Kapverdische Inseln

Das Wasser: nie kälter als 20 Grad. Die Menschen: gut gelaunt. Winde und Wellen für Surfer, Paradies für Taucher. Und dann noch diese Musik!

Jeden Tag stehe ich auf mit den Augen voller Meer, jeden Tag", dichtet der Musiker Mario Lucido. Was für ein Meer! Türkis brandet es an weiße, lange, leere Strände. Seltsam: Die Kapverden liegen doch nur ein Stück südlich der Kanaren vor der Küste Afrikas und wurden trotzdem jahrzehntelang übersehen von den Strandsuchern der Tourismus-Industrie. Neun der meist wüstenhaften Inseln sind bewohnt mit Menschen, deren Augen nicht nur voller Meer, sondern auch voller Sonne sind. Und die Musik, die ihre Wurzeln im sehnsüchtigen portugiesischen Fado, in afrikanischen und südamerikanischen Rhythmen hat, diese Musik schwappt in die Seele wie das Leuchten der türkisfarbenen Wellen.

Unterkunft

Insel Sal. Leme Bedje: neues Aparthotel am etwas ruhigeren Strandabschnitt in Santa Maria, Pool, Tauch- und Surfbasis. Inhaber Carlos Santos spricht Deutsch. Appartement für 2 Personen ab 60 Euro, Kinder von 2 bis 12 Jahren 10 Euro (Tel. 002 38/42 11 46, www.lemebedje.com). Insel São Vicente. Foya Branca: großzügige Anlage am leeren Sandstrand, Appartements und Villen, 12 km von Mindelo, kostenloser Hotel-Shuttle. DZ ab 98 Euro (S. Pedro, Tel. 002 38/307 40 00, www.foyabranca.com). Insel Santo Antão. Mar e Tranquilidade: Weltumsegler Susi und Frank bieten - auch für Langzeiturlauber - bunte Natursteinhäuser mit Strohdach in schattigen Gärten, am kilometerlangen schwarzen Lavastrand, gute Küche mit Bio-Gemüse. Haus für zwei Personen inkl. Frühstück ca. 14 Euro (Tarrafal, Tel. 002 38/227 60 12, www.martranquilidade.com). Insel Boa Vista. Ca'Nicola: vorn Meer - hinten Wüste. 27 lichte Appartements mit Wohnküchen und großen Balkonen, neue Anlage am Strand von Estoril. Appartement ab 80 Euro (Sal Rei, Tel. 002 38/51 17 93/4, www.canicola.com).

Essen und Trinken

Fisch, Fisch und - Fisch. In allen Varianten, vor allem Tun- und Tintenfisch, Schalentiere und Cachupa, die Spezialität aus Bohnen und Mais mit... vielleicht ein wenig Fisch? Gemüse und Obst wird kaum angebaut. Fisch mit Pommes und Salat oder eine Cachupa kosten 6 bis 10 Euro. Caipirinha wird mit Grogue, Zuckerrohrschnaps, gemixt (ca. 1,50 Euro). Vor Grogue pur sei gewarnt, er ist oft selbst gebrannt und kann Brummschädel verursachen. Unbedingt probieren: den Wein, der am Krater des Vulkans auf Fogo angebaut wird. Auf São Vicente in Mindelo im winzigen Restaurant Pica Pau (Rua S. Antonio 42) erstklassige Schalentiere. Im Archote (Rua Irmas Amor Deus im Stadtteil Alto) landestypische Küche, Di., Fr. und Sa. Live-Musik.

Auf Boa Vista im Hauptort Sal Rei einfache Restaurants wie Naida am Hauptplatz, Fisch besser am Tag vorher bestellen. Neu ist dort das Riba d'Oltre, Cafe-Restaurant mit afrikanisch-portugiesischem Mix - als Appetizer vielleicht ein paar Datteln in Tunfisch?

Unbedingt

...mehr Inseln als nur Sal besuchen. Hier ist der frisch ausgebaute internationale Flughafen und in Santa Maria ein kilometerlanger Sandstrand mit internationalen Hotels, einfachen Pensionen, Clubs. Aber die Kapverden haben mehr zu bieten. Wander- und Segeltouren oder Tanzworkshop bei "One World Reisen" (Roseggerstraße 59, 44137 Dortmund, Tel. 02 31/16 44 80, www.die-kapverden.de). Tagsüber... Tauchen: Erstklassige Ortskenntnisse unter Wasser hat der Deutsche Stefan Klapheck, der die Tauchbasis Pro Atlantic auf Sal betreibt, Anfängerkurs ab 79 Euro (Tel. 002 38/241 26 21). Wandern: auf Eselspfaden durch einsame Dörfer, durch tropische Täler, in denen Kaffee, Bananen und Mangos wachsen, über karge Bergkämme, die sich in den Wolken verlieren - alles auf der zerklüfteten fruchtbaren Insel Santo Antão. Die einstündige Fahrt mit der Fähre von Mindelo kann ziemlich schaukeln (zweimal täglich, Tickets für 4,50 Euro am Fähranleger). ...und nachts Musik gehört zum Alltag vom Geburtsfest bis zur Beerdigung. Live am besten in Mindelo, Hauptstadt von São Vicente, kulturelles Zentrum der Insel, z. B. im Club Nautico am Hafen, Treffpunkt der Künstlerszene. Highlight ist im Februar der Karneval in Mindelo: genauso schrill wie in Rio, nur ein bisschen kleiner. Auf Sal jeden Abend Live-Musik im Atlantico an der Strandpromenade, später in die Disco Pirata am Ortseingang von Santa Maria. Auf der einsamen Wüsteninsel Boa Vista in Rabil der Club Crystal (kennt jeder Taxifahrer).

Ein nettes Wort Man spricht Portugiesisch und Creol, eine afrikanisch-portugiesische Mixtur. Wenigstens das portugiesische Wort für "Danke" sollten Sie üben: "Obrigado", Frauen sagen "Obrigada".

Gut zu wissen Der kleine Inselstaat ist ein Entwicklungsland, der Lebensstandard liegt weit unter dem von Europa. Tourismus ist die große Hoffnung, doch vieles wird noch - meist liebevoll erstklassig - improvisiert.

Vorsicht vor der Kombination von afrikanischer Sonne und kühlendem Nordost-Passat, der zwischen November und Mai über die Inseln fegt - toll für Surferinnen, aber Sonnenbrandgefahr!

Info Botschaft der Kapverden, Dorotheenstr. 43, 10117 Berlin, Tel. 030/20 45 09-55, Fax 20 45 09-66, www.embassy-capeverde.de. Außerdem im Internet: www.caboverde.com, www.caboverde24.com.

Text: Kirsten Wulf Aus BRIGITTE Heft 24/04
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