Hausboot-Touren

Einmal selber Kapitän sein? Auf dem Hausboot ist das möglich, sogar ohne Bootsführerschein. Auf Flüssen, Seen und Kanälen lässt es sich ganz gemütlich dahinschippern und die Vorzüge der Langsamkeit genießen.

Stille Seen, Flüsse und verträumte Kanäle - Urlaub auf dem Hausboot bedeutet in jedem Fall viel Ruhe und ganz viel Zeit haben. Die Reisegeschwindigkeit in der schewimmenden Ferienwohnung lässt sich nach Lust und Laune ganz individuell bestimmen. In Frankreich, Holland oder Irland sind Charterboote meist ohne Vor-kenntnisse mietbar. Auf deutschen Binnengewässern muss wenigstens ein Mitgleid der Crew den Amtlichen Sportbootführerschein Binnen (Motor) besitzen. Ausnahme: auf einigen Binnengewässern in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg genügt eine Einweisung durch die Mitarbeiter.

In Deutschland

Traumkulisse mit Boot: Das Schweriner Schloss. Foto: Kuhnle Tours

Mecklenburgische Seenplatte: Nördlich von Berlin erstreckt sich eines der schönsten Wassersportreviere Deutschlands: weit über 1000, größtenteils miteinander verbundene Seen laden ein zu beschaulichen Törns durch die Natur. Zum Beispiel entlang der Müritz-Havel-Wasserstraße nach Fürstenberg, oder weiter durch Brandenburg bis nach Berlin oder Potsdam. Vom Nordufer der Müritz geht's über den Wasserweg sogar bis in den Schweriner See. Preisbeispiel: Ein Boot für vier bis sechs Personen gibt's ab 965 Euro pro Woche. Infos bei LeBoat, Im Wolfsbruch 3, 16831 Kleinzerlang.

Auf der Peene Der über hundert Kilometer lange Peene-Fluss im Osten Vorpommerns gilt auch unter Anfängern als ideales Hausboot-Revier. Es gibt keine Schleusen, kaum Brücken und auch fast keine Strömung. Von Neukalen fährt man gemütlich vorbei an den schönen Backstein-Städtchen Malchin, Demmin, Jarmen und Anklam. Wochenpreis je nach Boot und Saison ab 790 Euro. Infos: bei Kuhnle-Tours, Nagelstraße 4 D-70182 Stuttgart, .

Holland

Als Hausboot-Käpt'n auf großer Fahrt durch Kanäle und Grachten, das geht in Holland beinahe überall. Zu den bekanntesten Revieren zählen Nordholland, Amsterdam, Ijsselmeer und Friesland. Vom Restaurant bis zum Supermarkt lässt unterwegs fast alles bequem mit dem Boot erreichen - praktisch, wenn man seinen Einkauf gleich vom Anleger aus erledigen kann. Oder wie wär's mit einem Stadtbummel von der Wasserseite aus? In Amsterdam ist das kein Problem. Angebote gibt's zum Beispiel bei De Brekken Yachtcharter in Lemmer, Friesland.

Irland, England, Frankreich

Hausboot vor Ray-sur-Saone mit Schloss und Kirche. Foto: Eva Mühleck

Irland: Torfstechereien, Whiskeybrennereien, Klosterruinen und ganz viel Natur - unterwegs auf dem Shannon gibt es viel zu entdecken. Einige hundert Flusskilometer sind befahrbar und die großen seeartigen Buchten gelten als ideales Revier für Angler und Vogelfreunde. Infos unter www.shannon-info.de. England: Was in Irland der Shannon ist, das ist in Großbritannien die Themse. London selbst ist für Hausboote zwar tabu, aber der königliche Fluss hat zwischen Oxford und Windsor genug zu bieten. Ein Besuch der alten Universitätsstadt lohnt sich immer und Schloss Windsor liegt auch sozusagen am Wegesrand. Infos gibt's bei der Britischen Touristeninformation. In Frankreich gelten die Flüsse und Kanäle der Bourgogne als bevorzugtes Hausbootrevier. Ein dichtes Netz von alten, stillen Wasserwegen lädt zum gemütlichen Törn. Dass in dieser Region berühmte Weine angebaut werden, davon sollte man sich auf jeden Fall selbst vor Ort überzeugen, vielleicht mit einem Gläschen Chablis an Deck? Bekanntes Highlight ist selbstverständlich auch der Canal du Midi: Südliche Sonne, Weingärten und Wiesen gibt's reichlich auf dem Weg auf dieser beinah schon antiken Wasserstraße vom Atlantik zum Mittelmeer. Und auch die weite Ebene der Camargue mit ihren Salzseen und Schilfgräsern ist schiffbar. Rosa Flamingos, weiße Pferde und schwarze Stiere sind die Wahrzeichen dieser weiten flachen Landschaft. Boote und Tourenvorschläge gibt's zum Beispiel bei Bootsreisen Ventelou.

Hausboot- ABC

  • Ausrüstung: Hausboote sind komplett ausgerüstet, also mit Küche, Geschirr und Nasszelle versehen. Sie müssen nur ihre persönlichen Sachen mitbringen.
  • Das Schleusen: Die meisten Wasserwege haben Schleusen, um damit große Höhenunterschiede im Gelände auszugleichen. Das Schleusen ist für Hausboot-Neulinge sicher ein Abenteuer, aber relativ problemlos. Handbücher geben über die richtige Technik Auskunft. In Holland und Irland gibt es kaum Schleusen. Manchmal werden jedoch Gebühren für bestimmte Streckenabschnitte oder Brückendurchfahrten erhoben.
  • In Deutschland und Frankreich gibt es keine Schleusengebühr.
  • Radfahren: Da die Kanäle fast immer von einem Treidelpfad gesäumt sind, kann man prima neben dem Boot herfahren. Fahrräder können bei vielen Booten dazu gemietet werden. Sie sind bestens geeignet, um die Gegend zu erkunden.
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