Mallorca neu entdecken

Traumhafte Fincas, stille Dörfer, tolle Strände und Top-Adressen aus Palma: Unsere Geheimtipps für die Lieblingsinsel.

Alte Mauern, neues Hotel

Früher wohnte der Bischof im Palau Sa Font.

Ein historischer Bischofspalast als Design-Hotel: das Palau Sa Font in Palmas Altstadt. Rosa angehaucht ist die Naturstein-Fassade mit den maurisch geschwungenen Fenstern, im Inneren haben die deutschen Betreiber ein wahres Farbspiel inszeniert: lindgrüne Terrazzo-Waschbecken, vanillegelbe (eher kleine) Zimmer, tomatenrote Sessel, schmiedeeiserne Tische und Betten. Und in einem Innenhof ein meerblauer Pool zum Planschen. Vom Turm schweift der Blick über Dächer, auf Palmwipfel und die alles überragende Kathedrale. Adresse (1): Palau Sa FontCalle Apuntadores 38, Palma, Tel. 0034/971/71 22 77, Fax 71 26 18, , auch über www.designhotels.com

Speisen bei Chopin

Stilvoll: Einkehr im Chopin

2: Den Michelinstern hat Pius Schnider in der Schweiz gelassen und ohne Reue gegen ein Leben auf Mallorca eingetauscht. Zusammen mit seiner Frau Gabriela Fontana hat er das Chopin in Palmas Altstadt eröffnet, nah bei dem Denkmal des Komponisten. Passend dazu die Inszenierung: klassische Musik, elegante Einrichtung. Ein Genuss, sich nach einem Bummel durch Palma von den aufmerksamen Obern das Mittagsmenü servieren zu lassen: etwa kalte Sellerie-Apfel-Cremesuppe, Filetgulasch Stroganoff, Panna cotta mit Aprikosen- und Himbeermus. Für uns ist das bei diesen Preisen mindestens einen Stern wert! Adresse (2): Restaurant Chopin, Calle Puigdorfila 2, Palma, Tel. 00 34/971/ 72 35 56.

Schauen und shoppen

Die Altstadt von Palma: ein charmantes Gewirr aus Treppen, Bogengängen, ummauerten Gärten, belebten Plätzen, stillen Winkeln, Sackgassen. Renaissance-Palacios und Jugendstilhäuser mit viel Liebe zum Detail. Ein prima Revier zum Schlendern, Schauen, Shoppen sind die Straßen, die sternförmig von der Plaça Major abgehen. Erst mal einen Kaffee im Grand Café Cappuccino (Sant Miquel 53), einem herrschaftlichen Stadtpalast mit pomadegestylten Obern, Palmen im Garten und Kunst auf der Galerie. Im altmodischen Laden gegenüber verkaufen die alten Damen bestimmt schon seit 50 Jahren Fächer und Strumpfbänder. Das Schuhgeschäft Passy (Sant Miquel 53) bietet Pantoletten mit Blümchen oder Sandalen mit durchsichtigen Riemchen. Bei Forum (Sant Miquel 20) gibt es dazu passend die Trend-Klamotten. Dann einbiegen in die Treppengässchen: Im Bizarre (Calle d`en Pisa 6)näht Carmen Tomas verrückte Kleider und Shirts aus Gewebe, in dem sonst Schinken verpackt werden. Jugendliche Latschen mit Sohlen aus Autoreifen verkauft S`Avarca (Sant Domingo 14).

Im Delikatessenladen Colmado Santo Domingo (Carrer de Sant Domingo 1) hängen die Würste von der Decke. Schöne Mitbringsel: Feigenbrot, Kräuterlikör und Honig. Pyramiden von kandierten Früchten, Pralinen und Marzipan, alles hausgemacht, liegen im Süßwarengeschäft Pajarita (Sant Nikolau 4). In der Calle Brossa liefert neben der alten Schreinerei ein durchgestylter Laden nagelneue "edle Finca-Ideen", von ländlichem Geschirr bis Gartenlaternen aus Blech.

Palmas lange Nächte

Freitagabend, 23.30 Uhr. Zeit zum Aufwärmen für die heißen Stunden der Nacht in Palma. Ein Bier und ein paar Datteln mit Speck im "Gotic", der edel gestylten Café-Bar gegenüber der ehrwürdigen Seehandelsbörse. Plaudern, lachen, gucken. Bis einer "Vamos a la lonja" ruft. Das ist das Stichwort. Die Meute zieht ins derzeit angesagteste Viertel hinter der Börse: enge Straßen mit Bars, Clubs und Restaurants. Zwischendurch ein Cocktail an der langen Bar des Atlantico (Calle Sant Feliu 12). Ein Blick in die schummrige Bar Barçelona (Hausnummer 5) - bequeme Cocktailsesselchen, Live-Jazz. Oder das Nu im Parc de Mar. Direkt am See, dahinter die Kathedrale: Keine Bar in der Stadt hat eine schönere Kulisse. 4 Uhr: Zeit für den Passeig Maritim, die Rennmeile an der Hafenpromenade. Lange Schlangen vor dem Pacha`s, die Disco mit Felsgrotten-Ambiente ist trotzdem voll. Wann die Nacht endet? So gegen sieben.

Preiswertes Palais

Das Hotel Born ist ein Schmuckstück der Mittelklasse: Zimmer mit schlichten mallorquinischen Möbeln, ein wunderbarer Innenhof, beschattet von drei mächtigen Palmen. Dort sitzen die Gäste zum Frühstück bei Café con leche und ensaimadas, treten dann in die ruhige Seitengasse, biegen um die Ecke und stehen mittendrin in der Altstadt. Die haben`s gut. Adresse (5): Hotel Born, Calle Sant Jaume 3, Palma, Telefon 00 34/971/71 29 42, Fax 71 86 18, (Tipp: nach Zimmern mit Blick auf den Innenhof fragen).

Seehecht in der Kaninchenbucht

Am zerklüfteten westlichsten Zipfel Mallorcas liegt die Cala Conills, die Kaninchenbucht. Und dort, direkt am Meer, eine Strandkneipe unterm Strohdach. Die Kinder planschen im Pool. Traumhaft der Blick auf die Dracheninsel, die sich bis zu 300 Metern aus dem Wasser erhebt. Fischadler und Falken wohnen auf dem geschützten Eiland. Wirtin Maria bringt fangfrische Sardinen, Goldbrasse, Seehecht oder Garnelen vom Grill, dazu Salat und ein Glas Weißwein. Adresse (6): Restaurant Cala Conills, Tel. 00 34/971/23 91 86 , täglich 10 bis 23 Uhr von Mai bis Oktober.

Der wilde Westen

Weit reicht der Blick vom Torre de ses Animes, dem steinernen Wachturm an der Westküste Mallorcas. Die Strecke vom bescheidenen Dorf Banyalbufar ins noble Andratx gehört zum landschaftlich Spektakulärsten, was die Insel zu bieten hat. Ausladende Terrassenhänge des kleinen "Weingartens am Meer", wie der arabische Name Banyalbufar übersetzt heißt. Ein System von Mauern und Wasserkanälen, um die steinigen Berghänge urbar zu machen. (7) Tipp: Schöner Tagesausflug mit dem Auto: von Palma über die stillen Dörfer Peguera, Capdella, Galilea und Puigpunyent auf kleinen Straßen durchs Tramuntana-Gebirge und dann über die Küste von Banyalbufar nach Andratx.

Satt essen und satt sehen

Wunderschön: Terrasse der Posada del Marqués

Welche Lage für ein Restaurant: rundherum das wilde Tramuntana-Gebirge, davor Mandelbäume neben Olivenhainen, tief unten die Ebene von Palma. Am Horizont blitzt das Meer. Vor 500 Jahren setzte der Marquis von Verger sein herrschaftliches Landgut mitten in die Berge, vier Kilometer vom stillen Dorf Esporles. Die jetzigen Besitzer danken ihm dafür. Und die Gäste auch, die in der ehemaligen Ölmühle und auf der Terrasse typisch mallorquinische - und das bedeutet deftige - Küche genießen: gebratene Meeresfrüchte mit Knoblauch und Gemüse, Lammschulter aus dem Ofen, Kaninchen mit Zwiebeln. (9) Adresse: La Posada del Marqués, Finca Es Verger (in Esporles abbiegen), Tel. 00 34/971/61 12 30, Fax 61 12 13; Auch das Hotel mit Pool ist ein Tipp.

Ein geheimer Strand

Wo gehen eigentlich die Mallorquiner hin, wenn sie baden wollen? Ganz einfach: an einen wenig besuchten Kiesstrand wie S`Illot in der Nähe von Alcúdia, auf der Halbinsel vor dem Cap d`es Pinar. Das Wasser ist klar, hier gibt es keine Buden, keinen Eisverkäufer, keine Apartmentanlagen. Nur eine einfache Bar auf halber Höhe über diesem endlosen Blau. (14) Tipp: Von Alcúdia (an der Stadtmauer vorbei, über den ersten Abzweig nach Port D`Alcúdia hinweg) die Straße Richtung Mal Pas und Ermita de la Victoria nehmen, sie führt auf die Halbinsel und am Picknick- und Badeplatz S`Illot vorbei.

Feine Küche im Konvent

Alcúdia. Horden von Sonnenanbetern, geklonte Bettenburgen... Stimmt nicht ganz: Denn Port d`Alcúdia heißt zwar das Touristenzentrum an der größten Bucht Mallorcas. Aber bis auf den Namen haben der Küstenableger und der eigentliche Ort ein paar Autominuten weg vom Meer nichts gemeinsam. In den letzten Jahren wurde die denkmalgeschützte Altstadt, die abgeschottet hinter einer prächtigen Stadtmauer liegt, hergerichtet. Das Es Convent ist jetzt ein ganz neues, schickes Restaurant. Dicke Steinmauern, gefälliger Jazz, perlfarbenes Leinen auf den Tischen, Ochsenfleisch-Carpaccio mit Rucola und blauem Käse, Lammlende mit Quittenpüree und Rosinensoße, Früchtegratin mit Kirsch-Sabayon - danach möchte man eigentlich nur noch ein schönes Bett. Gibt`s im Convent auch: vier Zimmer mit ausgesucht schönen Möbeln. (15) Adresse: Es Convent, Hotel und Restaurant, carrer del Progres, 6, Alcúdia, Tel. 00 34/971/548 716, Fax 549 803, www.esconvent.com; montags geschlossen.

Schlafen wie ein Mönch

Kurve um Kurve steigt die Straße in die Höhe. Oben thront das älteste Kloster der Insel, eine düstere Trutzburg: Santuari de Sant Salvador, auf 509 Meter Höhe. Seit kurzem kann man hier übernachten. Heißes Wasser und eine Dusche gibt es im Gemeinschaftsbad. Das Zimmer riecht nach frischem Bohnerwachs. Sauber sind die Laken, mit denen ich das Bett überziehe. Darüber wacht die Jungfrau. Dann sitze ich auf meinem klapprigen Stuhl am Winkbalkon. Die Nacht ist pechschwarz. Nur irgendwo unten in der Ferne scheinen ein paar Lichter. Der Wind rauscht, sonst herrscht die Stille. Man fühlt sich ganz weit weg von der Welt. (19) Adresse und Tipp: Santuari de Sant Salvador, Puig de Sant Salvador, Felanitx, Tel. 00 34/ 971/82 72 82, Übernachtung mit einer Spende zur Erhaltung des Klosters. Tipp: Zimmer 1 hat die schönste Aussicht.

Text: Nicole Schmidt; Fotos: Antonina Gern
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