Märchenstraße: Eine fabelhafte Reise

Unterwegs zu Rotkäppchen, Rapunzel und Frau Holle: Von Hanau bis nach Bremen folgt die Deutsche Märchenstraße den Lebensstationen der Brüder Grimm und lässt ihre weltbekannten Märchenfiguren lebendig werden.

Anfang der Siebziger von Fremdenverkehrsexperten gegründet, werden auf der 600 Kilomeer langen Strecke vom Main bis zur Weser nicht nur die Märchen, Sagen und Legenden wieder lebendig, es gibt auch eine Menge zu besichtigen: Schlösser, Burgen und wunderhübsche Fachwerkstädtchen, eingebettet in sanfte Mittelgebirgs-landschaften. Mehr als 70 Städte, Gemeinden und Landkreise haben sich der beliebten Ferienroute angeschlossen, die durch die schönsten Regionen Hessens, Niedersachsens, Thüringens und Nordrhein-Westfalens führt.

Hanau, Marburg

Lohnenswerter Besuch: Alsfeld gilt als "Europäische Modellstadt", die sich ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt hat.

Hanau: Geburtsstadt der Brüder Grimm. Jacob und Wilhelm wurden 1785 und 1786 in Steinau, das heute zu Hanau gehört, geboren. Das Denkmal auf dem Neustädter Marktplatz kann man durchaus als Ausgangspunkt der Deutschen Märchenstraße sehen. In den Sommermonaten wird der historische Park von Schloss Philippsruh Schauplatz der jährlichen Märchenfestspiele. Brüder-Grimm-Raum im Historischen Museum im Schloss. Infos: www.hanau.de.

Marburg. An der alten Universität studierten die unzertrennlichen Brüder Jura. Hier begannen sie ihre Forschungen zur Volksliteratur und schrieben die mündlich überlieferten Märchen auf. Sehenswert: Neben der Uni und dem Landgrafenschloss lohnt sich ein Stadtbummel durch die wunderbare Oberstadt (Altstadt) mit ihren engen Gassen und reich geschmückten Fachwerkhäusern. Das ehemalige Wohnhaus der Brüder steht in de Barfüßer Straße 34. Stadtführung: Auf den Spuren der Brüder Grimm, April bis Oktober jeden letzten Sonntag im Monat ab 11 Uhr, Treffpunkt: Brunnen am Marktplatz. www.marburg.de.

Schwalmstadt: Rotkäppchen

Dass in der Schwalm, im kurhessischen Bergland, die Heimat von Rotkäppchen vermutet wird, liegt an der berühmten Schwälmer Tracht. Für unverheiratete Frauen gehörte früher das Tragen einer roten "Betzel" als Kopfschmuck dazu. Und so ein rotes Samtkäppchen bekam eben auch das Rotkäppchen von seiner Großmutter geschenkt. Getragen wird die Tracht heute noch bei Festumzügen zur Salatkirmes oder der Hutzelkirmes um Juni und August. Ansonsten kann man sie auch im Museum der Schwalm in Schwalmstadt-Ziegenhain bewundern. www.schwalmstadt.de.

Kassel: Brüder Grimm

Die traditionsreiche Residenzstadt gilt als "Hauptstadt" der Märchenroute. Hier lebten die Grimms viele Jahre, während sie die weltberühmten Kinder- und Hausmärchen sammelten, die 1812 bis 1822 veröffentlicht wurden. Und im Rückblick schrieb Jacob Grimm: "Die Kasseler Jahre waren die glücklichsten unseres Lebens." Sehenswert: Das Brüder-Grimm Museum im Palais Bellevue zeigt Bücher, Möbel, Briefe und Zeugnisse ihres wissen-schaftlichen und politischen Wirkens. Zusätzlich machen Sonderausstellungen mehr Appetit auf die Märchenwelten (Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, www.grimms.de). Der Bergpark Wilhelmshöhe ist einer der größten Architekturgärten Europas. Der im englischen Stil angelegte Park umschließt die Löwenburg, die Ende des 18. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut wurde. Unterm Herkules-Denkmal, dem Wahrzeichen der Stadt, plätschern die Wasserspiele. (Kaskaden: Himmelfahrt bis Anfang Oktober, jeden Mittwoch, Sonn- und Feiertags um 14:30 Uhr). Infos: www.kassel.de.

Hann. Münden: Doktor Eisenbart

Auf der Werra-Brücke

In der "Drei-Flüsse-Stadt", am südlichen Zipfel des Weserberglandes, vereinen sich Werra und Fulda zur Weser. Die Altstadt bietet 700 Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten, im Stil der Weserrenaissance sind zum Beispiel das Rathaus und das Welfenschloss gebaut. In Hann. Münden praktizierte und verstarb der legendäre Wanderarzt der Barockzeit, Doktor Johann Andreas Eisenbart. In den Sommermonaten kuriert er noch immer vor der Kulisse des Rathauses mit ziemlich bizarren Behandlungsmethoden... Infos: www.hann.muenden.de.

Ein Abstecher nach Hessisch Lichtenau sei den Freunden von Frau Holle empfohlen: Von dort lohnen sich Ausflüge ins Wanderpardies Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Der Hohe Meißner, mit 754 Metern Hessens höchste Erhebung, soll der Sage nach das Reich von Frau Holle sein, die hier im Winter ihre Betten aufschüttelt... mehr Informationen.

Hofgeismar und die Sababurg (Dornröschen)

Ab Hann. Münden folgen die deutsche Märchenstraße und die Straße der Weserrenaissance einer gemeinsamen Route. Zwischen den Flüssen Werra, Fulda und Diemel liegt der Reinhardswald, eines der größten deutschen Waldgebiete. Auf der Sababurg, 20 Kilometer nördlich von Kassel gelegen, hat möglicherweise Dornröschen ihren 100-jährigen Schlaf gehalten, heute können Hotelgäste in den Turmzimmern träumen. Wie Dornröschen schlafen.

Trendelburg: Rapunzel

Nur wenige Kilometer weiter stößt man auf die Trendelburg. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert überragt die gleichnamige Stadt. Sie gehört zu den wenigen noch unzerstörten mittelalterlichen Burg-anlagen Deutschlands. Ob Rapunzel vom Turm der Burg ihr Haar herabgelassen hat? Die Burg dient heute als Hotel und vom Turm aus hat man einen weiten Blick in das Umland. www.burg-hotel-trendelburg.com. Über 220 km markierte Rad- und Wanderwege laden den Aktivurlauber zur Erkundung der Umgebung ein. Der 1998 eröffnete Diemelradweg verbindet Trendelburg mit den Städten Bad Karlshafen und Liebenau.

Höxter und Hameln

In der Altstadt von Höxter erwachen zwischen Juni und September Hänsel und Gretel zu neuem Leben. Ein prächtiges Hexenhaus verleiht der Inszenierung einen märchenhaften Rahmen. Märchenspiel jeden 1. Samstag, von Mai - September. www.hoexter.de.

Polle: Aschenputtel Burg Polle im Weserbergland im Landkreis Holzminden gilt als die Heimat Aschenputtels. Von Mai bis September finden in der Ruine der romantischen Burg Märchen-Aufführungen statt. www.polle-weser.de.

Hameln: Die Geschichte vom Rattenfänger kennt jedes Kind. Der Sage nach hat er zuerst die Ratten mit seinem Flötenspiel aus der Stadt gelockt und dann, um die undankbaren Bürger zu bestrafen, deren Kinder. Zu sehen ist das Märchenspiel sonntags auf der Terrasse des "Hochzeitshauses". www.hameln.de.

Bremer Stadtmusikanten

In Bremen endet die fabelhafte Reise nach 600 Kilometern vor der Bronzeplastik an der Westseite des prächtigen Rathauses. Märchenspiele: von Mai bis September, Sonntags um 12 Uhr auf dem Liebfrauenkirchhof. www.bremen-tourism.de

Routenvorschläge

Der Besucher kann Teilstrecken erwandern, mit dem Rad, Auto, Bus oder Schiff die Märchenstraße erkunden.

Wandern: Der Märchenlandweg verbindet auf 400 Kilometern die märchen- und sagenhaften Orte im Landkreis Kassel, sowie die Städte Kassel und Hann. Münden. Der Weg ist durchgängig markiert und gehört zu den ausgewählten Routen des Projektes Wanderbares Deutschland. Infos: www.maerchenlandweg.de und www.wanderbares-deutschland.de.

Radfahren: Touren, Fahrräder und Pauschalangebote gibt es beim Fahrradpool Weser-Diemel, www.fahrradpool.de. Radeln auf den Spuren der Brüder Grimm: www.hb-internetservice.de.

Schiffsdienste auf Fulda, Werra und Weser: www.personenschiffahrt.com www.fahrgastschiffahrt.com

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