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Jerusalem - Stadt der Wünsche


Frischer Schwung zwischen alten Bauten: Abseits von Klagemauer, Grabeskirche und Damaskustor entsteht eine neue, mitreißende Szene von Kreativen. Intensiver als hier kann sich Leben nicht anfühlen.

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Sie flögen nur im allerersten Morgenlicht, so gegen halb fünf. Und nur an der Klagemauer. Golfballkleine, schnelle, pechschwarze Vögel. Die alte Frau fasst mich am Unterarm, rückt ein wenig näher: Niemand wisse, wo sie herkommen, wo sie nisten, wo sie hinfliegen. Dann senkt sie Kopf und Stimme: "Man sagt, es seien die Seelen der Verstorbenen."

Jerusalem ist eine Geschichtenmaschine. Was woanders einfach herumliegt oder -fliegt, praktisch, nervig oder schön ist, bekommt in Jerusalem Eigenleben, Bedeutung, eine Erzählung. Eine Stadt, die über 3000 Jahre alt ist, die nach Eroberungen mindestens 18 Mal neu aufgebaut werden musste und in der es heute mehr als 30 Religionsgemeinschaften gibt. Eine Stadt, in der an drei verschiedenen Plätzen der Nabel der Welt vermutet wird und die mit dem Jerusalem-Syndrom eine eigene Psychose hervorgebracht hat, bei der sich Besucher plötzlich für Jesus halten, historische Gewänder anziehen oder Aramäisch sprechen. Verrückt? Allerdings. Dazwischen ringen die Menschen der Stadt um Normalität.

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Da ist zum Beispiel Hili Yaakoby. Himbeerfarbenes Top, sehr kurzer Rock in Türkis, die Strümpfe aus schwarzer Spitze stecken in goldenen Sandalen. Sie ist 22 Jahre alt, gerade mit dem Militärdienst fertig und sagt Sätze wie: "Die alten Steine, diese ganze Historie und noch mehr die Religion - das interessiert mich alles nicht." Sie wolle Menschen anziehen, Mode machen "für alle, egal ob Siedler oder Muslima". Acht Designer aus ganz Israel liefern die Stücke für ihren neu eröffneten Laden, Hili selbst entwirft Nachthemden. Noch bis vor Kurzem sind Leute wie Hili nach Tel Aviv geflohen. Heute baut sich eine kleine Szene junger Menschen rund um den Zionsplatz ihr eigenes Jerusalem. Sie gehen ins "Uganda", "Sira" oder "Bass:" quer gebürstete Clubs, alternative Bars, viel elektronische Musik.

Hili klackert durch die Bügel an der Stange, zieht ein rückenfreies Kleid mit goldenem Kachelmuster raus. Kompliziert seien die Dinge hier, sagt Hili. Beschränkt, vermauert, engstirnig. "Das liegt an den Verrückten." Ich solle einfach mal an die Klagemauer gehen, dann verstünde ich. Am besten jetzt, am Freitag, kurz vor Sonnenuntergang, kurz bevor der Sabbat beginnt.

Hektisch ist es auf dem Weg dorthin durch das arabische Viertel. Eine Art Schlussverkaufsstimmung. Ultraorthodoxe Juden in schwarzen Mänteln preschen mit gesenktem Blick durch die Gassen, drängeln an den Sicherheitsschleusen vor der Klagemauer. "Meleke" nennen sie den Kalkstein, aus dem die Klagemauer gebaut ist, "königlich". Man sagt, ihn durchzögen feine Nervenbahnen, er könne spüren, fühlen: vor allem Schmerzen.

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Hunderte Gläubige stehen auf dem Platz davor. Rechts, auf einem schmalen Streifen, die Frauen, links die Männer, abgetrennt mit einem zwei Meter hohen Zaun, fast alle im Einheits-Look der Ultraorthodoxen: schwarz bis aufs weiße Hemd und die Hüftfransen. Dazu breitkrempige Hüte. Manche tragen große Fell-Modelle, die aussehen wie behaarte Autoreifen, den Schtreiml.

Dazwischen ich. In Flipflops, auf dem Kopf eine Pappkippa, die zusammen mit einer Haarnadel am Eingang verteilt wurde: ein Tourist. Und trotzdem komme ich mir nicht fremd vor, tauche unter im Tumult von Tanz und Gebet. Da sind Menschen, die brüllen ihre Gebete, tanzen zu Dutzenden im Kreis. Soldaten in Freizeitkleidung, das Sturmgewehr umgehängt, vor sich die Thora. Manche lachen laut, vertieft im Gebet, andere weinen. Rhythmisch knicken sie ihre Oberkörper ein, die Schläfenlocken tanzen auf den Schultern. Der ganze Platz ist in Bewegung. Äußerlich und innerlich. Hin zu der Wand, in deren Mauerritzen tausende Zettelchen klemmen. Wie Mörtel. Eine Mauer voller Wünsche. Ich halte Ausschau nach den schwarzen Seelenvögeln, von denen mir die alte Frau erzählt hatte. Es ist wohl nicht ihre Zeit.

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Jerusalem, sagt Masha Zusman, 37, mache es einem verdammt schwer, es zu mögen: "Nicht gesund, nicht jung, nicht relaxt - dafür arm und religiös." Ich sitze mit Masha vor der Galerie, die die Künstlerin zusammen mit Freunden aufgemacht hat. Mitten in Nachlaot, einem Viertel der vielen kleinen Höfe, Gassen und Gemeinschaftsgärten. Zwei orthodoxe Frauen mit Einkaufstüten vom nahen Mahane-Yehuda-Markt gehen vorbei, beäugen uns. Masha, eine feingliedrige, zähe Frau mit kurzen schwarzen Haaren, pariert den Blick. Warum sie sich das alles antue? Schließlich hatte sie große Ausstellungen, in Hamburg, in Wien, zum Beispiel mit Kugelschreiber-Zeichnungen auf Holzplatten von Containern. Bedeutende Galerien haben sich um sie gerissen, drüben in Tel Aviv. Masha sagt: "Hier fühlt es sich wirklicher an." Fern von Komfort und Kunstszenen. "Mitten in der Verlorenheit." Mehrmals die Woche Lesungen, Filmabende, Workshops; jeden Monat eine neue Ausstellung. "Barbur" (Schwan) haben sie die Galerie genannt. Ein selbst gezimmerter Hinterhof- Bungalow inmitten historischer Gebäude. "Barbur ist unser Weg, etwas weniger Verrücktes, etwas Toleranteres hierher zu bringen."

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Auch Anna Man, 30, kämpft um und mit Jerusalem. Seitdem sie vor 13 Jahren, gerade volljährig, aus Paris hierher gezogen ist, saß sie mit ihren zwei Söhnen schon öfter auf gepackten Koffern. "Aber dann lasse ich mich doch wieder übertölpeln, streife nachts durch die Straßen, durch Rehavia etwa, rieche von überallher den Jasmin. Da ist ein Magnet, der mich hier hält." Seit ein paar Monaten hat Anna einen kleinen, feinen Club, "Bass". "Musik", sagt sie, "ist der einzige Weg, wie sich Menschen nahekommen können." Und ihr Mann Asaf fügt hinzu: Nur durch Musik könne man mit Gott reden. "Alles andere ist Bullshit."

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Ich bin mit Hili, der jungen Designerin, am Damaskustor verabredet. Ich hatte ihr von einem österreichischen Café erzählt, mitten in der Altstadt, nicht Schawarma (Fleisch vom Drehspieß) und auch nicht Falafel (Kichererbsenbällchen) gebe es da, sondern Sachertorte und Melange. Das wollte sie unbedingt probieren. Das Damaskustor führt zum arabischen und zum christlichen Viertel in der Altstadt. Händler stehen auf der Straße, verkaufen Batterien, Kopftücher, Obst, gefälschte Marken-Turnschuhe. Ein orangefarbener Stoffhirsch trabt in einer kleinen Schachtel, singt Lambada, ein wenig verzerrt von der erschöpften Batterie. Immer wenn er an eine Wand stößt, hält er kurz inne, ändert die Richtung, rast weiter. Hili kommt. Sie sei noch nie hier gewesen, raunt sie mir gleich zu. "Für uns Juden ist das nämlich gefährlich hier." Ich deute auf dutzende von Touristen, die durch das Tor drängen. "Ja, ja", sagt sie. Aber trotzdem: Das sei nun mal Arabergebiet. Leben im Karton. Das Jerusalemer Stadtwappen zeigt einen Löwen, im Hintergrund Mörtelritzen.

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Die jüngste Mauer ist aus Beton, rund acht Meter hoch und fünf Jahre alt. Yoav Weiss, 42, streift sich Gummihandschuhe über, packt Schablonen und Dosen. Ich soll Schmiere stehen. In einer Windung der Sperranlage an der Grenze Ost-Jerusalems tanzen dutzende Plastiktüten Ringelreihen im Wind. Sonst nichts. Yoav verschwindet hinter Lackwolken, sprüht Linien auf den Beton, koffergroße Stücke. In der Mitte eine fünfstellige rote Nummer. Yoav verkauft die Mauer. "In Berlin ging die doch auch ganz gut weg." 15 Dollar kostet ein Stück auf www.buythewall.com. Yoav liefert ein Foto des Mauerstücks, den Standort und ein Zertifikat. Subversiven Kommerz nennt er sein politisches Kunstprojekt. Plötzlich Stimmen, zwei Männer, direkt über uns. Ich schrecke hoch. Yoav winkt ab: die andere Seite, Ost-Jerusalem, Palästinenser auf einem Minarett. Ich kaufe "07307". Mit dem Rausmeißeln, meint Yoav, solle ich jedoch lieber auf Frieden warten.

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Am nächsten Morgen stehe ich um kurz nach vier auf der Straße. Ich will diese Seelenvögel erleben. In der Dunkelheit scheinen die Wände näher zu kommen, die Bögen tiefer zu hängen. Bedrohlich wirken die leeren Gassen ohne das Markttreiben in der Via Dolorosa, ohne Gewürzpyramiden, ohne fluoreszierende kindergroße Marienstatuen neben siebenarmigen Leuchtern, ohne die vielen Davidsterne, Fläschchen mit heiligem Wasser neben Armeeabzeichen und Krippenfiguren. Ohne alle naselang vom Kardamomduft aufgehalten zu werden: Noch einen arabischen Mokka? Ich trabe vorbei an Abu Camels Imbiss neben dem Muristanplatz, wo ich den besten Hummus (Kichererbsenbrei) der Stadt gegessen habe, vorbei an der Grabeskirche - aber halt, da regt sich was. Ein Araber geht über den Platz, in Richtung dieses komischen Metallbehälters. Eine Mischung aus Flaschencontainer und Taucherglocke. Wird man einer Bombe habhaft, wurde mir erklärt, so soll man sie dort hineinwerfen.

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Der Araber geht vorbei, zieht einen unterarmlangen Schlüssel. Wajeeh Nusseibeh ist Schlüsselwärter der Grabeskirche, sperrt auf und zu. Tagsüber sitzt er auf der Holzbank links vom Eingang neben dem Salbungsstein und sieht die Gläubigen davor knien, Hände auflegen, Holzkreuze, Rosenkränze, Andenken darüberreiben. Oft nehmen sie die Sachen nicht aus der Tüte, fahren knisternd über den Stein, während hinter ihnen die Leute Schlange stehen. Die Nusseibehs verwalten zusammen mit einer anderen muslimischen Familie seit Jahrhunderten den Schlüssel zur Grabeskirche. "Wir werden als neutral akzeptiert." Wajeeh klappt sein Handy auf: Das Display zeigt ihn zusammen mit Papst Benedikt. Sechs christliche Konfessionen zanken sich um Rechte und Pflichten in der Kirche, wo nach der Überlieferung das Grab Christi sein soll. Als ich wieder rauskomme, ist die Luft schon warm; zu spät für die Seelenvögel.

Am Abend stehe ich vor dem achten Tor der Stadtmauer, dem Goldenen Tor. Der türkische Herrscher Süleyman hat es vor einem halben Jahrtausend zumauern lassen. Aus Angst, sagt man. Denn die Thora prophezeit, dass durch dieses Tor der Messias in die Stadt einziehen werde. Ein Seil soll dann gespannt sein, das glauben Moslems wie Juden, vom Ölberg hinüber zum Goldenen Tor. Die Seelen der Auferstandenen würden darüberbalancieren, Sünder herabfallen. Ins Kidrontal, wo sich gerade Touristenbusse bergauf schleppen. Ich bin allein, kauere inmitten muslimischer Gräber, die sich für das Seelenrennen schon mal die Pole-Position gesichert haben. Über dem Tor die gleichen Knödelbüsche, die sich auch in der Klagemauer festkrallen, keine kleinen Vögel.

Foto-Show: Magisches Jerusalem

Auf einmal steigt ein weißer Luftballon in den Himmel. Er kommt von weiter hinten, von der Altstadt. Er trudelt mit den Luftströmungen, ungebunden, emsig und frei. Von dort oben, denke ich, muss Jerusalem ganz anders aussehen. Grenzen verschwinden, alles rückt zusammen. Von dort oben gibt es keine Mauern, keine Sperranlage, keine Sicherheitschecks. Von dort oben gibt es nur noch Häuser und Plätze - für Menschen und ihre Geschichten. Vielleicht ist es aber auch einfach nur ein Luftballon.

Kleine Orientierungshilfe

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Jerusalem, eine der ältesten Städte der Welt, ist dem Judentum, Christentum und Islam heilig. Von den rund 760 000 Einwohnern sind etwa 64 Prozent Juden, die mehrheitlich in West-Jerusalem leben. Muslime (vorwiegend in Ost- Jerusalem) machen etwa 33 Prozent der Bevölkerung aus, Christen etwa zwei Prozent.

Ost-Jerusalem trennt eine acht Meter hohe Mauer vom Westen; sie ist Teil der Sperranlage, die Israel vor Terroranschlägen schützen soll. Die von der Unesco zum Welterbe erklärte Altstadt ist in das jüdische, muslimische, christliche und armenische Viertel unterteilt und von einer durchschnittlich zwölf Meter hohen Mauer aus dem 16. Jahrhundert umgeben, die mit dem Damaskustor ihren eindrucksvollsten Durchgang hat.

In der Altstadt befinden sich wichtige historische und religiöse Stätten, zum Beispiel die Klagemauer. Die knapp 50 Meter lange Mauer ist der Rest des zweiten Tempels der Juden, den die Römer 70 n. Chr. zerstörten; sie heißt Klagemauer, weil hier gläubige Juden den Verlust ihres größten Heiligtums beklagen. Heute kommen Fromme zum Gebet oder um einen innigen Wunsch auf Zetteln zwischen die Steinquader zu stecken.

Die Via Dolorosa - der Überlieferung zufolge der letzte Weg Christi - führt zur Grabeskirche, wo nach dem Neuen Testament Jesus begraben worden sein soll; mit Kapellen und Altären sind hier verschiedene christliche Konfessionen versammelt. Rechts der Klagemauer führt ein Weg zum Tempelberg hinauf, wo der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee stehen.

Reise-Infos Jerusalem

Anreise z. B. mit Tuifly von verschiedenen deutschen Städten ab 150 Euro (www.tuifly.de). Oder Lufthansa ab 450 Euro (www.lufthansa.de) nach Tel Aviv Ben Gurion, von dort die rund 45 Kilometer per Sammeltaxi (ca. 10 Euro) oder Taxi (ca. 45 Euro) nach Jerusalem.

Beste Reisezeit

Frühjahr und Herbst. An religiösen Feiertagen wie z. B. Pessachfest, Ostern und Weihnachten ist die Stadt überfüllt; von Juni bis August kann es ziemlich heiß werden.

Telefon

Vorwahl für Israel 00972, Vorwahl für Jerusalem (0)2.

Unterkommen

Lutherisches Gästehaus. Wohltuende Ruhe hinter alten, elefantendicken Mauern. Das Gästehaus liegt an der Nahtstelle zwischen dem armenischen, christlichen und jüdischen Viertel, hat einen großzügigen Rosengarten und bietet einen sensationellen 360-Grad- Blick von der Dachterrasse über die Altstadt. DZ/F ab 74 Euro (St. Marks, Tel. 626 68 88, Fax 628 51 07, www.guesthouse-jerusalem.com).

Mount Zion Hotel. Luxuriöses Boutique-Hotel qußerhalb Westjerusalems. Schattige Gärten, orientalisches Flair, Hamam und Pool; gigantisches Frühstücksbuffet. Etwa 15 Minuten Fußweg zur Altstadt. DZ/F ab 180 Euro (Hebron 17, Tel. 568 95 55, Fax 673 14 25, www.mountzion.co.il).

Genießen

Österreichisches Hospiz. Hier taucht man aus dem Altstadtrummel auf und kann von der Dachterrasse aufs arabische Viertel schauen. Im Café lässt sich ein Stück Vertrautheit genießen, z. B. Apfelstrudel oder Sachertorte, serviert von Österreichern. Natürlich kann man in diesem Hospiz auch übernachten: DZ/F in einfachen Zimmern ab 80 Euro, Ü/F im Schlafsaal ab 18 Euro (Via Dolorosa 37, Tel. 626 58 00, www.austrianhospice.com).

Adom. Viele starten hier ihren Ausgeh-Abend, z. B. mit gegrillter Aubergine in Zitronen-Artischocken-Joghurt und hausgemachtem Tahina-Eis als Dessert; 160 verschiedene Weine, etwa von den Golanhöhen (Jaffa 31, Finegold Yard, Tel. 62 46 242, www.adom-bar.co.il).

Ha Marakiah. Ein Lampenschirm aus Hunderten von Löffeln ist Programm: jeden Abend drei verschiedene Suppen. Günstig und köstlich. Interieur und Publikum studentisch (Coresh 4, Tel. 625 77 97).

Kadosch. Vom Gebäck bis zur Pasta ist hier alles hausgemacht, z.B. ein wahnsinnig guter Zimtstrudel. Europäische Atmosphäre (Shlomtzion 6, Tel. 625 42 10).

Arcadia. Minimalistische Einrichtung, französischisraelische Küche, gehobene Preisklasse. Besonders angenehm speist man in einem hübschen Garten (Agripas 10, in den Arkaden, Tel. 624 91 38).

Tmol Shilshom. Buch-Café im Hinterhof, Intellektuellenschick und riesige Salate (Yoel Salomon 5, Tel. 623 27 58, www.tmol-shilshom.co.il).

Eiffel Sweets. Arabische Patisserie in Ost-Jerusalem. In Neonröhren-Ambiente gibt's z. B. Knaffe, warmen Käse mit karamellisiertem Zucker obendrauf, oder das sehr süße und knusprige Pistaziengebäck Baklava (Sultan Suleiman zwischen Damaskus- und Herodestor, Tel. 626 36 14).

Ausgehen

Barbur. Galerie für junge Künstler der Off-Szene. Sehr unterschiedliches Programm von Plato über Keramikkunst bis zum Horrorfilm (Shirizli 6, www.barbur.org).

Sira. Laute Underground- Bar mit kleiner Tanzfläche und viel rotem Licht. Oft Live-Bands (Ben Sira 4, Tel. 623 43 66, www.myspace.com/sira4).

Bass. Der Club spielt häufig "Radio Nova"-Sound: großen Mix von Underground bis Avantgarde (Hahistadrut 1, Tel. 504 79 78 88 (Handy, ohne Ortsvorwahl), www.myspace.com/bassjerusalem).

Uganda. Plattenund Comic-Laden, untergebracht in einem Szenelokal, abends DJs oder Kunst-Happenings (Aristobulus 4, Tel. 623 60 87, www.uganda.co.il).

Mauer-Besichtigungen

Western Wall Tunnel. Unter dem arabischen Viertel 500 Meter an der Klagemauer entlang. Einlass nur mit Führung. Unbedingt reservieren (Wochen vorher). Treffpunkt ist links von den Waschräumen an der Klagemauer (Tel. 627 13 33, www.thekotel.org).

Kleine Klagemauer. Hakotel Hakatan, kleiner versteckter Abschnitt der Klagemauer im Arabischen Viertel, nahe des Iron-Gate-Zugangs zum Tempelberg. Hier beten Frauen und Männer gemeinsam, ohne Kleidervorschriften.

Sperranlage. Infotouren entlang der Sperranlage geben einen guten Einblick in die vertrackte politische Situation der geteilten Stadt (z. B. Ir Amim: Tel. 623 39 73, www.ir-amim.org.il).

Lesen

Jerusalem. Gil Yaron dampft in seinem kenntnisreichen historisch-politischen Stadtführer die Geschichte Jerusalems auf gut 200 Seiten ein. Dazu gibt er drei Routenvorschläge für interessante Spaziergänge (Beck, 12,90 Euro).

Flying High Israel. Bildband mit Ansichten aus der Luftballon- Perspektive; erklärt Jerusalemer Probleme ohne Worte von oben (White Star, antiquarisch, rund 17 Euro).

Denn am Sabbat sollst du ruhen. Klassischer Krimi, in dem die Autorin Batya Gur ihren Inspektor durch Jerusalem schickt; atmosphärisch und gleichzeitig ein spannender Stadtführer (Goldmann, 7,95 Euro).

Info

Staatliche Touristeninformation. Hier gibt es kostenlos einen guten Stadtplan (am Jaffator auf der linken Seite, Tel. 627 14 22).

Christliches Informationszentrum. Konzentriert sich auf die Beziehungen zwischen dem Heiligen Land und dem Christentum (am Jaffator, Tel. 627 26 92, www.cicts.org.).

Praktische Homepage. Überblick über touristische Adressen, die Geschichte und Aktuelles: www.gojerusalem.com

Foto-Show Jerusalem

Foto-Show: Magisches Jerusalem

Text: Georg Cadeggianini Fotos: Viola Berlanda ein Artikel aus der BRIGITTE 26/09

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