Karibik-Urlaub: Glamour, aber günstig!

Abramowitsch auf seiner Luxusyacht zuwinken, den Blick auf herrliche Sandstrände und Johnny Depp genießen - das alles kann man in der Karibik. Und sogar ziemlich günstig.

Saint-Barths

Saint-Barths

Türkisfarbenes Wasser, weiße Puderzuckerstrände, Palmen: Viele der Inselchen zwischen Trinidad und den Bahamas sehen aus wie Models für eine Fototapete. Kein Wunder, dass hier unzählige Promis Ferien machen. Doch man muss kein starverdächtiges Urlaubsbudget haben, um mit den Reichen und Schönen zu plantschen. Unsere Tipps für die Insel Saint-Barths:

Warum dorthin: Jetset total - hier urlauben und feiern die meisten Promis Was man dort macht: mitfeiern, zollfreie Waren shoppen (Freihafenstatus) Wer auch noch dort ist: Uma Thurman, Brad Pitt, Penélope Cruz

Unser Tipp: Der Pub Le Select in Gustavia ist ideal zum Prominenten-Watching. Hinsetzen und abwarten, die Reichsten und Schönsten spazieren ganz von allein vorbei. Der "Cheeseburger in Paradise" wurde vom Countrysänger Jimmy Buffet besungen, dazu frische Pommes. Kühles Carib-Bier ca. 2,50 Euro (Rue du Général de Gaulle).

St. Barths: Was wir dort erlebt haben

Auf drei Arten kommt ein normaler Mensch nach Saint-Barths: als blinder Passagier, als Dienstbote (Personal Trainer, Skipper, Putz frau) - oder so wie ich. Als Hausfreundin. Meine Jugendliebe ist auf diese Insel geraten, um den Reichsten und Schönsten Domizile zu bauen. Noch zu haben: das Häuschen der Modeschöpferin Liz Claiborne, mit tollem Blick über grüne Hügel und weiße Buchten, aber leider nur ein Schlafzimmer; Preis: 12 Millionen Euro.

Meine normalen Freunde kennen die französische Antilleninsel lediglich aus Klatschzeitschriften: Weil in den Dünen Jäger mit langen Objektiven lauern, um Penélope Cruz, Brad Pitt und Uma Thurman beim Plantschen zu erhaschen. Seit den 50er Jahren ist die Insel der Promi-Spot der Karibik, und noch heute tummelt sich hier halb Hollywood.

Auch ich liebe die Karibik. Das Afrikanische, das Barocke, den Zauber, den Hüftschwung. Und nun? Ist dieses Inselchen, das man auf einer Betonstraße in 45 Minuten umrundet hat, abgesehen von 17 Stränden und seinen glamourösen Zugezogenen, an sich . . . kulturell . . . na ja: öde. So unkaribisch. Die Zugezogenen: erst semmelblonde Normannen, dann Schweden, die das Hauptstädtchen Gustavia nach ihrem König benannten; schließlich Franzosen, die Saint-Barths bereisen wie wir Mallorca: den Skipper mit der Yacht aus Monaco vorschicken, um übers Wochenende hinterherzufl iegen und noch exquisiter zu speisen als Gott in Frankreich.

Eines Nachmittags, ich süffele gerade einen Ti Punch im "Le Select", einer Bar an der Hauptstraße von Gustavia, direkt gegenüber des "L'Oubli". Dort kostet der Cappuccino in Wirklichkeit nur vier Euro. Einige Herren in Seglertuch lesen Wirt schaftsteile, während ihre Gattinnen sich mit äußerst straffen Gesichtern Orientierung verschaffen: Auf dem Wegweiser stehen keine schwedischen Straßennamen, sondern Gucci, Chanel, Dior. Ich selbst sehe auf einmal doppelt: zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen!? Das kann nicht sein, doch da liegt neben dem Kreuzer ein weiteres, mindestens siebenstöckiges Boot, das ein Viertel der Bucht füllt, und obendrauf zwei, ach was, noch einen Rum bitte, fünf Hubschrauber-Landeplätze! Eine Shiatsu-Masseuse tuschelt einer Yoga-Lehrerin zu: "Abramowitsch est ici!", er habe heute das teuerste Grundstück der Insel inspiziert. Zwischen dem von Rockefeller, der sich in den 50ern ein Büro in Form eines Bohrturms bauen ließ; dem von Rothschild, der einen Hain mit ausgewachsenen Dattelpalmen einschiffen ließ, weil die hier von selbst nicht wachsen; und dem von Rudolf Nure - jew, der hier in den 80ern die Einsamkeit suchte, obwohl ihm der Jetset Europas und Amerikas auf den Fersen folgte. Mais, pscht, discrétion!

Ich trete auf die Straße und halte den Daumen raus. Man kann hier wunderbar trampen. Bei "Mayas to Go", einem Catering, esse ich Tagliatelle mit Langostino-Schwänzchen. Die kann sogar ich mir leisten - in kleinsten Dosen. Den Supermarkt daneben meide ich, es gibt da zwar Fromages, Patés und Piemont-Kirschen. Ich kaufe auf der abgelegenen Seite der Insel ein, wo es im Supermarché bezahlbare Süßkartoffeln und Ananas gibt.

Dann setze ich mich an die Bar "La Plage" und warte auf meine Jugendliebe. Man kann hier lange warten. Nie wird man dumm angebaggert. Beklaut wird man auch nicht. Umverteilung geht dezent vonstatten: Den Strand von Saline, da, wo die Paparazzi liegen, tastet jeden Morgen einer sorgfältig mit einer Metalldetektor- Sonde ab: Ob dort vielleicht eine Patek Philippe verloren gegangen ist? Bedächtig lasse ich den Sand durch meine Finger rieseln.

Reise-Info Saint-Barths

Hinkommen Z. B. mit KLM über Amsterdam nach Saint-Martin, hin und zurück ab 750 Euro www.klm.com). Von dort stündlich weiter, z. B. mit Winair hin und zurück ca. 140 Euro (www.fly-winair.com).

Telefon Vorwahl 00590

Unterkommen Salines Garden Cottages. Hübsches Resort mit fünf Häuschen im abgelegenen südlichen Tal von Saline. Moderne Einrichtung, Palmen auf den Terrassen, lauschiger Pool. Pro Tag ab 90 Euro (Grande Saline, 97133 Saint-Barthélemy, Tel. 51 04 44, www.salinesgarden.com).

- Auberge Terre Neuve. Einfache Bungalows mit einem Schlafzimmer in Flamands, in einer Bucht; ideal für Surfer. Pro Tag inkl. Mietwagen ab ca. 85 Euro (Route de Flamands, 97133 Saint- Barthélemy, Tel. 27 75 32, E-Mail: Gumbs.car.rental@wanadoo.fr).

Unterkommen Villas. "Villa" heißt hier alles, vom Apartment bis zum Haus. Miete pro Woche von 1500 Euro bis über 14.000 Euro. Z.B. eine Woche Apartment "Terrasses de St. Jean" mit Strandblick und Doppelbett ab ca. 1540 Euro. Über St Barth Properties (?12 Washington Street, ?Franklin, MA 02038?, USA, Tel. 0044/20 79 79 71 16, www.stbarth.com).

Normandie Hotel. Alt eingesessenes, charmantes Hotel in Lorient. DZ/F ab 125 Euro (Lorient, 97133 Saint-Barthélemy, Tel. 00590/27 61 66, www.normandiehotelstbarts.com).

Hotel Le Village St. Jean. Zimmer und Häuschen in einem tropischen Garten – und doch mitten im zweitgrößten Ort der Insel, St. Jean, wo man einkaufen und essen gehen kann. DZ/F ab 135 Euro, Cottage ab 170 Euro (Colline de Saint-Jean, 97133 Saint-Barthélemy, Tel. 00590/27 61 39, www.villagestjeanhotel.com).

Genießen Le Bouchon. Leckere Croques Monsieur in Lorient für neun Euro (im Oasis Shopping Center, Tel. 00590/27 79 39). Supermärkte. JoJo's neben der Kirche in Lorient, La Superette neben dem Flughafen in St. Jean, Libre Service am Hafen von Gustavia.

La Plage. Bar des "Tom Beach Hotels" am Strand von Saint Jean. Abends z. B. "Desperate Housewives Parties" mit Filmen (Plage de Saint Jean, www.stbarths.com/tom-beach-hotel)).

Café Victoire. Leichte Fischgerichte wie Zackenbarsch mit Gemüse, neun Euro (Rue du Général de Gaulle, Gustavia, Tel. 00590/29 02 39). Eddy's. Überdachter Patio voller Pflanzen, asiatische und kreolische Küche, z.B. Thai-Hühnchen, halbwegs bezahlbar (Rue Samuel Fahlberg, Gustavia, Tel. 27 54 17).

Wall House Restaurant. Bei Kerzenlicht im Hafen von Gustavia sitzen. Mittagsmenü z. B. Hühnerfrikasse mit Colombo-Gewürzen, Schokoladenkuchen und einem Glass Wein, 17,50 Euro, abends 29 Euro (Rue des Quais, Gustavia, Tel. 00590/27 71 83, www.restaurantwallhouse.com).

Ausgehen Le Bête à Zailes. In der kleinen, zum Hafen hin offenen Jazz-Bar ist abends vor allem im Winter immer was los – auch weil der Besitzer regelmäßig Combos aus New York einlädt. Dazu gibt ́s Sushi und Sashimi (Rue Samuel Fahlberg, Gustavia).

Ti Zouk K'Fe. Patio am Ende des Hafens in Gustavia, wo man tanzen und ein Bier für 2,50 Euro trinken kann, beliebt unter uns Dienstboten (Rue Jeanne D'Arc, Tel. 27 90 60).

Erleben Tauchen. Schon im Hafen sind die ersten Korallenriffe mit einer wunderbar bunten Unterwasserwelt. Auch Jungfern-Taucher können sie besichtigen: ab 60 Euro (Plongée Caraibes, www.plongee-caraibes.com).

Die schönsten Strände Saline. Im Süden, vor den Salinen. Riecht ein wenig bei der Anfahrt, aber dann gibt es Wasser, Wind und Sand pur, und das unter Naturschutz.

Gouverneur. Ähnlich einsam im Süden und bezaubernd.

Flamands. Im Nordwesten, gut zum Surfen.

Colombier. Einsam im Nordwesten, zu Strandiger geht's nicht: Der Sandy Ground ist ideal für Strandläufer, in dieser Hütte auf Sandy Island wird auch Hummer serviert Fuß oder per Segelboot zu erreichen. - Grand Cul de Sac. Große blaue Lagune mit Hotels und Restaurants. - Shell Beach. Muschelstrand, gut zu Fuß von Gustavia zu erreichen.

Info Office du Tourisme, Rue Couturier, Gustavia, Saint-Barths, Tel. 27 87 27, www.st-barths.com).

Anguilla

Anguilla

Warum dorthin: 33 Strände, von einsam bis trubelig, von hip bis romantisch Was man dort macht: sonnen, tauchen, in Beachbars abhängen Wer auch noch dort ist: Beyoncé Knowles, Harrison Ford, Calista Flockhart

Unser Tipp: An der Rendezvous-Bay ist der Sand noch ein bisschen weißer, die Luft noch ein bisschen milder und die Melodie der Wellen noch ein bisschen sanfter als auf dem ganzen Rest der Insel. Die kilometerlange, ruhige Bucht lädt zu ausgedehnten Strandspaziergängen ein - mit Blick auf die Nachbarinsel Saint-Martin.

Anguilla: Was wir dort erlebt haben

Elvis steht in einem gelb, grün und rot gestrichenen Holzboot am Strand, aus den Boxen schwappt Reggae-Musik. Seine Fanschar wippt mit; fordert mehr, mehr und immer noch mehr - von seinem Rumpunsch. Der ist angeblich der beste auf ganz Anguilla, und deshalb drängen sich die Massen in "Elvis' Beach bar": eine Holzveranda mit ei nem zur Bar umfunktionier ten Fischerboot. Vor uns fl üstern die Wellen einen Background- Gesang zu den Reggae- Bässen, Fischerboote tanzen im türkisblauen Wasser, zwei Schiffswracks liegen am felsigen Küstenvorsprung. Doch das Allerwichtigste für mich an diesem Ort ist rings um mich: Sand. Viel weißer Sand.

Der Strand von Sandy Ground ist einer von insgesamt 33 Stränden auf dieser 25 Kilometer langen und sechs Kilometer breiten Erdscholle im Meer. Anguilla hat mehr als genug Sand, damit sich jeder hier seinen eigenen perfekten Urlaub zurechtschaufeln kann.

Da ist zum Beispiel die Rendezvous Bay, eine Art sandgewordene Aussichtsterrasse; der Blick von hier auf die Berge der Nachbarinsel Saint-Martin ist traumhaft. Und dank ihrer Länge (ganze vier Kilometer) kann man hier herrlich barfuß bummeln, ohne dass einem ständig einer der anderen 14 400 Insulaner in die Quere spaziert. Die Shoal Bay East hingegen ist eher das Mannequin unter den Stränden; mit ihren Palmen und hübschen, kleinen Bars könnte sie problemlos für eine Fototapete modeln. Die Cove Bay ist eine üppige, gemütliche Beach- Beauty; die Meads Bay eine Luxusdiva mit dem Nobelhotel "Malliouhana" auf den Felsvorsprüngen. Und dann gibt es da noch das Prinzesschen, Sandy Island: eine ganze Insel, per Shuttleboot zu erreichen, nur aus weißem Sand; ein paar Palmen und eine bunt bemalte Hütte, an der man Hummer oder Spareribs essen kann. Das, was zwischen all den Stränden liegt, ist schnell erkundet. Die einzige große Straße leitet mich durchs Inselinnere, vom einen Ende zum anderen. Rechts und links zweigen staubige Schotterwege ab, kauern pastellfarbene Häuschen, vor denen vereinzelt ein paar Ziegen das spärliche Gras fressen. So ländlich ist es hier überall, selbst die Hauptstadt The Valley ist mit 1700 Einwohnern nicht größer als ein Dorf. Kein Haus darf hier höher als eine Palme wachsen, was allerdings schwer zu überprüfen ist. Auf Anguilla gedeiht vor allem sprödes Buschwerk und rosa blühender Oleander. Und überhaupt, wer will hier schon Gebäude vermessen - wenn egal, wo man ist, ständig die unendliche See herüberblitzt? Ich tauche ein in die türkisfarbenen Fluten und schwebe zu den vorgelagerten Korallenriffen. Blau-gelb gestreifte Fische huschen vorüber. Schwarz glitzern die Stacheln der Seeigel zwischen den Felsen hervor. Und dann, hallo!, paddelt eine Schildkröte vorbei.

Ich krabble an Land, setze mich in den Sand. Sehe den goldenen Lichtball am Himmel langsam tiefer sinken und erröten, bis er schließlich im Meer abtaucht und alle Farben um mich herum mitnimmt.

Reise-Info Anguilla

Hinkommen Z. B. mit Air France über Paris nach Saint-Martin, hin und zurück ab ca. 750 Euro (www.airfrance.com). Ab Marigot dann jede halbe Stunde Überfahrt nach Anguilla, ca. 10 Euro.

Telefon Vorwahl 001264

Unterkommen Ferryboat Inn. Familiär geführtes Inn mit fünf Apartments zur Selbstverpflegung und kleinem Restaurant direkt am Strand. Schöner Ausblick auf die Nachbarinsel Saint Martin. Apartment ab 85 Euro (Cul de sac, 2640 Anguilla, Tel. 001264/497 66 13, www.ferryboatinn.ai). Carimar Beach Club. 24 Apartments mit Küche umrahmen einen tropischen Garten direkt am weißen Strand der Meads Bay. Apartment ab 140 Euro (The Valley, 2640 Anguilla, Tel. 001264/497 68 81, www.carimar.com). Shoal Bay Villas. Familienfreundliche Apartments mit Küche nahe Shoal Bay East mit ihren Beach Bars und Restaurants. Apartment ab 150 Euro (Shoal Bay East, 2640 Anguilla, Tel. 001264/497 20 51, www.sbvillas.ai).

La vue. Bed and Breakfast mit Blick auf die Bucht Sandy Ground. Frühstück auch im Garten. DZ/F ab 65 Euro (Back Street, South Hill, 2640 Anguilla, Tel. 497 66 23, www.lavueanguilla.com). - Lloyd's Guesthouse. Bunte Zimmer am Strand Crocus Bay. DZ/F ab 97 Euro (Crocus Hill, The Valley, 2640 Anguilla, Tel. 497 23 51, www.lloyds.ai).

Genießen Sandy Island BBQ. Auf Sandy Island gibt es nichts als weißen Sand, ein paar Palmen und eine bunt bemalte Hütte. Dort werden Spareribs für ca. 13 Euro oder Hummer für ca. 33 Euro gegrillt und leckere Drinks gemixt. Per Boot-Shuttle ab Sandy Ground. Sa geschlossen (Tel. 001264/497 87 80). Smokey's at the Cove. Zu den leckeren Cocktails gibt es z.B. Calamari mit kreolischer Sauce, ca. 10,60 Euro. Nach dem Essen muss man nur umfallen - um im weißen Sand der Cove Bay zu liegen (Cove Road, Cove Bay, Tel. 001264/497 65 82). Rafe's. Simple Holzterrasse mit Blick auf Sandy Ground. Spareribs und Hähnchen vom Grill und dazu frisches Knoblauchbrot, ca. 4,50 Euro (South Hill, Back Street, Tel. 001264/497 39 18). Tasty's. Chefkoch Dale Carty hat sich in seinem pastell-violetten Lokal viele Auszeichnungen erkocht. Red Snapper auf Papayasalat ca. 13 Euro (South Hill, Tel. 497 27 37, www.tastysrestaurant.com). Dune Preservation. Reggae-Legende Banky Banks erschuf sein kleines Refugium aus Treibholz direkt an der Rendezvous Bay. Abends spielt er auch selbst, mittags serviert er z. B. Caesar's Salad mit frischem Thunfisch, ca. 10 Euro (Rendezvous Bay, Tel. 497 62 19, www.bankiebanx.net).

Elvis' Beachbar. Zu Live-Musik und Rumpunsch schmecken die traditionellen "Johnny Cakes", ca. 1,50 Euro, oder Kürbis-Fritters, ca. 9 Euro (San - dy Ground, www.elvisbeachbar.net). - Strawhat. Strohhüte als Lampenschir - me und auf den Tellern z. B. Ziegen-Curry mit Kokos-Basmati-Reis, ca. 21 Euro (Meads Bay, www.strawhat.com).

Die schönsten Strände Sandy Island. Eine ganze Insel nur aus Strand. Mit dem Shuttleboot ab Sandy Ground. Meads Bay. Auf den Felsvorsprüngen: das Luxushotel "Malliouhana". Gut möglich, hier Harrison Ford beim Baden zu treffen.

Shoal Bay East. Palmen neigen sich über den sanft abfallenden Strand. Mit Strandbars. - Cove Bay. Wie ein Halbmond schmiegt sich der üppige Sandstrand an die Insel. Sehr ruhig. - Sandy Island. Eine ganze Insel nur aus Strand. Mit dem Shuttleboot ab Sandy Ground. - Meads Bay. Auf den Felsvorsprüngen: das Luxushotel "Malliouhana". Gut möglich, hier Harrison Ford zu treffen.

Info Anguilla Tourist Board, Haidenau - platz 1, 81667 München, Tel. 089/ 543 93 97, Fax 543 97 65, www.anguilla-vacation.com

Saint-Lucia

St. Lucia

Warum dorthin: Regenwald, Schwefelquellen, Teufelshörner Was man dort macht: wandern, Wale beobachten, Geister suchen Wer auch noch dort ist: Amy Winehouse, davor der Seefahrer Juan de la Cosa

Unser Tipp: Die Karibik erleben wie die großen Abenteurer - das geht am besten auf einer Segelyacht. Die "Skiathos" legt auf Saint Lucia an. Sportlicher 14-tägiger Törn z. B. von Martinique zu den Tobago Cays und zurück, 960 Euro plus Bordkasse (Schoenicke Skipperteam, Grubesallee 27 a, 22143 Hamburg, Tel. 040/675 40 44, www.skipperteam.de).

Saint-Lucia: Was wir dort erlebt haben

Land in Sicht! Nicht viel, aber immerhin: Saint Lucia ist fast so groß wie Hamburg. Sechs Stunden haben wir gebraucht, um mit unserer Segelyacht von Martinique über das offene Meer Richtung Äquator zu navigieren. Die karibischen Inseln liegen wie Perlen im Ozean, die jemand auf eine Schnur gezogen hat, von St. Kitts im Norden bis Trinidad im Süden. Wir befi nden uns nun etwa in der Mitte. Auf der Überfahrt haben wir Delfi ne und fliegende Fische gesehen. Dann kam plötzlich Druck auf die Angelschnur, die wir hinter uns herzogen. Schnell! Fisch einholen, mit Rum betäuben, ohnmächtig schlagen, Kehle durchschneiden. Das Seeungeheuer war ganze 60 Zentimeter lang - macht zwei Abendessen für unsere sechsköpfi ge Crew. Als wir in die Rodney Bay Marina im Nordwesten von Saint Lucia einlaufen, stehen wir sehr zufrieden an Deck.

Lange dachte man, Kolumbus habe die Insel entdeckt, aber das Tourist Board von Saint Lucia sieht das anders: Der Abenteurer sei 1502 knapp an der Insel vorbeigesegelt. Auch ein anderer Seefahrer, Juan de la Cosa, brauchte ein paar Anläufe, bevor er Saint Lucia 1504 entern konnte. Wir hingegen haben die Insel sofort gefunden, sind als Entdecker also talentierter. Wir mieten uns einen Geländewagen, um das Festland zu erobern. Aus dem Autofenster sehen wir palmengesäumte Strände, feinen weißen Sand, Wasserfälle, wilde Orchideen. Sehr lieblich, aber so schnell lassen wir uns nicht täuschen: Im Südwesten der Insel erheben sich zwei zuckerhutförmige grüne Hügel - als hätte jemand Saint Lucia ein Paar Hörner aufgesetzt!

In Soufrière, am Fuße der Hügel, halten wir an. Alles ruhig: hübsche Gässchen, bunt gestrichene Häuser. In einem Lokal am Hafen bestelle ich ein Bier - und entdecke wieder die Teufelshörner: auf dem Etikett der Flasche. Die Hügel heißen Pitons, erzählt der Wirt, das lokale Getränk sei nach ihnen benannt. Auf der Fahrt die Pitons hinauf entdecken wir die Bar des "Ladera Resorts", das auf halber Höhe zwischen den Hügeln liegt. Ideal für einen Drink im Sonnenuntergang. Die Arawak-Indianer, die Ureinwohner, hätten sich das bestimmt nicht getraut, weil sie Geister in dem dunklen Gestrüpp vermuteten. Aber wer sein Fisch fi let selbst fängt, der kann es locker mit ein paar Monstern aufnehmen.

Reise-Info Saint-Lucia

Hinkommen Z. B. mit Condor ab Frankfurt hin und zurück ab ca. 700 Euro (www.condor.de).

Telefon Vorwahl 001758

Unterkommen Bay Guesthouse. Am Strand von Gros Islet gelegen. Fünf gemütliche Zimmer mit Garten, Terrasse, Hängematten. DZ ab ca. 30 Euro (Bay Street, Gros Islet, Tel. 45 08 956, www.bay-guesthouse.com).

Genießen Tcholit Bar. Die Bar zwischen den Pitons ist zum Meer hin offen. Cocktails auf einer Terrasse unter großen Bambusschirmen (225 Soufrière, Tel. 001758/459 73 23, www.ladera.com). Café Ole. Cappuccino, Latte Macchiato, frisches Pain au chocolat, Sandwiches, alles um zwei Euro (gleich neben "Bosun's Bar").

Tcholit Bar. Die Bar zwischen den Pitons ist zum Meer hin offen. Cocktails auf einer Terrasse unter Bambusschirmen (225 Soufrière, Tel. 459 73 23, www.ladera.com).

Die schönsten Strände Reduit Beach. Sehen und gesehen werden: der Sandstrand in der Rodney Bay. - Anse Chastanet. Lava-Sandstrand mit Palmen und Klippen. - Pigeon Island. Der Fußweg von Gros Islet zur "Taubeninsel" führt über einen Damm. In der Nähe des Anlegers gibt es einen kleinen, schönen Sandstrand.

Info Fremdenverkehrsamt Saint Lucia, Eckenheimer Landstr. 483, 60435 Frankfurt, Tel. 069/89 00 90 81, www.stlucia.org

Martinique

Martinique

Warum dorthin: Jeder Stein, Felsen und Mauerrest erzählt eine Geschichte Was man dort macht: anschauen, lernen, in Nostalgie schwelgen Wer auch noch dort ist: Thierry Mugler, Gérard Depardieu, Sophie Marceau

Unser Tipp: Auf der ehemaligen Zuckerrohrplantage Domaine de la Pagerie wurde Napoleons Gattin Josephine geboren. Ein kleines Museum zwischen den Ruinen zeigt Möbelstücke und Kopien von Briefen (Trois-Îlets, am südlichen Rand der Bucht von Fort-de-France, Tel. 68 33 06).

Martinique: Was wir dort erlebt haben

Mein Taxifahrer ähnelt dem Schauspieler Will Smith, und das ist ein bisschen irritierend. Denn ich bin gerade auf einer Art Zeitreise unterwegs, im Moment geht es etwa 250 Jahre zurück, und wie bitte soll Will Smith dazu passen? Ihm jedoch scheint das nicht weiter aufzufallen; mit einem Dauerlächeln chauffi ert er mich über Land, vorbei an Zuckerrohrfeldern, Bananenplantagen - und dann halten wir im 18. Jahrhundert: auf der "Domaine de la Pagerie" im Südwesten von Martinique. Auf dem Anwesen verbrachte Josephine ihre Kindheit, die erste Frau Napoleon Bonapartes, geborene Marie- Josèphe Rose Tacher de la Pagerie. Heute kann man zwischen den Ruinen der ehemaligen Zuckerrohrplantage herumstapfen, ein Museum besichtigen, und im Blumenpark scheint mir zwischen leuchtenden Bougainvilleen, Flamboyant-Bäumen, Hibiskus und roten Ginsterbüschen immer wieder Josephines Geist entgegenzuwehen.

Martinique ist wie gemacht für Nostalgiker wie mich. Zwar hat die Insel auch Strände, Palmen, prominente Urlauber, aber dazu sind Spuren der Vergangenheit zu fi nden. In der Hauptstadt Fort-de-France zeigt ein Museum die indianische Geschichte der Insel; die Bibliothèque Schoelcher ist nach einem Politiker benannt, der sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte. Der Name Martinique selbst stammt von Christoph Kolumbus, der die Insel 1493 entdeckte. Große Geschichte fi ndet der Zeitreisende hier, verwoben mit skurrilen Geschichtchen. Da ist zum Beispiel die Sache mit der Gefängniszelle in Saint-Pierre. Heute wirkt die Stimmung in dem Städtchen fröhlich, auf der Hafenpromenade wird getanzt. Doch dahinter erhebt sich der Vulkankegel des Mont Pelée, der Berg, der Saint-Pierre 1902 in das Pompeji der Karibik verwandelte: Er begrub die Stadt unter einem Ascheregen, den nur ein Bewohner überlebte - weil dieser wegen Trunkenheit im Gefängnis einsaß. Ich trampe ein paar Jahrzehnte weiter zurück. An einem Bilderbuchstrand an der Südküste starre ich aufs Meer. Dort draußen ragt ein seltsam runder Felshügel aus dem Blau. Der Koloss heißt "Rocher du Diamant" und erinnert daran, dass Martinique mal Frankreich, mal Großbritannien gehörte. 18 Monate lang waren britische Soldaten darauf stationiert, bombardierten vorbeisegelnde Fran zosen. Der Grund dafür, warum britische Schiffe bis heute vor einem steinernen Riesenrühr kuchen im Meer salutieren.

Reise-Info Martinique

Saint-Martin

Hinkommen Z. B. mit Air France über Paris ab ca. 720 Euro (www.airfrance.de).

Telefon Vorwahl 00596

Herumkommen Fähre zur Nachbarinsel St. Lucia ab Marina in Le Marin, ca. eineinhalb Stunden, hin und zurück 89 Euro. Abfahrt Montag bis Freitag 12.30 Uhr, Buchungen bei Compagnie Maritime West Indies, Büro am Pier, Tel. 00596/596 74 93 38.

Unterkommen La Pagerie. Haus im Kolonialstil, großer Pool im Palmengarten des Innenhofes. Strandnähe, drei Minuten zum Yachthafen von Trois-Ilets. DZ/F ab ca. 90 Euro (La Pointe du Bout, 97229 Trois Ilet, Tel. 00596/596 66 05 30, www.hotel-lapagerie.com.

Pierre & Vacances. Ferienhäuser im Kolonialstil, riesiger Pool. Vom Dorf Sainte Luce sind es nur drei Minuten zum Strand. Eine Woche im Apartment für bis zu drei Personen ab 602 Euro (über Dertour-Reisebüros oder www. dertour.de, www.pierre-et-vacances.de). - Le Domaine de la Vallée. Lichtdurchfl utete Gästezimmer und Ferienwohnungen auf einer Plantage. DZ/F ab 60 Euro (Habitation Mespont, 97260 Morne Rouge, Tel. 596 52 51 81, www.martinique-domaine-vallee.com).

Genießen The Crew. Internationales Restaurant in Fort de France, direkt an der Hafen-Anlegestelle. Tagesmenü mit gemischtem Salat, Rumpsteak und Mousse au Chocolat ab ca. 18 Euro (44 Rue Ernest Deproge, 97200 Fort de France, Tel. 00596/596 73 94 14). "Casa Coco". Kreolisch Essen in einer Holz-Fischerhütte. Wunderbar: Fisch "Thasar" mit Vanille-Soße und Kartoffelbrei mit leichtem Apfel-Geschmack, 15 Euro (an der Strandstraße von Ste. Luce, Tel. 62 32 26).

Havana Café. Im Bistrostil mit Außenterrasse, mitten im "Village Creole", einem nachgebauten Dorf aus dem 19. Jahrhundert. Mojito ca. 5 Euro (Pointe du Bou, 97229 Trois-Îlets).

Halsey's. Haute Cuisine im karibischen Holland auf einem umfunktionierten Boot. Tolle Meeresfrüchte - aber nicht billig, Dinner ca. 50 Euro (Simpson Bay, 86 Welfare Road, Tel. 544 28 82)

Die schönsten Strände Plage des Salines. Lieblingsstrand der Einheimischen mit feinem, fast weißem Sand. An der Südspitze. - Anse Corps de Garde. Feiner heller Strand, der hinter einem einsamen Wäldchen ins Meer abfällt. Kleine Picknickecken, einsam im mittleren Teil.

Info Französische Zentrale für Tourismus, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Tel. 0900/157 00 25 (49 Cent/Minute), www.franceguide.com

Saint-Martin

Saint-Martin

Warum dorthin: der Himmel für Verliebte - mit einem Paradies-Gipfel Was man dort macht: spazieren, romantisch schlemmen, viel kuscheln Wer auch noch dort ist: Juliette Binoche, Richard Gere, Johnny Depp

Unser Tipp: Kerzenschein und viel Rosa - das Restaurant La Vie En Rose im Pariser 20er-Jahre-Flair macht Verlieben leicht. Turteln mit Blick auf den Hafen von Marigot bei exquisiter französischer Küche. Z. B. Hummer-Lasagne, ca. 18 Euro (On the Waterfront, Marigot.

Saint-Martin: Was wir dort erlebt haben

Wir laufen durch üppige Wälder in allen Schattierungen von Grün und fühlen uns ein bisschen wie im Garten Eden. Stimmt auch irgendwie. Pic Paradis, Paradiesgipfel, heißt der höchste Punkt der Insel, gut 400 Meter hoch über dem azurblauen Meer, mit einer Aussicht zum Verlieben. Eigentlich verlassen wir nur ungern unser charmantes Hideaway, das "Captain Oliver's". Es befi ndet sich in Frankreich, hat aber auch ein Restaurant, das in Holland liegt. Denn Saint-Martin im Norden der Kleinen Antillen ist das weltweit einzige Stück Land mit niederländisch-französischer Grenze. Deshalb müssen wir aus unserem Zimmer nur 20 Meter durch den Garten spazieren, um in Holland eiskalten Mangosaft zu trinken. Später verlassen wir das Hotel dann doch wieder für einen längeren Ausflug. Denn auch auf einer Romantikinsel geht Liebe schließlich durch den Magen - da trifft es sich gut, dass Saint- Martin mehr als 300 zum Teil erstklassige Restaurants zu bieten hat. Juliette Binoche, Sophie Marceau und Johnny Depp sollen hier die Gourmetküche der Karibik genießen. Wir steuern ein einfaches Strandlokal in der Baie Orientale an. Jeannes Arbeitskleidung ist ein gelber Bikini. Mehrmals am Tag taucht sie in ein Becken, das ins Meer eingelassen ist, und kommt mit etwas Zappeligem wieder hoch. Armlang ist ihre Beute, mit vielen Beinen und zuckenden Antennen: eine Languste. Jeanne trägt sie an Tischen mit erwartungsfrohen Gästen vorbei in die Küche. Wir schmieden Pläne für morgen.

Über den Markt der Inselhauptstadt Marigot schlendern und all seine Farben zählen. Dort Croissants und Zimtküchlein naschen und Rumpunsch nippen. Oder ein paar der 37 Strände entlangflanieren, uns den Rücken eincremen, ein fach nur daliegen, kuscheln, träumen.

Reise-Info Saint-Martin

Hinkommen Z. B. mit Air France über Paris hin und zurück ab ca. 750 Euro (www.airfrance.de).

Telefon Vorwahl 00590

Unterkommen Captain Oliver's Hotel. Zimmer mit Meerblick. DZ/F ab 90 Euro (Oyster Pond, Saint-Martin 97150, Tel. 87 40 26, www.captainolivers.com). - Hotel Hevea. Haus im Kolonialstil an der Grand Case Bay. DZ/F ab 42 Euro (163 bd. de Grand Case, Saint-Martin 97150, Tel. 87 56 85, www.hotel-hevea.com).

Genießen La Maison Creole. Kreolische Küche in Marigot, z. B. Reis mit Languste, ca. 10 Euro (13 Place du Marché).

Die schönsten Strände Friar's Beach. Beliebt bei den Einheimischen. Sonntagabends Livemusik. - Mullet Bay. Ein kilometerlanger Puderzuckerstrand. Kaum Wellen. - Orient Beach. Viele Strandkneipen und ein großer FKK-Bereich.

Info Französische Zentrale für Tourismus, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Tel. 0900/157 00 25 (49 Cent/Minute), http://de.franceguide.com/

Credit: iStockphoto.com, Fotolia.com

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