. Bhakti Kutir: umweltfreundliches Resort, einfache Hütten oberhalb einer von Felsen dekorierten Landzunge. Deutsch-indisches Management. Hütte ab 12 Euro (Tel. 00 91/ 832/264 34 60) www.bhaktikutir.com.

Calangute. Kerkar Retreat: angeschlossen an eine Kunstgalerie, fünf stilvolle Zimmer, Wandmalereien, Designermöbel. DZ 30 Euro (Gauro Waddo, Tel. 00 91/832/227 60 17).www.indiatravelite.com

Benaulim. Palm Grove: freundliches Hotel in ruhiger Lage hinter einem der schönsten Strände. Die großen, hellen Zimmer im Neubau wählen! DZ 14 Euro (Tambdi-Marti, 149 Vas Waddo, Tel. 00 91/ 832/27 70 59 oder 27 04 11, www.palmgrovegoa.com.

Essen und Trinken

Goaner servieren vor allem scharfe Sachen, sehr beliebt ist Fisch in Kokosmilch. Spezialität: "pork vindaloo" (Schweinefleisch-Curry, ca. 2 Euro). Die schlichten Strandlokale (Gerichte um 1 bis 2 Euro, ein Bier 1 Euro) sind oft mindestens so gut wie die schicken Restaurants der Hotels. Calangute. A Reverie: eines der besten Restaurants Goas in romantischem Ambiente. Gericht ca. 10 Euro (Gauravaddo, Tel. 08 32/ 228 25 97). Margao. Banjara: super nordindische Gerichte, nette Atmosphäre. Abendessen ca. 3 Euro (De Souza Chambers, Margao, Tel. 08 32/272 20 88). Palolem. Cozy Nook: besonders klasse die Fischspezialitäten. Das beste Restaurant an Goas Traumstrand, Hauptgericht ca. 2 Euro. Baga. Fiesta: auf einer Sanddüne, wie eine Taverne eingerichtet, beste mediterran-portugiesische Küche. Gericht ca. 5 Euro (Tito’s Lane, Tel. 08 32/227 98 94).

Unbedingt

Flohmarkt von Anjuna: Hier trifft sich jeden Mittwoch die Multikulti-Truppe Goas, riesiges Angebot an Kunsthandwerk. Jede Region Indiens ist vertreten. Handeln Sie mindestens 50 Prozent herunter. Besonders beliebt: die bunten, oft mit Spiegeln verzierten Decken und Überwürfe aus Rajasthan (für eine kleine Decke maximal 15 Euro zahlen!) und Kunsthandwerk aus Tibet. Billig: Badeanzüge und Bikinis (3 Euro). Goas Altstadt: Beim Gang entlang der Kirchen, Kapellen und Klöster fühlt man sich in jene Zeit zurückversetzt, als das "goldene Goa" in einem Atemzug mit Lissabon und Rom genannt wurde - zu jener Zeit lebten mehr als 300000 Menschen in der heute fast unbewohnten Stadt. Karneval: Tausende von Einheimischen reisen dafür in Goas Hauptstadt Panjim, um an wilden Paraden und Umzügen mit Musik teilzuhaben. Drei Tage Ende Februar, Anfang März. Tagsüber... Das "wahre Goa" mit Dörfern, portugiesischen Villen und saftgrünen Reisterrassen im Hinterland entdecken. Mit einem Mietwagen für 30 Euro/Tag inkl. Fahrer (seriös: Sai Service, Survey No.36/1, Alto Porovrim, Bardez, Tel. 00 91/832/ 41 74 78, www.saiservice.com) oder mit dem Motorrad (bei fast allen Hotels und Pensionen, ab 10 Euro/Tag). ...und nachts Für großartige Sonnenuntergänge: Shore Bar in Anjuna und Nine Bar in Vagator. Goa-Trance-Partys im Freien sind wegen der Lärmbelästigung offiziell verboten, via Mundpropaganda noch in Arambol zu finden. Alternative: das Paradiso in Anjuna, größte Disco mit mehreren Tanzflächen und Bars am Strand. Musik: alles, was angesagt ist, kein Trance. Eintritt gewöhnlich frei, Drinks zwischen 1 und 5 Euro. Ein nettes Wort Englisch bringt überall weiter, ein paar Brocken Konkani öffnen Herzen. "Dio boro dees diun" heißt "Hallo", "Diu boray korunc" heißt "Vielen Dank". Ein gern gehörter Satz: "Aoo tsaud kooshi" - "Ich bin glücklich". Infos Indisches Fremdenverkehrsamt, Baseler Straße 48, 60329 Frankfurt, Tel. 069/242 94 90, Fax 24 29 49 77, www.India-tourism.com. Außerdem im Internet: www.goacom.com, Info- u. Buchungsportal.

Anreise

Direktflüge mit Condor ab 600 Euro. Air India fliegt von Frankfurt nach Mumbai ab 750 Euro, dann weiter mit einem der täglich bis zu acht Flüge für rund 75 Euro (am besten im Paket ab Deutschland buchen). Zu den Stränden und Hotels mit einem Flughafen-Taxi (vorab zahlen am speziell ausgeschilderten Stand, die Preise sind festgelegt und hängen aus). Pauschal Longuinhos Beach Resort: Anlage mit 50 Zimmern, durch einen Garten vom Sandstrand getrennt. Etwa einen Kilometer vom Zentrum des Ortes Colva entfernt. Pool, Bar, Restaurant, Shop. 2 Wochen HP inkl. Flug ab 1039 Euro (Meier’s Weltreisen).

Text: Thomas Barkemeier Aus BRIGITTE Heft 24/04
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